Illinois und seine Hauptstadt Chicago sind ein Reiseziel, das zwar nicht jedem bei einer USA-Reise sofort in den Sinn kommt. Trotzdem sind die Windy City und ihre Umgebung eine Reise wert! Entdecke die Millionenmetropole Chicago und starte dann einen Roadtrip entlang der berühmten Route 66!
Pontiac war eine weitere Station auf unserem Roadtrip entlang der legendären Route 66 durch Illinois. Auf den ersten Blick eine ruhige amerikanische Kleinstadt, kann man sich in Pontiac die volle Ladung Route 66 Atmosphäre abholen. Im örtlichen Route 66 Museum erfährt man so ziemlich alles über die berühmte Straße.
Noch besser aber sind die Gespräche mit den Menschen vor Ort: Jeder hat seine persönliche Route 66 Geschichte und erzählt sie voller Stolz. Und dass, obwohl die Route 66 als offizielle Landstraße längst durch moderne Interstate Highways ersetzt wurde. Was man in dem kleinen Örtchen Pontiac in Illinois alles erleben kann, lest ihr hier!
Pontiac: Route 66 Association Hall of Fame & Museum
Das Route 66 Museum ist die Sehenswürdigkeit in Pontiac, die man auf einem Route 66 Roadtrip in Illinois definitiv mitnehmen muss. So viele Erinnerungsstücke, Fotos und Exponate über das Leben an der Route 66 wurden hier zusammen getragen, dass man sich in einer Zeitmaschine wähnt. Stundenlang hätte ich hier noch stöbern können!
Walldogs: Street Art Künstler der ersten Stunde
Besonderes Highlight: Im Innenhof des Route 66 Museums findet man beeindruckende Murals! Diese sollen an die Walldogs erinnern: So wurden die Künstler genannt, die Geschäfte, Werbetafeln und Wände kreativ mit Werbebotschaften bemalten, bevor Massenmedien Einzug hielten. Heute versucht Pontiac diese Tradition wieder aufleben zu lassen, in der ganzen Stadt findet man immer wieder die schönsten Route 66 Murals.
Mehr Inspiration gesucht? In meinem USA Blog findet ihr noch mehr Reiseberichte aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Das allerschönste (und absolut instagrammable) Mural befindet sich an der Rückseite des Route 66 Museums! Das kunstvolle Route 66 Emblem ist legendär!
Noch bevor es digitale Nomaden und Vanlife gab, zog es Bob Waldmire (1945-2009) in die Ferne: In seinem umgebauten Van fuhr er sein halbes Leben die Route 66 auf und ab, schrieb Geschichten, zeichnete und illustrierte. Sein gelber VW Bulli, der heute mitten im Museum steht, stand sogar Pate für Fillmore aus dem Pixar-Film „Cars“! Mit diesem Bulli fuhr Bob Waldmire durch die USA, immer entlang der Route 66. Seine kunstvollen Route 66 Karten sind heute noch aktuell und definitiv ein tolles Mitbringsel, zu kaufen im Museumsshop.
Ein noch tolleres Souvenir ist allerdings das Lebensgefühl, das die Faszination rund um die Person Bob Waldmire ausmacht: Die Leidenschaft für ein Leben nach seinen Vorstellungen, abseits vom Mainstream, in völliger Freiheit, hat mich sehr beeindruckt.
Wenn er nicht auf Reisen war, lebte er in einem umgebauten Schulbus, der meist irgendwo in seiner Heimatstadt Springfield parkte. Der Schulbus steht auf dem Innenhof des Route 66 Museums, komplett eingerichtet, so wie Bob Waldmire darin gelebt hat: Ein gemütliches Sammelsurium aus Andenken und Souvenirs mehrerer Jahrzehnte auf der Route 66.
Fun Fact: Bob Waldmire war der Sohn von Ed Waldmire Jr., Gründer des legendären Cozy Dog Drive-In in Springfield, Illinois! Hier kann man neben den berühmten Cozy Dogs auch Bob Waldmires Werke erstehen.
Museum of the Gilding Arts & Pontiac-Oakland Automobile Museum
Pontiac ist zwar nach einem Indianerhäuptling und nicht nach der bekannten US-Automarke benannt, trotzdem gibt es nebenan im Pontiac-Oakland Automobile Museum jede Menge Pontiac-Oldtimer zu sehen.
Nicht weit entfernt ist das Museum of the Gilding Arts – Ende des 19. Jahrhunderts waren die Herstellung und Veredelung mit Blattgold sehr populär. Hier im Museum kann man mehr über diese Technik erfahren. Beide Museen sind kein unbedingtes Muss – aber wenn man schon mal in Pontiac ist, kann man schon mal einen Blick hineinwerfen.
Für alle drei vorgestellten Museen (Route 66, Gilding Arts und Automobile Museum) ist der Eintritt übrigens kostenlos, Spenden werden aber gerne entgegengenommen.
Essen & Trinken in Pontiac
Italienische Küche in riesigen Portionen gibt es im Bernardi’s, dem wohl besten Italiener der Stadt. Die Gerichte waren okay, viel interessanter war aber das Ambiente.
Coffee Shop, der auch gleichzeitig Treffpunkt im Städtchen ist: Im The Cup and The Scone findet man sofort Anschluss.
Alle Locations sind im kleinen Pontiac fußläufig zu erreichen, also einfach Mietwagen abstellen und die Stadt zu Fuß erkunden!
Route 66, das ist eine jener Straßen, deren Mythos niemanden kalt lässt. Freiheit, Weite, pures Amerika: Das kam auch mir als erstes in den Sinn, als wir in Chicago zu unserem Roadtrip auf der Route 66 durch Illinois aufbrachen. Route 66 und Illinois? Richtig, die berühmteste und älteste Ost-West-Verbindung der USA beginnt eben nicht an der Ostküste, wie ich fälschlicherweise immer dachte, sondern in Chicago, Illinois, und führt durch Bundesstaaten wie Missouri und Texas bis nach Kalifornien.
In diesem Artikel nehme ich euch mit auf unseren USA Roadtrip auf der Route 66 in Illinois – und ich kann vorab verraten: Nach so vielen wunderbaren Begegnungen auf unserem Weg durch Illinois wäre ich am liebsten einfach endlos weitergefahren wie Bob Waldmire, mein heimlicher Held der Route 66!
#1 Chicago: Der Beginn der Route 66 in Illinois
Die Route 66 beginnt tatsächlich mitten in Chicago gegenüber dem Art Institute Chicago, unweit der berühmten Skulptur The Bean. Auf der East Adams Street zwischen der Wabash Avenue und der Michigan Avenue befindet sich der Anfang der Route 66.
Wenn man es nicht weiß, läuft man an dem diskreten Straßenschild, in den Hochhausschluchten von Chicago glatt vorbei! In der Nähe ist übrigens schon der erste Pflichtsstopp auf der Route 66:
Im legendären Lou Mitchell’s, dem ältesten Diner der Stadt, kann man sich in originaler Vintage-Diner Atmosphäre auf den Roadtrip einstimmen. Das Essen ist typisch amerikanisches Diner-Food: Schwer und viel. Geschmacklich hat es mich nicht vom Hocker gerissen, aber die rustikale Atmosphäre hat alles wett gemacht.
Chicago ist übrigens eine der wenigen amerikanischen Städte, die mein Herz im Sturm erobert haben!
Mehr über Chicago findest du in folgenden Beiträgen:
#2 Joliet: Blues Brothers & Old State Prison an der Route 66 in Illinois
Echtes Roadtrip-Feeling schon wenige Autominuten später beim Verlassen der Stadt: die Weite des Mittleren Westen kommt schon ein wenig zum Vorschein. Die Route 66 in Illinois ist sowas von gespickt mit interessanten Sehenswürdigkeiten, dass der erste Halt nur 77km von Chicago entfernt ist. Joliet, Illinois, ist der Auftakt zu einer Reise voller Überraschungen und herzlicher Begegnungen: Die Route 66 lebt von ihren Geschichten!
Wie viele Geschichten die Old State Prison in Joliet wohl erzählen könnte? Das über 150 Jahre alte Staatsgefängnis, das bis 2002 noch in Betrieb war, ist nicht zu übersehen. Lange Zeit war der Zutritt verboten, die riesige Anlage verfiel.
Facts über die Route 66
1926 eröffnet
Länge: knapp 4000 km
Anfang: Chicago, Illinois – Ende: Santa Monica, Kalifornien
zieht sich durch Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien
heute komplett durch Interstate Highways ersetzt, die parallel zur alten Route 66 verlaufen
viele Teile sind heute verlassen
in Illinois wurde rund um die Route 66 viel restauriert
Heute finden dort Events und Führungen statt. Fun Fact: Das Gefängnis diente in vielen Serien (z.B. Prison Break) und Filmen (Blues Brothers) als Kulisse. Die Zelle aus dem Film Blues Brothers kann sogar besichtigt werden.
Mehr über unseren Besuch in der Joliet Prison, kurz bevor das Gefängnis der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde: Lost Place an der Route 66
Das Rialto Square Theatre von 1926 ist ein prachtvolles Theater, das auch tagsüber besichtigt werden kann.
Essen & Trinken in Joliet
Für einen Mittagsnack hielten wir in der MyGrain Brewery (man beachte das Wortspiel!), das sich im kürzlich restaurierten alten Bahnhof von Joliet befindet. Nicht-Fahrer und Bier-Liebhaber freuen sich über das im Haus gebraute Bier! Die kleine Brauanlage kann übrigens auf Nachfrage auch näher angeschaut werden, persönliche Führung inklusive: Wie überall in Illinois sind die Menschen unglaublich nett und aufgeschlossen!
