Malaysia, wo fängt man da nur an? Ich bin ja die beste Reiseplanerin überhaupt. Nicht. Während andere sich schon Monate vorher ausgeklügelte Routen ausgedacht und ganze Tage durchgeplant haben, weiß ich ungefähr mit Glück drei Tage vorher, in welche Richtung ich überhaupt aufbreche. Ich hasse Planen. Und so wusste ich über Malaysia auch nur das, was ich noch im Schnelldurchgang aus dem Reiseführer rauslesen konnte. War nicht viel. Egal, ganz unvorbelastet mit eigenen Augen erleben ist eh spannender und so erkundete ich die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kuala Lumpur.
Kuala Lumpur Sehenswürdigkeiten & ein paar Facts
Ein paar grobe Fakten über Kuala Lumpur, bevor ich euch mit ein paar wirklich coolen Tipps für euren Kuala-Lumpur-Besuch versorge:
Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias und ist für eine asiatische Großstadt mit ca. 1,6 Millionen Einwohner eher mini
Die Petronas Towers sind DAS Wahrzeichen der Stadt und WAREN mal das höchste Gebäude der Welt, sind dafür aber immer noch die höchsten Zwillingstürme der Welt
Multikulti: In Kuala Lumpur leben wie auch im Rest Malaysias die verschiedensten Kulturen und Religionen auf engstem Raum: Chinesen, Malaien, Inder, Araber, Buddhisten, Muslime, Christen, Hindus – hier findet jeder seinen Platz.
Petronas Twin Towers
In Kuala Lumpur kommt man an den Petronas Towers nicht vorbei. Blitzblank poliert und mit interessanten Formdetails sind die Zwillingstürme ein außergewöhnliches Stück Architektur. Von der riesigen Höhe ganz abgesehen. Rauf kann man übrigens auch.
Planst du eine Malaysia Reise? Dann solltest du dir auch meinen Malaysia Blog mit vielen Infos & Inspirationen ansehen!
Merdeka Square
Ein bisschen was für Geschichtsinteressierte: Hier wurde 1957 erstmals die malaiische Flagge gehisst und die Unabhängigkeit von Großbritannien gefeiert. Eigentlich nur ein großer Rasen, war ja auch mal ein Cricket-Feld. Aber das Gebäude am Platz, das Sultan Abdul Samad Building, ist mit seinem riesigen Uhrturm, seinen ungewöhnlichen Wendeltreppen und seinen Arkaden ganz sehenswert.
Außerdem sind die beiden Touristeninformationen ein guter Grund, hier direkt vorbeizuschauen. Einmal das nationale Touristenbüro für ganz Malaysia im Sultan Abdul Samad Building und ein paar Meter um den Platz herum die Touristeninformation für Kuala Lumpur. Hier kann man sich mit wirklich sehr informativen Broschüren eindecken und die Mitarbeiter sind durchweg sehr nett und helfen gern mit Tipps.
Chinatown
In der Welt gibt es garantiert chinesischere und aufregendere Chinatowns als die in Kuala Lumpur. Trotzdem gibt’s hier einige tolle Tempel und ’nen schönen Indoormarkt, sollte man nicht verpassen:
Central Market
Hier gibt’s einige schöne Souvenirläden und -stände und in der oberen Etage einen guten und günstigen Foodcourt.
Sri Mahamariamman Tempel
Mitten im chinesischen Chinatown ein Hindu-Tempel – das ist Malaysia. In Multikulti macht denen keiner mehr was vor. Am Eingang gibt man die Schuhe ab, auch in Hindutempeln läuft man nur barfuß herum, und dann kann man sich den Tempel auch von innen anschauen. Auch hier gilt: Die klatschengen Hotpants werden besser verhüllt. Saris kann man sich vor Ort leihen.
Guan Di Tempel
Ein paar Meter weiter weg vom Hindutempel taucht man in eine ganz andere Welt ein. So schnell springt man hier in Malaysia von einer Weltreligion in die andere. Der Guan-Di-Tempel ist ein taoistischer Schrein, gewidmet dem Gott Guan Di, dem Schutzpatron der Kampfsportarten. Polizisten und Triaden kommen angeblich gleichermaßen hierher, um Schutz zu erbitten.
Petaling Street
Ich fand’s nicht so spektakulär, aber wer noch China-Schnickschnack, Teddy-Plastikblumensträuße und original unoriginale Louis-Vuitton-Taschen einkaufen will, der besucht noch die Petaling Street, eine überdachte Einkaufsmeile mitten in Chinatown und im Herzen des Viertels.
Jalan Alor Food Street
Der beste Ort für nächtliche Street-Food-Abenteuer ist die Jalan Alor. Hier gibt’s alles – vor allem aber auch viel chinesische Küche. Ein Restaurant reiht sich an das andere, Essensstände ohne Ende und ab und zu Livemusik.
Wer genug probiert hat, zieht danach weiter zur Changkat Bukit Bintang – eine Straße in der Nähe mit vielen Bars, Musik und Nightlife.
Batu Caves
Das absolute Tempel-Highlight! Ein Hindutempel mitten in eine riesige Felsspalte hineingeklöppelt! Die imposante Statue am Eingang weist den Weg: Steile Treppen führen hinauf in das Innerste der Batu Caves. Entlang der Treppen in den Bäumen leben Unmengen von Affen: Nicht füttern, kleine Teile (Kameras etc.) gut festhalten (Affen können echt gut klauen) und süß finden!
Im Tempel wurde übrigens gerade gebaut, und die Arbeiter freuen sich über Mithilfe, da der Tempel spendenfinanziert ist und keinen Eintritt kostet – am Eingang oben einfach einen Eimer Sand mitnehmen, an der Baustelle abstellen und beim Rausgehen einen leeren Eimer mitnehmen.
Rooftop-Bars sind immer eine gute Idee. Aber die Heli Lounge Bar ist echt einzigartig, nicht nur für Flieger. Ein ECHTER Helikopterlandeplatz (!) mitten in Kuala Lumpur auf einem unscheinbaren Hochhaus mit spektakulärem, unversperrtem Blick auf die funkelnden Petronas Twin Towers. Geländer? Gibt’s nicht. Frei wie ein Vogel über Kuala Lumpur – dazu Drinks vom Feinsten. Tagsüber wird der Helipad tatsächlich benutzt, aber nachts wird der Landeplatz zur ungewöhnlichsten Rooftopbar in Kuala Lumpur.
Ein bisschen teurer, etwas schwierig zu finden, da am Eingang unten kaum beschildert – lohnt aber definitiv. Unten ist die eigentliche Lounge Bar, aber über Treppen und schmale Metallstiegen geht’s rauf auf den Helipad mit der besten Aussicht überhaupt. Cooler geht’s wirklich nicht.
Adresse: auf dem Menara KH Hochhaus, 34.Etage, Jalan Sultan Ismail, geöffnet von montags bis samstags ab 18.00
Praktische Tipps für Anreise und Transport in Kuala Lumpur
Kuala Lumpur hat zwei Flughäfen: den Kuala Lumpur International Airport (KUL), KLIA genannt, und den Sultan Abdul Aziz Shah Airport (auch Subang Airport). Letzterer ist der ältere von beiden und liegt näher an der City, wird aber nur noch von drei kleineren malaysischen Airlines angeflogen (Berjaya Air, Malindo Air, Firefly). Von Deutschland aus gibt keinen Direktflug nach Kuala Lumpur (KUL) – ich bin ab Berlin mit Qatar Airways über Doha geflogen, das war die kürzeste Verbindung.
Das öffentliche Nahverkehrssystem in Kuala Lumpur ist mit U-Bahnen und Bussen sehr gut ausgestattet – allerdings habe ich es echt wenig genutzt, da ich in Kuala Lumpur endgültig zum totalen Uber- und Grab-Fan mutiert bin. Die beiden Dienste sind unschlagbar günstig und superpraktisch.
Was? Marrakesch hat ’nen Strand? Nicht ganz. Aber Essaouira ist nur gut zweieinhalb Autostunden von Marrakesch entfernt – für ein weitläufiges Land wie Marokko also um die Ecke. Und nach einem aufregenden und mitunter anstregenden Aufenthalt in Marrakesch war ich bereit für ein bisschen Entspannung.
Lohnt sich ein Ausflug nach Essaouira?
