Was es auf der Route 66 in Illinois alles zu sehen gibt! Ich hätte noch Wochen damit verbringen können, „The Mother of Roads“ entlang zu fahren und kleine und große Städte und ihre Geschichten zu entdecken. Diese Reise war einfach voller Überraschungen, so wie in Joliet, wo ich mich plötzlich ganz unerwartet in einem faszinierenden Lost Place wiederfand: Im alten Gefängnis von Joliet, der Old Joliet Prison.
Joliet, der Heritage Corridor und die Route 66
Unser allererster Stopp ab Chicago, wo die berühmte Route 66 startet, war Joliet, nur wenige Kilometer entfernt. Joliet ist Teil des Heritage Corridors, eines Gebiet rund den Illinois-and-Michigan-Kanal, der die Großen Seen ab Chicago mit dem Mississippi verbindet. Der Heritage Corridor ist vor allem beliebtes Naherholungsgebiet mit vielen Möglichkeiten für Outdooraktivitäten. Im Joliet Area Historical Museum und dem dazugehörigen Route 66 Welcome Center, das die Geschichte der Gegend zeigt, kann man sich übrigens wunderbar auf eine Fahrt entlang der Route 66 einstimmen.
Lost Place: Der Geheimtipp Old Joliet Prison
Die eigentliche Attraktion aber – und wirklich erst seit kurzer Zeit für Besucher überhaupt offiziell zugänglich – ist das alte Joliet Correctional Center (auch: Illinois State Penitentiary), ein 1858 erbautes Gefängnis, das bis sage und schreibe 2002 noch in Betrieb war. Dann eröffnete das neue Gefängnis gegenüber, Insassen und Wärter zogen um. Zurück blieb ein verlassenes Gebäude, dem Verfall überlassen – und mittlerweile ein Traum für alle Fotografen auf der Suche nach stimmungsvollen Lost Places.
Das alte Gefängnis in Joliet – Wie kommt man rein?
Das Betreten ohne Erlaubnis ist natürlich streng verboten, aber mittlerweile hat die Stadtverwaltung dem steigenden Interesse nachgegeben und bietet geführte Touren an.
Die Old Joliet Prison, war aber auch schon zu Betriebszeiten eine beliebte Kulisse, nicht nur für Fotos, sondern auch für große Hollywood-Filme und Serien! Stolz zeigte uns unserer Tourguide die Zelle von John Belushi aus Blues Brothers, und wir durften nicht weiter, ohne vorher ein Tourifoto von uns in der Zelle schiessen zu lassen. Aber auch in neueren Produktionen ist die Old Joliet Prison ein beliebter Drehort!
Wenn du die Serie „Prison Break“ geschaut hast, wird dir die Gefängnisanlage bekannt vorkommen: Die Old Joliet Prison diente auch hier als Set! In der Serie bekam das Gefängnis den Namen „Fox River State Penitentiary„, in der eine der beiden Hauptfiguren Lincoln Burrows zu Unrecht eine Haftstrafe verbüßt, während sein Bruder Michael Scofield alles daran setzt, ihn zu befreien.
Altes Gefängnis – viele Geschichten
An vielen Stellen spürt man noch immer eine bedrückende Atmosphäre. Viele Zellen sind noch im Originalzustand, wie sie verlassen wurden, Gitterstäbe und die kalte, metallene Sanitäreinrichtung sind in den Zellen noch vorhanden. Und wenn man überlegt, dass hier noch vor nicht mal 20 Jahren noch Häftlinge einsaßen, läuft einem ein Schauer über den Rücken.
Zusammen mit der ruinenartigen Abrissstimmung in der gesamten Anlage entsteht eine wirklich düstere Umgebung, und man möchte gar nicht wissen, wie viele gruselige Geschichten diese dicken Gemäuer schon miterlebt haben.
Old Joliet Prison: Lohnt es sich?
Als Fotokulisse sowieso einmalig, war der Besuch der Joliet Prison absolut sehenswert. Aufgrund des maroden Zustandes und der unklaren weiteren Nutzung des riesigen Areals erkundigt euch vorher unbedingt über den derzeitigen Stand der Dinge. Und: Kommt nicht auf dumme Ideen, das Gefängnis auf eigene Faust zu besuchen, das Gelände wird durch die örtliche Polizei überwacht. Sonst könnt ihr das aktuelle Staatsgefängnis gegenüber gleich mitbesichtigen, da kennen die Amerikaner keinen Spaß 🙂
Ich bin zwar nicht besonders religiös, aber Kirchen und religiöse Stätten sind auch immer einer meiner Anlaufpunkte bei Sightseeingtouren durch fremde Orte – erzählen sie doch viel über Kultur und Gesellschaft. Und in Salzburg, da kommt man bei 800 Jahren Kirchengeschichte an Kirchen einfach nicht vorbei. In diesem Artikel stelle ich euch daher einige Highlights der Kirchenstadt Salzburg vor. Und zum Schluss wird es sogar richtig mystisch!
Aus dem berühmten Panorama nicht wegzudenken: Der Dom zu Salzburg.
Salzburg: Das Rom des Nordens
Erste Lektion: Wegen seiner wirklich vielen Kirchen wird Salzburg auch „Rom des Nordens“ genannt. Was ich wiederum sehr lustig fand, kam ich doch just von einer Reise durch Venedig und Rom. Und konnte direkt vergleichen: Salzburg hat tatsächlich italienische Züge. Nicht nur aufgrund der Architektur, die der damalige Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617) maßgeblich beeinflusst hat, sondern auch durch die Lebensfreude der Salzburger und dem Hauch Dolce Vita, der durch die Stadt weht. Musik und nochmals Musik, jede Menge Kunst und Kultur, gute Stimmung trotz des häufigen Salzburger „Schnürlregens“ und natürlich, wie es sich für eine fast-italienische Stadt gehört, ein Hang zu leckerem Essen garniert mit einer Prise Frömmigkeit: Italien ist echt nicht mehr weit weg.
Wichtiges Accessoire in Salzburg: Der Regenschirm für den berühmten Salzburger Schnürlregen
Der geheime Schatz des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau – und was Salzburger Nockerln damit zu tun haben
Überhaupt war besagter Fürsterzbischof ein ziemlicher Schlingel. Für uns wurde im Rahmen des Programms eine kleine Schnitzeljagd organisiert: Wir sollten den alten Schatz des Fürsterzbischofs finden und sausten dafür einen Tag lang quer durch Salzburg – um letztendlich herauszufinden, dass Wolf Dietrichs heimlicher Schatz seine Geliebte Salomé war, mit der er 15(!) Kinder gezeugt hat. Von wegen Zölibat und so. Damals ging’s in der Kirche wilder zu als bei Dallas und Denver-Clan zusammen! Ich will aber mal nix sagen – Salomé soll nämlich die Salzburger Nockerln erfunden haben, und ohne Salomé und den umtriebigen Wolf Dietrich hätte ich wohl jetzt ein Lieblingsdessert weniger! (Mehr über Salzburger Nockerln im Food Guide.)
Salomé ist außerdem ganz klitzeklein in der Kuppel des ansonsten pompösen Mausoleums von Wolf Dietrich von Raitenau verewigt, davon durften wir uns dann selbst überzeugen. Leider darf man das Mausoleum regulär von innen nicht besichtigen, aber der Friedhof St. Sebastian, auf dem es sich befindet, ist ebenfalls sehenswert.
Noch mehr Geheimtipps für Salzburg & Tipps für Sehenswürdigkeiten findest du in meinem Salzburg Blog
Das Mausoleum auf dem Friedhof St.Sebastian
Die Katakomben von St. Peter: Tod durch Kitzeln?
Der ultimative Friedhofsgänger bin ich nicht – ein wenig gruselt es mich, andererseits machen mich Friedhöfe immer traurig – aber ein bisschen Friedhofskultur gehört im Kirchen-Salzburg dann doch dazu. Vor allem, wenn dabei so kuriose Geschichten auftauchen, wie die des Salzburgers, der jede seiner sieben Frauen zu Tode gekitzelt haben soll. Die Grabmale der Frauen befinden sich auf dem Friedhof St.Peter, gleich hinter dem Salzburger Dom und am Fuße der Festung Hohensalzburg.
Mal abgesehen davon, dass sich hier außerdem noch die Gräber von Mozarts ebenso musikalischer Schwester Nannerl, von Johann Michael Haydn, dem Wegbereiter geistlicher Musik, und sämtlicher Salzburger Prominenz befinden, lohnt sich ein Besuch schon allein der Katakomben wegen. Die sind streng genommen keine richtigen Katakomben, da die in den Fels geklöppelten Höhlen nie als Gräber dienten, aber es klingt einfach gut, whatever. Und ein bisschen nach Katakomben sehen die Höhlen über dem St.Peter-Friedhof dann doch aus. Übrigens hat man von hier aus die schönsten Ausblicke auf Salzburg!
Der Dom zu Salzburg mit Dom-Museum: Ein Geheimnis, an dem Millionen einfach vorbeilaufen
Fast nebenan liegt der Dom zu Salzburg, einer DER Touristenattraktionen Salzburgs. Nicht ohne Grund, denn der riesige Dom beeindruckt sogar Nicht-Kirchengänger wie mich, wie ich schon bei meinem ersten Besuch in Salzburg im Frühjahr feststellen konnte. Will man die Touristenströme umgehen, geht man einfach nebenan ins Dom-Museum. Das kostet zwar Eintritt, aber wenn man sich vorher eine Salzburg Card gegönnt hat, schlüpft man einfach an der Kassenschlange vorbei und kommt einfach so rein.
Die Salzburg Card, die für 24, 48 oder 72 Stunden erhältlich ist, kostet zwar auch – lohnt sich aber, wenn man vorher weiß, dass man einige Sehenswürdigkeiten wie die Festung Hohensalzburg, die Museen oder den Mönchsberg auf jeden Fall besuchen will.
Ins Dom-Museum rauf geht es über auffällig flache, breite und langgezogene Treppen – und das etwa nicht, um den damaligen Damen in ihren Wallekleider einen möglich eleganten Aufstieg zu ermöglichen: Die Stallungen der Pferde befanden sich nämlich im oberen Stockwerk und die mussten dann doch tatsächlich tagein, tagaus die Treppen rauf und wieder runter. Was die armen Pferdchen damals aushalten mussten…
Den Pferden waren die pompösen Räumlichkeiten dann wohl auch herzlich egal, aber der Prunk ist für unsereins doch ziemlich beeindruckend. Durch das Dom-Museum geht es dann über eine Terrasse mit fantastischem Ausblick (Hallo Mega-Fotospot!) und ein paar versteckten Treppen rüber in den Dom – wo man plötzlich dann auf der Empore gleich hinter der antiken Dom-Orgel steht! Scheinen auch nicht viele Leute zu wissen, so ist man dort oben recht ungestört und kann von dort den großartigen Ausblick in das Dom-Innere genießen, während sich unten die Massen durch die Gänge pressen.
Die laufen an einem der kleinen, feinen Geheimnisse des Doms auch einfach vorbei: Direkt am Hauptportal sind feine Kritzeleien zu sehen, wohl von gelangweiltem Wachpersonal vor hunderten Jahren ins Gestein geritzt – sozusagen mittelalterliche Street Art!
Geheimtipp: Die Scala Santa in der Kajetanerkirche
Ein Geheimtipp für das Kirchen-Salzburg ist die Kajetanerkirche mit ihrer Scala Santa, einem jahrhundertealtem Nachbau des berühmten Vorbilds in Rom, das angeblich aus dem Palast von Pontius Pilatus stammt und das Jesus damals vor seinem Prozess betreten haben soll. Wie auch immer, die Salzburger Scala Santa darf so wie das große Vorbild nur auf Knien betreten werden, und darauf wird vor Ort auch geachtet.
Die Scala Santa befindet sich in einem Nebenraum der auch sonst sehr hübschen Kajetanerkirche und darf nur innerhalb einer Stunde pro Woche besichtigt (oder auf Knien hochgerutscht) werden: Jeden Samstag von 10 bis 11 Uhr – und keine Minute früher oder später. Wohl auch deshalb ist die Scala Santa einer der Geheimtipps in Salzburg.
Stift Nonnberg: Choräle zum Sonnenaufgang
Richtig mystisch wurde es dann, als wir im Morgengrauen zum Nonnberg aufbrachen, genauer gesagt zum Benediktinerstift Sankt Nonnberg. Nicht nur, dass hier ebenfalls einer der Schauplätze des alten Hollywood-Film „Sound of Music“ war, auch in der heutigen Zeit verbirgt sich hier ein Salzburger Geheimnis, dass noch nicht mal alle Einheimische kennen.
Bis auf die mystischen Choräle der Nonnen absolute Stille: Morgens im Stift Nonnberg
Im Stift Nonnberg beginnen die Benediktinerinnen-Nonnen ihren Tag nämlich immer und ohne Ausnahme mit dem Gesang von Chorälen, denen man im Kirchenschiff unten bei schummriger Beleuchtung lauschen kann. Einfach hineingehen, die andächtige Stimmung geniessen und der Musik lauschen. Und zusätzlich wird man danach draußen mit einem postkartenreifen Sonnenaufgang über dem Nonntal belohnt. Sehr sehenswert und hörenswert: ein Geheimtipp in Salzburg!
Traumhafte Aussicht: Sonnenaufgang auf dem Nonnberg
Wallfahrtskirche Maria Plain: Bergidylle pur.
Gläubige Katholiken wallfahrten nach Maria Plain – und die anderen? Die genießen, wie ich, die Mega-Aussicht auf Salzburg, die Berge, das viel Grün und das traditionelle Brauchtum.