Planst du eine Reise in die USA? In meinem USA Blog findest du viele Tipps & Inspirationen
#3 Wilmington: Gemini Giant & The Launching Pad
Kurz nach Joliet, in Wilmington, befindet sich der berühmte Gemini Giant! Der Gemini Giant ist einer der sogenannten „Muffler Men“, riesige Statuen, die als Werbefiguren für Geschäfte, Tankstellen und Lokale entlang der Route 66 genutzt wurden. Nebenan befindet sich das Launching Pad, ein ehemaliges Route 66-Lokal.
Nachdem es lange leer stand, haben die neuen Besitzer dort ein sehr charmantes Route 66 Welcome Center eingerichtet, in dem man mit Hilfen von vielen originalen Fotos und Exponaten in den Erinnerungen an die gute alte Route 66 schwelgen kann.
Wie überall sind die Menschen hier stolz und erzählen gerne von ihrem Leben an der Route 66, so auch Launching-Pad-Besitzer Tully, der sofort mit seiner Begeisterung ansteckt. Für ein echtes Tourifoto tauchte dann zum Abschluss sogar noch der örtliche Sheriff auf, der sofort bereitwillig und fröhlich mit uns fotografieren ließ – die amerikanische Herzlichkeit ist einmalig.
#4 Pontiac: Route 66 Sehenswürdigkeiten, Street Art & mein Held Bob Waldmire
Pontiac hat zwar viel mit der Route 66 und Autos zu tun – dennoch leitet sich der Name nicht von der Automarke, sondern von einem Indianerhäuptling ab. Auf den ersten Blick eine etwas verschlafene Kleinstadt, dennoch gab es so viel zu sehen, dass wir hier fast einen kompletten Tag verbrachten! Was man sich in Pontiac anschauen sollte:
Route 66 Hall of Fame Museum
Im Route 66 Hall of Fame Museum machte ich Bekanntschaft mit der Geschichte um Bob Waldmire – den man in Instagram-Zeiten wohl am besten mit dem Hashtag #vanlife beschreiben könnte.
Der Van von Bob Waldmire: Ein absolutes Unikat!Auch innen noch im Originalzustand: Kreatives Chaos voller Route 66 Andenken.Der ältere VW Bulli von Bob Waldmire, der auch im Museum zu sehen ist, schaffte es sogar in einen Pixar Film.
In seinem Van, der auf dem Hof des Museums besichtigt werden kann, fuhr er Zeit seines Lebens die komplette Route 66 von Illinois bis Kalifornien auf und ab. Er lebte einfach und im Einklang mit der Natur und verdiente Geld mit seiner Kunst. In mühevoller Kleinarbeit kritzelte er u.a. Route 66 Reiseführer, bis er im hohen Alter an Krebs verstarb. Sein Wahlspruch:
I didn’t want to learn anything, so I became a traveling artist.
Bob Waldmire
International Walldog Mural & Sign Art Exhibit
Die Murals der Walldogs, einer Gruppe von Street Art-Künstlen, sind in ganz Pontiac zu sehen. Eine interessante Ausstellung dazu ist im Route 66 Museum integriert. Das berühmteste Mural befindet sich an der Rückseite des Route 66 Museums: Nicht verpassen!
Pontiac-Oakland Automobile Museum
Hauptsächlich wunderschöne Oldtimer aus der goldenen Zeit der Route 66, aber auch jede Menge Vintage-Flair. Wer noch etwas Zeit hat, sollte auch noch einen Blick in das Pontiac Automobile Museum werfen!
Dongbai International Airbrush Art School
Vor einigen Jahren kam Dong Bai, ein chinesischer Künstler, aus Peking nach Pontiac – und blieb, weil es ihm so gut gefiel. Heute gibt er in seinem Atelier Airbrush-Kurse, verkauft seine Bilder, malt aber auch Porträts, wie das des Bürgermeisters, der uns voller Stolz ob so viel Internationalität nach Ladenschluss Dongs Atelier präsentierte – er hat ja auch den Schlüssel, die beiden sind befreundet. Ganz easy ist das hier. Amerikanische Kleinstadtidylle pur – da geht einem das Herz auf.
Essen & Trinken in Pontiac
Bei Bernardi’s, schräg vom Livingston County Courthouse, gibt es Italienische Küche – amerikanisch serviert: Die Gänge sind breit, nicht ohne Grund, denn zum Hauptgang für mehrere Personen wird ein riesiger Klapptisch herangetragen, auf dem die riesigen Teller drapiert und zwischengeparkt werden. Portionen gigantisch.
Im The Cup and the Scone gibt es Kaffee mit Familienanschluss: Die Inhaber sind unglaublich herzlich, und wer mag, ist auch immer gern zu den regelmäßigen stattfindenden Spieleabenden eingeladen.
#5 Springfield, Illinois: Abraham Lincoln & die originale Route 66
Für Amerikaner ist Springfield sowas wie ein Wallfahrtsort der Moderne: Hier wirkte Abraham Lincoln, einer der beliebtesten US-Präsidenten überhaupt und Vater des modernen Amerika. Unter ihm wurde die Sklaverei abgeschafft! In Springfield gibt es aber nicht nur Abraham Lincoln Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern auch sonst hält die Haupstadt von Illinois (nein, es ist nicht Chicago!) viel Route 66- und Midwest-Flair bereit!
Lincoln Sehenswürdigkeiten in Springfield
Nicht verpassen sollte man Abraham Lincoln’s Haus und das Mausoleum (an der Nase der Lincoln-Statue davor zu reiben, soll Glück bringen!) Im Abraham Lincoln Presidential Museum erhält man einen sehr guten geschichtlichen Überblick (das Kino besuchen – sehr faszinierend!).
Original Route 66: Historic Brick Road bei Springfield
Etwas außerhalb von Springfield (Snell Road and Curran Road, Auburn, IL) befindet sich zwischen Maisfeldern noch ein original erhaltenes Teilstück der Route 66! Unglaublich, dass die Route 66 ursprünglich nur mit dicken Backsteinen gepflastert war. Das Stück ist übrigens befahrbar. Unbedingt anschauen für echtes Route 66 Feeling!
Essen & Trinken in Springfield
Außerdem wichtig: Platz lassen im Magen für Springfield’s berühmte Spezialitäten: Cozy Dogs und Horseshoe Sandwiches sind typisches Route 66 Essen.
#6 Pink Elephant Antique Mall in Livingston, IL: Vintage Shopping an der Route 66
Spätestens jetzt ist man wirklich im Route 66 Fieber – und da kommt ein Shoppingparadies wie die Pink Elephant Antique Mall gerade recht! Hier gibt es alles an Vintagezeug und Route 66 Memorabilia, was man sich nur erträumen kann. Alte Werbeschilder, Langspielplatten, Möbel… die Liste ist endlos. Ich habe dort eine funktionstüchtige, pastellfarbene Schreibmaschine zum Schnäppchenpreis erstanden und die verwunderten Blicke der Security-Mitarbeiter am Flughafen, als ich meine Schreibmaschine neben dem Macbook auf das Laufband packte, waren Gold wert.
Tipp: Fasziniert dich das Route 66 Flair? Dann wird dir dieser Artikel über Amarillo, Texas, gut gefallen – denn auch dort verläuft die historische Route 66!
#7 Cahokia Mounds: Ein präkolumbisches Rätsel
Lange blieben die Cahokia Mounds unentdeckt. Man wunderte sich einfach nicht über die gleichmäßigen, hohen Hügel in der ansonsten flachen Landschaft – waren sie ja schon immer da. Bis Archäologen in den 1960er Jahren hier eine der größten präkolumbischen Städte nördlich von Mexiko fanden: Tausende Menschen lebten damals in Cahokia. Die Bedeutung der Hügel, der Cahokia Mounds, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Zum Teil dienten die flachen Hügel als Baugrund für herrschaftlichere Behausungen, aber auch als Begräbnisstätten.
#8 Alton: Berühmte Männer & die größte Ketchup-Flasche der Welt
Alton ist die letzte Station an der Route 66 in Illinois. Für seine Größe hat das kleine Alton am Mississippi (ja, hier fühlt es schon richtig nach Südstaaten und Mississippi-Flusskreuzfahrten auf Raddampfern an!) schon jede Menge berühmte Söhne: Der eine, Miles Davis, war zwar recht klein, aber einer der größten Jazz-Trompeter der Welt und der andere, Robert Wadlow, war mit 2,72m tatsächlich der größte je lebende Mensch der Welt. Noch größer allerdings ist die größte Ketchup-Flasche (oder wie man hier sagt: Catsup) der Welt! Die Wassertürme sind typisch für den Mittleren Westen der USA und eine damalige Ketchup-Fabrik in Collinsville baute ihren einfach in Form einer Ketchup-Flasche!
Übrigens: Alton wird von vielen als spritueller Ort angesehen. Mark Twain bezeichnete Alton einmal als düstere Kleinstadt am Mississippi! Hohe Kriminalität und die Wirren des Bürgerkrieges (in der Region verlief die Grenze zwischen Norden und Südstaaten) taten ihr übriges.
Von düster ist heute nichts mehr zu sehen – aber man kann sich heute mittels einer geführten Tour auf die Spuren des „Haunted Alton“ begeben. In der McPike Mansion werden Führungen und Geisterbeschwörungen angeboten – hört sich skurril an, aber spätestens im atmosphärischen Gewölbekeller fand ich, dass man die besondere Energie des Hauses nicht abstreiten kann.
Essen & Trinken in Alton
Fast Eddie’s Bon Air Ob für feucht-fröhliche Junggesellenabschiede oder ein gemütliches Nachmittagsbier: Das Fast Eddie’s Bon Air ist eine Institution! Das Essen ist gut günstig und die Bierauswahl riesig.