In vielen Marrakesch-Reiseführern ist Essaouira übrigens als Tagesausflug erwähnt. Ein Tag in Essaouira soll vollkommen reichen, mehr gäbe es eh nicht zu sehen. Allerdings sitzt man dann an einem Tag mindestens fünf Stunden für Hin- und Rückfahrt im Bus, und zum anderen ist ein halber Tag viel zu kurz für diesen schönen Ort. Falls du aber wenig Zeit hast, gibt es organisierte Touren; das nimmt dir wenigstens ein bisschen die Planung ab:
4 Dinge, die man in Essaouira sehen muss: Sehenswürdigkeiten in Essaouira
In Essaouira weht einfach ein anderer Wind. Uah. Was für ein Wortspiel. Aber es stimmt. In Essaouira ist es wesentlich frischer als in Marrakesch, aber die Seeluft ist einmalig. Sie fährt einem durch alle Poren, wischt den roten Staub der Altstadt von Marrakesch mit Inbrunst weg – und vor sich sieht man dieses Küstendorf, was nicht mehr nach rauem Meer und steifer Atlantikbrise aussehen könnte. Nicht ohne Grund trägt Essaouira auch den Spitznamen „Stadt der Winde„.
Tipp #1: Der Hafen von Essaouira – Mogador in Essaouira
Ein bisschen fühlt man sich wie bei Hitchcock’s „Die Vögel“, wenn gierige Möwenschwärme über einem kreisen; hungrig, zuweilen biestig und laut kreischend. Es ist Mittag. Die Fischer sind gerade im Hafen angekommen, breiten ihre frisch gefangene Ware auf improvisierten Tischen und manchmal auch nur auf einer Plastiktüte auf dem nackten Boden aus. Und was für Fische es gibt. Für Liebhaber von Meeresgetier ist das hier ein wahres Fest, frischeren Fisch bekommt man nirgendwo – aber überhaupt kann man in Essaouira gut und für kleines Geld essen.
Die Stimmung am Hafen ist wirklich besonders, und wenn man so auf einem der riesigen Felsen in der Bucht sitzt und sich so den Atlantikwind um die Ohren blasen lässt, fallen einem die kleinen Schönheitsfehler drumherum wie der leider gelegentlich aus den Wellen auftauchende Plastikmüll gar nicht auf.
Die beste Aussicht auf Altstadt und Meer hat man übrigens vom Mogador:
Tipp #2: Die Gassen der Altstadt
Essaouira ist recht übersichtlich, das stimmt. Dennoch kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag nur durch die Gassen der Altstadt treiben lassen – und sich an Essaouiras Charme erfreuen. Überall gibt es kleine hübsche Details zu entdecken. Wenn Du Interesse am Fotografieren entwickeln willst oder Motive suchen üben möchtest – dann fahr‘ nach Marokko!
Nachdem ich in Marrakesch bitter übers Ohr gehauen wurde, hier der ultimative Shoppingtipp für Dich: Vergiss Marrakesch! Alles, was es dort an schönen Lampen, Decken, Teppichen und anderem Schnickschnack gibt, findest Du auch in Essaouira – dann oft zu festen Preisen, die aber wirklich realistisch sind.
Mir hat in Marrakesch ein windiger Berber 40 Euro für ’ne olle Tagesdecke abgeknöpft! Das klang zwar zuerst nach einem guten Preis, hatten wir doch das scheinbar typische Berber-Verhandlungsritual mit viel Chi-Chi, warmen Worten und tränenreichen Stories von alten Frauen, die sich im kargen Atlasgebirge für einen Hungerlohn die Hände an den Decken wund weben, bei sagenhaften 250 Euro begonnen. Zwei-hundert-fünfzig!! Von 250 runter auf 40, das ist ja schon eine fast obszöne Spanne. Aber mein Gesicht, als ich die genau gleiche Decke für zehn (!) Euro in Essaouira gesehen habe, war unbezahlbar. Wir lernen also: Nix in Marrakesch kaufen! (Und ich bin mir sicher: Andere Städte, die noch weniger touristisch als Essaouira sind nochmal ’ne Runde attraktiver zum Einkaufen.) Weiterer Pluspunkt: Was nervige Verkäufer angeht, ist Essaouira das absolute Gegenteil von Marrakesch! Man wird nicht belästigt, viel seltener angesprochen und im allgemeinen ist die Stimmung diesbezüglich in Essaouira wesentlich entspannter.
Tipp #4: Die Strandpromenade von Essaouira
Außerhalb des Altstadtkerns befindet sich der lange, weite Strand von Essaouira. Zum Baden fand ich’s nicht besonders spannend, das Wasser ist relativ kühl und so richtiges Miami-South-Beach-Feeling will in Marokko als muslimischem Land einfach nicht aufkommen. Wassersportler allerdings werden begeistert sein, nicht umsonst ist die ganze Ecke hier ein totaler Hotspot für Surfer.
Abends und vor allem am Wochenende mutiert die Strandpromenade zur „Ausgehmeile“ von Essaouira mit Popcornwägen und Schneckenverkäufern, bei denen man sich direkt am Stand die frisch gekochten Minischnecken aus ihren Schneckenhäusern popeln und essen kann. Wer’s mag. Gute Gelegenheit jedenfalls, um ein bisschen originales Leben mitzubekommen – die Promenade ist auch für einheimische Familien ein beliebtes Ausflugsziel. Und es gibt die ein oder andere Lounge Bar, in der man wunderbaren Minztee bekommt: Pappsüß, aber lecker.
Praktische Tipps für Essaouira
Anreise: Wie kommt man von Marrakesch nach Essaouira?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, von Marrakech nach Essaouira zu kommen:
a) Privattaxi (am teuersten)
b) Im Rahmen eines gebuchten Ausflugs mit oder ohne Programm: Manche Touren machen dann noch unterwegs an Arganbäumen halt, auf denen Ziegen auf der Suche nach den Arganfrüchten in den Baumwipfeln hocken. Sieht lustig aus, aber seitdem ich mal gerüchteweise gehört habe, dass die Ziegen dort extra für die Touristen festgebunden werden, fand ich das auch nicht mehr spannend.
c) Mit dem Linienbus: Ab dem Bahnhof in Marrakesch fahren auch die Überlandbusse ab, die direkt nach Essaouira fahren und dort total praktisch vor den Toren der Altstadt halten. Die Tickets sind günstig, und der VIP-Bus am Vormittag ist mit WLAN und bequemen Sitzen sehr komfortabel.
Unterkunft in Essaouira
Im Maison du Sud schläft man in einem alten, verwinkelten Riad mitten in der Altstadt. Die Zimmer sind schon ziemlich abgewohnt, nichts Schönes, aber die Lage ist fantastisch und das Frühstücksambiente im Riad-typischen Innenhof einmalig.
Die richtige Kleidung
Pulli oder Jacke nicht vergessen! In Essaouira ist es um einige Grad kälter als in Marrakesch, und die steife Brise ist echt nicht zu unterschätzen, auch wenn die Wetter-App was von 30 Grad erzählt!
Marrakesch ist ein Traum aus tausendundeiner Nacht. Ich war Feuer und Flamme, als ich mich aufgemacht habe, die schönsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch zu erkunden. Allein als Frau in Marokko ist es aber nicht immer einfach! Am Ende des Artikels findest Du ein paar hilfreiche Marrakesch Tipps extra für Frauen!
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch
„Sind die Farben in Marokko wirklich so intensiv und schön, wie man immer sagt?“ fragte mich eine Freundin nach meiner Reise. Und ja, tatsächlich – die Farben, die Muster: Marokko und speziell Marrakesch sind ein absolutes Fest für die Augen. Überall gibt es Interessantes zu sehen, und es macht Spass, sich in den engen, verwinkelten Gassen der geschichtsträchtigen Medina zu verlieren und Neues zu entdecken. Wahrscheinlich hätte ich auch noch viel mehr Zeit an diesem einzigartigen Ort verbracht, wenn da nicht ein paar Sachen gewesen wären…
Place Djemaa el-Fna – Von Schlangenbeschwörern und marokkanischem Barbecue
Der Place Djemaa el-Fna ist der zentrale Punkt in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, und gleichzeitig der große Marktplatz, auf dem sich alles abspielt. Auch wenn man sich in den labyrinthartigen Gängen in der Altstadt verläuft, zum Place Djemma-el-Fna findet man irgendwie immer zurück. Der Platz ist riesig groß, um ihn herum einige Geschäfte und Cafés. Tagsüber ist wirklich nicht viel los – ein paar Saftstände hier und da, ein paar Henna-Malerinnen. Bis der Abend naht – dann kommt Bewegung auf den Platz. Und das jeden Abend!
Der Place Djemaa el Fna in Marrakesch: Bei Sonnenuntergang besonders schön.
