Irgendwie ist es kein Wunder, das Tiflis und Georgien immer öfter auf den Reise-Wunschlisten landet: Es tut sich was in Tiflis. Während man sich als Tourist noch irgendwie mit überlaufenen und gehypten Städte-Destinations wie Berlin oder Barcelona arrangieren kann, indem man außerhalb der Saison hinfährt, sieht das Ganze für die immer größer werdende Anzahl an nomadisch lebenden Freelancern und Künstlern anders aus. Berlin und Barcelona, das waren immer Prototypen für energiegeladene, internationale Städte, in denen es sich spontan gut und günstig leben und arbeiten ließ. Aber eben: Das war einmal.
Das Fabrika in Tiflis war einst eine – Überraschung – Fabrik.
Fabrika Tbilisi: Hostel & Zufluchtsort für Kreative und Digitale Nomaden
Coworking Spaces sind nicht mehr diese im Kleinen organisierten Bürogemeinschaften, in die man sich spontan einbuchen kann – mittlerweile ist daraus eine richtige Industrie geworden, in der große Player gerne mitspielen. Zum entsprechenden Preis. Für Künstler wird es ebenfalls nicht einfacher, geeignete Atelierräume zu finden.
Und irgendwie schlägt sich das, zumindest in Berlin, in der Stimmung der Stadt nieder. Alles ist ein bisschen weniger kreativ, weniger spontan, weniger innovativ geworden. Das kann einem ja als Tourist zunächst egal sein, aber eine kreative, vibrierende Umgebung beeinflusst nunmal die Atmosphäre einer Stadt. Und dieses Spontane, Spannende – ist es nicht das, was uns an solchen Städten interessiert? Das Fabrika Tbilisi ist aber nicht nur Coworking Space, sondern vor allem auch ein ziemlich cooles Hostel! (Es gibt übrigens auch Privatzimmer.)
Ein alter VW Bulli dient im hippen Fabrika Tbilisi als Fotoautomat.
Fabrika Tbilisi – der urbane Hotspot von Tiflis
Fabrika in Tiflis ist ein solch spannender Ort. Ehemals eine große Textilfabrik, befindet sich hier eine Art kulturelles Zentrum der Stadt. Das Herzstück ist der große Bau an der Straßenseite: Wo einst zu Sowjetzeiten Nähmaschinen ratterten, schlafen jetzt im Fabrika Hostel Hipster aus aller Welt. Die Lobby: Eine alte Halle mit meterhohen Sprossenfenstern, eingerichtet mit gemütlichen Sofas und Flipperautomaten.
Nebenan befindet sich das angeschlossene Restaurant mit guter Küche, man spürt den Willen zu innovativen Gerichten – nur das mit der Portionsgröße und entsprechendem Preis will noch nicht immer klappen. (Ein einsames Löffelchen Kartoffelpü an Gulasch ist vielleicht doch zu sehr Nouvelle Cuisine.)
Auf dem Gelände gibt es allerdings noch weitere Bars und Restaurants, dazu Künstlerateliers mit Verkaufsecke und ein großes Coworking Space. Und allerlei kleine Gimmicks: Brandwände, voll mit den schönsten Murals, einem umgebauten VW-Bus als Fotokabine und ein alter Lada als Fotospot oder einfach nur zum Schönfinden.
Vinho do Porto heißt er so schön auf Portugiesisch. Und wenn man schon gerade dort ist, was liegt da näher als eine Portweinprobe bzw. Portweinverkostung in Porto? Portwein ist ja einer der ältesten Exportschlager Portos und DAS Produkt der Stadt. Porto liegt am Douro und weiter östlich am Douro befindet sich das Douro-Tal. Hier werden die Trauben für diesen speziellen Wein angebaut und gekeltert. Früher transportierten Schiffe, die sogenannten Rabelos, den Wein nach Porto zu den schönsten Portweinkellereien in Vila Nova de Gaia. Dort reifen die Weine weiter, je nach Qualität Jahre oder Jahrzehnte. Auf den Rabelos schippern heute übrigens die Touristen statt Portwein den Douro entlang – und ich hab‘ mir sagen lassen, es sei echt sehenswert.
Die jüngeren Jahrgänge Portwein werden in großen Holzfässern gelagert.
Planst du eine Reise nach Porto? Dann empfehle ich dir unbedingt meinen Porto Travel Guide!
Was ist Portwein?
Eigentlich bin ich kein Portwein-Fan. Portwein gehört zu den Süßweinen, sagt man, aber mir zieht er übelst die Schuhe aus, weil er so kräftig ist und mich eher an Cognac erinnert. Und weintechnisch bin ich generell kein Experte. Obwohl ich schon genug Gelegenheiten hatte, gute Weine zu probieren, kommen meine Weinkenntnisse über ein simples „Schmeckt mir“ oder „Schmeckt mir nicht“ nicht hinaus. Ich bin mir sicher, man könnte mir Wein aus dem Tetrapak unterjubeln und als teuersten Wein überhaupt verkaufen. Aber ich lerne gerne Neues auf Reisen kennen, und Porto ohne Portwein: Geht irgendwie nicht.
Gehütet wie ein Schatz: Manche Jahrgänge sind richtig wertvolle Portweine.
Wann und wie trinkt man Portwein?
Klassischerweise trinkt man Portwein als Digestiv und Begleitung zu einer Käseplatte oder einem Dessert. Serviert wird Portwein in tulpenförmigen Gläsern, die etwas kleiner sind als herkömmliche Rot- oder Weißweingläser. Da Portwein einen hohen Alkoholgehalt besitzt, werden in der Regel auch nur kleinere Mengen von ca. 80 bis 120ml serviert. Portwein eignet sich aber auch gut gekühlt als Apéritif, zur Begleitung während des Essens oder als Ingredienz für Cocktails.
Portwein probieren in Porto: Wohin zur Portwein-Probe?
Die nette Mitarbeiterin im Hotel empfahl mir die Kellerei Graham’s. Denn wenn man am Ufer des Douro steht und auf die andere Seite nach Vila Nova de Gaia schaut, offenbart sich das Dilemma: Eine Portweinkellerei reiht sich an die andere. Ob Sandeman, Graham’s, Ferreira, Taylor’s oder Calem – eine Leuchtreklame streitet mit der anderen um die Wette. Alle Kellereien bieten Führungen mit anschließender Probe an, auf dem Gelände von Sandeman befindet sich sogar ein Hotel bzw. Hostel.
Graham in Vila Nova de Gaia: In dieser Portweinkellerei kannst du Portwein kaufen und probieren
Führung durch die Graham’s Lodge
Die Tour durch die Kellerei Graham’s wird in verschiedenen Sprachen angeboten und ist wirklich informativ: Nach einem kurzen Film über die Produktion im Douro-Tal führt ein Tourguide durch die Kellerei.
Portwein probieren bei Graham’s in Porto
Portweinprobe mit Tawny und Ruby
Ich landete übrigens mit einer Handvoll Brasilianer in der portugiesischsprachigen Führung. Was das ganze umso amüsanter machte, denn wir Brasilianer sind von Natur aus kommunikativ und erst recht nach drei Portwein. Im Sommer muss es hier oben noch schöner sein: Vom hauseigenen Lokal hat man den besten Blick über Porto! Im übrigen konnte ich trotz meines untrainierten Gaumens Unterschiede rausschmecken: Ich bin eher Tawny als Ruby. Weitere Erkenntnis: Drei Portwein – und ich bin blau.
Tawny oder Ruby? Bei Portwein gibt es so einige Unterschiede.
Die Führung beinhaltet 3 verschiedene Sorten, Kenner können es aber auch krachen lassen und sich durch die Crème de la Crème der Portweine probieren – wenn sie das nötige Kleingeld mitbringen, denn nur die Weinprobe kann da schon mal 200€ kosten.
Eine vorherige Reservierung ist in der Hochsaison unbedingt empfohlen!
Wie kommst du zur Graham’s Lodge in Vila Nova de Gaia?
Vila Nova de Gaia liegt auf der anderen Seite des Douro. Wenn du dich im Zentrum Portos aufhältst, ist es von dort aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schon eine kleine Reise bis zur Graham’s Lodge. Mit der Porto Card* kannst du aber den öffentlichen Nahverkehr mit Metro und Bussen umsonst nutzen. Es gibt viele Portweinkellereien in Porto, aber die Graham’s Lodge ist mit ihrer beeindruckenden Aussicht auf Porto besonders schön.
Falls du keine Lust hast, dir Adresse und Wege rauszusuchen, dann kannst du dich auch einer Walking Tour anschliessen und so an einem Tag auch gleich mehrere Kellereien auf einmal kennenlernen:
Wenn du keine Lust oder Zeit hast, um bis zu Graham’s hinauszufahren (ich bin mit dem Bus hin und abends am Douro entlang zurückgeschlendert – ist aber schon ein Stück), kannst du auch die Kellereien von Calem besuchen, und dort auch Portwein probieren! Calem befindet sich ebenfalls auf der anderen Douro-Seite, allerdings direkt am Ufer und in der Nähe der Ponte Dom Luis I.
Naja, also, es wäre etwas kurzfristig und ziemlich spontan – aber ob ich vielleicht nicht eventuell zufällig Lust auf ein Wochenende in Tiflis hätte. Sandra von Tracks and the City hätte gar nicht fragen müssen. Spontane Reisen? Sie sind immer die Besten. Also dann – auf die Suche nach den besten Tiflis-Sehenswürdigkeiten und Tipps.