Gentelin’s on Broadway Das Kontrastprogramm für den Abend: Das Gentelin’s on Broadway bietet feine Küche und die besten Cocktails, die in einem Mini-Shaker am Tisch serviert werden.
Übernachten in Alton
Für Alton habe ich einen ganz besonderen Tipp: In der Beall Mansion übernachtest du in einer eleganten Stadtvilla, liebevoll eingerichtet und bei bester Verpflegung. Ein indivuelles Spa-Programm mit Massage kann ebenfalls gebucht werden. Absolute Empfehlung für das romantische Flair und gelungener Abschluss eines aufregenden Roadtrips.
Kann man mit dem Chicago City Pass wirklich Geld sparen? Chicago ist ein beliebtes Reiseziel für Städtereisen in den USA. Aber klappert man wirklich alle Sehenswürdigkeiten ab, kann das Sightseeing in Chicago schnell teuer werden. Als gute Möglichkeit Geld zu sparen, wird häufig der Chicago City Pass beworben. Nur: Lohnt es sich wirklich? Ich vergleiche hier in diesem Artikel für euch, bei welchen Sehenswürdigkeiten in Chicago ihr sparen könnt.
Mit dem Chicago City Pass ist der Eintritt auf beide Top-Aussichtspunkte in Chicago inklusive! Der Wilis Tower ist DIE Sehenswürdigkeit in Chicago! Vom Skydeck ganz oben hast du eine fantastische Sicht über Chicago und den Lake Michigan!
Früher hieß der Willis Tower übrigens mal Sears Tower, nach dem Unternehmen, das das Gebäude bauen ließ, und war bei seiner Einweihung 1974 sogar der höchste Wolkenkratzer der Welt. Mittlerweile ist er nach dem One World Trade Center in New York „nur“ noch das zweithöchste Gebäude der USA, aber hey, ich kann euch sagen, das ist schon hoch genug!
An guten Tagen kann man vier Bundesstaaten gleichzeitig sehen und Chicago mit seinen 2 Millionen Einwohner sieht absolut winzig aus.
Auf dem Skydeck Chicago sind übrigens vier Glasbalkone, die Ledges, angebracht – komplett aus Glas: Wände, Decke, Boden! Die Fläche ist ca. 2×3 Meter groß. Wenn man also einen Schritt vortritt, steht man komplett auf Glas. Unter einem: Über 90 Stockwerke! Ich dachte übrigens, ich würde mich nicht trauen – aber die Vorstellung, Hunderte Meter über der Straße nur auf einem Glasboden zu stehen, ist so skurril und unglaublich, dass meine Bedenken sofort verflogen.
Allein schon wegen der Glasbalkone lohnt sich ein Besuch!
Vorteil mit dem ChicagoCityPass: Der CityPass berechtigt nicht nur zu einem, sondern gleich zu ZWEI Eintritten auf das Skydeck am gleichen Tag. Zusätzlich zum regulären Eintritt tagsüber bekommt man noch einen Eintritt für abends ab 18 on top, damit sich auch Chicago bei Nacht anschauen kann! Besonders zum Fotografieren empfehlenswert.
#2 Art Institute Chicago / Adler Planetarium
Mit dem Chicago City Pass musst Du Dich entscheiden: Kunst oder Wissenschaft? Der Chicago City Pass berechtigt zum Eintritt ins Art Institute Chicago oder ins Adler Planetarium.
Art Institute Chicago
Das Art Institute Chicago ist im Umfang seiner Sammlung außergewöhnlich: Von Byzantinischer Kunst bis zeitgenössischer Fotografie findet man hier alles. Um die gesamte Ausstellung zu sehen, braucht es garantiert einen Tag. Es macht also Sinn, sich vorher zu überlegen, was man sich gerne anschauen möchte, bevor man von soviel Kunst erschlagen wird. Ich wollte unbedingt „Nighthawks“ von Edward Hopper sehen, und auch wenn einem der Name nichts sagt – das Bild kennt jeder. Und es gibt wohl kaum ein Bild, das als so ur-amerikanisch wahrgenommen wird.
Der Eintritt ist mit 25$ sehr teuer, aber auch gerechtfertigt – die Sammlung ist fantastisch, und auch laufende Ausstellungen sind immer wieder interessant und abwechslungsreich. Der hilfreiche Audio-Guide kostet nochmal ebenfalls extra!
Regulärer Preis 25$ + 7$ Audio-Guide = 32 $
Adler Planetarium
Das Adler Planetarium ist die Sightseeingattraktion in Chicago für alle Weltall-Begeistertern. Hier kann man sich eine alte Weltraumkapsel sowie viele andere interessante Exponate zum Thema Raumfahrt ansehen.
Empfehlenswert sind auch die Filmvorführungen (Sky Shows)! Ohne diese ist das Planetarium nur halb so spannend!
Regulärer Preis Eintritt + 2 Sky Shows 35$
Werbung / *Affiliatelinks
#3 Field Museum
Das Field Museum of Natural History ist eines der best besuchtesten Museen der USA! Als Naturkundemuseum ist es weltweit bekannt und hat eine der größten naturwissenschaftlichen und anthropologischen Sammlungen. Hier kannst Du den besterhaltensten Tyrannosaurus Rex bestaunen, der je gefunden wurde!
Regulärer Preis All-Access Pass 40$
#4 Shedd Aquarium
Das Shedd Aquarium ist das größte überdachte Aquarium der Welt und existiert schon seit 1929! Hier kannst Du wahrlich in die Unterwasserwelt eintauchen und alle Meerestiere, Amphibien und Insekten von Seepferdchen bis Belugawalen live erleben!
#5 360 Chicago Observation Deck / Museum of Science and Industry
Wer nicht nochmal auf eine Aussichtsplattform möchte, hat hier die Wahl: Alternativ zum 360 Chicago kann man auch das Museum of Science and Industry besuchen!
360 Chicago Observation Deck
Das 360 Chicago Observation Deck befindet sich im John Hancock Center mitten auf der Magnificent Mile, also direkt mittendrin!
Besonders neben der natürlich fantastischen Aussicht ist TILT: Bodentiefe Panoramafenster, an die man sich lehnt und gemeinsam mit dem Fenster nach vorne kippt!
TILT kostet zusätzlich 8$, für Chicago City Pass Inhaber auch noch 7$. Außerdem gibt es auch hier ein Day/Night Paket, das ist aber nicht im Chicago City Pass inkludiert.
Regulärer Preis 360 Chicago 25 $
Museum of Science and Industry
Das Museum of Science and Industry ist das größte Wissenschaftsmuseum in den USA. Hier gibt es spannende und interaktive Ausstellungen zum Thema Wissenschaft. Nicht nur Kinder und Nerds kommen in diesem aufwendig gestalteten Museum auf ihre Kosten!Nachteil: Das Museum of Science and Industry liegt ziemlich weit entfernt von allen anderen Sehenswürdigkeiten südlich der Innenstadt. Wer also nicht viel Zeit hat, wählt besser das 360 Chicago.
Regulärer Preis 19,95 $
Vor- und Nachteile des Chicago City Pass:
Vorteile:
Lange Gültigkeit Der Chicago City Pass kann bis zu einem Jahr nach Kauf verwendet werden. Du kannst also weit im voraus planen, bist aber trotzdem flexibel.
Lange Nutzungsdauer Ab dem ersten Verwendungstag ist der Chicago City Pass 9 Tage gültig, das ist mehr, als die meisten überhaupt in der Stadt bleiben! So kannst du dir in Ruhe alles anschauen, ohne Hektik!
Sofort ausdruckbar bzw. Handy-Tickets Du brauchst nicht unbedingt das Couponheft – du kannst dir den Chicago City Pass gleich nach dem Kauf ausdrucken oder auf dem Handy abspeichern. In den Attraktionen zeigst du nur dann dein Smartphone vor.
Alle wichtige Sehenswürdigkeiten Der Chicago City Pass deckt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Chicago ab, also alles, was du dir wahrscheinlich eh anschauen willst!
Schneller Einlass An manchen Attraktionen kommst Du mit dem Chicago City Pass schneller rein
Nachteile:
Überflüssige Optionen Der Chicago City Pass enthält einige Optionen, die man vielleicht nicht unbedingt beim Einzelkauf dazubuchen würde, wie z.B. die Sky Shows im Adler Planetarium oder den Audio-Guide im Art Institute
Nicht überall Fast Track Da, wo es wirklich interessant wäre, nämlich bei der Fahrt rauf auf das Skydeck, hat man mit dem Chicago City Pass keinen schnellen Zugang über den Fast Track Eingang. Der Fast Pass kostet mit Chicago City Pass 30 $ (normal: 75 $). Wer es eilig hat, sollte diesen Betrag noch zusätzlich einkakulieren.
Fazit: Lohnt sich der Chicago City Pass?
Ich empfehle den Chicago City Pass allen, die zum ersten Mal und für mehrere Tage in Chicago sind! Auf meiner Bucket List für Chicago standen zum Beispiel eh das Skydeck, das Art Institute und das 360 Chicago! Allein dafür hätte ich ohne Pass 105 $ bezahlt – der Chicago City Pass kostet 108 $.
Der Chicago City Pass lohnt sich für Erstbesucher und mehrtägige Reisen!
Mit 3 von 5 Attraktionen hat man den Preis also raus (bis auf 3 $). Da man ganze 9 Tage Zeit hat, die anderen beiden Gutscheine einzulösen und zwei weitere tolle (und sonst teure!) Sehenswürdigkeiten zu erkunden, lohnt sich der Chicago City Pass!