Langsam füllt sich der vorher leere Platz mit Unmengen von Essensständen, an den denen Fleisch und Fisch auf den Grill kommen, Musikern und Schlangenbeschwörern. Marokkanische Volksfeststimmung! Am besten kann man das ganze Treiben von einer der Dachterrassen rund um den Platz beobachten. Keine Sorge, die Lokale sehen zwar alle sehr nach Touristenfalle aus, sind aber gar nicht so überteuert! Und man kann ganz ungestört 1-2 Stunden dort sitzen, den Sonnenuntergang beobachten und die Stimmung auf sich wirken.
Auf dem Platz selbst hingegen sollte man mit Umschauen und Gucken vorsichtig sein… Jeder Essensstand hat seine Touristenfänger gut postiert, die nicht locker lassen und unermüdlich mit ihren Speisekarten vor einem herumwedeln. Wirklich in Ruhe schauen ist unmöglich. Auch bei den Schlangenbeschwörern und Musikern ist Vorsicht geboten, zückt man die Kamera. Für jedes Foto wird nicht gerade unaggressiv ein Obolus eingefordert, wenn man nicht von selbst darauf kommt. Schließlich leben die Darsteller davon – also Spende oder kein Foto. Wer dann auch kein Herz für Tiere hat, kann noch Fotos mit Affen, die an Ketten gehalten werden und dämliche Verkleidungen wie Tutus und Sonnenbrillen tragen müssen, machen.
Jardin Majorelle – die Gärten von Yves Saint Laurent
Der Jardin Majorelle war eigentlich immer das erste, was mir bei Marrakesch in den Sinn kam. Exotische Pflanzen, mittendrin ein Haus in sattem Mondrianblau (schon wieder diese Farben!) und die Symbiose zwischen Orient und Moderne. Ganz so geflasht war ich dann doch nicht. Der Garten an sich ist kleiner als in meiner Vorstellung und leider war das Yves Saint Laurent Museum auf dem Gelände gerade geschlossen. Aber die Sammlung an unterschiedlichsten Pflanzen aus aller Welt ist auch für Nicht-Botaniker beeindruckend. Im klimatisierten lauschigen Café (ein Traum bei Außentemperaturen von 40 Grad) kann man gemütlich bei Minztee und frischen Säften eine Pause einlegen.
Der Jardin Majorelle liegt außerhalb der Medina und ist am besten per Taxi zu erreichen. Auch wenn man hier handeln sollte – wir haben es nie wirklich zu einem realistischen Preis geschafft und für Hin- und Rückfahrt überteuerte 40 bis 50 Dirham (ca.4-5€) bezahlt. Eintritt für den Jardin Majorelle (ohne Museum): 70 Dirham.
Die Medersa Ben Youssef von innen: Eines der beeindruckendsten Gebäude in Marrakesch.
Eine der schönsten Gebäude in Marrakesch ist die Merdersa Ben Youssef, eine ehemalige Koranschule. Der Innenhof ist mit Stuckornamenten und Mosaiken sehr beeindruckend gestaltet – absolut sehenswert!
Musée de Marrakech
Ganz in der Nähe liegt das Musée de Marrakech – dort finden oft kulturelle Events und Ausstellungen statt. Interessanter ist jedoch, dass sich das Museum in einem alten Palast befindet.
La Maison de la Photographie
Vielleicht nicht für jeden interessant, aber ein kleiner Geheimtipp in der Nähe des Musée de Marrakesch und der Medersa: die Maison de la Photographie. In einem kleinen Riad (übrigens wunderschön restauriert) werden hier Schwarzweiss-Fotos verschiedener Fotografen ausgestellt, die Marokko zwischen 1870 und 1950 besucht haben. Ein toller Einblick in eine Welt, die damals noch viel exotischer als heute war! Zu zivilen Preisen kann man auch sein Lieblingsfoto mit nach Hause nehmen.
Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Fotografien im Maison de la Photographie.
Tipp: Unbedingt rauf auf die Dachterrasse, den Ausblick geniessen und zu relativ günstigen Preisen essen und trinken!
Saadier-Gräber
Nur durch ein großes Fenster kann man einen Blick auf die prunkvollen Saadier-Gräber werfen.
Die Saadier-Gräber sind eine der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch. Allerdings kann hier die Wartezeit manchmal ziemlich lang sein, wenn Du Pech hast. Die Hauptattraktion hier ist das Große Mausoleum, in dem Sultane und ihre Bediensteten begraben liegen – wirklich sehr schön! Leider kann man das Mausoleum nur durch eine schmale Seitentür betrachten, was bei großem Andrang dazu führt, dass man lange Schlange stehen muss. Hast Du also wenig Zeit, würde ich diesen Ort überspringen.
Bahia-Palast
Tropisches Flair im Palais Bahia
Bei den Saadier-Gräbern findet sich der Bahia-Palast. Hier fühlt es wirklich einmal mehr nach Marrakesch und tausendundeiner Nacht an. Tropisch bepflanzte Innenhöfe, bunte Mosaike und prunkvolle Verzierungen!
Die Souks von Marrakesch
Für die Souks selbst kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag Zeit nehmen – vielfach sind die Souks nach Branchen unterteilt: Hier mehr Lederwaren, da mehr Lampen, dort mehr Teppiche. Zum Teil kann man auch noch den Handwerkern über die Schulter schauen und sehen, wie zum Beispiel Leder gegerbt oder Stoff gefärbt wird. Alles sehr ursprünglich und faszinierend.
Richtige Schnäppchen kann man in Marrakesch kaum machen. Man muss sich zudem auf lange Preisverhandlungen einstellen (und daran bin ich wirklich schlecht!). In Marrakesch sind die Preise überzogen, wer also noch weiterreist, kauft lieber woanders ein. Interessant ist das Markttreiben aber allemal.
Ausflugstipp ab Marrakesch: Essaouira
Marrakesch liegt ja nicht am Meer, und je nach Reisezeit ist ein bisschen Abkühlung gar nicht schlecht. Die Küstenstadt Essaouira ist knapp 3 Stunden Busfahrt von Marrakesch entfernt und ist ein interessanter Kontrast zu Marrakesch. Ich habe dort ein paar Tage verbracht. Mehr kannst Du in diesem Blogpost nachlesen:
Von Marrakesch kommst du ganz leicht mit dem Linienbus nach Essaouira, aber du kannst auch einen organisierten Tagesausflug buchen, wenn du nicht ganz so viel Zeit hast
Marokko ist aus meiner Sicht kein „einfaches“ Land für alleinreisende Frauen. Trotzdem würde ich sagen, dass man sich zumindest in Touristenorten wie Marrakesch und Essaouira sowie großen Orten wie Casablanca und Rabat gut umherbewegen kann, wenn man ein paar Dinge beachtet.
Kleidung für Marokko: Was ziehe ich als Frau an?
Auch wenn es manche Touristinnen vormachen und sich nicht um Hinweise scheren, man möge doch besser „züchtigere“ Kleidung in einem muslimischen Land wählen, sind knallenge Hot Pants als Alleinreisende wohl keine gute Idee. Persönlich bin ich zwar der Meinung, dass es keinen Unterschied macht, ob man nun lange Hosen oder kurze Shorts als Frau trägt – blöd angemacht wird man so oder so, und ich glaube nicht, dass nackte Beine da noch irgendwas schlimmer machen, als es eh schon ist. Ich habe mich immer sehr gut „verhüllt“. Trotzdem wurden mir die übelsten Sachen hinterhergerufen.
Allerdings: Als Alleinreisende wirst Du Dich garantiert wohler fühlen, wenn Du etwas mehr Stoff am Körper trägst wie z.B. eine weite Stoffhose und luftigere Oberteile. Man ist dann zwar immer noch nicht vor dummen Kommentaren gefeit, zieht aber dann auch nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich als nötig. Eine Kopftuchpflicht für Frauen gibt es in Marokko nicht und Kopftuchtragen wird von Nicht-Muslimas auch nicht erwartet.
Taschendiebe in Marrakesch
Taschendiebstahl ist wohl weniger ein Problem in Marrakesch, außer um den Place Djemma-el-Fna. Dort bin ich mehrmals vor Taschendieben gewarnt worden.
Sicherheit bei Nacht – ist es als Frau in Marrakesch gefährlich?
Falls Du in der Altstadt übernachtest: Je nachdem, wo Dein Hotel gelegen ist, kann es dort nachts schon zwielichtig erscheinen. In der ersten Nacht habe ich meine Unterkunft nach Einbruch nicht verlassen, und das, obwohl ich normalerweise kein großer Schisser bin. In den nächsten Nächten habe ich mich zwar dann doch getraut, bin aber grundsätzlich schnellen Schrittes und mit offenen Augen und Ohren durch die zum Teil stockdunklen Gassen gelaufen, wenn ich allein war.