Die Wallfahrtskirche Maria Plain wurde im 17. Jahrhundert erbaut, weil das Gnadenbild Maria Plain bei einem schweren Hausbrand als einziger Gegenstand unversehrt blieb – und das war für die damaligen Gläubigen ein so großes Wunder, dass es eine Kirche verdiente. Heute ist Maria Plain Wallfahrtsort und liegt sogar auf dem österreichischen Jakobsweg.
Übrigens: Kommt man zum sonntäglichen Gottesdienst, bekommt man noch jede Menge Lokalkolorit mit – alle Besucher hüllen sich in die feinste Tracht, und zusammen mit der traumhaften Bergkulisse draußen und der prachtvoll restaurierten Kapelle innen kann man tief in alpenländische Kultur eintauchen!
Anreise: Am besten man leiht sich in Salzburg in der Stadt ein E-Bike (dann isses bergauf nicht ganz so schlimm) und bindet einen Besuch in Maria Plain in eine Radtour entlang der Salzach ein. Pause machen kann man bei Mega-Panoramablick entweder zünftig im Plainer Ansitz bei Brotzeit und Stiegl-Bier oder gehobener nebenan im Gasthof Maria Plain.
Übernachten in Salzburg: Mystische Orte.
Wenn ich nach Unterkünften suche, bleibe ich auch immer gerne beim Thema des Ortes, an dem ich mich gerade befinde. Denn nichts hilft besser, in die Stimmung vor Ort einzutauchen, als auch entsprechend zu übernachten. Was liegt da näher, als in einer Stadt wie Salzburg mit einer solch großen Kirchengeschichte auch an einem religiösen Ort zu übernachten?
Alle Unterkünfte sind in der Hand von kirchlichen Trägern und bezahlbar. Das Gästehaus im Priesterseminar zum Beispiel berechnet den Zimmerpreis nach der Personenanzahl, so bezahlt man als Alleinreisende für ein Doppelzimmer weniger als zu zweit, was ich besonders sympathisch und fair finde. Die Location ist total zentral und beeindruckend, die Zimmer super gepflegt und sauber, und von der Waschmaschine bis zur Gemeinschaftsküche ist die Ausstattung perfekt.
Ob dieser Reiseblog nicht doch zum Foodblog mutiert? Jedenfalls sind mir in Salzburg wieder jede Menge leckere Köstlichkeiten über den Weg gelaufen. Bei so vielen guten Cafés und Restaurants in Salzburg mit leckerer Küche fällt die Wahl schwer. Daher habe ich hier einmal ein paar sehr beeindruckende Salzburg Restaurants und Locations zusammengestellt – hungrig bleibt man in Salzburg nicht lange!
Übrigens: Wenn du eine Reise nach Salzburg planst, dann solltest du dir auch meinen großen Guide mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen! ➜ Zum großen Salzburg Guide
Die Mozartkugel: Rund, süß und typisch Salzburg
In Salzburg dreht sich alles um Mozart – und um die Mozartkugel. Während man in Deutschland sofort die Mozartkugeln in der roten Prunkverpackung im Sinn hat, gibt es in Salzburg ein paar alteingesessene Konditoreien, die Mozartkugeln nach eigenem Rezept und zum Teil noch in kompletter Handarbeit vor Ort herstellen.
Die wirklich originale Ur-Mozartkugel gibt es in der Konditorei Fürst, deren Stammhaus sich am Alten Markt direkt gegenüber dem altehrwürdigen Café Tomaselli, dem ältesten Kaffeehaus Österreichs, befindet. Aber auch das kleine Café Habakuk in der Linzergasse zum Beispiel fertigt leckerste Mozartkugeln, 100% handmade.
Salzburger Nockerln: 3 Berge als Dessert
Salzburg ist umgeben von drei Hausbergen, dem Kapuzinerberg, dem Gaisberg und dem Mönchsberg – und wer sich das nicht merken kann, der bestellt einfach mal in einem Lokal Salzburger Nockerln. Spätestens nach dem Anblick dieses puderzuckerbestäubten Baiserschaumsoufflémonsters auf einer Kirschsauce wird man sich auf ewig daran erinnern. Jede Nockerl steht nämlich für einen verschneiten Hausberg. Aber Vorsicht: Salzburger Nockerln werden immer nur in einer Größe serviert, angeblich für zwei Personen, reichen als Dessert aber locker für neun! Salzburger geizen eben nicht mit ihren Essensportionen!
Ein bisschen gehobener, dafür aber bodenständig-moderne Küche: Im K+K am Waagplatz gibt’s Klassiker wie Wiener Schnitzel, aber auch vegane Curries. Oben sitzt man lauschig-nett in traditionellem Ambiente mit viel Holz, unten gibt’s eine frisch renovierte Bar im gemütlichen Kellergewölbe – warm, mit viel Kupfer, ein Traum!
Die Portionen sind nicht ganz so spektakulär wie andernorts, dafür aber qualitativ sehr hochwertig und raffiniert zubereitet.
Seven Senses im Hotel Stein
Das Hotel Stein, gegründet 1399, ist das älteste Hotel Salzburgs und wurde vor kurzem komplett renoviert, mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Kunst. Salzburg wird auch oft als die italienischste Stadt nördlich der Alpen beschrieben, dazu hat im 17. Jahrhundert auch ein venezianischer Architekt beigetragen. Im Hotel Stein wird diese Verbindung zwischen Salzburg und Venedig unter dem Motto „Salzburg meets Venice“ wieder aufgefrischt – und klar, dass ich mich da vor Begeisterung nicht mehr einkriegen konnte, wo ich doch vor zwei Wochen erst in Venedig war und mich so in die Stadt verliebt habe.
Wer das nötige Kleingeld hat, der sollte hier mal übernachten – das Hotelkonzept ist wunderbar individuell und abseits des üblichen Hotelketten-Bla-Blas in dieser Preisklasse.
Wer sich dagegen nicht ganz so doll in Unkosten stürzen will, genießt einfach bei einem Airone Spritz (ein italienischer Bitter irgendwo zwischen Ramazzotti und Aperol, den es in Salzburg und Umgebung nur hier gibt!) die herrliche Aussicht auf der Terrasse der hoteleigenen Rooftopbar Seven Senses. Ihr werdet es nicht bereuen!
Bärenwirt für den Bärenhunger
Urig, klassisch, lecker. Der Name lässt es fast schon erahnen, aber der Zusatz „für den Bärenhunger“ bei einigen Gerichten auf der Karte macht schnell klar: Wer im Bärenwirt nicht satt wird, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Meine Empfehlung: Rindsgulasch mit Knödel in Fussballgröße. Für den Bärenhunger.
Augustiner Bräustübl im Kloster Mülln
Groß geworden im Ruhrgebiet, zwischen Kohleöfen und Brauereien, ist Bier mein absolutes Heimatgetränk. Total unmädchenhaft, aber an heißen Sommertagen liebe ich ein frisch gezaptes, kühles Bier genauso wie einen feinen Aperol Spritz. Brauche ich ja dann nicht zu erwähnen, dass ich im Augustiner Bräustübl sofort zu Hause war.
Getrunken wird aus eimergroßen Tonkrügen, die man selbst aus einem Regal fischt und nochmal unter kühles Wasser hält, damit das Bier schön kalt bleibt. Essen kauft man an einem der Stände drinnen, dort gibt es alles von Leberkäse über fein gehobelten Radi bis Schaumrollen – oder bringt es selbst von zu Hause mit, was ich absolut genial finde. Nur Bier muss nämlich vor Ort gekauft werden, ansonsten kann hier auch frei Schnauze gepicknickt werden. Und die Stimmung im Biergarten könnte besser nicht sein: Hier sitzt jung neben alt, Ur-Salzburger neben Touris, Trachtenträger neben Modepüppchen, und alle erfreuen sich am äußerst süffigen Augustiner.
Herr Leopold
Sonntags ein geöffnetes Kaffeehaus abseits der üblichen Touristenattraktionen zu finden, ist gar nicht so einfach. Salzburger lieben ihr Kaffeehaus, aber offensichtlich nicht an Sonntagen. So nimmt man das, was kommt, und das Herr Leopold ist die schönste Notlösung überhaupt. Foodies freuen sich über Buchteln und Strudel, frisch aus dem Ofen und in cremig-warmer Vanillesauce gebadet – und Designjunkies werfen nach der wunderbaren Inneneinrichtung mal einen Blick auf die stylische Tapete in der Damentoilette. Ein Interiortraum.
Ludwig Burger
Bei Ludwig Burger bekommt man die wohl besten Burger der Stadt. Alles hausgemacht, vom Burger bis zum Ketchup(!). Und der vegane Pilzpatty ist so gut, dass sogar ich als absoluter Fleischliebhaber ’nen normalen Burger sofort dafür stehen lasse.
Café Würfelzucker: Der Strudelhimmel
Nachdem ich ja schon bei meinem ersten Besuch hier gelandet bin, musste nochmal ein Apfelstrudel im Café Würfelzucker her: Handgezogen, frisch aufgedampft und in das in gemütlichstem Ambiente direkt an der Salzach serviert. Lecker.
Pauli Stubm: Urig und gemütlich
Urgemütlich kultig und ganz versteckt in einer kleinen Altstadtgasse gibt’s in den Pauli Stubm richtig zünftige Küche! Zwei Häuser weiter ist übrigens ein Nacht-Établissement, wenn ihr wisst, was ich meine… und das erwähne ich deshalb, weil selbst solche Lokale hier im pittoresken Salzburg einfach nur hübsch aussehen.
Nochmal ein paar Häuser weiter, mit der Nummer 30, ist übrigens das Haus des letzten Henkers von Salzburg, nur mal so nebenbei, für die, die sich gerne ein bisschen gruseln möchten.
Mehr Geheimtipps für Salzburg
Übrigens: Salzburg als alte Kirchenstadt hat noch mehr gruselige Geschichten auf Lager! Wer sich interessiert, bucht einfach eine Gruselführung bei Sabine, die hat so ziemlich alle morbiden Mittelalterstories auf Lager und präsentiert sie äußerst kurzweilig bei einem Rundgang der etwas anderen Art, nur zu empfehlen!
Interessierst du dich mehr für die kleinen und skurrilen Geheimnisse Salzburgs? Davon gibt es in dieser geschichtsträchtigen Stadt nämlich jede Menge; ich war auch ziemlich erstaunt! Dann hüpf mal zu meinem Artikel über Kirchen in Salzburg – da gibt’s so einige interessante Spots, die du nicht so schnell im Reiseführer findest!
Falls du nur einen Tag in Salzburg bist, dann empfehle ich dir meinen Guide Salzburg an einem Tag – und du siehst entspannt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Salzburg!
Hinweis: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Tourismus Salzburg.
Eigentlich hatte ich mir die Anreise auf die paradiesischen Perhentian Islands in Malaysia anders vorgestellt. Immer härter schlugen die Wellen gegen die kleine Nussschale, in der wir saßen, und ich dachte mittlerweile daran, von wieviel Kameraequipment ich mich verabschieden musste, wenn die nächste Welle ins Boot schwappte oder gar schlimmer, wir alle aus dem Boot fielen.
Traumstrände direkt vor der Tür: Das Coral View Island Resort liegt am Strand.
Angst um mein Leben oder zu ertrinken hatte ich komischerweise nicht. Das mag daran liegen, dass ich mich im Wasser immer sicher fühle und dank jahrelangem Schwimmunterricht in jungen Jahren mich auch ganz gut darin bewegen kann (wenigstens eine Sportart, die mir leichtfällt!). Oder aber daran, dass die Überfahrt von den Perhentian Islands zurück zum Festland nur vierzig Minuten dauert und über ziemlich übersichtliche und gut befahrene Gewässer führt – irgendwer würde uns schon aus dem Wasser fischen, wenn alle Stricke reißen. Und mit Schwimmweste (die gab’s zum Glück) und bei 27 Grad Badewannen-Wassertemperatur könnte man es doch einige Zeit im Wasser aushalten.
Die scheinbar raue See war ja auch nicht das Problem, sondern die nicht wirklich hochseetauglichen Boote, die als Wassertaxi oder Fährservice die Perhentians mit dem Festland verbinden. Auf einer großen Fähre hätte man wahrscheinlich nichts gemerkt. Aber die kommen erst gar nicht an die Perhentians ran. Denn einen Hafen gibt’s nicht. Asphaltierte Straßen? Auch nicht. Busse? Autos? Nein. Nix von alldem. Und so liegen die beiden Perhentian Islands, Perhentian Besar (die große Insel) und Perhentian Cecil (die kleine Insel), wie zwei verlorene Inseln vor der Küste Ost-Malaysias.
Perhentian Islands: Das Tauchparadies in Malaysia
Laut Lonely Planet sollen die Perhentians das fünftschönste Tauchrevier der Welt sein. Das wusste ich als Tauchbanause vorher gar nicht. Überhaupt war mir Tauchen immer suspekt. Wasser an sich ist zwar mein Element, aber dann richtig abtauchen, nur mit einer Sauerstoffflasche zum Atmen, und dann noch die Sache mit dem Druck! Nachher vertrage ich den Druckunterschied nicht, kriege Probleme mit dem Druckausgleich, meine Ohren spielen verrückt, ich drehe durch, mir platzt das Trommelfell, das sich nicht mehr erholen will – und zack, hallo Fluguntauglichkeit forever.
Ziemlich blöd als Flugbegleiterin, die eigentlich keinen Bock hat, auf ihre alten Tage nochmal umzuschulen. Gut, vielleicht jetzt dramatisch, aber so bin ich halt mit dem Tauchen. Irgendwann in den letzten Jahren habe ich mich auf Koh Phangan dem Schnorcheln genähert – und da dachte ich zum ersten Mal beim Anblick bunter Korallenriffe und süßer Fischchen: Tauchen wäre vielleicht doch was.
Die Perhentian Islands haben Strände wie aus Robinson Crusoe: In der Nebensaison ist man fast allein auf Perhentian Besar.