Was es auf der Route 66 in Illinois alles zu sehen gibt! Ich hätte noch Wochen damit verbringen können, „The Mother of Roads“ entlang zu fahren und kleine und große Städte und ihre Geschichten zu entdecken. Diese Reise war einfach voller Überraschungen, so wie in Joliet, wo ich mich plötzlich ganz unerwartet in einem faszinierenden Lost Place wiederfand: Im alten Gefängnis von Joliet, der Old Joliet Prison.
Joliet, der Heritage Corridor und die Route 66
Unser allererster Stopp ab Chicago, wo die berühmte Route 66 startet, war Joliet, nur wenige Kilometer entfernt. Joliet ist Teil des Heritage Corridors, eines Gebiet rund den Illinois-and-Michigan-Kanal, der die Großen Seen ab Chicago mit dem Mississippi verbindet. Der Heritage Corridor ist vor allem beliebtes Naherholungsgebiet mit vielen Möglichkeiten für Outdooraktivitäten. Im Joliet Area Historical Museum und dem dazugehörigen Route 66 Welcome Center, das die Geschichte der Gegend zeigt, kann man sich übrigens wunderbar auf eine Fahrt entlang der Route 66 einstimmen.
Lost Place: Der Geheimtipp Old Joliet Prison
Die eigentliche Attraktion aber – und wirklich erst seit kurzer Zeit für Besucher überhaupt offiziell zugänglich – ist das alte Joliet Correctional Center (auch: Illinois State Penitentiary), ein 1858 erbautes Gefängnis, das bis sage und schreibe 2002 noch in Betrieb war. Dann eröffnete das neue Gefängnis gegenüber, Insassen und Wärter zogen um. Zurück blieb ein verlassenes Gebäude, dem Verfall überlassen – und mittlerweile ein Traum für alle Fotografen auf der Suche nach stimmungsvollen Lost Places.
Das alte Gefängnis in Joliet – Wie kommt man rein?
Das Betreten ohne Erlaubnis ist natürlich streng verboten, aber mittlerweile hat die Stadtverwaltung dem steigenden Interesse nachgegeben und bietet geführte Touren an.
Die Old Joliet Prison, war aber auch schon zu Betriebszeiten eine beliebte Kulisse, nicht nur für Fotos, sondern auch für große Hollywood-Filme und Serien! Stolz zeigte uns unserer Tourguide die Zelle von John Belushi aus Blues Brothers, und wir durften nicht weiter, ohne vorher ein Tourifoto von uns in der Zelle schiessen zu lassen. Aber auch in neueren Produktionen ist die Old Joliet Prison ein beliebter Drehort!
Wenn du die Serie „Prison Break“ geschaut hast, wird dir die Gefängnisanlage bekannt vorkommen: Die Old Joliet Prison diente auch hier als Set! In der Serie bekam das Gefängnis den Namen „Fox River State Penitentiary„, in der eine der beiden Hauptfiguren Lincoln Burrows zu Unrecht eine Haftstrafe verbüßt, während sein Bruder Michael Scofield alles daran setzt, ihn zu befreien.
Altes Gefängnis – viele Geschichten
An vielen Stellen spürt man noch immer eine bedrückende Atmosphäre. Viele Zellen sind noch im Originalzustand, wie sie verlassen wurden, Gitterstäbe und die kalte, metallene Sanitäreinrichtung sind in den Zellen noch vorhanden. Und wenn man überlegt, dass hier noch vor nicht mal 20 Jahren noch Häftlinge einsaßen, läuft einem ein Schauer über den Rücken.
Zusammen mit der ruinenartigen Abrissstimmung in der gesamten Anlage entsteht eine wirklich düstere Umgebung, und man möchte gar nicht wissen, wie viele gruselige Geschichten diese dicken Gemäuer schon miterlebt haben.
Old Joliet Prison: Lohnt es sich?
Als Fotokulisse sowieso einmalig, war der Besuch der Joliet Prison absolut sehenswert. Aufgrund des maroden Zustandes und der unklaren weiteren Nutzung des riesigen Areals erkundigt euch vorher unbedingt über den derzeitigen Stand der Dinge. Und: Kommt nicht auf dumme Ideen, das Gefängnis auf eigene Faust zu besuchen, das Gelände wird durch die örtliche Polizei überwacht. Sonst könnt ihr das aktuelle Staatsgefängnis gegenüber gleich mitbesichtigen, da kennen die Amerikaner keinen Spaß 🙂
What to see on Route 66 in Illinois! I could have spent weeks more driving along „The Mother of Roads“ and discovering small and large towns and their stories. This trip was just full of surprises, like in Joliet, where I suddenly found myself quite unexpectedly in a fascinating lost place: the Old Joliet Prison.
Joliet, the Heritage Corridor and Route 66
Our very first stop from Chicago, where the famous Route 66 starts, was Joliet, just a few miles away. Joliet is part of the Heritage Corridor, an area around the Illinois and Michigan canal that connects the Great Lakes from Chicago to the Mississippi River. The Heritage Corridor is primarily a popular recreation area with many opportunities for outdoor activities. By the way, the Joliet Area Historical Museum and its Route 66 Welcome Center, which showcases the history of the area, are a great way to get in the mood for a drive along Route 66.
But the real attraction – and really only recently officially open to visitors at all – is the old Joliet Correctional Center (also: Illinois State Penitentiary), a prison built in 1858 that was still in operation until 2002, believe it or not. Then the new prison opened across the street, inmates and guards moved. What remained was an abandoned building, left to decay – and now a dream for all photographers in search of atmospheric lost places.
The old jail in Joliet – How to get in?
Entering without permission is, of course, strictly forbidden, but in the meantime the city administration has given in to the increasing interest and offers guided tours.
The Old Joliet Prison, however, was a popular setting even when it was in operation, not only for photos, but also for major Hollywood movies and series! Our tour guide proudly showed us John Belushi’s cell from Blues Brothers, and we were not allowed to go any further without first having a photo taken of us in the cell.
Old prison – many stories
It felt a bit macabre, because you can still sense an oppressive atmosphere somehow. Many cells are still in their original condition as they were left, with bars and the cold, metal sanitary equipment still there. A shiver ran down my spine by the thought that 20 years ago prisoners have still been incarcerated here.
The atmosphere throughout the facility is gloomy, and I wouldn’t want to know how many creepy stories these thick walls have witnessed.
Old Joliet Prison: Is it worth it?
Unique as a photo backdrop anyway, the visit to Joliet Prison was absolutely worth seeing. Due to the dilapidated condition and the unclear further use of the huge area, be sure to inquire about the current state of affairs beforehand. And: Don’t get any stupid ideas to visit the prison on your own, the area is monitored by the local police. You don’t want to end up in the other prison across the road 🙂
300 Kilometer von Chicago entfernt liegt Springfield, Illinois, einer der geschichtsträchtigsten Ort der USA überhaupt. Und nein, es ist nicht das Springfield der Simpsons: Das heißt nur so, weil Springfield einer der häufigsten Namen für Kleinstädte in den USA ist. Dieses Springfield hier ist zum einen die Hauptstadt des Bundesstaates Illinois (nicht Chicago, wer hätte das gedacht?) und zum anderen die Wirkungsstätte des wohl bedeutendsten US-Präsidenten: Abraham Lincoln. Durch Springfield führt auch die historische Route 66, da war ein Stopp in Springfield auf unserem Route 66 Roadtrip ein absolutes Muss für die volle Ladung amerikanische Geschichte.
Springfield Illinois: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Geschichte klingt sowieso schon immer so dröge – und was hat man als Europäer schon mit amerikanischer Geschichte am Hut? Ganz Springfield, Illinois, dreht sich um Abraham Lincoln, da gibt es kein Entkommen, und auf den ersten Blick scheint die Stadt, die für Amerikaner so bedeutungsvoll ist, nur mäßig interessant für unsereins. Von wegen!
Erstens: Lincoln war echt eine tolle Persönlichkeit, die nicht nur Amerika, sondern auch die Welt verändert hat. Und zweitens: Springfield, Illinois, ist eine charmante Stadt und die Lincoln-Attraktionen sind so wunderbar gestaltet, dass man selbst als Kulturbanause begeistert ist. Und nebenbei lernt man auch noch was. (Übrigens habe ich wie so oft auf dieser Reise gedacht, dass so ein Roadtrip auch eine schöne Reise für Familien ist: Viele Museen und Sehenswürdigkeiten sind kinderfreundlich gestaltet und Kinder sind im familienorientierten Illinois sowieso immer willkommen!)
Abraham Lincoln Presidential Library & Museum
Das ausschließlich dem Leben und Wirken Abraham Lincolns gewidmetem Museum ist eine Mischung aus interaktiver Ausstellung und Multimedia-Vorführungen. Mag anfangs vielleicht sehr amerikanisch nach Walt Disney aussehen, ist aber sehr informativ und toll gemacht.
Die Vorführung „Ghosts of the Library“ im Holavision Theatre nicht verpassen – und nachher darüber rätseln, ob der Erzähler ein Hologramm war oder doch in echt auf der Bühne stand. Und unbedingt nach kostümierten Wärtern Ausschau halten: die sind Teil der Ausstellung und tragen spontan im Museum verteilt Stücke vor!
Im Old State Capitol in Springfield, das von 1840 bis 1876 als Abgeordnetenhaus von Illinois fungierte, ging Abraham Lincoln Zeit seines Lebens als Politiker und Anwalt ein und aus. Heute kann man dort noch alle Säle inklusive Einrichtung aus der damaligen Zeit besichtigen. 1858 kündigte genau hier Abraham Lincoln seine Präsidentschaftskandidatur an, und 2007 folgte ihm der damalige Senator von Illinois: Barack Obama.
Hier kann man sich in einer Art Freilichtmuseum das Wohnhaus von Abraham Lincoln ansehen, in dem er bis zu seiner Wahl zum Präsidenten wohnte. Das Wohnhaus wurde aufwendig restauriert und in den Zustand zu Lincolns Lebzeiten versetzt. Aber nicht nur das Wohnhaus von Lincoln wurde erhalten, sondern auch der ganze Straßenzug von Springfield, Illinois.