Obwohl ich letztendlich nicht glaube, dass es in der Altstadt megagefährlich ist, ist es doch das subjektive Empfinden, was es für die ein oder andere Frau unangenehm machen könnte. Ich fand es mitunter unheimlich.
Also: Achtung bei der Lage Deiner Unterkunft! Oder wähle eine Unterkunft außerhalb der Medina, wo man bis zur Tür mit dem Taxi vorfahren kann, wenn Du nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs bist. (In der Medina ist das oft nicht möglich.) Ach, und wer sagt, man müsste als Frau besser abends im Hotel bleiben: Den Place Djemaa el Fna sollte man wirklich abends erlebt haben, da verpasst man einiges!
Unterkunft in Marrakesch
Das Angebot an Unterkünften in Marrakesch ist riesig. Möchtest Du ganz typisch in einem Riad übernachten, so mit lauschigem Innenhof, echt marokkanischem Ambiente und so, musst Du Dich in der Altstadt umsehen. (Hier kann es aber nachts etwas unheimlich werden, siehe oben.) Als Alleinreisende würde ich Dir hier zu einer Unterkunft raten, die etwas kommunikativer ist und wo Du schneller mit anderen Reisenden in Kontakt kommst.
Mein Tipp:Rodamon Marrakesch (gibt auch private Zimmer dort). Es ist nagelneu und blitzblank sauber, netter Empfang, eine absolut tolle Entdeckung! Allerdings ist die Lage etwas außerhalb des Trubels (nachts etwas einsam), und die vom Hotel angegebene Adresse stimmt nicht, dass man so oder so erstmal auf die zwielichtigen Dienste einer der zahlreichen „Stadtführer“ angewiesen ist.
Allein als Frau in Marokko? Du bist nicht allein!
Du denkst, Du bist die erste Frau, die auf die Idee kommt, allein in ein Land wie Marokko zu reisen? Nö! Erstaunlicherweise habe ich in Marrakesch viele alleinreisende Frauen getroffen. Und das war wirklich meine Rettung. Schon fast am ersten Tag habe ich eine andere Alleinreisende kennengelernt. Ab da war mir wieder etwas wohler in den Gassen der Medina, zu zweit fühlt man sich doch etwas sicherer und kann sich besser gegen aufdringliche Verkäufer wehren. Oder sich zusammen über deren Avancen kaputtlachen! Also, trau‘ Dich ruhig, nach anderen „Leidensgenossinnen“ Ausschau zu halten!
Allein als Frau nach Marrakesch reisen: Manchmal eine Herausforderung.
Vorsicht vor freundlichen Helfern und Stadtführern
Eine riesengroße Warnung vor allen scheinbar hilfsbereiten und zuweilen aufdringlichen Leuten in den Straßen der Altstadt, die dir sofort gerne den Weg zeigen möchten oder Tipps parat haben! Glaube nichts, was Dir Leute im Vorbeigehen zurufen und rede mit niemanden! Das klingt sehr harsch (und ist auch sehr traurig) – aber in 99,9% aller Fälle wirst Du nur Geld los und gerät schlimmstenfalls noch in üblere Diskussionen, die schnell unangenehm werden können. Besonders, wenn man allein unterwegs ist! Die Verkäufer/Möchtegern-Stadtführer/wasauchimmer in Marrakesch sind sehr gewieft und können richtig ausfallend und bedrohlich werden, wenn man sich zu sehr auf sie einlässt.
Eine kleine Auswahl der beliebtesten Scams in Marrakesch:
„it’s closed“ – egal, wo du hinmöchtest: es ist gerade geschlossen. Sagen zumindest ein paar findige Typen. Und lotsen dich erstmal ganz woandershin, am besten in den eigenen Laden oder den des Schwipp-Schwagers, wo du dich erstmal einem Verkaufsgespräch unterziehen musst.
„the place is this way“ – weil Touristen sich oft am Place Djemma el-Fna orientieren, kriegt man grundsätzlich diese Info hinterhergeschrien, die Richtung stimmt aber so gut wie
„I show you the way, but I don’t want any money“ – schlimmster Scam überhaupt, denn der Typ macht wirklich einen vertrauenserweckenden Eindruck, verweist dich aber in der Folge an einen anderen zufällig auftauchenden „Freund“, der dann wieder an den nächsten und so weiter, und spätestens der letzte verlangt Geld für was auch immer.
Eigentlich gibt es auf Reisen nichts Schöneres als mal mit Einheimischen (egal, ob Mann oder Frau) sprechen zu können, um aus erster Hand mehr über Land und Leute zu erfahren. Allerdings rate ich sehr davon ab, als Alleinreisende mit Männern auch nur irgendwie in Kontakt zu treten. Frauen halten sich meist eh ganz zurück und sind in öffentlichen Bereichen weniger zu sehen. Mir war irgendwie oft unwohl und ich hatte das Gefühl, ein wunderbares Opfer für Touristenscams abzugeben. Selbst in einem Café sind wir nachher vom vorher sympathischen Kellner unter dem Vorwand einer kleinen Tour noch in einen Gewürzladen abgeschleppt worden.
Generell sind ein sicheres Auftreten und Bestimmtheit Gold wert! Und das ist gar nicht mal so einfach, denn oft findet man sich in sehr unangenehmen Situationen wieder, auf die man als halbnaive Touristin mit einem sonst positiven Menschenbild nicht vorbereitet ist. Alles in allem hat das meinen Marrakesch-Besuch sehr anstrengend gemacht – leider.
Chicagos Architektur ist einfach bemerkenswert: Die unterschiedlichsten Stile der Moderne mischen sich hier wild untereinander. Das fällt auch Nicht-Architekturinteressierten schnell auf. Am besten kann man die kunstvollen Wolkenkratzer vom Boot aus beobachten: Ich verrate dir, welche Bootstour du bei deiner Reise nach Chicago nicht auslassen solltest!
Bootstour in Chicago: Architektur im Schnelldurchlauf
Auf dem Chicago River, der mitten durch die Stadt fließt, fahren reguläre Wassertaxis – aber es gibt auch Bootstouren verschiedener Anbieter, bei denen man sich in Ruhe Chicago vom Wasser aus anschauen kann. Besonders empfehlenswert ist die Architektur-Bootstour durch Chicago, dort erhält man auch von Chicago-Insidern jede Menge interessante Infos über Chicagos Architektur!
Mein Talent fürs Speed-Sightseeing habe ich zwar fast zur Perfektion gebracht, aber ein halber Tag in Chicago mit Jetlag im Kopf war eine echte Herausforderung. Ich erkunde Städte ja gerne zu Fuß oder mit dem Rad (wenn es denn geht). In Layovern nach Langstreckenflügen hat mich dann immer mehr nach faulem Herumgefahrenwerden gelüstet – so dass ich oft in irgendwelchen roten Hop-On-Hop-Off-Touristenbussen endete. Aber in Chicago empfahl mir eine Kollegin die Architektur-Bootstour – und das klang auch sehr entspannt.
Chicago: Architektur in der Second City
Von Chicago selbst wusste ich wenig. Dass Chicago so unterbewertet wird, ist aber wohl nix Neues. Sagt auch Chicagos Spitzname: „The Second City“. Second, weil immer im Schatten von New York. Irgendwie schlagen Chicago und New York ja auch in dieselbe Bresche: große Stadt, geschichtsträchtig (für amerikanische Verhältnisse), riesige Wolkenkratzer. Aber irgendwie eben nix Markantes, was wirklich jeder auf der Welt kennt: kein Empire State Building, keine Freiheitsstatue, kein Big Apple. Oder fällt dir spontan was zu Chicago ein?
Und dabei hat Chicago so viel zu bieten! Der Lake Michigan, der eigentlich eher Meer als See ist. Die berühmte Pan Pizza (von der ich kein Stück probiert habe, eine Schande!). Gangsterstories aus alten Zeiten. Kunst! Kunst! Kunst! Und: Architektur. Und die guckt man sich am besten auf einer Bootstour an.
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Chicagos Architektur vom Schiff aus
Ich hatte es ja schon angedeutet: Die Langstrecke macht sightseeingfaul. Wie soll man sich auch noch fortbewegen, wenn man in zweieinhalb Tagen einmal um die halbe Welt fliegt, und den Großteil mit Arbeit verbringt. Für Chicago kann ich daher wärmstens eine Bootstour empfehlen. Bei gutem Wetter natürlich. Das in Chicago zugegebenermaßen auch etwas übel werden kann – denn Chicago hat noch einen anderen Spitznamen: The Windy City. Und der Wind dort kann einen ganz schön umhauen. In unserem Fall hat der Chicago-Wind nur die letzten Wölkchen weggefegt und uns mit wirklich absolut fantastischem megablauem Himmel belohnt! Kein Wunder, dass meine Begeisterung für Chicago sofort entflammte.