Die besten Sehenswürdigkeiten in Tiflis
Nicht, dass Georgien sonst nichts zu bieten hätte – im Gegenteil! Georgien ist sowas wie die neue In-Destination für Naturfreunde, weil es mega zum Wandern ist und irgendwie exotisch wirkt, weil es noch nicht auf dem Pauschaltouristen-Radar ist und gesegnet mit Wahnsinns-Berglandschaften ist.
Aber Tiflis als Städtetrip? Hat Tiflis Sehenswürdigkeiten? Hierzulande ist die Hauptstadt Georgiens noch relativ unbekannt. Zu Unrecht. Und das Beste: Tiflis ist das ganze Jahr über erreichbar. Der Flug dauert zwar 4 Stunden, ist aber mit etwas Glück ziemlich entspannt – und man landet in einer (noch) von Touristenmassen verschonten Destination.
Die wunderschön verzierten Laubengänge sind typisch für die alten Gebäude in Tiflis.
Bequeme Sneakers und ab in die Altstadt! Der Altstadtkern von Tiflis ist gepflegt und gut erhalten, und beherbergt viele Sehenswürdigkeiten wie z.B. den Uhrturm des Reno Gabriadze Theaters, die Sioni-Kathedrale oder die alte Karawanserei. Hier findet man auch die besten Beispiele für die typische alte Tifliser Architektur: In die romantischen Häuser mit ihren schnörkelig verzierten Laubengängen aus Holz möchte man am liebsten sofort einziehen!
#2 Bernhardiner streicheln auf dem Mtatsinda
Tiflis liegt in einer Talsohle an der Kura, daher liegt es nahe, sich mal die Stadt von einem der umliegenden Berge aus anzusehen. Beliebter Ausflugsort, auch für Einheimische, ist der Mtatsinda. Rauf (und auch runter) geht’s mit der ziemlich modernen Zahnradbahn. Und oben gibt’s den geilsten Blick überhaupt auf die Stadt, einen Vergnügungspark mit Riesenrad (wem’s noch nicht hoch genug ist), einen Streichelzoo und diverse Lokale in der schnieken Bergstation.
Vom Mtatsinda aus kann man weit über Tbilisi schauen.
Das mit dem Streichelzoo ist übrigens wohl so’n georgisches Ding: Die Georgier sind sehr tierlieb und neben dem Streichelzoo gibt’s am Eingang zwischen Zuckerwattestand und Jahrmarktbuden einen Stand, an dem zwei riesige Bernhardiner liegen, die man gegen Geld knuddeln kann. Normalerweise kommt mir ja bei jeglicher Art von Tierattraktion gegen Bezahlung einiges hoch, aber so wie die beiden entspannt mit allen Vieren nach oben lagen und sich den Pelz kraulen ließen, hätte wohl selbst Peta seinen Segen gegeben. Schönes Gimmick bei Nacht (neben der Aussicht) ist der Fernsehturm, der seine Farbe nahezu minütlich ändert.
Ja, ich weiß, ich hab’s zwar nicht mit Religion und Kirche, aber am Ende lande ich trotzdem immer in mindestens einer. Kirchengeschichte gehört eben dazu, wenn man sich mit Landeskultur und Geschichte befassen will. Das gilt besonders in Georgien, mit einer sehr gläubigen Bevölkerung und einer sehr langen Kirchentradition. Georgier haben ihre eigene Version der orthodoxen Kirche, ihren eigenen Patriarchen und ihre eigenen Bräuche.
Wie in orthodoxen Kirchen üblich, gibt es keine Sitzgelegenheiten und Messen können auch mal gerne den halben Tag dauern. Macht aber nix, in Kirchen geht’s oft zu wie im Bahnhof, mal geht man raus eine rauchen, dann trifft man Bekannte und mitten im Hin und Her wird getauft oder auch mal geheiratet. Auch wir als offensichtliche Touristen wurden sofort eingemeindet, aber das Angebot des Priesters, der für uns dem lieben Gott unsere Fürbitten vortragen wollte, haben wir dann doch aufgrund der Sprachbarriere abgelehnt.
Achtung: Mit der Kleiderordnung wird nicht so locker umgegangen. Für Frauen sind Kopfbedeckungen und in einigen Kirchen sogar Röcke Pflicht (meist gibt es dann Leihkopftücher und -wickelröcke zum Überziehen). Fotografieren kann verboten sein. Highlight ist die Sameba-Kathedrale, die erst 2004 erbaut wurde und hoch über der Stadt thront.
Die Sioni-Kathedrale in der Innenstadt von Tiflis ist eine der wichtigsten Kirche der georgisch-orthodoxen Kirche.
#4 Die prachtvollen Häuser aus der Gründerzeit
Von Prunk bis Verfall: In Tiflis Altbauten gibt es viel zu entdecken.
Unglaublich, was da für architektonische Highlights hinter manch halb verfallener Fassade schlummern. Manche Häuser sind bewohnt und in Privatbesitz, aber da kann man durchaus mal freundlich klingeln und nett fragen. Georgier scheinen auf den ersten Blick zurückhaltend Fremden gegenüber, haben aber merkwürdigerweise kein Probleme damit, wenn eine Gruppe Touristen mit gezückter Kamera durch den Hinterhof des eigenen Hauses tingelt.
#5 Georgische Spezialitäten probieren
…gerne auch in Kombination mit:
#6 Georgischer Wein und Spirituosen
Die Georgier sind keine Kostverächter: Es wird getrunken, gegessen, getrunken, gegessen, bis der Arzt kommt. Und das ist kein Wunder: Georgien ist das erste Weinbaugebiet der Welt und zu Sowjetzeiten galt es als das Mekka der feinen Küche. Die georgische Küche ist so krass gut, das kann man gar nicht in diesen kurzen Absatz fassen: Separater Foodguide folgt. Darauf erstmal einen Chacha (georgischer Schnaps)! Und für Vegetarier gibt’s gute Nachrichten: Die georgische Küche ist gar nicht sooo fleischlastig, Sandra von Tracks and the City hat extra für ihren kommenden Veggie Food Guide recherchiert.
Speziell: Georgischer Wein reift in Tonkrügen und schmeckt, naja, besonders intensiv.
#7 Das georgische Alphabet
Mit den vielen Schnörkeln ist das georgische Alphabet richtig hübsch.
Dass das Georgische ein eigenes Alphabet besitzt, war mir gar nicht bewusst, ich Banause. Ich dachte maximal an kyrillische Buchstaben oder deren Abwandlungen. Aber tatsächlich gibt es ein eigenes Alphabet, das, wie ich finde, mit seinen vielen Schnörkeln und Rundungen noch dazu wunderschön aussieht. Irgendwie richtig blumig und eine totale Augenweide.
#8 Straßenhunde und -katzen in Tiflis
Es fällt sofort auf: In Tiflis gibt es jede Menge Straßenhunde und herumstreunende Katzen. Bevor mir das Herz bluten konnte, versicherte man mir, dass alle Hunde registriert seien – und tatsächlich: Alle Hunde sind sehr gepflegt und wirken gesund. Und nicht nur das. Die meisten sind so zutraulich, dass man sie kaum loswird, wenn sie einen einmal in ihr Hundeherz geschlossen haben. Nirgends werden sie verjagt oder schlecht behandelt, wie man das vielleicht aus anderen Ländern kennt. Im Gegenteil: Sogar vor dem Amtssitz des Premierministers dürfen Hunde faulenzen und liegen ganz entspannt vorm Gebäude, neben den Wachmännern.
#9 Die Schwefelbäder in Abanotubani
Schwefelgeruch mag auf den ersten Riecher unangenehm sein und an faule Eier erinnern, aber das vergeht spätestens beim Anblick der prächtigen Bäder in Abanotubani wie dem Orbeliani-Bad.
Traumhaft schön: Das Eingangportal zum Orbeliani Bad in Abanotubani.
Außen tausendundeine Nacht, findet man innen einzelne Bäder in privaten Kabinen – dort kann man es sich allein oder mit Partner/Freunden gemütlich machen. Massagen gibt’s auch – und wie immer, trotz Pomp, alles für ’nen schmalen Taler. Die perfekte Location für eine kleine Auszeit! Gebadet werden kann ohne Klamotten (für Georgier eher befremdlich) oder mit. Ist nämlich egal, ist das Bad einmal gemietet, hat man es ganz für sich! Am Wochenende ist Reservieren übrigens ratsam, denn auch unter Einheimischen sind die Schwefelbäder von Abanotubani sehr beliebt!
Die Schwefelbäder von Abanotubani in Tiflis.
#10 Georgier aus der Reserve locken
Unser Reiseführer über Georgien, den ich kurz vor Abflug noch eingesteckt hatte, überschlug sich vor Begeisterung für die georgische Gastfreundschaft. Während ich schon dauersingende und -tanzende Georgier vor Augen hatte, die einen ständig nach Hause einladen und zwangsadoptieren, war die Realität ernüchternd. Ich habe die Einheimischen als sehr zurückhaltend wahrgenommen, vom Servicegedanken ganz zu schweigen. Freundliche Hallos, Bitte und Danke sind eher selten, aber das ist nicht böse gemeint. Und wenn man sich Mühe gibt, dann flackert auch ordentlich positive Energie auf.
Wie bei diesem Bäcker hier, der nach einer kleinen Phase des Warmwerdens uns sogar hinter die Verkaufstheke gebeten hat, damit wir seine artistischen Bäckerskünste besser filmen konnten, dann stolz seine (zugegeben wirklich ausgezeichneten) Quarktaschen präsentierte und uns letztlich mit Luftküssen und eindeutig zweideutigem Zwinkern verabschiedete.
Die Bäckerei befindet sich übrigens direkt gegenüber dem History Museum – ohne Schild geht es einfach die Treppe runter in den Keller.