Und mithilfe der allgegenwärtigen Schauspieler, die das Leben zur damaligen Zeit zeigen, ist das ganze Gelände wie eine Zeitreise! Mit Glück begegnet man sogar einem täuschend echten Abraham Lincoln, der immer mal wieder die Straße entlang spaziert.
Abraham Lincoln wurde auf dem Oak Ridge Cemetery begraben, welcher dadurch einer der meistbesuchten Friedhöfe der USA ist. Nicht vergessen: Unbedingt die Nase der Lincoln-Büste vor dem Eingang des Mausoleums rubbeln, das soll Glück bringen! Der blank geschrubbten Nase nach ist das wohl richtig beliebt und für kleine Leute wie mich gibt’s sogar noch ’nen Hocker davor, damit man auch gut rankommt!
Vom vielen Reiben blank: Die Nase von Abraham Lincoln.
Ein paar Lincoln Facts:
Abraham Lincolm war von 1861 bis 1865 Präsident der USA
der erste US-Präsident, der bei einem Attentat starb
Gegner der Sklaverei, was zum Sezessionskrieg zwischen dem liberalen Norden und den Sklaven haltenden Südstaaten führte (hallo Fackeln im Sturm mit Patrick Swayze – na, wer erinnert sich?)
gewann den Bürgerkrieg, führte Norden und Süden wieder zusammen und sorgte für das Ende der Sklaverei in allen Staaten
lebte mit seiner Familie in Springfield, Illinois, wo er sich als Anwalt und Politiker seine Karriere begann
Springfield hat aber auch außerhalb der Lincoln-Stätten einiges zu bieten, so dass man mindestens einen vollen Tag dafür einplant, besser noch zwei Tage! Was man sonst noch alles gesehen haben sollte:
Illinois State Capitol
1877 eingeweiht, dient das Illinois State Capitol noch immer als Abgeordnetenhaus von Illinois. Die schon von weitem sichtbare Kuppel ist über 100 Meter hoch (sogar höher als das Kapitol in Washington, DC!) und wirklich spektakulär, gerade auch durch die niedrige Bebauung der Kleinstadt Springfield. (Obwohl Springfield die Hauptstadt von Illinois ist, hat es nur schnuckelige 115.000 Einwohner!)
Den ganzen Tag über finden Touren statt, bei denen man die Abgeordnetenkammer mit den beeindruckendsten Kristalllüstern besichtigen kann – je nach Verfügbarkeit. Auch die riesige Kuppel ist von innen noch einmal sehenswerter – ich konnte nach so viel Kleinstadtidylle unterwegs auf der Route 66 gar nicht fassen, plötzlich so viel pompöse Architektur zu sehen. Wirklich beeindruckend.
Frank Lloyd Wright war einer der bekanntesten amerikanischen Architekten des letzten Jahrhunderts: Er entwarf zum Beispiel das Guggenheim Museum in New York. Mit seinen „Prairie Houses“ schuf er den Begriff der „organischen Architektur“, bei der sich Häuser und Gebäude nahtlos in Landschaft, Kunst und Kultur einfügen sollten.
Eines dieser Prairie Houses ist das Haus von Susan Lawrence Dana: Viel Holz, unerwartet dunkel, aber für sein Baujahr (1902) ungeheuer visionär. 35 Zimmer, verteilt auf 3 Etagen und 16 Zwischenetagen insgesamt. Wilde Partys sollen hier stattgefunden haben. Ach ja, und ’ne Bowlingbahn gibt auch noch, direkt hinterm Hauseingang.
Essen und Trinken in Springfield: Die besten Locations
In Springfield, Illinois, gibt es so einige Locations, die man unbedingt auf seinem Route-66-Trip mitnehmen sollte! Amerikanischer wird’s nämlich nicht. Und wie auch im Rest von Illinois findet man hier zahlreiche „Maker“: Kreative Kleinunternehmer aus Handwerk, Handel und Landwirtschaft – fair produziert, lokal und nachhaltig. Alle sind zusammengeschlossen in einem öffentlichen Programm namens Illinois Made.
Auf unserem Roadtrip durch Illinois haben wir immer mal wieder einige kennengelernt, Café- und Restaurantbetreiber, Mikrobrauereien oder Handwerker – und es ist beeindruckend, mit welchem Enthusiasmus diese kleinen Unternehmen bei der Sache sind.
Custom Cup Coffee
Hier wird der Kaffee vor Ort geröstet – und man kann sogar dabei zuschauen! Bei Interesse werden alle Fragen zum Thema Kaffee beantwortet. Die Betreiber von Custom Cup Coffee legen Wert auf fair gehandelten Kaffee und kennen einen Großteil der Lieferanten aus aller Welt persönlich. Und neben fantastischem Kaffee und sympathischem Service gibt es die geilsten Apfel-Zimt-Bacon-Taschen überhaupt.
Route 66 Motorheads Bar
Die Route 66 Motorheads Bar ist nicht nur die klassische Route 66 Trucker Bar am Straßenrand, sondern gleichzeitig auch ein Museum mit Oldtimern vor der Tür, Vintageschildern innen und außen und viel Neon. Im Schuppen nebenan kann man nicht nur noch mehr Stücke bewundern, sondern auch beim Restaurieren zusehen. Übrigens: Ein absolut fantastischer Fotospot!
Cozy Dog Drive In
Wirkliches Must-See auf der Route 66: Im Cozy Dog Drive In wurde der Cozy Dog erfunden, ein im Teigmantel frittiertes Hotdog-Würstchen am Spieß. Hört sich skandalös fettig an, isses auch, aber auch irgendwie lecker. Eine Portion mit Pommes für zwei reicht – wie auch sonst überall – locker für vier. Die Portionen sind riesig.
Der Cozy Dog Drive In ist eine Route-66-Institution. Hierhin kommen seit 1949 Jung und Alt, und nicht nur Touristen! Die Atmosphäre ist herzlich-familiär, jeder kennt jeden, und alle kennen Bob Waldmire: Die Route-66-Legende, über die es im Route-66 Hall of Fame and Museum in Pontiac eine ganze Ausstellung gibt, ist der Sohn des Gründers, Ed Waldmire. Der Cozy Dog Drive In ist übrigens immer noch in Familienhand und wird mittlerweile von einem der Enkel Eds betrieben.
Engrained Brewery & Restaurant
Bei Engrained wird gebraut, was das Zeug hält: Wer mag, bestellt sich direkt eine Kollektion aus mehreren Bieren, fünf Stück, auf einem Holzbrett serviert. Ich kann es nur empfehlen, denn eins ist leckerer als das andere. Aus den Getreideüberbleibseln aus der Bierproduktion macht Engrained übrigens den Teig für ihre Flatbread Pizzas, da wird nix verschwendet!
Und hier gibt es ebenfalls das für Springfield, Illinois, typische Horseshoe Sandwich: Ein Toastbrot mit einem fetten Burgerpatty, darüber Pommes ohne Ende und das Ganze getoppt mit Käsesauce. Die Portion wie immer: riesig. Wem das zu viel ist, der bestellt einen Ponyshoe. Nicht, dass es einen großen Unterschied machen würde: So oder so, von der Diät muss man sich auf der Route 66 bei Bier, Horseshoes und Cozy Dogs eh langsam verabschieden.
Praktische Tipps für einen Besuch in Springfield, Illinois
Für Springfield sollte man genug Zeit einplanen, es gibt viel zu sehen. Es lohnt sich also, in Springfield einen Zwischenstopp einzulegen und hier zu übernachten. In der Stadt gibt es einige große Hotels mit guten Übernachtungsmöglichkeiten, darunter das Wyndham Springfield City Centre. Von außen ein auffälliges Hochhaus, dem einige Bürger in Springfield dafür einen anzüglichen Spitznamen verliehen haben, hat es einen großen Vorteil: Von hier aus hat man in den oberen Etagen den besten Blick über die Stadt und das State Capitol. Unbedingt nach dem Zimmerblick in Richtung Zentrum fragen.
Springfield lässt sich übrigens von Chicago auch mit dem Zug erreichen, falls man kein Auto mieten möchte – aber vor Ort ist man tatsächlich oft besser mit dem Auto unterwegs, da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht besonders gut ausgebaut sind und einige Locations ziemlich weit voneinander entfernt sind.
Diese Recherchereise wurdevon Enjoy Illinoisunterstützt.
Route 66. Schon allein der Name ruft die verschiedensten Assoziationen hervor: Ich träume von Freiheit, endlosen Straßen durch den Mittleren Westen Amerikas und fahren, fahren, fahren in die Weite eines Landes, das mir mit jedem Besuch rätselhafter und faszinierender zugleich erscheint. Wusstet ihr eigentlich, dass die Route 66 mitten im Herzen von Chicago startet? Bei The Bean um die Ecke sozusagen? So lassen sich ein paar Tage Chicago perfekt mit einem kurzen Ausflug entlang der Route 66 verbinden: Ein richtig amerikanischer Roadtrip! Wie im Film halt. Das stand schon immer irgendwie auf meiner Muss-ich-unbedingt-im-Leben-gesehen-haben-Liste.
Der Charme des Mittleren Westens
Ab Chicago kann man durch ganz Illinois der alten Route 66 folgen, und es fühlt sich an wie eine Zeitreise durch das Amerika des letzten Jahrhunderts. Jeder Ort entlang der Route 66 in Illinois hat seinen eigenen Charme und seine eigene Geschichte in Verbindung mit der Straße, die nicht nur das Land, sondern auch das Leben der Menschen durchkreuzte. Und diese waren es auch, die diesen Roadtrip so besonders gemacht haben.