Aber es brauchte noch einmal Schnorcheln auf den Perhentians, um mir wirklich sicher zu sein – ich komme wieder, und dann mit mehr Zeit zum Tauchen! Leider habe ich unter Wasser keine Bilder gemacht. Dafür habe ich die schönsten in meinem Kopf, und das ist ja auch was wert: Auf unserem Schnorchelausflug haben wir so ziemlich alles an Unterwasserleben gesehen, was die Riffe direkt vor Perhentian Besar zu bieten haben: leuchtende Clownfische, riesige und unfassbar schnelle Meeresschildkröten und anderthalb Meter lange Haie.
Und da gerade Saisonende war, waren wir eh nur zu dritt auf dem Boot. Man hatte auch nicht das Gefühl, überfallartig die Unterwasserwelt zu stören, sondern konnte sich einfach an der Natur erfreuen. Leider heißt Saisonende auch beginnende Regenzeit, und so war das Wetter nicht mehr ganz so strahlend und unser Guide versicherte uns, dass das für mich schon spiegelglatte Wasser in der Saison noch glatter, klarer und überhaupt toller wäre. Das muss ich mir wohl doch nochmal selbst anschauen. Denn sogar mit schlechtem Wetter waren die Perhentians doch schon ganz schön beeindruckend.
Auch eine komplette Malaysia Rundreise lohnt sich! Mehr Reiseberichte findest du im Malaysia Blog
Perhentian Kecil oder Perhentian Besar? Große oder kleine Insel?
Die Wassertaxis fahren beide Inseln an, und auf Grund der beschränkten Kapazitäten vor Ort bietet es sich auf den Perhentians entgegen der allgemeinen Reisegewohnheiten in Südostasien an, sich schon im voraus um eine Unterkunft zu bemühen. Relativ teuer ist es auch, Malaysia ist sowieso nicht das Unterkunftsparadies Thailand, aber hier auf den Inseln ist Übernachten nochmals etwas teurer. Dazu kommt auch, das man sich essenstechnisch nicht wirklich selbst versorgen kann, außer ein paar kleinen resorteigenen Buden mit Chips und Kräckern habe ich nicht viel gesehen. Einsame Insel halt.
Ich hatte übrigens ja das Vergnügen, Unterkünfte auf beiden Inseln zu testen. Eigentlich war ich ja nur auf Perhentian Besar und habe einen Tag Bekannte auf der Nachbarinsel Perhentian Kecil besucht – und gemerkt, das das mit den Wassertaxis, die die Insel verbinden, gegen Saisonende gar nicht so einfach ist. Oder auch mal komplett nicht funktioniert, weil der Wellengang zu hoch ist. So habe ich dann eine ungeplante Nacht auf der anderen Insel einlegen müssen – mit nix als meinem Strandbeutel. Aber so entstehen ja die schönsten Geschichten, nicht wahr? Jedenfalls hat die spontane Strandparty unter Einheimischen mit ein paar verlorenen Touristen wie uns, die jetzt schon eindeutig in der Minderheit waren, es wieder rausgerissen. Und ein bisschen Abenteuer im Paradies ist nie verkehrt.
Auf welcher Insel bleiben? Perhentian Besar oder Perhentian Kecil?
Mein Tipp ist also: Unbedingt Unterkünfte vorher auskundschaften und reservieren. Frage dich dann, was du eher möchtest: Ruhe und eine familienfreundlich Umgebung? Dannempfehle ich dir eine Unterkunft auf Perhentian Besar. Oder ist dir eher nach entspanntem Hippie-Style und Backpacker-Atmosphäre mit gelegentlichen nächtlichen Feuershows am Strand bei billigem Fusel aus der improvisierten Kühlbox-Strandbar? Dann lieber Perhentian Kecil. Mir hat übrigens beides gefallen!
Kurz vor Saisonende auf den Perhentian Islands kann das Wetter schon mal umschlagen. Die Farben des Wassers am Long Beach auf Perhentian Kecil sind trotzdem genial.
Grundsätzlich sind aber beide Inseln sehr ruhig, es gibt nicht viel außer Strand, Schnorcheln und Tauchen – Essen gehen beschränkt sich meist auf die resorteigenen Lokale, die aber frei zugänglich sind. Und leider meist nicht besonders gut, wie ich fand. Aber wahrscheinlich war ich einfach nur noch vom Foodiehimmel in Georgetown verwöhnt, wo ich vor den Perhentians war.
Anreise & Tipps
Wie kommt man auf die Perhentian-Inseln?
Die famosen Wassertaxis bringen einen vom Anleger in Kuala Besut auf die Inseln. Kommt man mit dem Flugzeug wie ich, ist der nächste Flughafen Kota Bharu, der von Kuala Lumpur und Penang direkt angeflogen werden kann.
Von dort aus dauert es noch eine etwa einstündige Taxifahrt, um den Bootsanleger zu erreichen. Direkt am Gepäckband steht auch sofort ein Stand, an dem Taxitickets verkauft werden. Es gibt bestimmt auch noch günstigere Lösungen, aber meist findet sich jemand, mit dem man sich ein Taxi teilen kann. Trotz der relativ langen Strecke kostet es in meiner Erinnerung nicht die Welt. Flüge finden sich immer wieder auch spontan zu guten Preisen.
Übernachten auf den Perhentians
Unterkünfte sind so eine Sache auf den Perhentians. Malaysia gehört grundsätzlich nicht zu den günstigsten Ländern für Budget-Traveller. Auf den Perhentian-Inseln ist das Preisniveau noch einmal etwas höher. Und die Kapazitäten sind limitiert.
Gerade in der Hochsaison, dem europäischen Sommer, bietet es sich an, seine Unterkunft im Voraus zu buchen. Mir persönlich fällt das in Südostasien immer schwer; ich buche selten weit im Voraus, aber auf den Perhentians können die besseren Optionen schnell ausgebucht sein. Man darf sich allerdings keine Illusionen machen, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nicht besonders.
Vor allem die Essenssituation auf Perhentian Besar fand ich schwierig, ich habe außer einem kleinen Shop im Perhentian Islands Resort mit einsamen Chipstüten keine Möglichkeit gefunden, mich auch mal selbst zu versorgen. So ist man rund um die Uhr auf die Restaurants der Resorts angewiesen, die leider nicht besonders gut sind. Klar, ist ja auch eine Insel, zu der alles extra angeliefert werden muss. Auf Perhentian Kecil schien mir die Situation etwas besser, dafür ist es dort nicht ganz so ruhig und beschaulich wie auf Perhentian Besar.
Meine Hotel-Tipps für die Perhentian Islands
Ich habe im The Barat Perhentian übernachtet, einfache Hütten in Strandnähe. Wer keinen Luxus braucht, sollte zufrieden sein. Auf Perhentian Kecil wurde zu meinem Aufenthalt sehr viel am Long Beach gebaut, dort habe ich spontan eine Nacht im Rock Garden Resort verbracht. Das ist wirklich mega basic, aber durch die Hanglage irgendwie auch sehr hübsch. Das ist allerdings nur etwas für dich, wenn dir Treppensteigen nichts ausmacht, denn die Hütten befinden sich auf einem steilen Hang. Rundherum befinden sich neue und bessere Anlagen. So wie es mir aber schien, könnte es in Zukunft auch etwas zu viel werden.
Beste Reisezeit für die Perhentian Islands
Unbedingt zu beachten ist die Saison auf den Perhentian-Inseln, die nur von März bis Oktober dauert – ich war gegen Ende Oktober dort und während die Hinfahrt noch okay war, war die Rückfahrt mit dem Boot doch schon um einiges abenteuerlicher als oben beschrieben. Außerhalb der Saison schließen alle Resorts, und es wird monsunbedingt ungemütlich – die Perhentians sind also kein Ganzjahresparadies.
Wenn du aber auf paradiesische Strände und eine tolle Unterwasserwelt stehst und dich mal so richtig entspannen möchtest, dann kann ich dir einen Trip auf die Perhentians nur empfehlen.
300 Kilometer von Chicago entfernt liegt Springfield, Illinois, einer der geschichtsträchtigsten Ort der USA überhaupt. Und nein, es ist nicht das Springfield der Simpsons: Das heißt nur so, weil Springfield einer der häufigsten Namen für Kleinstädte in den USA ist. Dieses Springfield hier ist zum einen die Hauptstadt des Bundesstaates Illinois (nicht Chicago, wer hätte das gedacht?) und zum anderen die Wirkungsstätte des wohl bedeutendsten US-Präsidenten: Abraham Lincoln. Durch Springfield führt auch die historische Route 66, da war ein Stopp in Springfield auf unserem Route 66 Roadtrip ein absolutes Muss für die volle Ladung amerikanische Geschichte.
Springfield Illinois: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Geschichte klingt sowieso schon immer so dröge – und was hat man als Europäer schon mit amerikanischer Geschichte am Hut? Ganz Springfield, Illinois, dreht sich um Abraham Lincoln, da gibt es kein Entkommen, und auf den ersten Blick scheint die Stadt, die für Amerikaner so bedeutungsvoll ist, nur mäßig interessant für unsereins. Von wegen!
Erstens: Lincoln war echt eine tolle Persönlichkeit, die nicht nur Amerika, sondern auch die Welt verändert hat. Und zweitens: Springfield, Illinois, ist eine charmante Stadt und die Lincoln-Attraktionen sind so wunderbar gestaltet, dass man selbst als Kulturbanause begeistert ist. Und nebenbei lernt man auch noch was. (Übrigens habe ich wie so oft auf dieser Reise gedacht, dass so ein Roadtrip auch eine schöne Reise für Familien ist: Viele Museen und Sehenswürdigkeiten sind kinderfreundlich gestaltet und Kinder sind im familienorientierten Illinois sowieso immer willkommen!)
Abraham Lincoln Presidential Library & Museum
Das ausschließlich dem Leben und Wirken Abraham Lincolns gewidmetem Museum ist eine Mischung aus interaktiver Ausstellung und Multimedia-Vorführungen. Mag anfangs vielleicht sehr amerikanisch nach Walt Disney aussehen, ist aber sehr informativ und toll gemacht.
Die Vorführung „Ghosts of the Library“ im Holavision Theatre nicht verpassen – und nachher darüber rätseln, ob der Erzähler ein Hologramm war oder doch in echt auf der Bühne stand. Und unbedingt nach kostümierten Wärtern Ausschau halten: die sind Teil der Ausstellung und tragen spontan im Museum verteilt Stücke vor!
Im Old State Capitol in Springfield, das von 1840 bis 1876 als Abgeordnetenhaus von Illinois fungierte, ging Abraham Lincoln Zeit seines Lebens als Politiker und Anwalt ein und aus. Heute kann man dort noch alle Säle inklusive Einrichtung aus der damaligen Zeit besichtigen. 1858 kündigte genau hier Abraham Lincoln seine Präsidentschaftskandidatur an, und 2007 folgte ihm der damalige Senator von Illinois: Barack Obama.
Hier kann man sich in einer Art Freilichtmuseum das Wohnhaus von Abraham Lincoln ansehen, in dem er bis zu seiner Wahl zum Präsidenten wohnte. Das Wohnhaus wurde aufwendig restauriert und in den Zustand zu Lincolns Lebzeiten versetzt. Aber nicht nur das Wohnhaus von Lincoln wurde erhalten, sondern auch der ganze Straßenzug von Springfield, Illinois.
Und mithilfe der allgegenwärtigen Schauspieler, die das Leben zur damaligen Zeit zeigen, ist das ganze Gelände wie eine Zeitreise! Mit Glück begegnet man sogar einem täuschend echten Abraham Lincoln, der immer mal wieder die Straße entlang spaziert.
Abraham Lincoln wurde auf dem Oak Ridge Cemetery begraben, welcher dadurch einer der meistbesuchten Friedhöfe der USA ist. Nicht vergessen: Unbedingt die Nase der Lincoln-Büste vor dem Eingang des Mausoleums rubbeln, das soll Glück bringen! Der blank geschrubbten Nase nach ist das wohl richtig beliebt und für kleine Leute wie mich gibt’s sogar noch ’nen Hocker davor, damit man auch gut rankommt!
Vom vielen Reiben blank: Die Nase von Abraham Lincoln.
Ein paar Lincoln Facts:
Abraham Lincolm war von 1861 bis 1865 Präsident der USA
der erste US-Präsident, der bei einem Attentat starb
Gegner der Sklaverei, was zum Sezessionskrieg zwischen dem liberalen Norden und den Sklaven haltenden Südstaaten führte (hallo Fackeln im Sturm mit Patrick Swayze – na, wer erinnert sich?)
gewann den Bürgerkrieg, führte Norden und Süden wieder zusammen und sorgte für das Ende der Sklaverei in allen Staaten
lebte mit seiner Familie in Springfield, Illinois, wo er sich als Anwalt und Politiker seine Karriere begann
Springfield hat aber auch außerhalb der Lincoln-Stätten einiges zu bieten, so dass man mindestens einen vollen Tag dafür einplant, besser noch zwei Tage! Was man sonst noch alles gesehen haben sollte:
Illinois State Capitol
1877 eingeweiht, dient das Illinois State Capitol noch immer als Abgeordnetenhaus von Illinois. Die schon von weitem sichtbare Kuppel ist über 100 Meter hoch (sogar höher als das Kapitol in Washington, DC!) und wirklich spektakulär, gerade auch durch die niedrige Bebauung der Kleinstadt Springfield. (Obwohl Springfield die Hauptstadt von Illinois ist, hat es nur schnuckelige 115.000 Einwohner!)
Den ganzen Tag über finden Touren statt, bei denen man die Abgeordnetenkammer mit den beeindruckendsten Kristalllüstern besichtigen kann – je nach Verfügbarkeit. Auch die riesige Kuppel ist von innen noch einmal sehenswerter – ich konnte nach so viel Kleinstadtidylle unterwegs auf der Route 66 gar nicht fassen, plötzlich so viel pompöse Architektur zu sehen. Wirklich beeindruckend.