Tipps für deinen Aufenthalt in Tiflis: Gönn‘ dir einen einheimischen Reiseführer!
Die meisten Tipps und das Hintergrundwissen wären uns wohl ewig verwehrt geblieben, hätten Sandra und ich nicht unser Goldstück Irina bei uns gehabt, die uns fast einen ganzen Tag begeistert durch die Altstadt von Tiflis geführt hat, immer als Fotografin zu haben war und dafür verantwortlich ist, dass hier noch einige Beiträge über Tiflis folgen werden.
In Tiflis ist nämlich noch niemand so richtig auf internationale Besucher ausgerichtet, was einerseits echt sehr toll ist, andererseits aber schwierig, wenn man an mehr Hintergrundinformationen interessiert ist. Reiseliteratur gibt’s noch nicht sooo viel über Tiflis. Vor Ort sind viele interessante Sehenswürdigkeiten nur auf Georgisch beschriftet und Englischkenntnisse sind nicht immer vorhanden. Das sieht zwar schön aus (siehe 6.), ist aber für Nicht-Georgier schwierig. Umso besser, dass wir Irina hatten, die sich zudem noch gefreut hat, mit uns Deutsch zu sprechen. Das war ihr sogar lieber als Englisch, denn sie hat lange in Deutschland studiert.
Irina bietet ihre Touren sozusagen sehr privat an, sie hat keine Internetseite oder sonstiges – also ein echter Geheimtipp! Wer an Touren in und um Tiflis mit Irina interessiert ist, kann gerne hier unter dem Post einen Kommentar hinterlassen und ich leite euch weiter.
Boutique Hotels in Tiflis
In Tiflis kann man gut und günstig unterkommen, und in den letzten Jahren haben dort richtig tolle Boutique-Hotels eröffnet. Eines davon ist das Museum Hotel Orbeliani, in der alten Stadtvilla der Familie Orbeliani (die übrigens auch Erfinder der Orbeliani-Pralinen sind, eine selten zu findende Tifliser Köstlichkeit, mehr dazu im kommenden Foodguide!). Die Lage an der trillionenspurigen Hauptstraße ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber es gibt auch Zimmer nach hinten raus – und die individuelle und oberstylische Einrichtung des Hotels macht alles wieder wett.
Weitere coole Übernachtungsmöglichkeiten in Tiflis:
Fabrika Tbilisi* – Nicht nur Hipster-Treffpunkt, sondern auch kommunikatives Hostel! Privatzimmer gibt’s auch. Günstig. Mehr über die Fabrika erfährst du hier in meinem Artikel.
Rooms Hotel Tbilisi – sehr cooles Boutique Hotel in der Nähe der Tifliser Prachtstraße Rustaveli Boulevards.
Radisson Blu Iveria – Zwar ein Hochhaus mit etwas anonymen Hotelkettenflair, aber mit einem Swimmingpool in der obersten Etage mit dem besten Ausblick über Tiflis!
Weihnachten in Tiflis: Extra-Tipp für Weihnachtsfans!
Georgien und Weihnachten? In Georgien wird Weihnachten ausgiebig gefeiert, und in Tiflis sind viele Hauptstraßen wie der Rustaveli Boulevard wunderschön weihnachtlich geschmückt und aufwändig beleuchtet. Das Beste: Wer in Deutschland traurig ist, dass die gemütliche Weihnachtszeit vorbei ist, kann sich in Tiflis Nachschlag holen: Die Georgier feiern erst am 7. Januar Weihnachten, und bis dahin ist mit Silvester zusammen die festlichste Zeit des Jahres!
Gemütlich: Auch um die Weihnachtszeit ist Tiflis ein schönes Reiseziel.
Diese Recherchereise von Sandra von Tracks and the City und mir wurde unterstützt vom Tourism Development Department der Tbilisi City Hall.
Polen ist ja generell eine immer beliebter werdende Destination für Städtetrips, ob’s nun Posen, Warschau, Krakau, Danzig oder eben Breslau bzw. Wroclaw ist. Welche ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Wroclaw so zu bieten hat, verrate ich euch hier!
Breslau Sehenswürdigkeiten: 10 Tipps für eine Städtereise
Leider ist Polen im November wettertechnisch nicht besonders einladend, der Winter naht und oft ist es schon klirrend kalt. Wie man trotzdem in Breslau auch bei kälteren Temperaturen ’ne schöne Zeit haben kann (und es nebenbei geniessen kann, dass die Stadt nicht ganz so voll von Touristen ist wie im Sommer), verrate ich euch in diesen Tipps für euren nächsten Trip nach Breslau: 10 Sehenswürdigkeiten, die Breslau im Winter so schön machen!
Wie in vielen polnischen Städten ist der Rynek, der Marktplatz, das Zentrum und das Herz der Altstadt. Hier gibt es zahlreiche Lokale und abends ist hier immer etwas los. Breslau ist auch Studentenstadt, daher gibt es viele günstige Bars und Kneipen und ein reges Nachtleben. Gute Restaurants finden sich ebenfalls ohne Ende.
#2 Krasnale: Die Breslauer Zwerge
In der ganzen Stadt sind sie verteilt: Kleine Zwerge aus Bronze, gerade mal 30 Zentimeter groß, die irgendeinen Quatsch verzapfen oder eine lustige Geschichte erzählen. Da werden Eistüten aus Eisdielen geklaut, mit voller Plauze Siesta vor Restaurants gehalten oder am eigens aufgebauten Zwergenautomat an der Bank Geld abgehoben. Und immer wieder tauchen neue, frechere auf. Über 600 gibt es mittlerweile in der Stadt!
Ursprünglich aus der antikommunistischen Bewegung stammend, sind die Zwerge mittlerweile ein Wahrzeichen der Stadt. Die Krasnale, so heißen die Breslauer Zwerge auf polnisch, haben sogar eine eigene Website, auf der man auch mehr über die interessante Hintergrundgeschichte erfährt.
Fast am Rynek gelegen, ist es nur ein Katzensprung vom Marktplatz zur Elisabethkirche. Für nur fünf Zloty (ca. 1,25 €) hat man vom Turm der Elisabethkirche einen fantastischen Ausblick über die Stadt. Der Turm hat allerdings nur von April bis Oktober geöffnet.
#4 Zeitreise im Museum of Games and Computers
Wahrscheinlich können jüngere Generationen gar nichts damit anfangen. Oder es fühlt sich echt nach Museum mit verstaubten, ollen Dingen aus einer fernen Zeit an.
Aber wir drei Kinder der Achtziger, die wir im Computerspielemuseum gelandet sind, waren beim Anblick von Gameboys, Super Mario &Co. sofort wieder zwölf Jahre alt. Das Beste: Die meisten Konsolen und Spiele kann man nach Lust und Laune ausprobieren und solange spielen, bis man viereckige Augen bekommt. Oder die Tür aufgeht und Mutti zum Hausaufgaben machen ruft.
Um die Ecke vom Spielemuseum liegt Kolejkowo. Kolejkowo ist eine Miniaturwelt mit Eisenbahnen und zeigt ein unterhaltsame Nachbildung von Breslau und Niederschlesien. Ursprünglich vielleicht eher für Kinder konzipiert, aber nach tagelangem Frühdienst und entsprechender giggeliger Stimmung war das genau das Richtige an leichter Unterhaltung. Die Figuren und Landschaften sind bis ins kleinste Detail und mit Augenzwinkern gestaltet – echt was für Groß und Klein.
#6 Vegane Köstlichkeiten in Breslau
Dass man in Polen gut essen kann, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Nur Vegetarier und Veganer haben es manchmal mit der deftigen polnischen Küche mit viel Wurst und Fleisch schwer. In Städten wie Breslau mit viel jungem Publikum wird das Angebot aber immer besser. Es gibt immer mehr gute rein vegetarische oder sogar vegane Restaurants und die Qualität ist wirklich gut. Ein veganes Paradies ist z.B. das Vega auf zwei Etagen direkt am Marktplatz. (Tipp: Oben sitzen, da ist es gemütlicher!).
Vielleicht ein Grund dafür, dass trotz vieler deftiger Fleischgerichte in Polen auch vegetarische Gerichte so beliebt sind, sind die Bar mlecznys, die Milchbars, aus der Zeit des Sozialismus. Milchbars waren kantinenähnliche Gaststätten, in denen für kleines Geld hauptsächlich hausgemachte, vegetarische Gerichte serviert wurden. Milchbars gab es früher statt privater Gaststätten an jeder Ecke und mittlerweile erleben die Milchbars von früher eine Renaissance. Also Ausschau halten nach Milchbars!
Auf meinem Polen Blog findest Du noch viel mehr Tipps für coole polnische Städte!
#7 Marktleben in der Hala Targowa
Die Markthalle von Breslau ist auch im Winter ein Anlaufpunkt. Hier gibt es alles Mögliche: Blumen, Obst, Gemüse, Lebensmittel und in der oberen Etage Haushaltswaren und Kunsthandwerk zu kleinen Preisen. Architektonisch sehenswert ist die schiffförmige Dachkonstruktion. Gut und günstig essen kann man in der Hala Targowa natürlich auch, sogar eine Milchbar gibt’s hier. Unbedingt ausprobieren!