Schon in Chicago fiel mir die unvergleichliche Freundlichkeit der Leute auf. Der ruppige Berliner in mir war ganz irritiert, als sich mehr als nur einmal wildfremde Menschen vor mich warfen, nur um mir die Tür aufzuhalten. Oder spontane High-Fives mit Schuhverkäufern, die meine Schuhe bewunderten. Oder fremde Frauen, die einem mitten auf der Straße zurufen: „I love your skirt!“ Einfach so. Weil man was Nettes ja auch laut sagen kann, statt nur verstohlen zu gucken. Überhaupt: Nett sein ist hier die Grundausstattung fürs Leben. Und dabei waren wir immer noch in einer anonymen Großstadt!
Das Ganze sollte aber noch erstaunlicher werden, als wir auf unserem Roadtrip die Stadt verliessen. Erschreckend schnell wurde aus Großstadt Land: Chicago selbst hat nur 2,7 Millionen Einwohner, und der Rest drumherum verteilt sich so gut, dass man relativ schnell das Gefühl hat, bereits auf dem platten Land zu sein, wenn man mit dem Auto die Stadt verlässt.
Und hier erreicht einen wirklich die positive Energie und Lebensfreude des Mittleren Westens. Nicht einmal, nicht ein verdammtes einziges Mal, hatte ich auf unserem Roadtrip das Gefühl, auf schlecht gelaunte oder unfreundliche Menschen zu treffen. Es war verrückt, nahezu unwirklich. Im Gegenteil, die Freude, seine Stadt, seine Route 66, seinen Mittleren Westen zu zeigen, war allen ein Herzensgeste – und dieser Ausbund an positiver Lebenseinstellung und reiner, echter Freude war so mitreißend, dass ich zum ersten Mal wirklich verstand, warum Menschen von Amerika so fasziniert sind.
Route 66 – eine Straße voll amerikanischer Geschichte
Eigentlich gibt es die Route 66 als offizielle Straße gar nicht mehr. Denn irgendwann hatte niemand mehr Lust auf fast 4000 Kilometer Kopfsteinplaster und/oder einspurige Landstrassen: Die Route 66 wurde schon 1926 als wichtigste Ost-West-Verbindung in Betrieb genommen.
Was damals eine Revolution für die Infrastruktur war, reichte irgendwann dem zunehmendem Verkehr nicht mehr aus. Die Route 66 wurde mehrfach verlegt und umgebaut, bis sie an den meisten Stellen durch Interstate Highways ersetzt wurde. Was blieb, war der Mythos. Zusammen mit den skurrilen Geschichten, den herzlichen Menschen und den vielen Raststätten und Läden entlang der Straße, die mit den auffälligsten Schildern und verrücktesten Bauten vorbeifahrende Autos lockten.
*Transparenz: Ich wurde zu Recherchezwecken von Enjoy Illinois auf diese Reise eingeladen.
Chicago ist das absolute Foodie-Paradies! Restauraunts, Bars, Cafés ohne Ende! In den USA bekommt man nur schlechtes Essen? Nicht in Chicago… die Recherche für diesen Food Guide Chicago war wirklich nicht schwer. Ich muss ja zugeben, dass ich in den USA oft Schwierigkeiten habe, was die Essensbeschaffung angeht. Burger&Co. sind sicherlich ab und zu okay, aber immer wieder Frittiertes, übersalzenes Essen, wenig frisches Obst und Gemüse und keine geschmackliche Abwechslung ist auf Dauer langweilig. In Großstädten findet man dann doch noch Alternativen, wie gewohnt teuer, aber wenig spektakulär bzw. den Preis auch wert. Chicago dagegen ist ein Paradies für alle, die gerne lecker essen und trinken: Hier reiht sich ein gutes Restaurant an das nächste, genauso wie tolle Bars mit sehr guten Bartendern. Eine kleine Auswahl habe ich euch hier mitgebracht: Meine besten Restaurants aus Chicago – Klassiker und neue Trends!
1) Gino’s East: Originale Chicago Deep Dish Pizza
Die Deep Dish Pizza ist wohl das berühmteste Chicagoer Gericht. Von italienischen Einwanderern erfunden, gehört die Deep Dish Pizza zu Chicago wie der Willis Tower. Ohne einmal eine Deep Dish Pizza probiert zu haben, sollte man Chicago eigentlich nicht verlassen. Dabei ist die Deep Dish Pizza so ganz anders als die herkömmliche italienische Pizza.
Sie ist erstens kleiner und viel höher, ähnlich einer Quiche, und zweitens in anderer Reihenfolge belegt, nämlich fast genau andersherum. Der Teig ist durch das enthaltene Maismehl gelblich und ist eher eine Mischung aus Blätter- und Mürbeteig. Der Käse kommt ganz unten auf die Pizza, Tomatensoße und andere Beläge obenauf. Geschnitten wird die Pizza in Viertel, und beim Anschneiden zieht der reichlich vorhandene Käse Unmengen an Fäden, wenn man das Pizzastück anhebt.
Tipp für Pizzafans Auf dieser Foodtour lernst du alles über die berühmte Deep Dish Pizza und kannst verschiedene Sorten probieren: Buche hier deine Pizza-Tour*
Gino’s East ist seit 1966 einer der Institutionen in Chicago, was Deep Dish Pizza angeht! Das Besondere an dieser Location ist allerdings nicht nur die Pizza, sondern die Tatsache, dass jeder Gast zur Pizza einen Edding ausgeliehen bekommt, mit dem er sich irgendwo an einem der Wände in diesem sich über mehrere Etagen erstreckende Lokal verewigen kann! Und nichts wird von den Betreibern überstrichen! Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr groß, dass man sein Kunstwerk beim nächsten Besuch auch wiederfindet, vorausgesetzt, man hat sich in dem ganzen Kritzel-Wirrwarr noch einigermaßen die Stelle gemerkt: das komplette Lokal ist nämlich von oben bis unten bekritzelt!
Richtig amerikanisch gibt’s in Chicago auch – und zwar wirklich richtig! Das Lou Mitchell’s liegt genau am Ende der berühmten Route 66 (der Anfang liegt in der Parallelstraße, da beide Straßen Einbahnstraßen sind) und ist ein klassisches amerikanisches Diner. Das Essen ist authentisch, wie gewohnt amerikanisch schwer, und vielleicht daher auch nicht jedermanns Sache. Was mich allerdings viel mehr beeindruckt hat als das Essen (und deswegen habe ich es auch hier in die Liste aufgenommen) ist die absolut authentische American-Diner-Atmosphäre mit einer echten Retro-Einrichtung und Kaffee bis zum Abwinken. Einen besseren Ort, um einen Roadtrip entlang der Route 66 zu starten, gibt es eigentlich nicht!
Wie auch schon bei der Pizza, war mir vorher gar nicht bewusst, dass es einen Hot Dog im Chicago-Style gibt, der in Chicago an jeder Ecke zu bekommen ist und viel beliebter ist als die herkömmlichen Varianten mit Röstzwiebeln oder Sauerkraut.
Im Biergarten am Navy Pier gibt es einen besonders leckeren Hot Dog – meint man gar nicht! Da gibt’s nämlich noch die fantastische Aussicht auf den Lake Michigan und die Skyline von Chicago gratis dazu. Auf den Chicago Hot Dog kommt übrigens allerlei Frisches: weiße Zwiebelwürfel, viele Tomatenstückchen, Gewürzgurken, Senf und eingelegtes Gemüse. Das Brötchen ist mit Mohn bestreut, das Würstchen nur aus Rindfleisch. Bunt und lecker! Und: Ketchup ist ein absolutes No-Go beim Chicago-Style Hot Dog!
4) Hugo’s Frog Bar & Fish House: Froschschenkel, Steaks und Seafood
Ja, ich hab’s echt getan: Ich habe Froschschenkel gegessen. Und was soll ich sagen? Schmeckt wie Hühnchen! Natürlich! 🙂 Hugo’s Frog Bar ist die Institution in Chicago für Froschschenkel, der französische Einfluss halt, irgendwie haben alle Küchen dieser Welt ihre Spuren in Chicago hinterlassen. Hugo’s ist etwas hochpreisiger, dafür aber auch unschlagbar, was die Qualität angeht. Fisch esse ich sowieso liebend gerne, Meeresfrüchte wie Krabben und Muscheln eher weniger, aber bei Hugo’s habe ich sogar Königskrabben mit Freuden gegessen.
Hugo’s Frog Bar & Fish House gehört übrigens zum besten Steakhaus der Stadt, Gibson’s (gleich nebenan), und serviert für Nicht-Fisch-Fans auch bestes Black-Angus-Rind. Mein Filet war göttlich! Das Ambiente ist ebenfalls klassisch amerikanisch, aber halt in schön… Große Bar, viel dunkles Holz, Tische mit karierten Tischdecken und aufmerksamer Service. Vorsicht bei den Desserts: Eine Portion reicht locker für fünf – oder man nimmt den Rest in der Doggy Bag mit und kann am nächsten Tag noch Gäste zum Kaffee einladen.
Ein Soho House ist immer auch eine Garantie für ein schönes Café. In Chicago findet sich im Erdgeschoss des Soho HouseThe Allis, schön zum Kaffeetrinken, Frühstück oder Afternoon Tea. Die Einrichtung ist irgendwas zwischen englischer Bibliothek und amerikanischem Clubhaus, gemütlich aber null angestaubt. Kaffee trinken und staunen.