Frank Lloyd Wright war einer der bekanntesten amerikanischen Architekten des letzten Jahrhunderts: Er entwarf zum Beispiel das Guggenheim Museum in New York. Mit seinen „Prairie Houses“ schuf er den Begriff der „organischen Architektur“, bei der sich Häuser und Gebäude nahtlos in Landschaft, Kunst und Kultur einfügen sollten.
Eines dieser Prairie Houses ist das Haus von Susan Lawrence Dana: Viel Holz, unerwartet dunkel, aber für sein Baujahr (1902) ungeheuer visionär. 35 Zimmer, verteilt auf 3 Etagen und 16 Zwischenetagen insgesamt. Wilde Partys sollen hier stattgefunden haben. Ach ja, und ’ne Bowlingbahn gibt auch noch, direkt hinterm Hauseingang.
Essen und Trinken in Springfield: Die besten Locations
In Springfield, Illinois, gibt es so einige Locations, die man unbedingt auf seinem Route-66-Trip mitnehmen sollte! Amerikanischer wird’s nämlich nicht. Und wie auch im Rest von Illinois findet man hier zahlreiche „Maker“: Kreative Kleinunternehmer aus Handwerk, Handel und Landwirtschaft – fair produziert, lokal und nachhaltig. Alle sind zusammengeschlossen in einem öffentlichen Programm namens Illinois Made.
Auf unserem Roadtrip durch Illinois haben wir immer mal wieder einige kennengelernt, Café- und Restaurantbetreiber, Mikrobrauereien oder Handwerker – und es ist beeindruckend, mit welchem Enthusiasmus diese kleinen Unternehmen bei der Sache sind.
Custom Cup Coffee
Hier wird der Kaffee vor Ort geröstet – und man kann sogar dabei zuschauen! Bei Interesse werden alle Fragen zum Thema Kaffee beantwortet. Die Betreiber von Custom Cup Coffee legen Wert auf fair gehandelten Kaffee und kennen einen Großteil der Lieferanten aus aller Welt persönlich. Und neben fantastischem Kaffee und sympathischem Service gibt es die geilsten Apfel-Zimt-Bacon-Taschen überhaupt.
Route 66 Motorheads Bar
Die Route 66 Motorheads Bar ist nicht nur die klassische Route 66 Trucker Bar am Straßenrand, sondern gleichzeitig auch ein Museum mit Oldtimern vor der Tür, Vintageschildern innen und außen und viel Neon. Im Schuppen nebenan kann man nicht nur noch mehr Stücke bewundern, sondern auch beim Restaurieren zusehen. Übrigens: Ein absolut fantastischer Fotospot!
Cozy Dog Drive In
Wirkliches Must-See auf der Route 66: Im Cozy Dog Drive In wurde der Cozy Dog erfunden, ein im Teigmantel frittiertes Hotdog-Würstchen am Spieß. Hört sich skandalös fettig an, isses auch, aber auch irgendwie lecker. Eine Portion mit Pommes für zwei reicht – wie auch sonst überall – locker für vier. Die Portionen sind riesig.
Der Cozy Dog Drive In ist eine Route-66-Institution. Hierhin kommen seit 1949 Jung und Alt, und nicht nur Touristen! Die Atmosphäre ist herzlich-familiär, jeder kennt jeden, und alle kennen Bob Waldmire: Die Route-66-Legende, über die es im Route-66 Hall of Fame and Museum in Pontiac eine ganze Ausstellung gibt, ist der Sohn des Gründers, Ed Waldmire. Der Cozy Dog Drive In ist übrigens immer noch in Familienhand und wird mittlerweile von einem der Enkel Eds betrieben.
Engrained Brewery & Restaurant
Bei Engrained wird gebraut, was das Zeug hält: Wer mag, bestellt sich direkt eine Kollektion aus mehreren Bieren, fünf Stück, auf einem Holzbrett serviert. Ich kann es nur empfehlen, denn eins ist leckerer als das andere. Aus den Getreideüberbleibseln aus der Bierproduktion macht Engrained übrigens den Teig für ihre Flatbread Pizzas, da wird nix verschwendet!
Und hier gibt es ebenfalls das für Springfield, Illinois, typische Horseshoe Sandwich: Ein Toastbrot mit einem fetten Burgerpatty, darüber Pommes ohne Ende und das Ganze getoppt mit Käsesauce. Die Portion wie immer: riesig. Wem das zu viel ist, der bestellt einen Ponyshoe. Nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde: So oder so, von der Diät muss man sich auf der Route 66 bei Bier, Horseshoes und Cozy Dogs eh langsam verabschieden.
Praktische Tipps für einen Besuch in Springfield, Illinois
Für Springfield sollte man genug Zeit einplanen, es gibt viel zu sehen. Es lohnt sich also, in Springfield einen Zwischenstopp einzulegen und hier zu übernachten. In der Stadt gibt es einige große Hotels mit guten Übernachtungsmöglichkeiten, darunter das Wyndham Springfield City Centre. Von außen ein auffälliges Hochhaus, dem einige Bürger in Springfield dafür einen anzüglichen Spitznamen verliehen haben, hat es einen großen Vorteil: Von hier aus hat man in den oberen Etagen den besten Blick über die Stadt und das State Capitol. Unbedingt nach dem Zimmerblick in Richtung Zentrum fragen.
Springfield lässt sich übrigens von Chicago auch mit dem Zug erreichen, falls man kein Auto mieten möchte – aber vor Ort ist man tatsächlich oft besser mit dem Auto unterwegs, da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht besonders gut ausgebaut sind und einige Locations ziemlich weit voneinander entfernt sind.
Diese Recherchereise wurdevon Enjoy Illinoisunterstützt.
Auf Reisen suche ich gerne auf Airbnb nach Unterkünften. Allerdings ist Airbnb nicht ohne Grund umstritten. Ich zeige euch hier in diesem Artikel ein paar Dinge, auf die ich immer beim Buchen auf Airbnb achte. Die Grundidee von Airbnb, bei Einheimischen in Privantwohnungen zu übernachten nd so die Möglichkeit zu bekommen, Land und Leute noch viel besser kennenzulernen als vielleicht nur in einem anonymen Hotel, reizt mich noch immer. Dieses Jahr habe ich z.b. auf Sylt und im Januar in New York meine Unterkunft über Airbnb gefunden.
Überblick: Was ist Airbnb überhaupt?
Für alle, denen Airbnb neu ist, ein kurzer Abriss der Grundidee: Wenn du ein Zimmer in deiner Wohnung übrig hast oder kurze Zeit in den Urlaub fährst, kannst du dein Zimmer/deine Wohnung/dein Häuschen bei Airbnb (unter)vermieten. So kann man sich ein kleines Taschengeld verdienen und nebenher Leute aus aller Welt kennenlernen. Für Reisende ist Airbnb so die optimale Möglichkeit, in das Leben der Leute vor Ort einzutauchen. Man übernachtet nicht einfach in einem fantasielosen Hotel, sondern wohnt ganz authentisch bei seinem Gastgeber und bekommt so einen Einblick in die Alltagskultur.
Warum sollte man Airbnb kritisch betrachten?
Der Grundgedanke ist toll. Dennoch muss man aufpassen, was man auf Airbnb bucht. Denn zum einen geht die Idee von Wohnen in Privatunterkünften immer mehr unter und zum anderen tut man mitunter etwas, was dem eigentlichen Ansinnen, nämlich der Unterstützung von Einheimischen und dem Kontakt zur lokalen Kultur, komplett entgegenwirkt. Einen guten Einblick darüber, was so mit Airbnb in die falsche Richtung läuft, zeigt eine Dokumentation des WDR:
Trotzdem nutze ich Airbnb nach wie vor, allerdings mit Vorbehalt und unter bestimmten Bedingungen!
Worauf ihr daher bei einer Buchung über Airbnb achten solltet, damit euer Aufenthalt eine echte Airbnb-Erfahrung wird und ihr kein schlechtes Gewissen haben müsst, verrate ich euch hier in diesem Post! Und ich erkläre euch, warum man bestimmte Angebote auf Airbnb kritisch sehen und sich vielleicht am Ende sogar lieber für eine „herkömmliche“ Unterkunft in einem Hotel/Pension/Hostel entscheiden sollte.
Problem Nr.1: Airbnb beeinflusst den Mietmarkt für Einheimische
Zu sagen Airbnb wäre schuld, dass es in manchen Städten mittlerweile schwer ist, eine Wohnung zu finden, ist nicht ganz korrekt. Schliesslich gehören Airbnb die vermieteten Wohnungen oder Zimmer ja nicht. Aber wer sich in Städten wie Berlin oder München mal nach einer Wohnung umgesehen hat, wird festgestellt haben, dass der ohnehin angespannte Mietmarkt immer kleiner wird.
Reguläre Vermietung vs. Vermietung über Airbnb
Das liegt auch daran, dass es Wohnungseigentümer gibt, die ihre Wohnungen gar nicht mehr auf dem regulären Mietmarkt anbieten, sondern es bevorzugen, sie über Airbnb an Mieter auf Zeit oder Touristen anzubieten. Weil es einfach mehr Geld bringt.
Dann gibt es auch noch pfiffige Geschäftsleute, die entweder eine größere Anzahl Wohnungen ankaufen oder auch anmieten, nur zu dem Zweck, sie nachher auf Airbnb anzubieten. Vom viel beworbenen „Wohnen bei Freunden“ bleibt dann nicht mehr viel übrig, wenn dann doch niemand wirklich dort wohnt.
Airbnb in Berlin: Ein Beispiel
Ich habe selbst meine aktuelle Wohnung in Berlin nur durch Zufall und einer absolut goldigen Vermieterin bekommen, die selbst beinahe auf einen professionellen Airbnb-Anmieter reingefallen wäre: Sie hätte ihre Wohnung (zum sehr fairen Preis) vermietet, im guten Glauben, es wäre ein netter Mieter. Dieser wiederum hätte die Wohnung aber mit den wichtigsten Einrichtungsgegenständen ausgestattet und sofort für ein Vielfaches auf Airbnb angeboten. Und schwups – eine Wohnung weniger für Ganzjahresberliner.
Problem Nr.2: Wenn keine Einheimischen mehr da sind – wie wohnt man dann bei ihnen?
Mit Airbnb leben wie ein Local?
Ich fange mal mit einem Beispiel aus dem Fußball an, da ja gerade WM war. Zusammen die Spiele schauen, im Biergarten, beim Public Viewing – seit der WM 2006 in Deutschland gehört das dazu. Und am besten ist die Stimmung ja bei Fans, die so richtig mit ihrer Nationalmannschaft mitfiebern. Wie zum Beispiel unter Brasilianern (und da bin ich als Halbbrasilianerin auch immer mit Enthusiasmus dabei). Also sucht man sich eine brasilianische Bar/Restaurant/Treffpunkt, um ein bisschen Stimmung abzubekommen, wenn die Brasilianer ihre unendliche Partylaune mit Musik, Geschrei und Tanz auspacken.
Nicht nur einmal habe ich erlebt, dass sich dann bestimmte Locations schnell herumgesprochen haben: Da muss man hin, bei den Brasilianern ist immer gute Stimmung, das ist toll anzusehen. Nur – wenn dann plötzlich mehr Leute da sind, die ein bisschen Atmosphäre schnorren wollen und zugucken, anstatt der Leute, die wirklich Stimmung machen – ja, dann wird’s schon wieder langweilig.
Die Locals verschwinden immer mehr
Mit Airbnb ist es ein bisschen ähnlich: Wie will man unter Einheimischen wohnen, wenn keine mehr da sind? Wie oben beschrieben, beeinflusst Airbnb die Verfügbarkeit von Wohnraum. Was in besonders beliebten touristischen Ballungszentren wie zum Beispiel Venedig, oder bestimmten Stadtteilen in Rom oder Barcelona dazu führt, dass es immer weniger Einheimische gibt, die das ganze Jahr über dort wohnen. Dort zu mieten, ist mangels verfügbarem Wohnraum kaum möglich.
Die Infrastruktur richtet sich nach den neuen Bewohnern
Und diejenigen, die Eigentum dort haben, nutzen lieber die Verdienstmöglichkeiten als ganzjährig in einer touristischen Phantasialand-Version ihrer Stadt zu wohnen: Denn verschwinden die Bewohner, verschwindet auch deren Infrastruktur mit ihren Supermärkten, Schulen, Kindergärten, Tante-Emma-Läden und normalem Stadtleben. Übrig bleibt ein Abziehbild für Touristen, aber das echte Leben sucht man in solchen Gegenden vergebens. Die ganze Problematik hat in manchen Städten schon so viel Fahrt aufgenommen, dass die letzten Anwohner auf die Straße gehen und protestieren. Gegen die Gesamtsituation, aber auch explizit gegen Wohnungsvermittler wie Airbnb.
Was du dagegen tun kannst – ein Leitfaden für die Buchung über Airbnb
Die gesamte Idee zu verteufeln, halte ich aber für ungerecht. Schliesslich gibt es sie immer noch, die tollen Übernachtungsmöglichkeiten bei authentischen Gastgebern. Und Airbnb ist eine einfache Möglichkeit, den Kontakt zu Menschen herzustellen, die man sonst nie kennengelernt hätte. Im Januar zum Beispiel habe ich mir in New York für ein paar Tage eine Unterkunft in Williamsburg herausgesucht, bei einer Set-Designerin für Fotoshootings, die ein Zimmer ihrer Wohnung untervermietet. Nicht nur, dass das Zimmer perfekt war, die Begegnung war auch so interessant und inspirierend, dass ich total froh war, mich nicht für ein beliebiges Hotel entschieden zu haben.