Die Bootsfahrt lockte. Und enttäuschte nicht. Wir wählten die besagte Architekturbootstour durch die Hochhäuserschluchten Chicagos. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich so mit den einzelnen riesigen Wolkenkratzern befasst hätte, wenn ich einfach nur mit Nackenstarre vom Hochgucken durch die Straßen getigert wäre. Viele der Gebäude sind einfach imposant, war Chicago doch vor über hundert Jahren die Wiege der Wolkenkratzer. Von wegen New York! Ha!
Buckingham Fountain: Der berühmte Brunnen
Kleine Anekdote zum Schluss: Auf der Rückfahrt zum Hotel schwärmte uns unser Fahrer von seiner Heimatstadt Chicago vor, und uns wurde klar, wie viel wir trotz des tollen Tages nicht von der Stadt gesehen haben. Mit Hingabe zählte er alle Attraktionen von Chicago auf. Nix von alledem kam uns bekannt vor. Bis wir am Buckingham-Brunnen vorbeifuhren, einem riesigen freistehenden Brunnen, sofort sangen wir als Kinder der 90er die Titelmusik von „Eine schrecklich nette Familie“ – und unser Fahrer konnte es nicht fassen, dass sich von seinem Chicago bei uns in Deutschland nur Al Bundy ins Gedächtnis gebrannt hat.
Als Flugbegleiterin habe ich keine Flugangst, aber als ich in Mexico City auf die Idee kam, mit dem Heißluftballon über die Pyramiden von Teotihuacán zu fliegen (oder eigentlich sagt man ja fahren), war mir kurz vorher mulmig. Ballonfahren in Mexiko ist doch anders als mein Tagesgeschäft. Die Pyramiden von Teotihuacán sind zwar nicht die bekannstesten Pyramiden in Mexiko, aber sie sind in ca. nur einer Stunde Fahrzeit ab dem Zentrum von Mexiko City zu erreichen. Eine gute Gelegenheit also, wenn man gerade in der Stadt ist.
Von Mexiko City aus gibt es viele Möglichkeiten nach Teotihuacán zu kommen. Eine Ballonfahrt zum Sonnenaufgang mit anschließender Tour sollte es sein. Zum ersten Ballonfahren, und dann auch noch in Mexiko. Ich hörte von Landungen von Heißluftballons im Kaktusfeld und allerlei Gruselgeschichten. Die Anweisung unseres Ballonpiloten, bei der Landung ja schön die Beine einzuknicken, um die Landung gegebenenfalls bestmöglich abpuffern zu können und sich nicht gleich die Beine zu brechen, machte es nicht besser. Die Enthaftungserklärung, auch bei potientellem Verlust von Leib und Leben der Ballonfirma nicht an den Karren zu fahren, war eh schon unterschrieben – da musste ich also durch.
Einmalig: Mit dem Heißluftballon über die Pyramiden von Teotihuacán.
Mit dem Heißluftballon über die Pyramiden von Teotihuacán
Das mulmige Gefühl verflog schnell. Ich war viel zu abgelenkt von der Aussicht. Vom sanften Licht der aufgehenden Sonne. Von der Weite der Landschaft. Von den anderen Ballons, die wie Perlen aufgereiht um uns herum über Teotihuacán schwebten. Und von der atemberaubenden Stille. Wenn unser Pilot nicht gerade imposant nachfeuerte. Für jemanden wie mich, der Fliegen automatisch mit lauten, zuweilen nervigem permanenten Triebwerkgeräusch verbindet, faszinierend. Still durch die Luft schweben.
Die Azteken in Mexiko: Waren sie auch in Teotihuacán?
Schon verrückt, was die Menschheit schon so alles an Völkern hervorgebracht hat. In Mexiko City sind alle Souvenirläden voll mit Aztekenkram. Aztekischer Schmuck, aztekische Handarbeit, aztekische Kunst, Aztekenkalender – alles ganz im Zeichen der Azteken, dem Volk, das bis vor knapp 600 Jahren hier geherrscht und gelebt hat. Bis die Spanier kamen. Und dann war ziemlich schnell Schluss mit dem Volk der Azteken.
So beeindruckend und alt die Kultur der Azteken aber auch scheint, waren sie doch nicht die ersten, die sich um Mexiko City ansiedelten, denn zu diesem Zeitpunkt standen in Teotihuacán schon die Sonnenpyramide, die Mondpyramide und ein paar andere Überreste einer noch viel älteren Kultur. Die Azteken gaben dem Ort nur seinen Namen, Teotihuacán – und das heißt übersetzt: Wo man zu einem Gott wird.
Die Mondpyramide von oben
Das Rätsel von Teotihuacán
Das mit der Gottwerdung hat jetzt nicht wirklich geklappt – aber spirituell ist Teotihuacán irgendwie schon. Allein die Tatsache, dass Menschen vor Jahrhunderten riesige Pyramiden in diese Hochlandebene hineingesetzt haben. Einfach so, ohne dass sie einen anderen funktionalen Zweck wie z.B. die Beherbergung von Gräber oder Schätzen haben. Das macht Teotihuacán besonders. Denn von innen bestehen sowohl die Sonnen- als auch die Mondpyramide komplett aus Lehm! Und beide sind wirklich riesiger, als sie auf Bildern aussehen mögen! Oder von oben.
Spirituelle Erfahrung auf der Sonnenpyramide
Was oben popelig aussah, war von unten nicht mehr ganz so popelig. Im Anschluss an die Fahrt gab’s noch Zeit für eine Besichtigung der Anlage zu Fuss. Wer sehr interessiert ist, kann sich am Eingang der Pyramiden von Teotihuacán einen Führer buchen, der einem ein bisschen was erklärt. Aber gucken und selbst erkunden geht eigentlich auch. Denn das Raufklettern auf die Sonnenpyramide kann einem der Führer auch nicht abnehmen – das absolute Highlight!
Ganz schön steil: Zur Mittagszeit ist der Aufstieg der Sonnenpyramide eine Tortur!
Also rauf auf die Sonnenpyramide, mit Treppen so steil und Stufen so hoch, dass man sich eigentlich auch locker auf allen Vieren raufhangeln kann. Wie das das gebrechliche Ehepaar um die 80 geschafft hat, die mir auf dem Weg nach oben entgegenkamen, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. (Und hat mich für ungefähr fünf Minuten angespornt, doch mal wieder mehr Sport zu machen.)
Oben auf der Sonnenpyramide kann man dann die Aussicht genießen. Oder Energie tanken. Spirituelle laden hier nämlich gerne ihre Akkus auf. Die Spitze der Sonnenpyramide im speziellen gilt ja als energetischer Ort. So hoch oben. In gleißendem Sonnenlicht. Auch wenn ich Spiritualität wirklich nicht abgeneigt bin – ich hab‘ nix von Energie gemerkt. Mag aber auch daran liegen, dass ich mich erstmal ’ne halbe Stunde keuchend von der Rennerei nach oben erholen musste.
Der Sonnenpyramide wird eine besondere spirituelle Energie zugeschrieben
Die Mondpyramide in Teotihuacán
Die Mondpyramide, das Pendant zur Sonnenpyramide schafft man dann auch noch. Vorausgesetzt, man ist kein Herz-Kreislaufpatient. Und war generell früh genug an den Pyramiden. Denn bei sommerlichen Temperaturen ist Pyramidenbesteigen in der Mittagssonne echt kein Spaß.
Die Mondpyramide in Teotihuácan
Ballonfahren in Teotihuacan: Spektakuläre Landung im Kaktusfeld
Zu guter Letzt landeten wir doch tatsächlich im nahegelegenen Kaktusfeld! Abenteuer gab es also noch oben drauf. Die abholende Crew war allerdings fit, schnell wurde der Ballon eingewickelt und samt Ballonkorb auf einen Anhänger geladen, während wir schon sicher im Van saßen, der uns zurück zum Flugplatz gefahren hat.
Trotz Kaktusfeld sicher gelandet: Die Ballonfahrt war ein einmaliges Erlebnis.
Zum Abschluss der Fahrt gibt’s übrigens noch mit allen Mitfahrern eine Ballontaufe (heißt das so?) mit ’nem Gläschen Sekt inklusive Ballonfahrer-Zertifikat. Ach ja, früh aufstehen muss man natürlich auch – sonst wird’s nix mit dem magischen Sonnenaufgang über den Pyramiden von Teotihuacán. Aber: Es lohnt sich!