6) Dove’s Luncheonette: Chicago Blues & Soul aus den 70ern
Noch ein Diner. Diesmal aber eine gelungene Symbiose aus Retrolook und moderner Tex-Mex-Küche. Die Einrichtung mit Holzvertäfelungen und Jukebox versetzen einen umgehend in die 70er Jahre. Dazu ist die Küche modern: Keine überladenen Teller, wie man es vielleicht sonst von mexikanischer Küche in den USA gewohnt ist, viele frische Zutaten und ungewöhnliche Kombinationen.
Dove’s Luncheonette liegt in Wicker Park gleich unter der CTA Station Damen. In der Gegend gibt es übrigens jede Menge spannende Lokale, und direkt um die Ecke ist die Milwaukee Avenue, eine richtig nette Einkaufsstraße, in der man kleinere Boutiquen, aber auch größere Filialen wie Urban Outfitters findet. Perfekt, wenn man keine Lust auf Shopping Malls oder das geschäftige Treiben rund um die Michigan Avenue in Downtown hat.
Chicago hat natürlich noch viel mehr zu bieten, aber ich denke, das ist eine schöne Auswahl, die gut die Bandbreite der Möglichkeiten repräsentiert. Selber entdecken macht auch Spaß – hier noch ein paar Gegenden, in denen man tolle Lokale findet:
West Loop: ein ehemaliges Industriegebiet, rund um den Fulton Market und entlang der Randolph Street finden sich jede Menge tolle Lokale, auch abends eine nette Ausgehmeile. Einmal im Jahr findet das Food Festival „Taste of Randolph“ mit viel Musik und Essen der umliegenden Lokale statt.
Wicker Park: rund um die Station „Damen“, entlang der Milwaukee Avenue und der Division Street
rund um den Logan Square
und natürlich Downtown
Mehr Artikel über Chicago und Illinois auf einen Blick:
Willst du im Sommer nach Chicago? Städtereisen in die USA gehen eigentlich das ganze Jahr über, aber hier in diesem Artikel habe ich dir speziell ein paar sommerliche Ideen zusammengetragen! Und keine Sorge, auch im Sommer ist Chicago richtig spannend!
Beim Abschied letztes Mal von Chicago wurde ich tatsächlich sehr sentimental: Nur 24 Stunden hatten gereicht, mich von dieser Stadt faszinieren zu lassen. Vielleicht auch, weil ich ohne große Erwartungen dort landete.
Chicago: Der Geheimtipp unter amerikanischen Großstädten
Wer hat schon Chicago als coole Stadt auf’m Schirm? Während dieser Zeit, in der ich ausnahmsweise Lang- statt Kurzstrecke geflogen bin, war ich oft in den USA. Das nie wirklich gerne: die Flüge waren sowieso anstrengend, die Ruhezeit kurz und wenn man schon als eigentlicher Berlin-Langschläfer ungewohnterweise schon um vier Uhr morgens jetlagbedingt senkrecht im Hotelbett steht, dann nimmt der folgende halbe freie Tag schon keinen guten Anfang.
Und überhaupt gab es nicht viel, was mich an den Zielen in den USA reizte: Sicherlich – es war toll, mal Boston, Washington oder Denver kennenzulernen, von New York (das ich zwar schon kannte, doch von New York kriegt man/ich einfach nie genug) und Miami ganz zu schweigen. Aber New York ist nun mal New York, und Miami – naja, das war mit meinen südamerikanischen Wurzeln eher wie ein Heimatbesuch als das große Amerika.
Nur Chicago hatte mich zum Ende meines Langstreckengastspiels gepackt und das irgendwie ganz unerwartet. Auf meiner persönlichen Muss-ich-mal-gesehen-haben-Landkarte war Chicago nie existent – doch dann entpuppte es sich als eine so tolle Stadt, dass ich gar nicht mehr weg wollte: Großartige Architektur, eine Skyline und Großstadtflair fast wie in New York, tolle Museen, riesige Shoppingtempel und trotzdem eine freundliche, nahezu herzliche Atmosphäre, überall wo man hinkommt. Der miesepetrige Berliner in mir war irritiert und begeistert zugleich. Der Abschied war wie zu erwarten schwer, ich wäre zu gerne noch 1-2 Tage länger geblieben, aber im Dienst fragt einen ja keiner. Der Pick-Up wartet, los, los, ab zum Flughafen, zurück nach Deutschland. Und ich wusste: Ich war bestimmt nicht zum letzten Mal hier. Wie der Zufall es so wollte, landete ich fast ein Jahr später wieder in Chicago – und diesmal musste ich nicht wieder nach 24 Stunden zurück. Eins vorweg: An meiner Begeisterung für die Stadt hat sich nichts geändert.
Chicago als Sommer-Destination: Städtereise in die USA
Chicago kann im Winter eiskalt und mehr als ungemütlich werden – der Sommer ist dafür umso schöner. Grundsätzlich muss man in Chicago für sämtliche Wetterkapriolen gerüstet sein. Innerhalb weniger Tage änderte sich das Wetter von windig und regnerisch zur schlimmsten Hitzewelle mit offizieller Wetterwarnung. Aber die ständigen extremen Wetterwechsel schienen niemandem die gute Laune zu rauben und mehr als einmal hörte ich den allgemeinen Standardspruch zum Wetter:
Wenn du dir in Chicago anderes Wetter wünschst, wechsele einfach die Straßenseite!
Und so genießen alle den Sommer in Chicago: Mit freien Konzerten und Events überall, Straßenfesten, Strandleben (ja, kleine Strandabschnitte am Lake Michigan gibt’s auch fast mitten in der Stadt) oder einfach nur Grillen im Vorgarten.
Was kann man im Sommer in Chicago unternehmen? Einige Tipps.
Die Liste an Sehenswürdigkeiten und „Things to do“ in Chicago ist lang. Speziell im Sommer gibt es noch viel mehr Outdoor-Möglichkeiten, daher sind dies nur ein paar Vorschläge, um den Aufenthalt in Chicago zu gestalten.
Millenium Park – Konzerte für lau und ein Foto vor „The Bean“
The Bean heißt eigentlich Cloud Gate und ist eine Skulptur von Sir Anish Kapoor. Schnell wurde The Bean nach seiner Fertigstellung 2006 zum Wahrzeichen der Stadt und heute kloppen sich Scharen von Touristen tagtäglich davor, um das beste Foto zusammen mit The Bean zu ergattern. Ich natürlich auch, denn The Bean hat mich schon beim letzten Mal Chicago beeindruckt. Die Spiegelungen von Menschen, Skyline und Himmel auf der blank polierten Oberfläche sind einfach faszinierend.
Nebenan, im Jay Pritzker Pavilion, einem Open-Air-Gelände, und den angrenzenden Parks gibt es den gesamten Sommer hindurch kostenlose(!) Konzerte und Musikfestivals von Jazz über House bis Reggae, dazu noch allerlei Events wie morgendlichem Yoga oder Urban Gardening Projekten. Ein Blick in das jährliche Sommer-Programm des Millennium Parks lohnt sich!
Straßenfeste ohne Ende: Raus in die Kieze von Chicago!
Nicht nur mitten in der Stadt wird der Sommer gefeiert, auch in den einzelnen Stadtteilen und Bezirken von Chicago finden immer wieder Outdoor-Events statt. Chicago ist wahrlich ein Schmelztiegel vieler verschiedener Kulturen und jede einzelne feiert sich mit einem eigenen Event, so bekommt man den Eindruck. Bemerkenswert daran fand ich, das viele Einwandererfamilien in Chicago bereits seit mehreren Generationen in Chicago leben und immer noch ihre eigene Kultur pflegen – ohne sich dabei abzukapseln. Im Herzen sind alle auch Chicagoer – und diese Gemeinsamkeit spürt man. Auch in Bezug auf das multikulterelle Miteinander ist die Atmosphäre in Chicago wirklich einzigartig.
In Humboldt Park fand zum Beispiel das Puerto Rican Festival statt – Paraden, Autokorsos, ein Park voller Kirmesbuden und Salsa und Reggaeton an jeder Ecke. Einladend und offen für alle.
Oder es gibt Foodfestivals wie das „Taste of Randolph“ in West Loop. Dieser Stadtteil war früher Gewerbegebiet, mit Lagerhallen und Fabriken, ist aber in den letzten Jahren zum absoluten Food-Mekka (die Chicagoer lieben gutes Essen sowas von) und Hipster-Stadtteil mutiert.
Rund um den Fulton Market und entlang der Randolph Street gibt es die tollsten Restaurants und Bars; so viele, dass man garantiert einige Wochen bräuchte, um sich da durchzuprobieren. Das „Taste of Randolph“ ist daher die beste Gelegenheit. Alle dieser Restaurants sind mit einem Essensstand vertreten und bieten ihre besten Gerichte zum kleinen Preis an. Dazu gibt’s Bühnen mit richtiger guter Musik – und wieder mal: einer absolut einladenden und entspannten Atmosphäre. Die sind einfach herzlich, diese Chicagoer.
Mit dem Segway durch die Parks von Chicago
Wenn man die ganzen Skyline-Fotos von Chicago sieht, scheint es unglaublich, dass es mitten in dieser Stadt große Grünflächen gibt. Aber so wie beim Central Park in New York hat man auch in Chicago wert darauf gelegt, mitten in der Stadt große Parks wie den Grant Park, der den Millennium Park beherbergt, oder den Lincoln Park mit seinem kostenlosen (!) Zoo zu unterhalten.
Den Grant Park und die folgenden Grünflächen entlang des Ufer des Lake Michigan habe ich mit dem Segway erkundet – was rückblickend gesehen trotz der hohen Temperaturen echt eine gute Idee war. Zum einen kühlt der Fahrtwind ein bisschen, zum anderen ist die ganze Anlage so riesig, dass man zu Fuss lange unterwegs wäre. Außerdem ist die gesamte Strecke relativ flach und gut asphaltiert. Segway fahren ist innerhalb weniger Minuten gelernt und macht jede Menge Spaß!