Ich achte beim Buchen immer auf folgende Punkte (und vielleicht hilft dir das ja auch, dich in dem ganzen Angebotsdschungel zurecht zu finden):
#1 Wie viele Angebote hat der Anbieter?
Wenn jemand in der gleichen Stadt mehrere Unterkünfte an verschiedenen Orten anbietet, ist das wohl kaum privat. In Südostasien ist es mir außerdem zunehmend verstärkt aufgefallen, dass sogar reguläre Hostels und Hotels ihre Zimmer auf Airbnb anbieten. Dazu noch zu einem höheren Preis als bei anderen Buchungsseiten wie Booking.com oder Expedia. Doppelter Beschiss sozusagen!
#2 Bewertungen bzw. Angebote gut durchlesen
Oft verraten es Kleinigkeiten, dass es sich um ein seelenloses gewerbliches Angebot handelt. Zum Beispiel erwähnen diese Anbieter dann, dass sie unglaublich selten zu Hause sind (wenn die Anzeige den Eindruck erwecken soll, dass die Wohnung ganzjährig bewohnt ist, z.B. aufgrund örtlicher rechtlicher Begrenzungen zur Untervermietung). Oder in den Bewertungen steht: „XY war supernett, wir haben sie/ihn leider nur zur Schlüsselübergabe/gar nicht getroffen.“
#3 Bei Zimmern: Wer wohnt noch in der Wohnung?
In New York bin ich bei Airbnb auf viele Zimmerangebote in schönen Apartments gestossen, bei denen sich bei näherem Hinschauen herausgestellt hat, dass man sich das komplette Apartment mit anderen Airbnb-Mietern teilt, d.h. die komplette Wohnung wird in Airbnb-Angebote gesplittet und der „Host“ wohnt gar nicht vor Ort. In Städten wie New York lässt sich da der Profit noch doller maximieren. Man selbst wohnt also nur mit anderen Touristen zusammen: Von Kontakt mit Locals also keine Spur. Und auf dem regulären Mietmarkt verschwindet wieder eine komplette Wohnung. Da kann man sich auch echt in einem guten Hostel/Boutiquehotel einmieten, da findet man auch schnell Kontakt zu anderen Touristen und man macht nicht bei fragwürdigen Airbnb-Maschen mit!
In Großstädten wie New York ist Airbnb eine beliebte Option für Unterkünfte – aber nicht immer die beste Wahl.
#4 Zimmer vor Wohnung
Ich schaue bei Airbnb meist eher nach Zimmern. Bei Wohnungen denke ich oft, dass man die problematische Mietsituation in vielen Städten zu sehr unterstützt – viele Wohnungen verschwinden ja durch die Vermietung auf Airbnb vom regulären Mietmarkt (siehe oben, Problem Nr.2). Als Berlinerin, die hautnah erlebt, wie sich so das Gesamtbild einer Stadt ins Negative verändert, möchte ich dazu selbst nicht beitragen. Ausnahme sind für mich Untervermietungen der eigenen Wohnung auf Zeit.
Alternativen zu Airbnb
Wem das jetzt alles zu kompliziert ist oder endgültig Airbnb abschwört: Alternativen zu Airbnb gibt es nach wie vor jede Menge. Nämlich stinknormale Hotels, Hostels oder Pensionen. Hier muss sich keine moralischen Fragen stellen, ob dass denn nun politisch korrekt ist, dort zu übernachten – und man unterstützt direkt einen natürlichen Wirtschaftskreislauf vor Ort! Es lohnt sich auch hier, Preise zu vergleichen. Manchmal wundert man sich – Airbnb ist nicht immer die günstigste Alternative, gerade für Alleinreisende! Hotels haben auch manchmal kleinere Einzelzimmer oder reduzieren den Preis ein wenig bei Einzelbelegung.
Finde ich nichts auf Airbnb, ist meine nächste Anlaufstelle Booking.com*. Hier findest du „klassische Unterkünfte“ wie Hotels und Hostels, aber mittlerweile auch sehr viele Ferienwohnungen und Zimmer. Hört natürlich viel weniger hip an, als Airbnb. Aber du wirst überrascht sein, wie viele ach so privaten Airbnb-Unterkünfte auch hier auftauchen. Oft zu günstigeren Preisen!
Route 66. Schon allein der Name ruft die verschiedensten Assoziationen hervor: Ich träume von Freiheit, endlosen Straßen durch den Mittleren Westen Amerikas und fahren, fahren, fahren in die Weite eines Landes, das mir mit jedem Besuch rätselhafter und faszinierender zugleich erscheint. Wusstet ihr eigentlich, dass die Route 66 mitten im Herzen von Chicago startet? Bei The Bean um die Ecke sozusagen? So lassen sich ein paar Tage Chicago perfekt mit einem kurzen Ausflug entlang der Route 66 verbinden: Ein richtig amerikanischer Roadtrip! Wie im Film halt. Das stand schon immer irgendwie auf meiner Muss-ich-unbedingt-im-Leben-gesehen-haben-Liste.
Der Charme des Mittleren Westens
Ab Chicago kann man durch ganz Illinois der alten Route 66 folgen, und es fühlt sich an wie eine Zeitreise durch das Amerika des letzten Jahrhunderts. Jeder Ort entlang der Route 66 in Illinois hat seinen eigenen Charme und seine eigene Geschichte in Verbindung mit der Straße, die nicht nur das Land, sondern auch das Leben der Menschen durchkreuzte. Und diese waren es auch, die diesen Roadtrip so besonders gemacht haben.
Schon in Chicago fiel mir die unvergleichliche Freundlichkeit der Leute auf. Der ruppige Berliner in mir war ganz irritiert, als sich mehr als nur einmal wildfremde Menschen vor mich warfen, nur um mir die Tür aufzuhalten. Oder spontane High-Fives mit Schuhverkäufern, die meine Schuhe bewunderten. Oder fremde Frauen, die einem mitten auf der Straße zurufen: „I love your skirt!“ Einfach so. Weil man was Nettes ja auch laut sagen kann, statt nur verstohlen zu gucken. Überhaupt: Nett sein ist hier die Grundausstattung fürs Leben. Und dabei waren wir immer noch in einer anonymen Großstadt!
Das Ganze sollte aber noch erstaunlicher werden, als wir auf unserem Roadtrip die Stadt verliessen. Erschreckend schnell wurde aus Großstadt Land: Chicago selbst hat nur 2,7 Millionen Einwohner, und der Rest drumherum verteilt sich so gut, dass man relativ schnell das Gefühl hat, bereits auf dem platten Land zu sein, wenn man mit dem Auto die Stadt verlässt.
Und hier erreicht einen wirklich die positive Energie und Lebensfreude des Mittleren Westens. Nicht einmal, nicht ein verdammtes einziges Mal, hatte ich auf unserem Roadtrip das Gefühl, auf schlecht gelaunte oder unfreundliche Menschen zu treffen. Es war verrückt, nahezu unwirklich. Im Gegenteil, die Freude, seine Stadt, seine Route 66, seinen Mittleren Westen zu zeigen, war allen ein Herzensgeste – und dieser Ausbund an positiver Lebenseinstellung und reiner, echter Freude war so mitreißend, dass ich zum ersten Mal wirklich verstand, warum Menschen von Amerika so fasziniert sind.
Route 66 – eine Straße voll amerikanischer Geschichte
Eigentlich gibt es die Route 66 als offizielle Straße gar nicht mehr. Denn irgendwann hatte niemand mehr Lust auf fast 4000 Kilometer Kopfsteinplaster und/oder einspurige Landstrassen: Die Route 66 wurde schon 1926 als wichtigste Ost-West-Verbindung in Betrieb genommen.
Was damals eine Revolution für die Infrastruktur war, reichte irgendwann dem zunehmendem Verkehr nicht mehr aus. Die Route 66 wurde mehrfach verlegt und umgebaut, bis sie an den meisten Stellen durch Interstate Highways ersetzt wurde. Was blieb, war der Mythos. Zusammen mit den skurrilen Geschichten, den herzlichen Menschen und den vielen Raststätten und Läden entlang der Straße, die mit den auffälligsten Schildern und verrücktesten Bauten vorbeifahrende Autos lockten.
*Transparenz: Ich wurde zu Recherchezwecken von Enjoy Illinois auf diese Reise eingeladen.
Chicago ist das absolute Foodie-Paradies! Restauraunts, Bars, Cafés ohne Ende! In den USA bekommt man nur schlechtes Essen? Nicht in Chicago… die Recherche für diesen Food Guide Chicago war wirklich nicht schwer. Ich muss ja zugeben, dass ich in den USA oft Schwierigkeiten habe, was die Essensbeschaffung angeht. Burger&Co. sind sicherlich ab und zu okay, aber immer wieder Frittiertes, übersalzenes Essen, wenig frisches Obst und Gemüse und keine geschmackliche Abwechslung ist auf Dauer langweilig. In Großstädten findet man dann doch noch Alternativen, wie gewohnt teuer, aber wenig spektakulär bzw. den Preis auch wert. Chicago dagegen ist ein Paradies für alle, die gerne lecker essen und trinken: Hier reiht sich ein gutes Restaurant an das nächste, genauso wie tolle Bars mit sehr guten Bartendern. Eine kleine Auswahl habe ich euch hier mitgebracht: Meine besten Restaurants aus Chicago – Klassiker und neue Trends!
1) Gino’s East: Originale Chicago Deep Dish Pizza
Die Deep Dish Pizza ist wohl das berühmteste Chicagoer Gericht. Von italienischen Einwanderern erfunden, gehört die Deep Dish Pizza zu Chicago wie der Willis Tower. Ohne einmal eine Deep Dish Pizza probiert zu haben, sollte man Chicago eigentlich nicht verlassen. Dabei ist die Deep Dish Pizza so ganz anders als die herkömmliche italienische Pizza.
Sie ist erstens kleiner und viel höher, ähnlich einer Quiche, und zweitens in anderer Reihenfolge belegt, nämlich fast genau andersherum. Der Teig ist durch das enthaltene Maismehl gelblich und ist eher eine Mischung aus Blätter- und Mürbeteig. Der Käse kommt ganz unten auf die Pizza, Tomatensoße und andere Beläge obenauf. Geschnitten wird die Pizza in Viertel, und beim Anschneiden zieht der reichlich vorhandene Käse Unmengen an Fäden, wenn man das Pizzastück anhebt.
Tipp für Pizzafans Auf dieser Foodtour lernst du alles über die berühmte Deep Dish Pizza und kannst verschiedene Sorten probieren: Buche hier deine Pizza-Tour*
Gino’s East ist seit 1966 einer der Institutionen in Chicago, was Deep Dish Pizza angeht! Das Besondere an dieser Location ist allerdings nicht nur die Pizza, sondern die Tatsache, dass jeder Gast zur Pizza einen Edding ausgeliehen bekommt, mit dem er sich irgendwo an einem der Wände in diesem sich über mehrere Etagen erstreckende Lokal verewigen kann! Und nichts wird von den Betreibern überstrichen! Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr groß, dass man sein Kunstwerk beim nächsten Besuch auch wiederfindet, vorausgesetzt, man hat sich in dem ganzen Kritzel-Wirrwarr noch einigermaßen die Stelle gemerkt: das komplette Lokal ist nämlich von oben bis unten bekritzelt!
Richtig amerikanisch gibt’s in Chicago auch – und zwar wirklich richtig! Das Lou Mitchell’s liegt genau am Ende der berühmten Route 66 (der Anfang liegt in der Parallelstraße, da beide Straßen Einbahnstraßen sind) und ist ein klassisches amerikanisches Diner. Das Essen ist authentisch, wie gewohnt amerikanisch schwer, und vielleicht daher auch nicht jedermanns Sache. Was mich allerdings viel mehr beeindruckt hat als das Essen (und deswegen habe ich es auch hier in die Liste aufgenommen) ist die absolut authentische American-Diner-Atmosphäre mit einer echten Retro-Einrichtung und Kaffee bis zum Abwinken. Einen besseren Ort, um einen Roadtrip entlang der Route 66 zu starten, gibt es eigentlich nicht!
Wie auch schon bei der Pizza, war mir vorher gar nicht bewusst, dass es einen Hot Dog im Chicago-Style gibt, der in Chicago an jeder Ecke zu bekommen ist und viel beliebter ist als die herkömmlichen Varianten mit Röstzwiebeln oder Sauerkraut.
Im Biergarten am Navy Pier gibt es einen besonders leckeren Hot Dog – meint man gar nicht! Da gibt’s nämlich noch die fantastische Aussicht auf den Lake Michigan und die Skyline von Chicago gratis dazu. Auf den Chicago Hot Dog kommt übrigens allerlei Frisches: weiße Zwiebelwürfel, viele Tomatenstückchen, Gewürzgurken, Senf und eingelegtes Gemüse. Das Brötchen ist mit Mohn bestreut, das Würstchen nur aus Rindfleisch. Bunt und lecker! Und: Ketchup ist ein absolutes No-Go beim Chicago-Style Hot Dog!
4) Hugo’s Frog Bar & Fish House: Froschschenkel, Steaks und Seafood
Ja, ich hab’s echt getan: Ich habe Froschschenkel gegessen. Und was soll ich sagen? Schmeckt wie Hühnchen! Natürlich! 🙂 Hugo’s Frog Bar ist die Institution in Chicago für Froschschenkel, der französische Einfluss halt, irgendwie haben alle Küchen dieser Welt ihre Spuren in Chicago hinterlassen. Hugo’s ist etwas hochpreisiger, dafür aber auch unschlagbar, was die Qualität angeht. Fisch esse ich sowieso liebend gerne, Meeresfrüchte wie Krabben und Muscheln eher weniger, aber bei Hugo’s habe ich sogar Königskrabben mit Freuden gegessen.