Weitere tolle Locations zum Ballonfahren im Rest der Welt
Eigentlich dachte ich ja immer, ich würde meine erste Ballonfahrt entweder in Kappadokien in der Türkei oder in Bagan in Myanmar erleben – zwei Ziele, die immer weit oben auf meiner Reise-Wunschliste stehen. Es gibt einfach so viele tolle Orte, an denen man eine Ballonfahrt unternehmen kann:
Das liebe Geld. Ohne Geld unterwegs zu sein, geht gar nicht. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich mit Bündeln voller Bargeld und Travellerschecks verreist bin – weil das die beste Möglichkeit war, auch unterwegs an Geld zu kommen. Zum Glück gibt’s jetzt Reise Kreditkarten für jedermann und auch im hinterletzten Urwalddorf findet sich immer noch ein Geldautomat, der gegen internationale Kreditkarten die Kröten springen lässt. Eine Kreditkarte muss auf Reisen also immer mit! Nur gibt es mittlerweile so viele… und es lohnt sich zu vergleichen, damit die Reisekasse nicht schon allein von Bankgebühren geleert wird!
Welche Kreditkarte ist die beste Kreditkarte auf Reisen?
Mittlerweile gibt es ein schier riesiges Angebot an Kreditkarten: mit oder ohne Jahresgebühr, mit oder ohne Meilensammelprogramm, mit umsonst Geld abheben oder nicht… Ich habe mich mal intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn mir ist aufgefallen, wieviel Gebühren ich Banken geschenkt habe, nur weil ich die falsche Karte am falschen Automaten benutzt habe. Und da ich viel in der Weltgeschichte unterwegs bin, war schnell klar: Ich muss die beste Kreditkarten zum Reisen suchen.
Brauche ich mehrere Kreditkarten auf Reisen?
Auch wenn man gar nicht so viele Kreditkarten haben möchte: Ich empfehle eine Kombination aus mindestens zwei verschiedene Kreditkarten, am besten einmal MasterCard und einmal Visa. So ist man für alle Eventualitäten gerüstet, sollte einen von beiden einmal nicht akzeptiert werden.
Meine Empfehlung für Reise-Kreditkarten:
Ich persönlich habe mich für eine Kombination von zwei bzw. drei Kreditkarten entschieden!
Schneller Service bei Kreditkartenbetrug: Ich wurde bereits mehrfach im Vorfeld bei verdächtigen Transaktionen von der Betrugsabteilung kontaktiert – auch bei bereits erfolgten Belastungen war die Rückabwicklung schnell und problemlos!
Meist benutze ich die DKB Kreditkarte* zum Geldabheben und die Barclaycard Visa* zum Bezahlen in Geschäften oder online. Für mich die perfekte Kombination!
Ich bin kein großer Fan von Hotelketten. Sicher, die Annehmlichkeiten sind meist ganz nett – aber irgendwie erinnert mich das zu sehr an Arbeit, weil wir mit der Crew grundsätzlich in größeren Hotels übernachten. Und wenn ich frei habe, dann suche ich eher ungewöhnlichere Übernachtungsmöglichkeiten, zum Beispiel so wie das The Memory at On On Hotel in Phuket.
Ich landete mittags in Phuket und war eigentlich nur auf der Durchreise nach Koh Phi Phi. Ein halber Tag sollte genügen, um vom Flughafen zur Bootsanlegestelle zu kommen. Aber irgendwie ging alles schief, ich fand mich in einem total überteuerten Taxi nach Phuket Stadt wieder – und viel zu spät, um noch die Fähre von Phuket nach Koh Phi Phi zu bekommen.
Mitten in Phuket Old Town: The Memory at On On Hotel
Ein Hotel musste also her, am besten in Phuket City – und da kam das The Memory at On On Hotel genau richtig. Die Lage stellte sich als absolut perfekt heraus: Ganz um die Ecke fand abends noch ein toller Nachtmarkt statt!
Die Lage des Memory at On On Hotel
Die Lage ist perfekt, mitten im Herzen der Altstadt von Phuket City. Obwohl Phuket nie wirklich eine richtige Kolonie wie Macau war, hatten die Portugiesen früher eine sehr enge Handelsbeziehung zu Phuket. Dazu kamen viele chinesische Einwanderer, die ebenfalls Spuren ihrer Kultur hinterließen, und so findet man im thailändischen Phuket nun eine Altstadt voller chinesisch-portugiesischer Kolonialarchitektur. Ein wohl einmaliger Mix.
Einmaliges Ambiente im chinesisch-portugiesischen Kolonialstil
Das The Memory at On On Hotel ist ganz im Zeichen dieser Kolonialarchitektur gestaltet und liegt in der Nähe aller Sehenswürdigkeiten in Phuket Old Town. Zum Beispiel findet sonntags um die Ecke ein toller Street-Food-Markt statt.
Die Zimmer sind einfach, aber komfortabel eingerichtet. Der wahre Charme liegt jedoch in der Atmosphäre des Hotels selbst. Das The Memory at On On Hotel ist einfach eine Sehenswürdigkeit für sich. Später habe ich erfahren, dass das Memory at On On sogar als Hintergrund für den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio diente!
Das Frühstück wird unten in der schön dekorierten Lobby serviert, wie für thailändische Verhältnisse üblich, zwar nicht üppig, dafür aber ganz im Stil des The Memory at On On Hotels wunderschön serviert.
Richtig früh aufstehen, pünktlich zum Sonnenaufgang auf der Brooklyn Bridge sein und dann die ultimative New-York-Hymne von Frank Sinatra oder wahlweise „Empire State of Mind“ von Alicia Keys auf den Ohren zu haben: das war der Plan. Für das absolut bombastische, ultimative New-York-Feeling.
Von der Brooklyn Bridge hat man übrigens einen fantastischen Blick auf die Südspitze von Manhattan und man sieht die berühmtesten Wolkenkratzer New Yorks wie das Empire State Building oder das One World Trade Center. Für mich gehört die Aussicht neben dem Panorama vom Top of the Rock aus zu den schönsten in New York.
Die Brooklyn Bridge bei Sonnenaufgang: Eines der Highlights in New York!
Sonnenaufgang New York: Von Brooklyn nach Manhattan
Warum man auf der Brooklyn Bridge in New York keine Kopfhörer tragen darf, weiß ich auch nicht. Musik auf den Ohren lenkt wahrscheinlich zu sehr ab – der Fußgängerweg ist zu schmal für die ganzen Besucher- und Joggermassen, die täglich nach Sonnenaufgang die Brooklyn Bridge bevölkern. Und auf der Radwegseite schiessen Radfahrer nur so hin und her. Da kann Musik auf den Ohren so sehr ablenken, dass Zusammenstösse vorprogrammiert sind. Aber eigentlich hilft diese Vorschrift auch nicht viel – denn die wahre Ablenkung liefert die Aussicht von der Brooklyn Bridge selbst.
Auf der Suche nach mehr New York Inspiration? ➜ Stöbere durch meinen New York Blog
Mit der Musik war’s dann wohl nix, zu viele Polizisten schwirrten um und auf der Brücke herum. Und da ich in den USA immer irritiert bin, was als schwerwiegendes Verbrechen gilt und was nicht, blieben die Kopfhörer in der Tasche. Beim Rückflug nicht erscheinen, weil man in New York gerade wegen eines Verstoßes gegen das Ohrstöpsel-Verbot auf der Brooklyn Bridge im Knast sitzt, ist in einem hochseriösen Unternehmen nur semi-lustig.
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Die Aussicht von der Brooklyn Bridge auf Manhattan
Aber wer braucht bei diesem Anblick auf die Skyline von Manhattan schon musikalische Untermalung? Mehr New York geht nicht. Erst die spektakulären, bekannten Brückenpfeiler an sich. Die atemberaubende Konstruktion aus Stahlseilen. Unter einem, auf der zweiten Etage der Brücke der donnernde Verkehr einer Millionenstadt. In der Ferne die Freiheitsstatue auf Ellis Island.
Je näher man sich der anderen Seite der Brücke nähert, baut sich vor einem das allerbeste Manhattan-Panorama überhaupt auf. Mit dem One World Trade Center, dem Empire State Building, dem Chrysler Building und allem, was New York zu bieten hat. Bis einem vor lauter Ehrfurcht und Faszination fast das Herz stehenbleibt. Ach ja, und alles beleuchtet vom allerschönsten Sonnenaufgang ever.
Bei Sonnenaufgang hat man die Brooklyn Bridge noch für sich allein.