#8 Georgisch essen in Breslau
Nicht nur polnische Küche ist lecker, in Breslau gibt es noch jede Menge mehr zu erkunden. Per Zufall landeten wir im Chinkalnia mit echt georgischer Küche. Von Georgien habe ich schon viel Gutes gehört, auch von der georgischen Küche, und im Chinkalnia wurde ich nicht enttäuscht. Nicht nur, dass es richtig gut geschmeckt hat, der wirklich aufmerksame Service sorgt auch für eine komplette Einführung in die georgische Esskultur! Das war die perfekte Vorbereitung auf meine spätere Reise nach Tiflis: Travel Guide Tiflis
#9 Kaffeekultur in Breslau
Draußen isses kalt, was liegt da näher, als von Café zu Café zu hüpfen? In Breslau kein Problem. Ein paar meiner Favoriten: Charlotte – Mitten im Studentenviertel von Breslau gelegen, in einem Innenhof, der mich mit den schönen Fliesen total an die Hackeschen Höfen in Berlin erinnert hat. Französisch angehaucht, gibt es hier den ganzen Tag frisch gebackenes Brot und duftende Croissants, die man mit hausgemachten Schokoladencremes und Marmeladen serviert bekommt. Lecker! Und perfekt für ein zweites Frühstück. Ab dem frühen Abend öffnet die Weinbar – und schon fühlt man sich wie mitten in Paris!
Chocolate Lounge E.Wedel – E.Wedel ist sowas wie das polnische Lindt: Feine Schokolade und Pralinen. Im Café am Rynek gibt es alles, was das Schokoladenherz begehrt. Unbedingt die Pralinen probieren!
Giselle – Kleines gemütliches Café, auch wieder mit Pariser Flair. Hier kann man stundenlang bei angenehmer Hintergrundmusik sitzen,lesen, den Tag ausklingen lassen. Und die Omelettes sind großartig!
Ein alternativer Reiseführer für Breslau
In ihrem alternativen Reiseführer geben Ewa und Mirko ungewöhnliche Tipps abseits der Touristen-Trampelpfade. Beide schreiben auch einen lesenswerten Blog mit vielen Tipps über Breslau – schaut mal rein: WroclawGuide.com
#10 Weihnachtsmarkt und dampfende Kürtőskalács
Wer noch im Dezember nach Breslau kommt, erlebt auf dem Rynek noch den schönen Weihnachtsmarkt, der ist klein, aber dafür wie oft in Polen sehr gemütlich. Irgendwie kommen mir Weihnachtsmärkte in Polen noch nicht ganz so schrecklich kommerzialisiert vor.
Es gibt immer noch viele kleine Büdchen mit schönem Kunsthandwerk oder Leckereien wie den ungarischen Kürtőskalács, das ist eine Art Baumkuchen, auch Baumstriezel genannt. Die sind wirklich der Hammer, wenn man sie dampfend warm vom Spieß serviert bekommt!
Ein kleiner Besuch in der Provence kann Wunder wirken: laue, mediterrane Luft, der Geruch von Lavendel und die Welt ist wieder in Ordnung. Ich zeige dir hier meine ganz persönlichen Tipps für Aix-en-Provence.
Aix-en-Provence: Die romantische Kleinstadt in Südfrankreich
Wahrscheinlich bin ich wohl das, was man allgemein frankophil nennt. Während andere sich beschweren, dass Franzosen sich ja immer weigern würden, auch nur ein Wort einer anderen Fremdsprache zu sprechen, freue ich mich. Mal wieder das Schulfranzösisch rauszukramen tut gut. Das ist zugegebenermaßen eingerostet, aber für einen kurzen Schnack reicht es allemal. Französisch ist eine schöne Sprache, und ehrlich, den Stolz der Franzosen auf ihre Kultur und Sprache kann ich schon gut nachvollziehen.
Rustikaler Charme: Mitten in der Altstadt von Aix-en-Provence befindet sich der Place d’Albertas.
Wobei sich in den letzten Jahren einiges geändert hat. Ich kann mich noch gut erinnern, wie es in meinen ersten Fliegerjahren auf Frankreichflügen kaum ein Franzose gab, der ein bisschen Englisch sprach. Da war die Kommunikation ohne Französischkenntnisse ziemlich lustig. Kommt heutzutage gar nicht mehr vor, fast jeder spricht ein paar Brocken Englisch, und wenn nicht, dann wird auch kein Französisch vom Gegenüber erwartet. Ganz schön modern geworden, die Franzosen. Und ich freue mich immer wieder auf unsere mittlerweile selten gewordenen Übernachtungen in Frankreich – zum Beispiel in Aix-en-Provence.
Aix-en-Provence: Tipps für einen Nachmittag
In Aix-en-Provence war ich gefühlt schon hundert Mal, in echt wahrscheinlich um die fünfzig Mal. Ganz schön oft. Mich erschreckt es selbst immer, was so über die inzwischen 18 Jahre Fliegerei zusammenkommt. Und trotzdem verlaufe ich mich immer wieder im hübschen Altstadtkern von Aix-en-Provence, der zugegebenermaßen gar nicht mal groß ist. Mein Orientierungssinn ist wirklich unterirdisch. Macht aber nichts, es gibt immer etwas Neues zu entdecken – und Altes zu genießen.
Aix ist eine der teuersten Städte Frankreichs, dafür aber auch eine mit der höchsten Lebensqualität. Verständlich. Die Stadt ist überschaubar, klein, beschaulich – und eine Studentenstadt, und damit so gar nicht schnarchig, wie man bei den vielen historischen Gebäuden und der großen Geschichte vielleicht meinen könnte. Immer wieder erfindet sich die Stadt neu, ohne auch nur ein bisschen vom alten Charme zu verlieren.
Und in den Gassen finden sich lauter schöne kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Kein Wunder, dass ich mich immer freue, dort einen Nachmittag zu vertrödeln. Ein paar Tipps:
Pâtisserie Weibel – Ein Konditorei-Klassiker in Aix! Bisschen teuer, aber dafür gibt’s megageile Törtchen, Macarons, Éclaires und so ziemlich alles an französischen Konditorschweinereien, was man sich vorstellen kann. Und seit der letzten Renovierung ist das angeschlossene Café auch optisch ein absoluter pastellfarbener Zuckertraum!
Burger Bar – Rund um die Uhr geöffnet, was in meinem Fall bei Frühdienst ganz praktisch ist! Ansonsten öffnen die allermeisten Restaurants in Aix nämlich klassisch-französisch erst zur Abendessenszeit um 19 Uhr, und da werfe ich mich meistens schon in meinen Pyjama.
Shopping in Aix-en-Provence
Auch wenn Aix eine Kleinstadt ist, gibt es doch jede Menge Shoppingmöglichkeiten, und das praktischerweise auf kleinem Raum. Sogar ein Apple Store findet sich am Ende des Cours Mirabeau! Nebenan, in der neuen kleinen Einkaufstrasse finden sich auch die größeren Filialketten, wie Zara, Zara Home, Sephora und fnac die im Altstadtkern nicht vertreten sind. Und es gibt eine Filiale von Maisons du Monde, meinem Deko-Favoriten. Mit Glück ist auch gerade der Bauernmarkt auf dem Place Richelme. Oder am Wochenende auf dem Flohmarkt am Cours Mirabeau mit schönen Antiquitäten – echtes Provence-Feeling.
Graz ist seither eine meiner Lieblings-Destinations on duty. Für österreichische Verhältnisse eine recht große Stadt, ist Graz für mich als Berliner klein und beschaulich. Trotzdem gibt es von allem ein bisschen: Natur (an der Mur kann man wunderbar entlang spazieren), eine ziemlich gute Auswahl an großen und kleinen Geschäften (falls einen der Shoppingtrieb überkommt), jede Menge schöne Cafés und Restaurants und sogar tolle Kunstausstellungen!
Schade nur, dass es Montag war, und mein Lieblingsmuseum, das Kunsthaus Graz, Ruhetag hatte. Schade eigentlich, denn egal, welche Ausstellung gerade läuft, ich gehe immer gerne hin und staune über die außergewöhnliche Architektur, so organisch geformt und skurril. Gar nicht passend zur traditionellen Altstadt drumherum und doch gerade aufgrund des Kontrastes interessant.
Rauf auf den Schlossberg in Graz
Was übrigens immer geht: Rauf auf den Schlossberg und sich Graz von oben anschauen. Die Aussicht über die Stadt und die Berge im Hintergrund ist einmalig schön – und glücklicherweise hat uns das Wetter mit einem goldenen Novembertag belohnt.
Um hinaufzukommen, gibt es drei Möglichkeiten: zu Fuß (nach mehreren Tagen Frühdienst mit wenig Schlaf für mich keine Option), mit der Schloßbergbahn oder dem Schloßberglift. Die Schloßbergbahn ist eine Standseilbahn und ein einfaches Ticket kostet nur 2,40€. Praktisch: Tickets des öffentlichen Nahverkehrs gelten hier ebenfalls. Der Schloßberglift kostet nur 1,60€ für eine einfache Fahrt und hat dafür nicht die schöne Aussicht unterwegs. Mit dem gläsernen Lift durch den massiven Felsen zu rasen, hat allerdings auch was für sich. Die Tickets der Grazer Linien sind hier nicht gültig.
Oben angekommen, kann man in diverse Lokale einkehren: Ganz oben liegt das Restaurant Schlossberg mit angeschlossenem Biergarten, direkt neben dem Schlossberglift das stylische Aiola upstairs und mein absoluter Favorit, das Starcke Weinhaus, das mit seinen verwunschenen Terrassen auf mehreren Ebenen den allerbesten Ausblick über Graz bietet. Ich hätte noch Stunden lang diesen Blick genießen können.
Übernachtungstipps für Graz
Zwei Hoteltipps für Graz an dieser Stelle:
Hotel Daniel – Die Lage neben dem Hauptbahnhof ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber es ist beeindruckend, was aus diesem eher hässlichen Nachkriegs-Betonklotz entstanden ist: ein verdammt cooles, junges Hotel in tollem Design.