Hugo’s Frog Bar & Fish House gehört übrigens zum besten Steakhaus der Stadt, Gibson’s (gleich nebenan), und serviert für Nicht-Fisch-Fans auch bestes Black-Angus-Rind. Mein Filet war göttlich! Das Ambiente ist ebenfalls klassisch amerikanisch, aber halt in schön… Große Bar, viel dunkles Holz, Tische mit karierten Tischdecken und aufmerksamer Service. Vorsicht bei den Desserts: Eine Portion reicht locker für fünf – oder man nimmt den Rest in der Doggy Bag mit und kann am nächsten Tag noch Gäste zum Kaffee einladen.
Ein Soho House ist immer auch eine Garantie für ein schönes Café. In Chicago findet sich im Erdgeschoss des Soho HouseThe Allis, schön zum Kaffeetrinken, Frühstück oder Afternoon Tea. Die Einrichtung ist irgendwas zwischen englischer Bibliothek und amerikanischem Clubhaus, gemütlich aber null angestaubt. Kaffee trinken und staunen.
6) Dove’s Luncheonette: Chicago Blues & Soul aus den 70ern
Noch ein Diner. Diesmal aber eine gelungene Symbiose aus Retrolook und moderner Tex-Mex-Küche. Die Einrichtung mit Holzvertäfelungen und Jukebox versetzen einen umgehend in die 70er Jahre. Dazu ist die Küche modern: Keine überladenen Teller, wie man es vielleicht sonst von mexikanischer Küche in den USA gewohnt ist, viele frische Zutaten und ungewöhnliche Kombinationen.
Dove’s Luncheonette liegt in Wicker Park gleich unter der CTA Station Damen. In der Gegend gibt es übrigens jede Menge spannende Lokale, und direkt um die Ecke ist die Milwaukee Avenue, eine richtig nette Einkaufsstraße, in der man kleinere Boutiquen, aber auch größere Filialen wie Urban Outfitters findet. Perfekt, wenn man keine Lust auf Shopping Malls oder das geschäftige Treiben rund um die Michigan Avenue in Downtown hat.
Chicago hat natürlich noch viel mehr zu bieten, aber ich denke, das ist eine schöne Auswahl, die gut die Bandbreite der Möglichkeiten repräsentiert. Selber entdecken macht auch Spaß – hier noch ein paar Gegenden, in denen man tolle Lokale findet:
West Loop: ein ehemaliges Industriegebiet, rund um den Fulton Market und entlang der Randolph Street finden sich jede Menge tolle Lokale, auch abends eine nette Ausgehmeile. Einmal im Jahr findet das Food Festival „Taste of Randolph“ mit viel Musik und Essen der umliegenden Lokale statt.
Wicker Park: rund um die Station „Damen“, entlang der Milwaukee Avenue und der Division Street
rund um den Logan Square
und natürlich Downtown
Mehr Artikel über Chicago und Illinois auf einen Blick:
Willst du im Sommer nach Chicago? Städtereisen in die USA gehen eigentlich das ganze Jahr über, aber hier in diesem Artikel habe ich dir speziell ein paar sommerliche Ideen zusammengetragen! Und keine Sorge, auch im Sommer ist Chicago richtig spannend!
Beim Abschied letztes Mal von Chicago wurde ich tatsächlich sehr sentimental: Nur 24 Stunden hatten gereicht, mich von dieser Stadt faszinieren zu lassen. Vielleicht auch, weil ich ohne große Erwartungen dort landete.
Chicago: Der Geheimtipp unter amerikanischen Großstädten
Wer hat schon Chicago als coole Stadt auf’m Schirm? Während dieser Zeit, in der ich ausnahmsweise Lang- statt Kurzstrecke geflogen bin, war ich oft in den USA. Das nie wirklich gerne: die Flüge waren sowieso anstrengend, die Ruhezeit kurz und wenn man schon als eigentlicher Berlin-Langschläfer ungewohnterweise schon um vier Uhr morgens jetlagbedingt senkrecht im Hotelbett steht, dann nimmt der folgende halbe freie Tag schon keinen guten Anfang.
Und überhaupt gab es nicht viel, was mich an den Zielen in den USA reizte: Sicherlich – es war toll, mal Boston, Washington oder Denver kennenzulernen, von New York (das ich zwar schon kannte, doch von New York kriegt man/ich einfach nie genug) und Miami ganz zu schweigen. Aber New York ist nun mal New York, und Miami – naja, das war mit meinen südamerikanischen Wurzeln eher wie ein Heimatbesuch als das große Amerika.
Nur Chicago hatte mich zum Ende meines Langstreckengastspiels gepackt und das irgendwie ganz unerwartet. Auf meiner persönlichen Muss-ich-mal-gesehen-haben-Landkarte war Chicago nie existent – doch dann entpuppte es sich als eine so tolle Stadt, dass ich gar nicht mehr weg wollte: Großartige Architektur, eine Skyline und Großstadtflair fast wie in New York, tolle Museen, riesige Shoppingtempel und trotzdem eine freundliche, nahezu herzliche Atmosphäre, überall wo man hinkommt. Der miesepetrige Berliner in mir war irritiert und begeistert zugleich. Der Abschied war wie zu erwarten schwer, ich wäre zu gerne noch 1-2 Tage länger geblieben, aber im Dienst fragt einen ja keiner. Der Pick-Up wartet, los, los, ab zum Flughafen, zurück nach Deutschland. Und ich wusste: Ich war bestimmt nicht zum letzten Mal hier. Wie der Zufall es so wollte, landete ich fast ein Jahr später wieder in Chicago – und diesmal musste ich nicht wieder nach 24 Stunden zurück. Eins vorweg: An meiner Begeisterung für die Stadt hat sich nichts geändert.
Chicago als Sommer-Destination: Städtereise in die USA
Chicago kann im Winter eiskalt und mehr als ungemütlich werden – der Sommer ist dafür umso schöner. Grundsätzlich muss man in Chicago für sämtliche Wetterkapriolen gerüstet sein. Innerhalb weniger Tage änderte sich das Wetter von windig und regnerisch zur schlimmsten Hitzewelle mit offizieller Wetterwarnung. Aber die ständigen extremen Wetterwechsel schienen niemandem die gute Laune zu rauben und mehr als einmal hörte ich den allgemeinen Standardspruch zum Wetter:
Wenn du dir in Chicago anderes Wetter wünschst, wechsele einfach die Straßenseite!
Und so genießen alle den Sommer in Chicago: Mit freien Konzerten und Events überall, Straßenfesten, Strandleben (ja, kleine Strandabschnitte am Lake Michigan gibt’s auch fast mitten in der Stadt) oder einfach nur Grillen im Vorgarten.
Was kann man im Sommer in Chicago unternehmen? Einige Tipps.
Die Liste an Sehenswürdigkeiten und „Things to do“ in Chicago ist lang. Speziell im Sommer gibt es noch viel mehr Outdoor-Möglichkeiten, daher sind dies nur ein paar Vorschläge, um den Aufenthalt in Chicago zu gestalten.
Millenium Park – Konzerte für lau und ein Foto vor „The Bean“
The Bean heißt eigentlich Cloud Gate und ist eine Skulptur von Sir Anish Kapoor. Schnell wurde The Bean nach seiner Fertigstellung 2006 zum Wahrzeichen der Stadt und heute kloppen sich Scharen von Touristen tagtäglich davor, um das beste Foto zusammen mit The Bean zu ergattern. Ich natürlich auch, denn The Bean hat mich schon beim letzten Mal Chicago beeindruckt. Die Spiegelungen von Menschen, Skyline und Himmel auf der blank polierten Oberfläche sind einfach faszinierend.
Nebenan, im Jay Pritzker Pavilion, einem Open-Air-Gelände, und den angrenzenden Parks gibt es den gesamten Sommer hindurch kostenlose(!) Konzerte und Musikfestivals von Jazz über House bis Reggae, dazu noch allerlei Events wie morgendlichem Yoga oder Urban Gardening Projekten. Ein Blick in das jährliche Sommer-Programm des Millennium Parks lohnt sich!
Straßenfeste ohne Ende: Raus in die Kieze von Chicago!
Nicht nur mitten in der Stadt wird der Sommer gefeiert, auch in den einzelnen Stadtteilen und Bezirken von Chicago finden immer wieder Outdoor-Events statt. Chicago ist wahrlich ein Schmelztiegel vieler verschiedener Kulturen und jede einzelne feiert sich mit einem eigenen Event, so bekommt man den Eindruck. Bemerkenswert daran fand ich, das viele Einwandererfamilien in Chicago bereits seit mehreren Generationen in Chicago leben und immer noch ihre eigene Kultur pflegen – ohne sich dabei abzukapseln. Im Herzen sind alle auch Chicagoer – und diese Gemeinsamkeit spürt man. Auch in Bezug auf das multikulterelle Miteinander ist die Atmosphäre in Chicago wirklich einzigartig.
In Humboldt Park fand zum Beispiel das Puerto Rican Festival statt – Paraden, Autokorsos, ein Park voller Kirmesbuden und Salsa und Reggaeton an jeder Ecke. Einladend und offen für alle.
Oder es gibt Foodfestivals wie das „Taste of Randolph“ in West Loop. Dieser Stadtteil war früher Gewerbegebiet, mit Lagerhallen und Fabriken, ist aber in den letzten Jahren zum absoluten Food-Mekka (die Chicagoer lieben gutes Essen sowas von) und Hipster-Stadtteil mutiert.
Rund um den Fulton Market und entlang der Randolph Street gibt es die tollsten Restaurants und Bars; so viele, dass man garantiert einige Wochen bräuchte, um sich da durchzuprobieren. Das „Taste of Randolph“ ist daher die beste Gelegenheit. Alle dieser Restaurants sind mit einem Essensstand vertreten und bieten ihre besten Gerichte zum kleinen Preis an. Dazu gibt’s Bühnen mit richtiger guter Musik – und wieder mal: einer absolut einladenden und entspannten Atmosphäre. Die sind einfach herzlich, diese Chicagoer.
Mit dem Segway durch die Parks von Chicago
Wenn man die ganzen Skyline-Fotos von Chicago sieht, scheint es unglaublich, dass es mitten in dieser Stadt große Grünflächen gibt. Aber so wie beim Central Park in New York hat man auch in Chicago wert darauf gelegt, mitten in der Stadt große Parks wie den Grant Park, der den Millennium Park beherbergt, oder den Lincoln Park mit seinem kostenlosen (!) Zoo zu unterhalten.
Den Grant Park und die folgenden Grünflächen entlang des Ufer des Lake Michigan habe ich mit dem Segway erkundet – was rückblickend gesehen trotz der hohen Temperaturen echt eine gute Idee war. Zum einen kühlt der Fahrtwind ein bisschen, zum anderen ist die ganze Anlage so riesig, dass man zu Fuss lange unterwegs wäre. Außerdem ist die gesamte Strecke relativ flach und gut asphaltiert. Segway fahren ist innerhalb weniger Minuten gelernt und macht jede Menge Spaß!
Eine Stadt wie Chicago schaut man sich am besten von oben an – dafür gibt es zwei besondere Spots: den Willis Tower (früher Sears Tower und mal das höchste Gebäude der Welt) oder das 360 Chicago Observation Deck auf dem John Hancock Tower mitten auf der Michigan Avenue, der Haupteinkaufsstraße Magnificent Mile. Beide bieten bei gutem Wetter tolle Aussichten auf ganz Chicago und den Lake Michigan – und beide Locations haben noch ein extra Gimmick! Auf dem Skydeck des Willis Tower gibt es vier vollverglaste Austritte und im 360 Chicago kann man sich auf schräge Panoramafenster legen, die nach vorne kippen.
Früh kommen lohnt sich, die Aussicht ist besser und man erspart sich lange Warteschlangen, vor allem im Sommer. Auch der Sonnenuntergang von einer der Aussichtsplattformen ist sehenswert. Der Eintritt ist leider relativ happig, aber mit einem Chicago City Pass kannst du die Reisekasse schonen. Am besten du vergleichst einfach: Lohnt sich der Chicago City Pass? (Erfahrung & Preise)
Willst Du noch mehr über Chicago lesen? Hier findest du mehr:
The 606 – Outdoor-Geheimtipp in Wicker Park
Die Stadtteile in Chicago sind definitiv eine Erkundungstour wert. Gegenden wie Wicker Park, Bucktown, Logan Square oder Boystown haben alle ihren eigenen Charme und man kann durchaus einen ganzen Tag damit verbringen, sich einzelne Stadtteile näher anzusehen. Wicker Park hat zum Beispiel jede Menge toller Cafés und Restaurants, bei denen man bei sommerlichen Temperaturen auch draußen sitzen kann (kommt mir als Klimaanlagenvermeider immer sehr entgegen!). Und kleine, feine Läden. Und zwischendurch Street Art. Die perfekte Umgebung also für einen chilligen Tag in Chicago!
Wer nach den Parks in Downtown noch mehr Lust hat auf Outdoor, der sollte sich in Wicker Park den 606 Trail ansehen – eine relative gut versteckte alte Hochbahntrasse, die ähnlich der Highline in New York zum Naherholungsgebiet umfunktioniert wurde. Die Zugänge sind auf Anhieb schwer zu finden und Touristen zieht es weniger her, aber ist man einmal oben, sieht man Chicagos Wohngebiete mal von einer anderen Perspektive. Schöner Kontrast zum geschäftigen Zentrum! Wie man am besten hinkommt: Webseite des 606 Trails.
Mit dem Boot, Bus und Bahn durch Chicago
Weil’s letztes Mal so schön war, und um mich an diesen tollen Tag nochmal zu erinnern, habe ich dieses Mal wieder eine Bootstour gemacht. Die Möglichkeit durch die Wolkenkratzer fast hindurchfahren zu können, ist einmalig.