Tipps für den Sonnenaufgang auf der Brooklyn Bridge in New York
So einen Sonnenaufgang in New York zu erleben, ist ein Highlight jeder New York Reise. Ist man kürzlich erst aus Deutschland oder Europa angereist, macht einem der Jetlag das frühe Aufstehen leichter. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und New York beträgt sechs Stunden. Während 5 Uhr Ortszeit in New York früh klingt, ist es in Deutschland bereits 11 Uhr. Verbringt ihr also längere Zeit in New York, empfehle ich euch, Aktionen wie diese zum Sonnenaufgang in New York an den Anfang eurer Reise zu legen.
Geschichte der Brooklyn Bridge
Die Brooklyn Bridge wurde doch tatsächlich vor über 150 Jahren von einem Deutschen erbaut, überschattet von vielen Schwierigkeiten und tragischen Zwischenfällen – und ist ein Meisterstück der Ingenieurskunst der damaligen Zeit.
Übernachten in Brooklyn: Der Budget-Tipp für New York
Vielleicht übernachtet ihr auch wie ich in Brooklyn, dann ist das ein perfekter Beginn für einen Sightseeing-Tag in Manhattan. In Brooklyn findest du nämlich günstigere Unterkünfte als in Manhattan. Zudem ist Brooklyn in den letzten Jahren richtig hip geworden. Die Brooklyn Bridge endet im Süden Manhattans.
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Von dort aus kannst du dir Sehenswürdigkeiten wie das One World Trade Center, die Wall Street oder den Battery Park anschauen. Du kannst aber auch in die U-Bahn steigen und andere Teile Manhattans erkunden. Die New Yorker Subway wird sowieso dein praktischster Helfer beim Sightseeing in New York sein. Das Netz ist sehr gut, einfach zu durchschauen und die beste Möglichkeit, sich in New York fortzubewegen.
Mit dem Reisen ist das ja so eine Sache. Manchmal stellen sich einem Fragen, an die man vorher nie gedacht hat. In Tokio machte ich mich auf zum Meiji-Schrein, und da fing es auch schon an. Der Meiji-Schrein ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Tokio und liegt im Yoyogi Park.
Zur Kirschblüte ist dieser Park einer der wichtigsten Anlaufstellen für Kirschblüten-Touristen. Alles ist in rosa Blüten getaucht und Japaner und Touristen drehen gleichsam ob so viel Natur durch. Ich hoffte, auch noch ein bisschen Kirschblütenhype mitzukriegen, aber leider hatte der starke Wind am Vorabend so ziemlich alle Reste der schwindenden Kirschblüte weggefegt.
Religionen in Japan: Was ist Shinto?
Egal, auf zum Schrein. Unvorbereitet, wie ich mal wieder war, wusste ich darüber: Nichts. Schrein? Musste wohl irgendwas Religiöses sein. Aber wie ist das eigentlich mit Religionen in Japan? Ich fühlte mich selten dämlich, weil ich überhaupt keine Ahnung hatte. Christlich geprägt waren Japaner nicht, und alles was in Richtung Asien ging, war für mich Kulturbanausen immer irgendwie Buddha und so. Nach Buddhismus sah das hier aber nicht aus.
Ein Blick auf Wikipedia, Reiseführer und ein paar Hinweisschilder später wusste ich: Der Meiji-Schrein heißt so, weil er einem der letzten Kaiser, Kaiser Meiji, und seiner Frau gewidmet ist. Und: Nix mit Buddhismus, hier ist Shinto zu Hause. Shinto ist eine urjapanische Religion und Kulturphilosophie – und wenn ich ehrlich bin, selbst nach Besuch und langer Lektüre mir immer zu komplex, als dass ich echt verstanden hätte, worum es geht.
Aber man muss ja unterwegs auch nicht alles verstehen – die neuen Eindrücke genießen und bestaunen ist mir schon mehr als genug. Zum Beispiel gilt es für Gläubige bei Betreten des Schrein-Areals ein bestimmtes Handwaschtritual zu absolvieren, wie gewohnt, japanisch-kompliziert und nach einer höchst festgelegten Abfolge.
Auch das Gebet: speziell. Und wieder eine feste Reihenfolge: Anstellen. Beten. Münzwurf. Zwei Mal feste in die Hände klatschen (ja, klatschen!). Beten. Abgang. Japaner sind einfach in allem genau.
Wer mag, kann an einem Baum Holzbrettchen mit seinen persönlichen Wünschen aufhängen – kostet ein kleines bisschen, ist aber eine schöne Erinnerung. Und manche der anderen Bretter sind einfach nur rührend.
Heiraten im Shinto-Schrein
Zur emotionaler Erinnerung on top gab’s dann noch diverse originale Shinto-Hochzeiten, die vor Ort stattfanden – und Bräute sowie Hochzeitsgäste sahen so kunstvoll schön aus, ich hätte mich am liebsten selbst sofort an Ort und Stelle in einen Kimono geworfen.
Meiji Jing Gyoen – der japanische Garten
Kommt man aus der Richtung Harajuku zum Meiji-Schrein, sollte man sich unbedingt noch den Meiji Jing Gyoen anschauen, eine separate Gartenanlage mitten im Park. Kostet 500 Yen Eintritt, aber dafür kann man wirklich spektakuläre Ruhe genießen. Kaum zu glauben, dass man sich mitten in einer riesigen Großstadt befindet.
Die Sake-Fässer am Meiji-Schrein
Ebenfalls nahe dem Eingang zum Garten steht eine riesige Wand aus Sake-Fässern – alles Spenden, die Glück bringen sollen. Und allen Besuchern ein 1A-Fotomotiv!
Im Stadtteil Shibuya in Tokio findet man eine der faszinierendsten Kreuzungen der Welt. Als ob in Tokio nicht schon alles andere faszinierend genug wäre. Überall blinkt und leuchtet es, die Japaner sind gleichermaßen verrückt nach Verrücktem und dann doch wieder bemüht, in der Masse nicht aufzufallen. Aber jeder denkt bei Tokio wohl an diese große Kreuzung in Shibuya, über die täglich Millionen Menschen gehen.
Jeder will ein Foto: Die Shibuya Kreuzung ist einfach faszinierend.
Shibuya Kreuzung: Die wohl verrückteste Kreuzung der Welt
Tokio hat ja kein richtiges Stadtzentrum. Trotzdem fühlt sich die berühmte Kreuzung vor dem Bahnhof Shibuya an wie das Epizentrum Tokios. Das denken auch viele andere Touristen und klettern auf Blumenkästen für die bessere Fotoperspektive oder versuchen, einen der Fensterplätze im Starbucks in der zweiten Etage eines Eckgebäudes zu ergattern, von denen man die perfekte Draufsicht auf die krasseste Kreuzung Tokios, wenn nicht sogar der Welt, hat. (Übrigens: das mit dem Fensterplatz im Starbucks kann man bei wenig Zeit knicken, versucht es erst gar nicht.)
Menschenmasse warten tagtäglich an der berühmten Shibuya Kreuzung.
Bis zu 15.000 Menschen laufen pro Ampelphase über diese Kreuzung in Tokio
Hört sich alles lächerlich an, aber ich bin auch ein paar Mal über die Kreuzung hin und her gelaufen. Weil Japaner einfach faszinierend sind. Wie choreografiert laufen alle bei grün los, zügig, aber nicht hektisch. Sogar diagonal, weil die Kreuzung eine sogenannte Alle-Gehen-Kreuzung mit Diagonalqueren ist. Trotz der Menschenmengen wird nicht geschubst, nicht gerempelt, nicht genervt. Alles fließt. Keiner der Autofahrer hupt oder drängelt. Und bei rot? Ist die komplette Straße schlagartig wieder frei von Fußgängern, und Autos schwirren sanft über die Kreuzung. Japaner sind halt einfach elegant.
Stillhalten fürs Foto, während auf der Kreuzung in Shibuya das Leben tobt.
Wo befindet sich die berühmte Kreuzung in Tokio?
Die Kreuzung findest du zwischen der Westseite des Bahnhof Shibuya und dem Ende der ebenfalls sehr spannenden Einkaufsstraße Center-Gai. Diese Shoppingmeile gehört nebenbei zu den beliebtesten in Tokio!
Trotz vieler Menschen kein Gedränge: Japaner bleiben höflich und rücksichtsvoll, auch auf der wohl größten Kreuzung der Welt in Shibuya, Tokio.
Hachiko – der berühmteste Hund Japans
Der Bahnhof Shibuya ist übrigens genauso gigantomanisch, hunderte Bahngleise auf mehreren Ebenen, ein wahres Labyrinth. Sollte man sich mal anschauen. So wie den Hund Hachiko, der als Bronzestatue über den Bahnhofsvorplatz wacht. Hachiko holte in den 30er Jahren sein Herrchen immer vom Bahnhof ab, bis dieser irgendwann starb. Hachiko kam aber trotzdem weiter täglich zum Bahnhof, und das über zehn Jahre lang. Wahre Hundeliebe eben.