Grand Hôtel Wiesler – Mitten in der Altstadt, an der Mur gelegen, ein altes Hotel mit Tradition, das nach einer Komplettrenovierung vor Jahren in modernem Glanz erstrahlt. Tolle Atmosphäre, und eine gelungene Verbindung aus Alt und Neu.
Letztens war ich in Dresden. Und da fiel mir ein, dass ich immer schon mal die Semperoper Dresden von innen sehen wollte, statt nur von außen – etliche Male war ich schon in Dresden, sowohl beruflich als auch privat, aber an der Semperoper bin ich bisher nur vorbeigelaufen. Nicht, dass ich normalerweise ein großer Operngänger wäre. Irgendwie gehört das zu den Dingen, was man von zu Hause mitbekommen haben muss – aber in meiner Familie hat sich niemand so recht für Opern interessiert. War auch nicht schlimm. In die Oper gehen, das war nur für Besserverdiener.
Semperoper Dresden mit König Johann Denkmal auf Theaterplatz
Semperoper Dresden: Beste Plätze für kleines Geld
Eigentlich Quatsch. Oper ist für alle da. Sogar für kleines Geld. Und es muss auch kein feiner Smoking oder die schönste Abendrobe sein. Ein bisschen hübsch machen tut’s auch, irgendwas Schwarzes hat man ja immer im Schrank. Dann gehört etwas Glück dazu: In der Semperoper Dresden gibt’s an der Abendkasse zu jeder (auch zu ausverkauften!) Vorstellung Karten. Für die billigen Plätze. Im wahrsten Sinne des Wortes. 22 Euro, ganz oben rechts in der Ecke – und mit ein bisschen Recken und Strecken waren es richtig gute Plätze. Die Story von Carmen kannte ich nur so ungefähr, machte aber nichts, war trotzdem beeindruckend schön. Das Bühnenbild, die Musik, die Kostüme, der Gesang. Ich war fasziniert. Klassik muss eben nicht langweilig sein.
Ränge und Sitzplätze in der Semperoper Dresden
Noch mehr Ideen für Reiseziele innerhalb Deutschland findest du hier
Führung durch die Semperoper Dresden
Vom Drumherum nicht zu schweigen: Die Semperoper gehört zu den markantesten Gebäuden Dresdens. Und die Säulengänge innen sind traumhaft schön! Die Decken sind komplett filigran bemalt und man möchte sich gar nicht ausmalen, wie lange es wohl gedauert, die Verzierungen so hinzubekommen.
Wer die Semperoper noch besser erkunden will, kann vor der Aufführung noch an einer Führung teilnehmen – wobei es dann aber knapp wird, wenn man noch einen der günstigen Plätze an der Abendkasse ergattern will. Aber man kann sich auch die Semperoper ohne Oper anschauen, tagsüber gibt es ebenso Führungen. Es lohnt sich wirklich, die Semperoper von innen zu sehen!
Von unserem Hotel am Altmarkt war es bis zur Semperoper nicht weit, das kann ich sehr empfehlen: Zentraler geht’s nicht. Ansonsten gibt es auf Seiten wie booking.com immer wieder gute Angebote – wenn nicht gerade Großevents wie der Dresdener Striezelmarkt vor Weihnachten ins Haus stehen.
Spare bares Geld & profitiere von vielen Vorteilen mit der Dresden City Card*! Mit der City Card bekommst du einige Vergünstigungen in Museen, Ausstellungen & für Touren. Und das Beste: Du hast freie Fahrt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln und kannst ganz Dresden nach Lust und Laune erkunden! Für 1 bis 3 Tage.
In diesem Post spreche ich über mein Kameraequipment! Allerdings: Wenn ihr hier auf superduper technisches Gedöns und Benchmarks und Reviews hofft, dann muss ich euch leider enttäuschen. Ich fotografiere einfach supergerne und hasse technisches Fachgesimpele! Ich zeige euch hier, was ich an Fotoausrüstung auf Reisen meistens dabei habe und mit welchem Equipment ich am liebsten arbeite. Die Tipps richten sich dabei eher an Reiseblogger und Vielreisende, aber auch für „normale“ ambitionierte FotografInnen dürfte der ein oder andere nützliche Hinweis dabei sein!
Kamera-Kauf: Welche Marke ist die richtige? Canon, Sony, Nikon oder…?
Bis auf eine leidliche Episode mit einer Sony A7II* letztes Jahr fotografiere ich seit meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera mit Canon. Und das gerne, obwohl mein Rücken anderes erzählen würde – mehrere Kilo Kameraequipment durch die Lande schleppen, ist eben nicht jedermanns Sache. Mit der Sony Kamera, einer spiegellosen Vollformatkamera, bin ich einfach nicht warm geworden. Die Wahl der Marke ist wirklich eine persönliche Sache, am besten schaut man sich Kameras verschiedener Marken beim Fachhändler des Vertrauens an, oder leiht sich dort ein Modell für ein paar Tage zum Testen aus. Jede Marke hat ihre eigene Nutzerführung und Eigenheiten.
So sieht mein derzeitiges Equipment aus, was ich je nach Reiseziel oder Anlass anpasse und etwas reduziere.
Der Kamera-Body (plus Ersatz)
Seit diesem Jahr fotografiere ich mit einer Canon 5D Mark IV*- und wer sich jetzt fragt: ist das denn jetzt nicht ziemlich überdimensioniert in Größe, Gewicht und Preis?, dem kann ich nur antworten: JA! Aber was soll’s – mit dieser Kamera kann man einfach aaaalles anstellen, und ich bin mir sicher, sie wird mir als totales Arbeitstier noch viele Jahre gute Dienste leisten. Und es macht mir einfach Spaß mit genau dieser Kamera zu fotografieren. Ich komme einfach am besten mit Canon zurecht, und nach einer 350D*, mit der ich die Digitalfotografie vor über 10 Jahren erst so richtig entdeckt habe, und einer 70D*, die gut war, aber eben nicht Bombe, ist die 5D IV einfach perfekt. Als Ersatz habe ich immer noch meine 70D in petto, die kommt aber eigentlich nie zum Einsatz, und ich überlege, sie abzugeben. (Jemand Interesse?)
Die Objektive
EF 16-35mm f/4L IS USM
Inzwischen mein absolutes Lieblingsobjektiv. Weitwinkel ist unterwegs am praktischsten. Mit dem EF 16-35mm f/4 IS USM* lassen sich Gebäude und Landschaften einfach gut fotografieren. Die Verzerrung hält sich auch sehr in Grenzen, und es ist jeden Cent wert! Überlege derzeit, auf das lichtstärkere Modell EF 16-35mm f/2.8L III USM* zu wechseln – aber da muss noch ein bisschen gespart werden.
EF 24-105mm f/4L IS II USM
Das EF 24-105mm f/4L IS II USM* war eigentlich mein Immerdrauf-Objektiv, wegen der großen Range. Mittlerweile merke ich aber, dass ich es doch lieber gegen ein lichtstärkeres Objektiv wie das 24-70 2.8 tauschen würde. Ganz so viel Zoom brauche ich am Ende selten. Und es wäre etwas handlicher.
EF 40mm f/2.8 STM
Mein Lieblingsobjektiv, wenn ich unauffällig sein will! Außerdem auch sehr leicht! So ein schwarzes Ungetüm mit drangeschraubtem Zoom ist ja alles anderes als diskret – und ein bisschen ist es so wie mit Hunden: Wenn Du Kontakt auf der Straße suchst, schaff Dir entweder einen Hund an – oder häng‘ Dir eine teure Spiegelreflex mit Zoomobjektiv um den Hals und du wirst schneller angesprochen als du denkst.
Das EF 40mm f2.8 STM* ist schön lichtstark. Die Brennweite ist ideal für Streetfotografie und Videos: Das menschliche Auge hat ein Blickfeld, was mit 35mm Brennweite vergleichbar ist, da kommt das 40mm nah dran und sorgt für einen authentischen Blickwinkel. Und außerdem ist es erschwinglich: um die 200€.
EF 50mm f/1.8 STM
Ein Klassiker – das EF 50mm f/1.8 STM* hat wohl jeder, der mit Canon fotografiert. Weil’s einfach unschlagbar im Preis ist und dafür richtige gute Bilder macht. Kostet etwas über 100€. Ich benutze meins eher selten an der 5D, für Porträts ist mir z.B. das 85mm lieber. Meistens steckt es standardmäßig an meiner analogen Canon EOS 300.
EF 85mm f1.8 USM
Das EF 85mm f1.8 USM* habe ich mir für Porträts angeschafft, und zugegeben, ich habe es noch nicht wirklich viel benutzt. Soll sich aber ändern!
Generell: Festbrennweite oder Zoom?
Für Reisen sind Zoomobjektive wirklich praktisch. Allerdings hat man bei vielen Zoomobjektiven auch eine starke Verzerrung und bei Zoomobjektiven, die angeblich alles können, bin ich sowieso skeptisch. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich nicht unbedingt große Brennweiten brauche – es sei denn, es steht irgendwann mal eine Safari ins Haus oder so. Daher überlege ich, noch mehr mit Festbrennweiten zu arbeiten, die sind oft viel günstiger und leichter zu transportieren.
Zubehör: Was sonst noch mit in die Kameratasche muss!
Der allerbeste Kameragurt
Ein wirklich tolles Zubehör, was ich nicht mehr missen möchte, ist mein Sun-Sniper-Kameragurt*! Seitdem ich den habe, frage ich mich, wie ich mich die ganze Zeit immer mit diesem Standard-Kameragurt im Nacken quälen konnte! Wenn das Gewicht einer DSLR für euch ein kaufrelevantes Thema ist, dann probiert mal diesen Kameragurt. Es ist erstaunlich, wie viel bequemer das Tragen dadurch wird! Außerdem ist die Kamera immer griffbereit, und wenn man sie einfach nur umgehangen trägt, wirkt sie unauffällig wie eine Cross-Body-Bag – man sieht nicht mehr gleich aus wie der dämliche Tourist mit Riesenkamera vorm Bauch! Und es ist so eine Erleichterung für Nacken und Rücken.