Eine Stadt wie Chicago schaut man sich am besten von oben an – dafür gibt es zwei besondere Spots: den Willis Tower (früher Sears Tower und mal das höchste Gebäude der Welt) oder das 360 Chicago Observation Deck auf dem John Hancock Tower mitten auf der Michigan Avenue, der Haupteinkaufsstraße Magnificent Mile. Beide bieten bei gutem Wetter tolle Aussichten auf ganz Chicago und den Lake Michigan – und beide Locations haben noch ein extra Gimmick! Auf dem Skydeck des Willis Tower gibt es vier vollverglaste Austritte und im 360 Chicago kann man sich auf schräge Panoramafenster legen, die nach vorne kippen.
Früh kommen lohnt sich, die Aussicht ist besser und man erspart sich lange Warteschlangen, vor allem im Sommer. Auch der Sonnenuntergang von einer der Aussichtsplattformen ist sehenswert. Der Eintritt ist leider relativ happig, aber mit einem Chicago City Pass kannst du die Reisekasse schonen. Am besten du vergleichst einfach: Lohnt sich der Chicago City Pass? (Erfahrung & Preise)
Willst Du noch mehr über Chicago lesen? Hier findest du mehr:
The 606 – Outdoor-Geheimtipp in Wicker Park
Die Stadtteile in Chicago sind definitiv eine Erkundungstour wert. Gegenden wie Wicker Park, Bucktown, Logan Square oder Boystown haben alle ihren eigenen Charme und man kann durchaus einen ganzen Tag damit verbringen, sich einzelne Stadtteile näher anzusehen. Wicker Park hat zum Beispiel jede Menge toller Cafés und Restaurants, bei denen man bei sommerlichen Temperaturen auch draußen sitzen kann (kommt mir als Klimaanlagenvermeider immer sehr entgegen!). Und kleine, feine Läden. Und zwischendurch Street Art. Die perfekte Umgebung also für einen chilligen Tag in Chicago!
Wer nach den Parks in Downtown noch mehr Lust hat auf Outdoor, der sollte sich in Wicker Park den 606 Trail ansehen – eine relative gut versteckte alte Hochbahntrasse, die ähnlich der Highline in New York zum Naherholungsgebiet umfunktioniert wurde. Die Zugänge sind auf Anhieb schwer zu finden und Touristen zieht es weniger her, aber ist man einmal oben, sieht man Chicagos Wohngebiete mal von einer anderen Perspektive. Schöner Kontrast zum geschäftigen Zentrum! Wie man am besten hinkommt: Webseite des 606 Trails.
Mit dem Boot, Bus und Bahn durch Chicago
Weil’s letztes Mal so schön war, und um mich an diesen tollen Tag nochmal zu erinnern, habe ich dieses Mal wieder eine Bootstour gemacht. Die Möglichkeit durch die Wolkenkratzer fast hindurchfahren zu können, ist einmalig.
Die Architektur-Bootstour* ist wirklich sehr gut und hebt sich sehr von üblichen Touristentouren ab. Die Guides haben wirklich ein breites Architekturwissen – und ich wäre vor meinem ersten Besuch niemals auf die Idee gekommen, dass Chicago architektonisch so interessant ist! Wer sich doch nicht so für Architektur interessiert, dem empfehle ich wenigstens eine klassische Bootstour durch Chicago, um wenigstens einmal Chicago vom Lake Michigan aus zu sehen – der Blick auf die Skyline vom Wasser aus ist einmalig.
Für das Fortkommen innerhalb der Stadt kann man einfach eines der Water Taxis nehmen. Die sind kleiner, meist nie überlaufen, und mit einem Tagespass für nur 10 Dollar kann man die Stadt erkunden wie mit einem Hop-On-Hop-Off-Bus! Die Water Taxis halten nämlich an allen wichtigen Punkten des Chicago River. Zusammen mit einem CTA Tagesticket für ebenfalls nur 10 Dollar, mit dem man alle öffentlichen Busse, U- und Hoch-Bahnen (inklusive der, die rundherum ums Zentrum fährt, The Loop, und tolle Aussichten bereithält!) nutzen kann, ist das die perfekte Kombination.
Ein Hotel oder eine Übernachtungsmöglichkeit ist in einer Stadt wie Chicago kein Problem – nur leider eben sehr teuer. Was sich aber auch bei dieser fantastischen Stadt wirklich lohnt.
Hier ein paar selbst getestete Hotel-Vorschläge:
Low Budget mit authentischem Charme: Freehand Chicago, mittendrin und mit einer sensationell guten Bar nicht nur für Hotelgäste ausgestattet Riesiger Hotelklassiker mit beeindruckendem Ballsaal als Eingangshalle: Hilton Chicago an der Michigan Avenue Direkt auf der Magnificent Mile: das Warwick Allerton Chicago verbindet Großstadtflair mit klassischem Luxus
Auf die Reise nach Chicago und Illinois wurde ich von Enjoy Illinois eingeladen. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt – ich war ohnehin schon vorher von Chicago begeistert 🙂
Chicagos Architektur ist einfach bemerkenswert: Die unterschiedlichsten Stile der Moderne mischen sich hier wild untereinander. Das fällt auch Nicht-Architekturinteressierten schnell auf. Am besten kann man die kunstvollen Wolkenkratzer vom Boot aus beobachten: Ich verrate dir, welche Bootstour du bei deiner Reise nach Chicago nicht auslassen solltest!
Bootstour in Chicago: Architektur im Schnelldurchlauf
Auf dem Chicago River, der mitten durch die Stadt fließt, fahren reguläre Wassertaxis – aber es gibt auch Bootstouren verschiedener Anbieter, bei denen man sich in Ruhe Chicago vom Wasser aus anschauen kann. Besonders empfehlenswert ist die Architektur-Bootstour durch Chicago, dort erhält man auch von Chicago-Insidern jede Menge interessante Infos über Chicagos Architektur!
Mein Talent fürs Speed-Sightseeing habe ich zwar fast zur Perfektion gebracht, aber ein halber Tag in Chicago mit Jetlag im Kopf war eine echte Herausforderung. Ich erkunde Städte ja gerne zu Fuß oder mit dem Rad (wenn es denn geht). In Layovern nach Langstreckenflügen hat mich dann immer mehr nach faulem Herumgefahrenwerden gelüstet – so dass ich oft in irgendwelchen roten Hop-On-Hop-Off-Touristenbussen endete. Aber in Chicago empfahl mir eine Kollegin die Architektur-Bootstour – und das klang auch sehr entspannt.
Chicago: Architektur in der Second City
Von Chicago selbst wusste ich wenig. Dass Chicago so unterbewertet wird, ist aber wohl nix Neues. Sagt auch Chicagos Spitzname: „The Second City“. Second, weil immer im Schatten von New York. Irgendwie schlagen Chicago und New York ja auch in dieselbe Bresche: große Stadt, geschichtsträchtig (für amerikanische Verhältnisse), riesige Wolkenkratzer. Aber irgendwie eben nix Markantes, was wirklich jeder auf der Welt kennt: kein Empire State Building, keine Freiheitsstatue, kein Big Apple. Oder fällt dir spontan was zu Chicago ein?
Und dabei hat Chicago so viel zu bieten! Der Lake Michigan, der eigentlich eher Meer als See ist. Die berühmte Pan Pizza (von der ich kein Stück probiert habe, eine Schande!). Gangsterstories aus alten Zeiten. Kunst! Kunst! Kunst! Und: Architektur. Und die guckt man sich am besten auf einer Bootstour an.
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Chicagos Architektur vom Schiff aus
Ich hatte es ja schon angedeutet: Die Langstrecke macht sightseeingfaul. Wie soll man sich auch noch fortbewegen, wenn man in zweieinhalb Tagen einmal um die halbe Welt fliegt, und den Großteil mit Arbeit verbringt. Für Chicago kann ich daher wärmstens eine Bootstour empfehlen. Bei gutem Wetter natürlich. Das in Chicago zugegebenermaßen auch etwas übel werden kann – denn Chicago hat noch einen anderen Spitznamen: The Windy City. Und der Wind dort kann einen ganz schön umhauen. In unserem Fall hat der Chicago-Wind nur die letzten Wölkchen weggefegt und uns mit wirklich absolut fantastischem megablauem Himmel belohnt! Kein Wunder, dass meine Begeisterung für Chicago sofort entflammte.
Die Bootsfahrt lockte. Und enttäuschte nicht. Wir wählten die besagte Architekturbootstour durch die Hochhäuserschluchten Chicagos. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich so mit den einzelnen riesigen Wolkenkratzern befasst hätte, wenn ich einfach nur mit Nackenstarre vom Hochgucken durch die Straßen getigert wäre. Viele der Gebäude sind einfach imposant, war Chicago doch vor über hundert Jahren die Wiege der Wolkenkratzer. Von wegen New York! Ha!
Buckingham Fountain: Der berühmte Brunnen
Kleine Anekdote zum Schluss: Auf der Rückfahrt zum Hotel schwärmte uns unser Fahrer von seiner Heimatstadt Chicago vor, und uns wurde klar, wie viel wir trotz des tollen Tages nicht von der Stadt gesehen haben. Mit Hingabe zählte er alle Attraktionen von Chicago auf. Nix von alledem kam uns bekannt vor. Bis wir am Buckingham-Brunnen vorbeifuhren, einem riesigen freistehenden Brunnen, sofort sangen wir als Kinder der 90er die Titelmusik von „Eine schrecklich nette Familie“ – und unser Fahrer konnte es nicht fassen, dass sich von seinem Chicago bei uns in Deutschland nur Al Bundy ins Gedächtnis gebrannt hat.