Die Architektur-Bootstour* ist wirklich sehr gut und hebt sich sehr von üblichen Touristentouren ab. Die Guides haben wirklich ein breites Architekturwissen – und ich wäre vor meinem ersten Besuch niemals auf die Idee gekommen, dass Chicago architektonisch so interessant ist! Wer sich doch nicht so für Architektur interessiert, dem empfehle ich wenigstens eine klassische Bootstour durch Chicago, um wenigstens einmal Chicago vom Lake Michigan aus zu sehen – der Blick auf die Skyline vom Wasser aus ist einmalig.
Für das Fortkommen innerhalb der Stadt kann man einfach eines der Water Taxis nehmen. Die sind kleiner, meist nie überlaufen, und mit einem Tagespass für nur 10 Dollar kann man die Stadt erkunden wie mit einem Hop-On-Hop-Off-Bus! Die Water Taxis halten nämlich an allen wichtigen Punkten des Chicago River. Zusammen mit einem CTA Tagesticket für ebenfalls nur 10 Dollar, mit dem man alle öffentlichen Busse, U- und Hoch-Bahnen (inklusive der, die rundherum ums Zentrum fährt, The Loop, und tolle Aussichten bereithält!) nutzen kann, ist das die perfekte Kombination.
Ein Hotel oder eine Übernachtungsmöglichkeit ist in einer Stadt wie Chicago kein Problem – nur leider eben sehr teuer. Was sich aber auch bei dieser fantastischen Stadt wirklich lohnt.
Hier ein paar selbst getestete Hotel-Vorschläge:
Low Budget mit authentischem Charme: Freehand Chicago, mittendrin und mit einer sensationell guten Bar nicht nur für Hotelgäste ausgestattet Riesiger Hotelklassiker mit beeindruckendem Ballsaal als Eingangshalle: Hilton Chicago an der Michigan Avenue Direkt auf der Magnificent Mile: das Warwick Allerton Chicago verbindet Großstadtflair mit klassischem Luxus
Auf die Reise nach Chicago und Illinois wurde ich von Enjoy Illinois eingeladen. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt – ich war ohnehin schon vorher von Chicago begeistert 🙂
Wer kann beim Anblick solch wunderschöner Nordseestrände nicht sofort entspannen? Ich habe euch aus Sylt ein paar richtig coole Tipps mitgebracht und zeige euch die wichtigsten Sylter Sehenswürdigkeiten!
Die besten Sylt Sehenswürdigkeiten für ein Wochenende
Nur ein Wochenende Zeit? Auf Sylt kein Problem. Die Insel ist überschaubar, dazu gut und schnell erreichbar: per Zug, Flugzeug oder mit Auto auf dem Zug. Auf Sylt selbst kommt man mit dem öffentlichen Insel-Bus sehr gut von A nach B. Und mal ehrlich: Längere Aufenthalte auf Sylt sprengen sowieso die Reisekasse. (Aber dazu später mehr.) Ein Wochenende auf Sylt reicht also völlig: Denn sobald man nur den Fuß auf Sylter Boden setzt, überkommt einen auch schon das absolute Urlaubsfeeling.
Tipp: Mit einer Bustour kannst du alle wichtigen Punkte Sylts kennenlernen ohne dich in die Öffis quetschen zu müssen! ➜ Buche hier deine Tour über die Insel*
Für die Strandsauna war’s mir dann doch zu frisch, ich Weichei. Aber beim nächsten Mal muss ich das unbedingt ausprobieren: Eine Sauna mitten am Strand, wie geil ist das denn!
#1 Westerland & die Kurpromenade
Es gibt auch eine Fährverbindung zum Sylter Norden in List – aber eigentlich kommt der Großteil der Sylt-Besucher in Westerland an. Per Zug bzw. Autozug oder mit dem Flugzeug. Westerland als Ort an sich mag vielleicht den ein oder anderen enttäuschen – reizende Reetdachhäuser und Dünenfeeling findet man eher wenig.
Auch wenn Westerland nicht gerade der schönste Ort Sylts ist: Der Strand ist auch hier beeindruckend.
Stattdessen jede Menge architektonische Bausünden in Form von Apartmenthäusern aus den Sechzigern in schnöder Schuhschachtelform – allen voran das Neue Kurzentrum direkt am Strand von Westerland. Trotzdem ist Westerland ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge über die Insel – und gerade für Besucher mit wenig Zeit perfekt. Von hier aus kommt man überall gut hin und auch eine Unterkunft findet sich schnell. Und alles in allem ist Westerland ein entspannter Kurort mit einigen netten Lokalen und einer wirklich überragenden hohen Dichte an gut sortierten, einladenden Buchhandlungen! (Etwas, was ich im Amazon-Prime-verwöhnten Berlin wirklich sehr vermisse – es geht doch nichts über schnuckelige Buchläden mit einer schönen Auswahl.)
Abends an der Promenade entlang schlendern: Lieblingsbeschäftigung in Westerland.
#2 Die Uwe-Düne
Nördlich von Westerland liegt die Uwe-Düne, der höchste Punkt der Insel – und das ist nicht viel bei einer Insel wie Sylt, die permament droht, in der Nordsee zu verschwinden. Auf die Uwe-Düne führt eine schmale Holztreppe und oben angekommen, kann man auf der Aussichtplattform das komplette Sylt-Panorama geniessen. Auf der einen Seite Kampen mit seinen hübschen Reetdachhäusern, die sich lauschig in die hügelige Dünenlandschaft schmiegen,und auf der anderen Seite die rauschende Nordsee. Pure Natur rundherum. Und für ein Stadtkind wie mich so wohltuend und wunderschön.
Der höchste Punkt der Insel: Die Uwe-Düne.
Kampen ist übrigens der Hotspot der Reichen und Schönen (eigentlich ist es ja schon die komplette Insel, aber hier scheint die Konzentration nochmal um ein Vielfaches höher) – und wer noch schnell irgendwas von Gucci, Prada, Louis Vuitton oder wasweißich braucht, wird hier garantiert in den gut sortierten Dorfboutiquen auf dem Strömwai fündig. Außerdem finden sich in Kampen einige der bekanntesten Lokale Sylts, die mit für den Ruf der Insel als Jetset-Treffpunkt gesorgt haben. Low-Budget-Urlauber wie ich fangen aber lieber erst gar nicht damit an, sich an solche Lokalitäten zu gewöhnen 😉
#3 Das Rote Kliff
Stattdessen bietet sich von der Uwe-Düne aus ein Spaziergang über oder um das rote Kliff an, das vor allem bei Sonnenuntergang rot in der Abendsonne leuchtet und eines der Wahrzeichen der Insel ist. Außerdem hat man von oben einen so tollen Blick auf den darunter liegenden Strand, dass ich bei den Bildern eher das Gefühl hatte, ich hätte die Fotos mit einer Drohne gemacht – Drohnenfotografie ohne Drohne sozusagen.
Beste Aussicht: Vom Roten Kliff aus ist der Blick auf die Nordsee einzigartig.
Die Aussicht ist wirklich einmalig – auch wenn jede Pore des Körpers mal wieder von der steifen Nordseebrise durchgepustet wird. Aber auf Sylt gilt eben der Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.
➜ Mehr coole Reiseziele für einen Kurzurlaub in Deutschland findest du hier auf dem Blog!
Auch auf dem roten Kliff gibt es wunderschöne Dünenwege.
#4 Buhne 16 – Alte Hipster, Champagner und Dünen
Mit dem Rad unterwegs ist die Buhne 16 von Kampen nur einen Katzensprung entfernt. Zumindest hin, auf dem Rückweg erwischt einen oft der dann erst auffallende Gegenwind, der mich daran erinnert hat, das nächste Mal im Fahrradverleih doch mal über ein E-Bike nachzudenken. Das Rad muss man aber sowieso am Radweg abstellen. Zur Buhne 16 geht’s noch ein gutes Stück zu Fuss durch die Dünen.
Auf dem Weg zur Buhne 16.
Mitten in der Einsamkeit kam dann zum ersten Mal meine Gästekarte zum Einsatz, die jeder Tourist nach Begleichen der Kurtaxe in seiner Unterkunft erhält. Damit ist der Eintritt zum Strand frei, ansonsten kostet der Zutritt ein paar Euro. Die Gebühr kannst du dann vor Ort bezahlen.
Mitten in den Dünen gelegen: Die berühmte Buhne 16 in Kampen.
Die Buhne 16 selbst liegt versteckt mitten in einer Düne und ist eigentlich nicht mehr als ein Strandkiosk mit einer wilden Geschichte als rauschender Party-Treffpunkt prominenter Strandgäste. Aber Sylt wäre nicht Sylt, wenn auch diese simple Strandbude nicht ein bisschen feiner wäre. Leider nicht die Speisen, der Kartoffelsalat zum Beispiel kommt auch hier aus dem Plastikeimer. Egal, trotzdem umweht die Buhne 16 immer noch das Flair des unkomplizierten Jetset-Strandlebens aus den Sechzigern: Es gibt viel Champagner, aber am Strand in Badeklamotten ist jeder fast gleich. Und das Panorama mit Dünen, weißem Pudersandstrand und frischer Meeresluft tröstet über die rekordverdächtigen Preise hinweg.
Eigentlich unscheinbar, aber Sylt-Atmosphäre pur!
#5 List und der Ellenbogen
Weiter nördlich liegt List, mit dem Rad von Westerland aus aber eher nur für wirkliche Radfans zu empfehlen – denn die Strecke zieht sich. Allerdings ist der öffentliche Nahverkehr gut organisiert: Sollten einen die Kräfte unterwegs verlassen, haben die häufig verkehrende Inselbusse einen Fahrradträger am Heck, so dass man einfach sein Rad aufladen und es sich selbst im Bus gemütlich machen kann (der dazu auch noch Gratis WLAN hat, es ist unglaublich!). Ellenbogen heißt übrigens der nördliche Zipfel von Sylt, weil er eben genau so aussieht.
Auch in List stehen die beliebten Strandkörbe.
List ist übrigens weniger Glamour, mehr Meer, mehr Dünen, mehr Natur. Das Erlebniszentrum Naturgewalten bietet neben einer ständigen Ausstellung auch naturkundliche Führungen an: Wandern durch das Watt, durch die Dünen oder ein Besuch der einzigen Austernfarm Deutschlands.
#6 Die nördlichste Fischbude Deutschlands
Und was unbedingt in List dazugehört: Fischbrötchen essen! Hier hat Gosch, die bekannte Sylter Fischbudenkette seinen Ursprung – hier fing alles an. In der Alten Bootshalle gibt’s dazu noch maritimes Flair. Leider sind auch hier die Preise vor allem für Selbstbedienung happig (wer hätte es gedacht), das Essen okay, aber nicht sensationell, und im Großen und Ganzen etwas zu sehr touristisch aufbereitet. Dennoch: Gosch muss auf Sylt sein.
#7 Rantum
Gar nicht so weit entfernt von Westerland befindet sich Rantum, genau an der schmalsten Stelle der Insel. Hier findet man pudrigen, weitläufigen Nordsee-Sandstrand! Wer mit dem Wohnmobil/-wagen bzw. Zelt anreist, kann in Rantum auf dem Campingplatz zwischen den Dünen schlafen. Am Rantumer Strandabschnitt befindet sich übrigens auch die Sansibar, eine weitere berühmte Strandbar Sylts. Aber die kennt man ja spätestens seit den legendären Air-Berlin-Sansibar-Currywurst-Bordmenüs. Sogar einer der Strandsaunen Sylts befindet sich hier!
Fast schon ein bisschen wie Kalifornien: Die Strände von Rantum sind atemberaubend schön.
#8 Vogelschutzgebiet Rantum
Auf der einen Seite feiner Sandstrand, liegt auf der anderen Seite von Rantum in Sichtweite das Vogelschutzgebiet Rantumbecken. Hier kann man die verschiedensten Vogelarten beobachten. Und: Es gibt jede Menge Schafe – ein pures Naturidyll! Sylt ist ja nicht besonders breit, daher hat man oben von den Dünen am Strand einen wunderbaren Blick auf die andere Seite der Insel, wo sich das Vogelschutzgebiet befindet.
Schafe halten das Gras in Schuss rund um das Vogelschutzgebiet Rantum.
#9 Leuchttürme wie in Hörnum
Der wohl berühmteste Leuchtturm Sylts steht am südlichen Zipfel der Insel: Im Leuchtturm von Hörnum kann sogar standesamtlich geheiratet werden! Eine Rundwanderung um die Hörnum-Odde ist ebenfalls eine beliebte Unternehmung in Hörnum: Hier kann man mit eigenen Augen sehen, wie sehr Sylt leider mit der Erosion zu kämpfen hat, die die Insel seit Jahrzehnten heimsucht.
#10 Der Hindenburgdamm
Die letzte Sehenswürdigkeit ist gleichzeitig auch die erste: Über den Hindenburgdamm reisen die meisten Sylt-Besucher an. Mittlerweile hat Sylt ja auch eine regen Flugbetrieb über den Flughafen Westerland, sogar Airbusse landen hier mittlerweile. Und mit der Syltfähre kann man von der dänischen Insel Rømø aus nach List übersetzen. Aber mit dem Zug über den Hindenburgdamm anzureisen ist immer noch die standesgemäße Art in Sylt anzukommen!
Der eigentlich wichtigste Sylt-Tipp? Auf Sylt wird den ganzen Tag getrunken, nicht nur am Wochenende, sondern auch an jedem anderen Wochentag. Morgens ein Glas Champagner, oder zwei, mittags dann einen Weißwein zum Mittagessen mit dem obligatorischen Fisch; nachmittags je nach Wetterlage eine tote Tante (ja, heißt wirklich so – das ist Kakao mit Rum) zum Aufwärmen oder einen erfrischenden Aperol Spritz in der Sylter Sonne. Sylt ist eine Insel des Genusses, aber die hohen Preise machen es manchmal schwer, etwas geeignetes zu finden.