Das passende Stativ: der beste Kompromiss
Ein passendes Stativ für eine DSLR zu finden, das man gut auf Reisen nehmen kann, ist gar nicht so einfach. Zum einem soll’s leicht und mobil sein, zum anderen muss es aber auch mehrere Kilos an Kamera und Objektiv zuverlässig halten können, ohne dass es bei einem leichten Windstoß umkippt. Überhaupt bringt einem ein klappriges Stativ recht wenig: Dann kann man sich auch gleich die Schlepperei sparen und aus der Hand fotografieren. Ich habe mich für das Manfrotto Element Traveller aus Carbon* entschieden – das ist ein ganz guter Kompromiss zwischen stabil und leicht zu transportieren. Kommt auch in einem gepolsterten Beutel und lässt sich so gut im Koffer/Rucksack verstauen.
Gorillapod 3K – das Stativ für zwischendurch
Für längere Tage in Städten oder wenn ich weniger mitschleppen will, nehme ich statt des großen Stativs meinen Gorillapod* mit. Ich habe mich für das 3K (für Kameras bis zu 3 Kilo) entschieden, hält gut, sogar wenn man den Gorillapod um Geländer oder ähnliches wickelt. Und der Aufbau ist nicht so riesig wie mit dem Manfrotto. Ich benutze es allerdings nicht dauernd, für Vlogs o.ä. mit der 5D würde ich mich wahrscheinlich eher für das größere Gorillapod 5K entscheiden.
Speicherkarte: Größe und Format
Die Canon 5D hat zwei Speicherkartenslots: einmal für eine CF-Karte und einmal für eine SD-Karte. Ich habe eigentlich immer nur eineCF-Karte von Sandisk mit 128 GB* drin, die ist schnell, und reicht auch mal für ein paar 4K-Videos (die mit der 5D ja leider schnell riesengroß werden).
Akkus: No-Name oder original?
Extra-Akkus sind nie verkehrt. Unterwegs komme ich manchmal nicht zum Aufladen, da ist es immer ratsam, ein paar aufgeladene dabei zu haben. Die Akkus für die 5D halten relativ lange, auch bei Videos. (Das war bei der Sony A7II ganz anders, auch ein Grund, warum ich nicht besonders begeistert war.) Ich nutze neben dem Original-Akku der 5D und dem Original-Akku der 70D (der ist kompatibel) auch 2 No-Name-Akkus*. Das mitgelieferte Ladegerät nimmt weniger Platz weg als das Original-Ladegerät von Canon, das ist auf Reisen sehr praktisch. Die Akkuleistung ist natürlich geringer als beim Originalakku, aber bei dem Preis kann man das in Kauf nehmen.
Filter
Als Filter habe ich mir letztens diesen ND-Filter* und ein Set aus Pol- und UV-Filter* zugelegt. In 77mm, die passen dann sowohl auf das 16-35mm als auch auf 24-105mm zugelegt. Der Polfilter hat nicht wirklich überzeugt, weil er einen komischen Farbstich auf dem Bild hinterlässt. Leider sind gute Filter in der Größe nicht gerade günstig.
Fernbedienung
Ultraleicht: Die Mini-Fernbedienung RC-6 von Canon
Eine meiner Lieblingsanschaffungen: Mit der Mini-Fernbedienung Canon RC-6* kann man wunderbar Selfies, Gruppenfotos oder Nachtaufnahmen machen. Geht zwar auch mit der Handy-App von Canon, aber die frisst mitunter ordentlich Handy-Akkulaufzeit. Da ist eine Fernbedienung wesentlich praktischer. Und ist dazu noch supergünstig.
Kameratasche für Frauen
Ich bin wirklich noch auf der Suche – die perfekte Kameratasche zu finden, ist gerade als Frau nicht einfach. Rucksäcke finde ich praktisch, aber ich hatte beim Testen den Eindruck, dass die grundsätzlich für lange Männerrücken gefertigt sind – ich habe noch kein Modell gefunden, was wirklich bequem war. Derzeit liebäugele ich mit dem Lowepro ProTactic 350*. Auf Reisen nutze ich manchmal eine Lowepro Passport Sling III*, da passt gerade so eben alles rein, wenn ich ordentlich packe. Vor Ort nehme ich aber meistens nur den enthaltenen Schaumstoff-Einsatz raus oder ein Microfaser-Handtuch, wickele einfach die Kamera darin ein und packe alles in eine schwarze Longchamp Le Pliage* mit langen Henkeln. Nicht besonders professionell, aber praktisch und weniger auffällig. Hat sich bis jetzt immer bewährt.
Aus New York habe ich mir einen Tascheneinsatz von Ape Case mitgebracht, ist allerdings auch in dieser Größe ziemlich unhandlich und relativ schwer.
„Und hier gibt’s wirklich Katzen?“ fragte der amerikanische Tourist aufgeregt, nachdem er sich durch die engen Bücherstapel zur Kasse gequetscht hatte. Die Mitarbeiterin bejahte ganz gelassen. Katzen im Buchladen, als wäre es das Normalste der Welt. Aber was ist in der Libreria Acqua Alta in Venedig schon normal?
Versteckt: Der Eingang zur Libreria Acqua Alta liegt in einem kleinen Hof.
Libreria Acqua Alta: Ein Kuriosum in Venedig
Ganz klein versteckt sich der Eingang zu dieser anderen Welt in einer Gasse Venedigs, ein bisschen abseits des üblichen Touristenstroms, nach hinten versetzt. Würden nicht diverse Stapel mit alten Karten, Drucken und Büchern chaotisch vor der Tür rumliegen, würde man hier kaum diesen Schatz für Büchernerds wie mich vermuten. Buchhandlungen und Büchereien haben für mich ja immer etwas Besonderes an sich – so beruhigend, so inspirierend.
Bücher über Bücher: Hier finden sich auch antiquarische Bücher.
Und die Libreria Acqua Alta ist nicht nur das: Sie ist magisch. Ein Gesamtkunstwerk. Tausende Stapel von Büchern, alt, neu, ein Durcheinander, es ist eng, dunkel, aber dennoch faszinierend schön. Als wäre man mitten in einem Harry Potter Buch gelandet. Zwischen all den Büchern immer wieder ein Schälchen mit Katzenfutter, die (ich glaube) acht Katzen wollen ja auch gefüttert werden.
Noch mehr Dolce Vita findest Du in meinem Italien Blog!
Acqua Alta: Der Name der ungewöhnlichsten Buchhandlung in Venedig ist Programm
Überall werden Bücher gestapelt, ob in einer alten Gondel, oder in einer Badewanne – die Ideen, wie man Bücher lagern kann, sind unendlich. Kreatives Chaos an allen Ecken und Enden. Der Name Acqua Alta erschließt sich einem sofort, wenn man den „Notausgang“ sieht: Mit einem Hops landet man im Kanal, der an der Hinterseite des Ladens entlangführt. Nur ein bisschen typisches Venedig-Hochwasser – und der Buchladen wird geflutet.
Direkt am Kanal: Bei Hochwasser wird die Libreria Acqua Alta regelmäßig überflutet.
Leider ist die Libreria Acqua Alta kein wirklicher Geheimtipp mehr, sodass man sich zu Stoßzeiten mit zig anderen Touristen durch den Laden drängeln muss – und wer dann auch noch ein Instagram-Foto in den besonders instagrammable Ecken schießen will, muss mindestens schon mal eine Viertelstunde anstehen. Verrückt, oder? Trotzdem: Ein Besuch lohnt sich!
Adresse: Libreria Acqua Alta, Calle Longa Santa Maria Formosa 5176 – Castello, 30122 Venedig Öffnungszeiten: täglich von 9-20 Uhr
Zum ersten Mal in Rom? Für alle Rom-Anfänger habe ich hier ein paar Tipps zusammengetragen: Was du gesehen haben musst, ein paar wichtige und weniger wichtige Sehenswürdigkeiten, wichtige Hinweise und erste Eindrücke.
Irgendwie dachte ich immer, dass das Kolosseum mitten im Stadtzentrum von Rom steht. Stimmt aber gar nicht so. Von meiner Unterkunft in der Nähe des Hauptbahnhofs konnte man aber gut hinlaufen, für alle anderen gibt’s eine U-Bahn-Station direkt davor.
Unglaublich, wie groß schon damals gebaut wurde und wie sehr die Bauweise auch heutige Stadien geprägt hat. Die massiven Steine überall, die Größe überhaupt: Wer sich in Rom nicht das Kolosseum anschaut, hat was verpasst.
Das Kolosseum in Rom: absolutes Must-See, aber leider auch sehr überlaufen.
Im Sommer sind die Warteschlangen unendlich. Auch, wenn man wie ich meint, eine halbe Stunde nach Öffnung um 8 Uhr wäre schon früh genug. Tickets kann man beim offiziellen Ticketverkauf bestellen – allerdings sind diese oft ausverkauft.
Unbedingt beachten: Neben dem offiziellen Ticketshop gibt es auch diverse kommerzielle Touranbieter, die sowohl online als auch vor Ort Tickets mit bevorzugtem Einlass verkaufen, damit man nicht Schlange stehen muss.
Ich habe mich tatsächlich in meiner Verzweiflung direkt vor Ort für diese Variante entschieden und am Ende 30 € (mittlerweile bestimmt mehr) bezahlt, was schon der runtergehandelte Preis war (ja, unbedingt verhandeln!). Warten muss man trotzdem, bis die ganze Gruppe zusammen ist. Dafür kriegt man auch ein paar Extra-Infos vom Tourguide.
Insgesamt ist die Ticketsituation ziemlich undurchsichtig und vor Ort alles andere als stressfrei. Kaufe dein Ticket also besser im Voraus! Falls du kein Ticket mehr beim offiziellen Vorverkauf bekommst, dann versuche es online bei diesem Touranbieter:
Tipp: Wenn du noch mehr Sehenswürdigkeiten in Rom besuchen möchtest, lohnt sich vielleicht der Kauf des Roma Pass für 48 oder 72 Stunden. Damit bekommst du in einer bzw. zwei Sehenswürdigkeiten deiner Wahl freien Eintritt, und du hast freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Für den Petersdom gilt ebenfalls: Schlange stehen ist vorprogrammiert (zumindest im Sommer). Nachmittags soll die Wartezeit kürzer sein, dennoch: Am Ende waren es 40 Minuten in sengender Hitze. Die Zeit kann man sich aber damit vertreiben, den Petersplatz in seiner vollen Pracht zu bewundern: Die riesige, von Kolonnaden umrahmte Fläche ist beeindruckend. Und innen – naja, bei so viel Kunst, Gold und Prunk bleibt niemand ungeflasht.
Besuch im Petersdom: Das musst du beachten!
Der Eintritt in den Petersdom ist frei. Allerdings muss man vor dem Hineingehen eine Sicherheitskontrolle passieren. Der Petersdom ist eine religiöse Stätte, daher vor allem im Sommer auf die richtige Kleidung achten: Schultern und Knie sollten bedeckt sein, dafür aber keine Kopfbedeckung!
Wenn du Zeit hast, dann schaue dir auch noch die Sixtinische Kapelle mit den Deckenmalereien Michelangelos und die Vatikanischen Museen mit ihrer riesigen Kunstsammlung an!
Der Petersdom im Vatikan ist gigantisch. Mit Glück sorgen die einfallenden Sonnenstrahlen für eine noch mystischere Atmosphäre.
Rom Klassiker No. 3: Fontana di Trevi
Wer kennt ihn nicht, den riesigen Trevi-Brunnen, in dem einst Anita Ekberg badete? Kann man sich heute noch in Fellinis Film La Dolce Vita ansehen. Der Brunnen wirkt übrigens live noch viel spektakulärer, zum einen durch die wirklich riesigen Menschenmassen, die sich um ihn scharen, aber auch, weil er im Vergleich zur kleinen Piazza di Trevi monströs ist.
Die Fontana di Trevi erstreckt sich über die gesamte Fassade eines Palazzo und ist so detailreich aus Marmor gearbeitet, dass man immer wieder neue Seiten entdecken kann.
Wer das Rom-Erlebnis komplett machen will, wirft eine Münze über die Schulter in den Brunnen. Aber Achtung: Im Sommer direkt an den Brunnen zu kommen, ist dank der Menschenmassen nahezu unmöglich, es sei denn, man scheut nicht davor zurück, sich mit seinem Selfie-Stick den Weg durch die Menge zu stochern.
Rom Sehenswürdigkeit No.4: Die spanische Treppe
In der Nähe der Fontana di Trevi befindet sich die Scalinata di Trinità dei Monti – so heißt die Spanische Treppe im Original, benannt nach der Kirche, zu der sie hinaufführt.
Der deutsche Name leitet sich ab vom Platz unten, der Piazza di Spagna. Und eigentlich ist die Spanische Treppe nur eine Treppe – dafür aber riesengroß, überwindet einen ziemlichen Höhenunterschied und ist Treffpunkt und Abhängeort zugleich. Platz ist ja auf der Treppe genug.
Rom Klassiker No.5: Das Pantheon
Seit über 1500 Jahren ist das Pantheon eine katholische Kirche – allein das ist ja schon unglaublich. Noch unglaublicher, dass es noch viel älter ist, nämlich schon fast 2000 Jahre und damals höchstwahrscheinlich ein Tempel für alle möglichen Gottheiten war.
Das Pantheon ist ein Kuppelbauwerk und war Inspiration für so einige bekannte Bauwerke, zum Beispiel für das Kapitol in Washington. Mitten in der Kuppel klafft ein großes Loch als einzige Lichtquelle – und wenn es regnet, tja, dann regnet’s einfach mitten ins Pantheon rein. Wobei der Boden so konstruiert wurde, dass sämtliches Regenwasser einfach abläuft. Ziemlich faszinierend.
Übernachten in Rom
In Rom unterzukommen ist nicht schwer, selbst oder vor allem mitten im Sommer. In vielen Artikeln und Reiseführern von der Gegend um den Bahnhof Termini abgeraten. Dort befinden sich jede Menge Hotels, allerdings sind viele Leute nicht gerade begeistert vom Bahnhofsflair drumherum. Ich gebe zu, wenn man wie ich in Berlin-Neukölln wohnt, hat man wahrscheinlich andere Maßstäbe; ängstlich war ich dort aber auch abends nicht.
Empfehlen kann ich sehr das Generator Hostel (gibt auch günstige Doppelzimmer): Sauber, nett, stylisch.
Die Nähe zum Bahnhof Termini, von dem man auch schnell und gut zum Flughafen und überall sonsthin kommt, machten die Lage für mich perfekt. Verkehrstechnisch hätte es nicht besser sein können. Gerade bei wenigen Tagen Aufenthalt!
Man muss schon wirklich sehr nach Venedig wollen, wenn man eine Reise dorthin im August wagt. Überhaupt steht ganz Italien um den 15. August herum, dem für Reisen allerwichtigsten und bedeutsamsten aller italienischen Feiertage, vor dem absoluten Ferienkollaps. An Maria Himmelfahrt, dem „Ferragosto“, ist ganz Italien in den Ferien – und das bleibt auch in Venedig nicht unbemerkt. Kleine Geschäfte lassen die Rolläden herunter, schnell geschriebene Zettelchen kündigen Betriebsferien an („siamo di ferie“) und wünschen einen schönen Sommer.
Venedig im August: Ferienstimmung in Italien
Dafür ist der Rest Italiens dann in Venedig zu Besuch, oder zumindest ein Teil davon. Die fallen aber eigentlich gar nicht auf, denn neben italienischen Touristen ist noch die halbe Welt aus nah und fern zu Gast. Die Tagestouristen der riesigen Kreuzfahrtschiffe nicht zu vergessen, die jeden Tag – ja, man muss es einfach so sagen – in Venedig einfallen. Alles muss gesehen werden, bevor das Schiff abfährt, schnell noch ein Foto zwischen den Tauben auf dem Markusplatz, eine kurze Gondelfahrt mit einem der schönen Gondoliere und unbedingt noch ein Eis, in der Waffel, mit so hoch aufgetürmten Kugeln, dass das Foto davon besonders instagrammable wird – obwohl es viel zu viel Eis für so wenig Zeit ist.
Erst recht, wenn die Masse an Besuchern und die Sommerhitze das Sightseeing noch beschwerlicher machen. Venedig in einem Tag ist ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit. Den Hochsommer würde ich daher als Reisemonat nicht gerade empfehlen – aber immerhin: Selbst Touristenmassen und Sommerhitze konnten mir Venedig nicht madig machen. Ich wollte einfach so sehr nach Venedig – denn obwohl ich beruflich und privat schon ziemlich in Italien rumgekommen bin, kannte ich die Stadt nur aus Erzählungen.
Sightseeing in Venedig – die Tipps: Wo fängt man an?
In Venedig gibt es viel zu entdecken, Kunst, Geschichte, Architektur; und die faszinierende geographische Lage mit all den Kanälen tut ihr übrigens. Alles in ein paar Tagen zu sehen, ist ein anspruchsvolles Vorhaben, gibt es doch noch die Inseln um Venedig herum wie Burano oder Murano oder den Stadtstrand auf dem Lido zu entdecken.
Markusplatz, Markusdom und Dogenpalast in San Marco
Das Zentrum Venedigs – ein unbedingtes Muss. Bei Tag wie auch bei Nacht. Viele Vaporetto-Linien halten hier, die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass man ohnehin vorbeikommt.
Am Markusplatz befinden sich der Markusdom (Achtung, Eintritt umsonst, aber Schlange stehen muss man trotzdem je nach Besucheraufkommen), der Dogenpalast mit seiner wunderschön romantischen Fassade, der Campanile (den man für einige Euro besteigen kann) und diverse alteingesessene Cafés wie das Caffé Florian, wo man den wahrscheinlich teuersten Cappuccino seines Lebens genießen kann und abends noch von hauseigenen Orchestern mit rührigen Schnulzen beschallt wird. Hört sich schmalzig an, ist es auch. Aber es hat einfach einen unbestreitbaren Charme, auf diesem prunkvollen Platz zu sitzen und den Streichern bei Schlageroldies zuzuhören. Wer sich den Sitzplatz übrigens nicht leisten möchte, stellt sich einfach an den Rand.
Auf der anderen Seite des Dogenpalasts befindet sich übrigens die Seufzerbrücke, eine der bekanntesten Brücken Venedigs. Und das will bei den Hunderten von Brücken schon was heißen.
Den Weg zum Markusplatz zu finden ist innerhalb Venedigs auch ohne Google Maps ganz einfach: An vielen Straßenecken und in vielen Gassen ist der Weg zur Piazza San Marco angeschlagen, „La Piazza“ ist einfach der zentrale Orientierungspunkt im Dickicht der venezianischen Gassen und Kanäle.