Die schönste Reisezeit für Sylt ist wahrscheinlich für die meisten im Sommer von Juni bis August. Das Wetter ist beständiger und warm genug zum Baden in der recht kühlen Nordsee. Allerdings ist Sylt dann in dieser Zeit besonders beliebt, so dass es sich anbietet, vor allem die Unterkunft rechtzeitig zu reservieren!
Aber auch im Frühjahr und Herbst kann Sylt sehr schön sein! Wie überall an der Nordsee muss man nur mit der richtigen Kleidung für das Wetter gewappnet sein: Eine Regen- oder Windjacke gehört unbedingt in den Koffer, dazu auch mehrere Lagen für einen Zwiebellook!
Sylt in der Nebensaison
Während in der Hochsaison Massen an Touristen einfallen, wird auch die Nebensaison immer beliebter. Es reicht zwar nicht zum Baden gehen, aber mit etwas Glück erwischt man ein paar gute Tage und hat mehr Sylt, weniger Touristen. Und die Hartgesottenen unter den Surfern hüllen sich einfach von Zehen- bis Nasenspitzen in Neopren und stürzen sich trotzdem in die eiskalten Nordseewellen. Wäre ja für mich nichts. Ich liebe Wasser, ich liebe das Meer, aber ins Wasser geht’s für mich erst ab Lufttemperaturen von 28 Grad aufwärts. Vielleicht ändert sich das ja – schliesslich war ich nie wirklich ein Nordseefan. Zu kalt, zu windig, zu wenig Palmen. Aber nach ein paar Tagen auf Sylt muss ich meine Meinung wohl revidieren: An der Nordsee kann es so schön sein!
Standardgetränk auf Sylt: Ein kühles Glas Weißwein.
Sylt an einem Wochenende
Ja, Sylt ist teuer. Und dass man schon im popeligsten Tante-Emma-Edeka eine hervorragende Auswahl der feinsten Champagnersorten findet, lässt vermuten, dass sich auf Sylt einige Vorurteile bestätigen. Aber egal. Denn die Insel an sich mit ihren Dünen-, Heide- und Wattenmeerlandschaft ist wunderschön. Ein echtes Naturerlebnis. Und mit den teilweise horrenden Preisen für Verpflegung, Unterkunft und sonstiges kann man für einen Kurzaufenthalt auch irgendwie zurechtkommen – man bekommt ja auch was dafür.
Anreise mit dem Zug
Was außerdem praktisch ist: Per Zug lässt sich die Insel gut erreichen, und obwohl man auf dem Autozug auch sein Auto mitnehmen kann, ist das nicht unbedingt nötig. Auf der Insel lassen sich alle Orte sehr gut per Rad oder öffentlichem Bus erreichen. Die Busse verfügen außerdem über Radgepäckträger, so dass man für weiter entfernte Ziele sein Rad hinten aufladen kann. Im Hochsommer allerdings wird die Zugverbindung manchmal zum Nadelöhr und Verspätungen sind nicht selten.
Da ist man mit dem Flieger vielleicht besser beraten – viele Fluggesellschaften fliegen Sylt an, und der Flughafen liegt eigentlich fast mitten in Westerland. Der ist übrigens einer der schnuckeligsten kleinen Flughäfen, die ich je gesehen habe – mit sagenhaften zwei Check-In-Schaltern und einem Flughafenrestaurant mit den frischesten Krabbenbrötchen, die je ein Flughafenterminal zu Gesicht bekommen hat.
Dennoch finde ich die Anreise mit dem Zug über den Hindenburgdamm schöner: Die beste Einstimmung auf Sylt. Rechts und links das Wattenmeer. Vor einem die Vorfreude auf Strand, Meer, Dünen und jede Menge Weißwein. Prost!
„Rund um Berlin gibt es so schöne Ecken“ heißt es immer. Meistens zieht es mich aber weiter weg. Berlins (und Brandenburgs) schönste Ecken müssen immer warten. Aber diesen Monat war ich reisemüde. Oder besser: Berlin war zu schön bei klarem Himmel und sommerlichen Temperaturen. Und mit einer Radtour um den Müggelsee herum, fühlt sich sogar eine Stadt wie Berlin wie ein Naturparadies an.
Kaum zu glauben: Berlin kann auch Natur ganz gut.
Radtour Müggelsee: Urlaub in Berlin
Ich verreise gern: Je weiter weg, desto besser. Schliesslich schreibe ich auch diesen Blog, der sich vor allem ums Reisen dreht. Meine Reiselust lag mir schon in der Wiege: Meine Mutter wanderte in den späten Siebzigern von Brasilien nach Deutschland aus, weil sie die Welt kennenlernen wollte. Was sich heute nur mäßig spannend anhört, war damals ein Riesen-Akt, zu dem sich nur die ganz Wagemutigen entschlossen. Auswandern – und das einmal um die halbe Welt. Für viele Menschen unvorstellbar. Reisetechnisch bin ich also genetisch vorbelastet, und ich kokettiere immer mit der Behauptung, ein Zigeuner-Gen zu besitzen. Schliesslich sind meine Eltern später nochmal zusammen ausgewandert, und in jungen Jahren habe ich einen Beruf gewählt, der nicht mehr mit Reisen zu tun haben könnte. Dann lebe ich auch noch in Berlin. Einer Stadt, die sich in einer Minute anfühlen kann, wie ein wohlig-warmes Nest und zwei Straßen weiter wie ein exotisches Land. Die ganze Welt in einer einzigen Stadt.
In den Wäldern rund um den Müggelsee und die Dahme herrscht vor allem eins: Ruhe.
Aber nach fast 18 Jahren Dauer-Reisen gibt es manchmal Phasen, in denen man nur daheim seinen Akku wieder voll laden kann – ohne Leben aus dem Koffer, ohne ständige Ortswechsel. Und so wurden aus meinen Vacations dieses Mal Staycations: Auf der Suche nach den schönen Ecken Berlins.
Mit dem Rad raus aus Berlin: Ab an die Dahme
Ich fahre eh sehr gerne wieder Rad, und neuerdings habe ich Radtouren für mich entdeckt. In Berlin selbst ist Radfahren eher Fortbewegung als Spaß; am Auspuff von Autos zu kleben und in spontan öffnende Beifahrertüren zu krachen mindert einfach die Lust am Radfahren. Zum Glück kommt man mit der S-Bahn schnell raus ins Grüne und sein Rad in der Bahn mitzunehmen, ist oft kein Problem.
Viel Grün und frische Luft in den Wäldern von Berlin.
Radtour durch Köpenick und Müggelheim / Radtour zum Müggelsee
Im Osten bzw. Südosten von Berlin sind der Große und Kleine Müggelsee sowie die Dahme die nächsten Ausflugsziele, wenn man Lust auf See und Wald hat. Ja, richtig, dort gibt es große zusammenhängende Waldflächen und zahlreiche Badestellen. Wie geschaffen für einen Ausflug ins Grüne. Und man kann gar nicht glauben, dass man wirklich noch in Berlin ist.
Am Ende des Steges hält die BVG-Fähre, mit der man die Dahme überqueren kann.
Tourenvorschlag für eine Fahrradtour um den Müggelsee
Mit der S-Bahn geht’s bis zum Bahnhof Grünau. (Linie S8/9/45/46/47/85)
Dann geradeaus die Wassersportallee hinunter Richtung Dahme.
(Wer nur baden will und keine Lust auf Radfahren hat, folgt übrigens einfach nur den Schildern Richtung Bammelecke und findet dort eine der besten Badestellen in Berlin, die auch im Hochsommer nicht überlaufen ist!)
Auf der BVG Fähre kann man sogar sein Rad mitnehmen.
Besonderheit an dieser Tour: Am Ende der Wassersportallee nimmt man eine der kleine Fähren, die von der BVG betrieben werden – hier gilt noch das S-Bahn-Ticket! Ich liebe diese kleinen BVG-Fähren, die sich noch an einigen anderen Stellen in Berlin befinden – ein total genialer Service.
Auf der anderen Seite angekommen folgt man einfach dem Ufer rechts entlang und durchquert schönen Wald und kommt an lauschigen Badestellen vorbei. Nicht erschrecken, einige Badestellen sind inoffizielle FKK-Strände.
In der Dahme kann man wie auch im Müggelsee baden gehen.
Man kann einfach dem Ufer folgen, irgendwann kommt man zu einer Landzunge, an der eine weitere Fähre hält. Entweder man nimmt hier die Fähre oder fährt weiter dem Radweg folgen Richtung Müggelheim.
Hier kann man im gemütlichen Dorf im Gasthof oder Eiscafé eine kleine Pause einlegen.
Weiter geht es quer durch Müggelheim die Odernheimer Straße entlang bis zum Kleinen Müggelsee.
Folgt man hier links entlang dem Ufer, kommt man zum Strandbad Kleiner Müggelsee, einem großen Sandstrand, der von Wald umrundet ist. Hier kann man sehr gut baden oder sich sonnen.
Wer lieber weiterfahren möchte, hält sich weiter ans Ufer und kommt automatisch ans südliche Ufer des Großen Müggelsees.
Von hier einmal halb um den Großen Müggelsee herum bis man zum Spreetunnel kommt, der unter der Müggelspree hindurch führt. (Achtung: es geht lange Treppen rauf und runter – es gibt zwar eine Rampe für Räder, ist aber trotzdem sportlich.)
Nun ist man in Friedrichshagen. Die sanierten Jugendstilhäuser und die Strandpromenade machen das Urlaubsflair komplett.
In der Hafenbar kann man den Tag mit Seeblick wunderbar ausklingen lassen, bevor es ab dem S-Bahnhof Friedrichshagen (mit dem Rad 5 Minuten entfernt und ausgeschildert) wieder zurück in die Stadt geht.
Diese Tour ist in ein paar Stunden zu schaffen (mit jeder Menge Pausen und Umgebung genießen) – aber man kann auch einen ganzen Tag in der Region verbringen und sich seine ganz eigene Tour erfinden. Die Radwege entlang der Dahme und dem Müggelsee sind gut ausgeschildert und mit einem Tagesticket kann man unterwegs umsonst alle BVG-Fähren (auch mit Rad) nutzen.
Eigentlich war Vang Vieng in Laos mal als laotische Ballermann-Variante für Backpacker bekannt. Aber Vang Vieng hat noch so viel mehr zu bieten: Natur pur und eine Landschaft, die jede Menge Aktivitäten und beeindruckende Sehenswürdigkeiten bereithält.
Aktivitäten in Vang Vieng
Ich weiß nicht, ob meine Partyzeit nicht vielleicht doch schon vorbei ist – aber zumindest steht fest: Billiger Alkohol in dreckigen Bars und nachts lange aufbleiben dürfen, weil Mama und Papa tausend Kilometer weit weg sind, reizen mich nicht. Manche Dinge ändern sich doch, wenn man älter wird. Aber nach Ballermann sah Vang Vieng gar nicht aus.
In meinem Laos Blog findest du noch mehr Reiseberichte über das faszinierende Laos
Schon die Ankunft war irgendwie anders. Ich kam mir vor wie in einem Roadmovie, in dem einen ein abgewrackter Überlandbus an einer improvisierten Haltestelle ausspuckt und in einer Staubwolke an der nicht asphaltierten Strasse einfach stehen lässt. Ich kam gerade aus Luang Prabang und die meisten Touristen fahren einfach weiter nach Vientiane und kümmern sich einfach nicht um Vang Vieng. Nachdem sich dann die Staubwolke gelichtet hatte, sah es dementsprechend aus. Ein paar Häuser, aber dann, hinter mir: Das absolut wunderschöne Karstfelsenpanorama von Vang Vieng. Natur ohne Ende.
Ich lief in Richtung Dorf wie ein Cowboy in einem schlechten Western, verschwitzt, müde und hungrig – und es war einer dieser Reisemomente, die man zwar währenddessen total ätzend findet – aber die man später nie wieder vergisst. Weil’s einfach so skurril war.
Wie sich herausstellte, ist Vang Vieng eher ein Chill-out als eine wilde Party. Mag sein, dass es an der Nebensaison lag, aber viele Leute haben mir versichert, dass es sich in letzter Zeit tatsächlich etwas beruhigt hat. Zu viele Party People dachten, es wäre eine super Idee, Sonne mit Wodka und Tubing (an vielen Stellen in Laos beliebt: man legt sich in einen aufgeblasenen LKW-Reifen und lässt sich so mit der Strömung den Fluss hinuntertreiben) zu kombinieren. Es ging nicht immer gut, wie so manche Unfälle zeigten.
#1 Tubing (oder Kajak fahren) auf dem Nam Song
Sich den Nam Song hinuntertreiben lassen und einfach das schöne Panorama auf sich wirken lassen. (Und am besten ohne Alkohol.)
#2 Höhlenwanderungen um Vang Vieng
An jeder Ecke kann man Ausflüge zu den Höhlen rund um Vang Vieng buchen – sollte man sich nicht entgehen lassen. Besonders beliebt ist dabei die Blaue Lagune! Am besten ist es, wenn du dich einer der angebotenen Touren mit einem ortskundigen Führer anschließt.
#3 Flashback in die Neunziger
Was ich persönlich richtig skurril fand: In Vang Vieng kann man sich den ganzen Tag in eine der vielen Backpacker-Bars legen (ja, legen!) und bei bester Versorgung mit Essen und Trinken so lange „Friends“ in Endlosschleife gucken, bis man wirklich denkt, man wäre wieder zurück in den Neunzigern.
#4 Natur in Vang Vieng
Oder man mietet sich einfach ein Rad oder einen Roller, fährt auf eigene Faust los und genießt die grandiose Natur um einen herum!
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