Canal Grande: Venedigs größte Straße
Die Lebensader Canal Grande: In Venedig gibt es statt Straßen nur Kanäle, und das Hauptverkehrsmittel sind Boote in allen Variationen. So gesehen ist der Canal Grande die Schnellstraße, die sich durch die gesamte Stadt zieht. Wahrscheinlich fährt man hier so oder so irgendwann entlang, aber es lohnt sich, einmal früh einen Vaporetto zu nehmen und den ganzen Canal Grande entlangzufahren und zu beobachten, wie die Stadt erwacht.
Venedig ist entgegen meiner Erwartungen ja eine Frühaufsteher-Stadt, nix mit italienischer Behäbigkeit. Auch in den Nachtstunden ist Venedig eher ruhig, Nachdem die Tagesbesucher entschwunden sind, ist nicht mehr viel mit rauschendem Nachtleben. Auch schön auf dem Canal Grande: Sonnenuntergänge gucken.
Tipp: Am besten man passt den Zeitpunkt genau ab, und geht zum Sonnenuntergang hinauf auf die Terrasse des Fondaco dei Tedeschi gleich neben der Rialtobrücke. Der Eintritt ist frei, aber man darf nur 15 Minuten auf der Terrasse bleiben – Timing ist also alles. Als ich dort war, konnte man auch einfach so, ohne Ticket, auf die Dachterrasse gehen. Nur ein bisschen Wartezeit musste ich in Kauf nehmen. Aber der fantastische Blick über den Canal Grande ist es definitiv wert.
Das (Luxus-)Kaufhaus ist von innen übrigens auch wunderschön, das Gebäude war früher, wie der Name schon vermuten lässt, Handelsplatz der deutschen Kaufleute in Venedig und später das Hauptpostamt der Stadt.
Rialtobrücke und Rialtomarkt
Die Rialtobrücke ist Brücke und Geschäftstraße zugleich, ähnlich der Ponte Vecchio in Florenz. Rechts und links säumen kleine Geschäfte die Brücke. An den Außenseiten hat man einen tollen Blick über den Canal Grande – wenn einem nicht Hunderte Selfie-Sticks die Sicht versperren.
Gleich in der Nähe der Rialtobrücke befindet sich der Rialtomarkt, wo man ganz klassisch Obst und Gemüse einkaufen kann. Alles sehr traditionell, sehr schön anzusehen. Und die Fischhalle erst, direkt am Kanal, unter jahrhundertealten Arkaden – früh kommen lohnt sich.
Nebenan kann man bei Naranzaria direkt am Wasser und mit der Rialtobrücke genau um die Ecke bei einem Aperol Spritz eine Pause einlegen und den Gondolieri beim Hin- und Hergondeln auf dem Canale Grande zuschauen. Mehr Venedig geht fast nicht.
Dorsoduro: Punta della Dogana, Basilica di Santa Maria della Salute und jede Menge Museen
Genau gegenüber vom Dogenpalast befindet sich die Landzunge Punta della Dogana – und hier sieht man auch am besten die Größe der Einfahrt des Canal Grande, durch die früher alle Handelsschiffe einfuhren. Nebenan liegt die Basilica di Santa Maria della Salute, in der Werke von Tizian hängen.
Auch wenn man kein Kirchenfan ist, kommt man in Venedig doch nicht drumherum, sich ein paar dieser imposanten Kirchen von innen anzusehen. Viele beherbergen Werke der bekanntesten venezianischen Maler – da kriegt man den Museumsbesuch gleich umsonst mit dazu.
Hier in Dorsoduro gibt es überhaupt jede Menge Museen, und wer kunstinteressiert ist, kann sich hier auf kleinstem Raum mindestens einen ganzen Tag beschäftigen.
Die wichtigsten Museen in Dorsoduro:
Peggy Guggenheim Museum
Academia dell’Arte
Punta della Dogana
Giudecca – die Insel der Venezianer
Abends bei einem Glas Rotwein an der Promenade sitzen, das venezianische Wasser zu Füßen und den Blick auf die im Meer versinkende Sonne – definitiv einer der Highlights, die eine Fahrt nach Giudecca lohnen. Im übrigen sind hier die Restaurants und Cafés um einiges günstiger und besser als in San Marco – trotz spektakulärer Aussicht.
Giudecca ist eine der Inseln vor Venedig, eigentlich eher ein Wohngebiet. Mittlerweile haben sich hier auch einige Hostels angesiedelt. Die Verbindung mit den Vaporetti zu San Marco ist super, es lohnt sich trotz extra Kosten für eine Vaporettokarte, auch auf Giudecca zu übernachten, um ein bisschen dem Touristentrubel zu entfliehen und den venezianischen Alltag zu beobachten.
Neben Giudecca sind Murano und Burano zwei weitere Inseln, die man gesehen haben sollte!
Mit den Unterkünften in Venedig ist das ja so eine Sache: Es ist teuer, es ist nicht besonders schön, und gerade in der Hochsaison überhaupt schwierig. Wobei ich ja hoffe, dass ich euch mit diesem Post eher dazu inspiriere, Venedig außerhalb der Hochsaison zu besuchen, denn im Sommer braucht Venedig wirklich nicht noch mehr Besucher. Ich würde auch nicht noch einmal im August hin.
Viele Venedig-Besucher schlafen daher lieber in Mestre, auf dem Festland, da man dann jeden Tag mit dem Zug nach Venedig fahren muss. Kann man machen, aber ich wollte unbedingt authentisches Venedig-Feeling – und letztlich war es unendlich praktisch, sich nicht jeden Morgen oder Abend noch auf eine große Reise begeben zu müssen.
Auch mit einer täglichen Vaporetto-Fahrt verbunden, dafür aber mit echt venezianischem Ambiente, empfand ich Giudecca als wesentlich bessere Wahl. Dort gibt es Unterkünfte für ’nen schmalen Geldbeutel, wie zum Beispiel das neue hippe Generator Hostel oder das im Sommer umfunktionierte Studentenwohnheim Sunny Terrace Hostel. Aber man findet auch gehobenere Unterkünfte wie das Hilton Stucky, ein neues Hilton-Hotel in einer alten Fabrik – beste Aussicht und Flair ohne Ende. Noch ist Giudecca ein ziemlicher Geheimtipp, aber das scheint sich gerade zu ändern.
In San Marco ist man mittendrin. Das Hotel Alla Fava* ist zwar nichts Besonderes, aber die Lage ist durch die Nähe zur Rialtobrücke fantastisch. Und sehr ruhig gelegen, ganz lauschig zwischen einer Kirche und einem kleinen Kanal. Fast unglaublich, dass nur zwei Straßen das Touristenleben toben.
Das Boutique-Hotel Donà Palace im typisch venezianischen Pomp liegt ebenfalls fantastisch, obgleich natürlich viel teurer, aber noch besser liegt deren Bar Venixino, die auch mein absoluter Geheimtipp für einen abendlichen Drink ist:
Tipp: Direkt am Kanal, der ein paar Meter weiter unter der Seufzerbrücke hindurchführt, sitzt man hier in einem romantischen Garten, ganz versteckt, und kann bei einem der hervorragenden Cocktails der hoteleigenen Bar den Gondeln zusehen, wie sie auf dem Kanal vorbeiziehen. Die Bar ist übrigens nicht nur für Hotelgäste geöffnet.
What to see on Route 66 in Illinois! I could have spent weeks more driving along „The Mother of Roads“ and discovering small and large towns and their stories. This trip was just full of surprises, like in Joliet, where I suddenly found myself quite unexpectedly in a fascinating lost place: the Old Joliet Prison.
Joliet, the Heritage Corridor and Route 66
Our very first stop from Chicago, where the famous Route 66 starts, was Joliet, just a few miles away. Joliet is part of the Heritage Corridor, an area around the Illinois and Michigan canal that connects the Great Lakes from Chicago to the Mississippi River. The Heritage Corridor is primarily a popular recreation area with many opportunities for outdoor activities. By the way, the Joliet Area Historical Museum and its Route 66 Welcome Center, which showcases the history of the area, are a great way to get in the mood for a drive along Route 66.
But the real attraction – and really only recently officially open to visitors at all – is the old Joliet Correctional Center (also: Illinois State Penitentiary), a prison built in 1858 that was still in operation until 2002, believe it or not. Then the new prison opened across the street, inmates and guards moved. What remained was an abandoned building, left to decay – and now a dream for all photographers in search of atmospheric lost places.
The old jail in Joliet – How to get in?
Entering without permission is, of course, strictly forbidden, but in the meantime the city administration has given in to the increasing interest and offers guided tours.
The Old Joliet Prison, however, was a popular setting even when it was in operation, not only for photos, but also for major Hollywood movies and series! Our tour guide proudly showed us John Belushi’s cell from Blues Brothers, and we were not allowed to go any further without first having a photo taken of us in the cell.
Old prison – many stories
It felt a bit macabre, because you can still sense an oppressive atmosphere somehow. Many cells are still in their original condition as they were left, with bars and the cold, metal sanitary equipment still there. A shiver ran down my spine by the thought that 20 years ago prisoners have still been incarcerated here.
The atmosphere throughout the facility is gloomy, and I wouldn’t want to know how many creepy stories these thick walls have witnessed.
Old Joliet Prison: Is it worth it?
Unique as a photo backdrop anyway, the visit to Joliet Prison was absolutely worth seeing. Due to the dilapidated condition and the unclear further use of the huge area, be sure to inquire about the current state of affairs beforehand. And: Don’t get any stupid ideas to visit the prison on your own, the area is monitored by the local police. You don’t want to end up in the other prison across the road 🙂
This site is registered on wpml.org as a development site. Switch to a production site key to remove this banner.