Meine Tipps für Shibuya
Shopping in Shibuya
In wohl allen Bereichen kommen die ausgeklügelsten Produkte aus Japan – ich habe mich zum Beispiel als großer Papierfan mit ungefähr zwanzig Kilo Schreibwaren eingedeckt. So schönes, hochwertiges Papier findet man sonst nirgendwo. Und ich habe ein ausgesprochen großes Faible für 100-Yen-Läden (100 Yen sind ca. 85 Cent) in Tokio entwickelt, die so ziemlich alles an Dingen führen, die man nicht braucht – aber für 100 Yen, und dann noch aus Japan, dann doch wieder unbedingt. Wahrscheinlich hätte ich tagelang in den Konsumtempeln Tokio versacken können, hätte da nicht meinen üblichen Auftrag gehabt: Tokio sehen. In 24 Stunden.
Tokyu Hands – ein riesiges Kaufhaus, mehr für Einrichtungsgegenstände und Bastelkram, aber allein durch die Größe und das riesige Sortiment sehenswert! Daiso – einer dieser Krimkrams-Läden, in denen man immer etwas findet. Filialen gibt es auch in vielen anderen Stadtteilen Tokios. Die größte Filiale gibt es in Harajuku. Can Do – ebenfalls eine Krimskrams-Kette mit vielen japanischen Produkte zum kleinen Preis. Qualität auch hier oft besser, als man denkt!
Nightlife in Shibuya
Ein Tag in Tokio kann sehr anstregend sein! All die Eindrücke, die vielen Menschen, die vielen Farben – aber nachts ist Tokio ebenso sehenswert. Wer keine Kapazitäten hat, sich noch selbständig um das Abendprogramm zu kümmern, der kann sich einer organisierten Tour zum Bar-Hopping durch Shibuya anschließen:
Weitere Sehenswürdigkeiten in Shibuya: Ganz in der Nähe (15-20 Minuten zu Fuß oder eine Station weiter bis Harajuku Station) befindet sich der Yoyogi-Park mit dem Meiji-Schrein! ➜ Mehr zum Meiji-Schrein in Tokio
Bevor ich nach Mumbai geflogen bin, habe ich zu Hause noch ’nen ziemlich guten Film mit Daniel Brühl gesehen, der hieß „Die kommenden Tage“. Und mal von der herzzerreißenden Liebesgeschichte abgesehen, ging es in dieser Dystopie um den Zerfall von Recht und Ordnung, irgendwann in einer nicht so fernen Zukunft: Politische Aktivisten terrorisieren das Land, Deutschland ist in skurrile Kriege verwickelt und die Bevölkerung lebt in Armut, Chaos, Angst und Schrecken. Totale Weltuntergangsstimmung also. Und obwohl der Film echt beeindruckend war, war es für mich ganz klar Fiktion. Unmöglich, dass unsere – meine – Welt mal so aussehen kann.
Aber dann kam ich nach Mumbai. Mein allererstes Mal überhaupt in Indien. Vor Indien habe ich mich nämlich privat immer ein bisschen herumgedrückt. Auch wenn ich gerne mal das Taj Mahal live sehen würde. Oder mal in Varanasi am Ganges sitzen. Dennoch: Bei Indien hörte meine Abenteuerlust immer auf. Zu schockiert war ich über die Geschichten von überfallenen Frauen in den Medien, aber auch über Erlebnisse von Freunden und Bekannten. Neugierig war ich trotzdem.
Auf nach Mumbai!
Und so kam mir das gerade recht, als Mumbai in meinem Dienstplan anstand. Im Dienst ist man ja immer sehr organisiert und in Watte gepackt unterwegs – ein Umstand, der mich manchmal irritiert, weil man sich fühlt wie in einem goldenen Käfig: Unsere Hotels sind luxuriös, und draußen vor der Tür tobt je nach Destination das richtig harte Leben. Aber in Indien war mir das sehr lieb. Zu viel Respekt hatte ich vor der indischen Lebensweise.
Schon bei der Fahrt ins Hotel dachte ich an den Film, den ich gesehen hatte: Rechts und links der Schnellstraße Wellblechhütten, Dreck, Müll, Staub, Gestank. Und Menschen, so viele Menschen, die darin lebten! Wo war denn hier das farbenfrohe Indien, von dem ich so viel gehört hatte?
Leider war der Hinflug ziemlich anstrengend, und ich wieder zu kaputt für größere Sightseeing-Aktionen. Ist wohl das Alter. Mist. Ich wollte doch noch ein bisschen Indien sehen. Zumindest auf einen Markt habe ich es geschafft.
Markt in Mumbai: ELCO Market
Eine wilde Tuktuk-Fahrt später waren wir beim ELCO Market in der Hill Road in Bandra. Und hier gab’s endlich die Farben, die ich so suchte! Gewürze, Kleider, Essen… und das bei tropischen 34 Grad. So hatte ich mir das vorgestellt. Ich war zu Hause.
Es gab Obst, Gemüse, Schnickschnack – und einen Gewürzhändler der mit religiöser Hingabe Currypulver nach Wunsch mischte.
Ich trank frischen Zuckerrohrsaft, dachte an meine Zweitheimat Brasilien und aß vegetarische Köstlichkeiten, von denen ich noch nicht mal den Namen wusste, die aber an meinen Geschmacksnerven einen rauschenden Karneval feierten. Ich kam langsam dahinter, warum es Leute gibt, die Indien lieben.
Der Film ging mir trotzdem nicht aus dem Kopf. Für mich mag es eine abstruse Zukunftsvision sein, dass jegliche Ordnung im Staat zusammenbricht, aber die apokalyptische Stimmung in Mumbai war real. Mütter sitzen mit ihren Neugeborenen am Straßenrand, obdachlos, mitten im Dreck der Straße. Menschen, die nicht viel mehr zu besitzen scheinen, als die Kleider am Leib. Häuser, die aussehen wie Ruinen, aber dennoch bewohnt sind. Und ich wette, die wirklich schlimmen Gegenden haben wir gar nicht erst gesehen.
Keine 24 Stunden später saß ich wieder zu Hause. Im beschaulichen Berlin-Neukölln. Von dem alle immer sagen, es wäre so schlimm dort. So chaotisch. So dreckig.
Hm. So ganz durchdacht habe ich das nicht, als ich mich für die Langstrecke gemeldet habe. Wettertechnisch gesehen. Ab meiner neuen Homebase gibt es gar nicht so viele Schönwetterziele, und die wenigen, die es gibt, wie z.B. Kapstadt oder Hongkong, sind auch bei anderen beliebt, sprich: wegrequestet. Also jagte die letzten Monate ein winterliches Ziel das nächste – und das mir, wo alles unter 20 Grad schon zu unangenehmen Temperaturen zählt und ich versuche, die meiste Zeit im Winter in der Sonne zu verbringen.
Ich landete also mal wieder im Schneechaos. Wortwörtlich. (Kurz nach unserem Abflug zurück versank die Region wieder so im Schnee, dass sogar der Flughafen schliessen musste – Glück gehabt.) Diesmal: Boston. Und Boston hat es mir echt schwer gemacht, denn bei andauerndem Schneefall und Minustemperaturen ist Sightseeing eine wirkliche Herausforderung. Zum Glück ist das Stadtzentrum ganz unamerikanisch sehr übersichtlich und alles ist fussläufig zu erreichen.
Boston für Faule: Immer dem Freedom Trail nach
Für ganz Faule hat sich Boston aber was Tolles ausgedacht: Den BostonFreedom Trail. Das ist ein markierter Weg durch die Stadt, der an allen wichtigen und geschichtsträchtigen Orten vorbeiführt. Dumm nur, wenn es so doll schneit, dass man unter der dicken Schneedecke die Markierung des Boston Freedom Trail nicht mehr sehen kann. Egal. Boston ist trotzdem schön – und noch ein Ort mehr, den ich gerne noch besser bei schönem Wetter kennenlernen würde.
Boston Freedom Trail – die Highlights in der City
Im Vergleich zu anderen amerikanischen Städten ist Boston als Wiege der USA einfach ur-ur-alt. Merkt man auch an der Architektur, an der Straßenführung, überhaupt. Alles wirkt ein wenig europäischer, geschichtsträchtiger und nicht so amerikanisch-riesig wie vielleicht anderswo. Der Freedom Trail führt dich an die sehenswertesten Orte – und das hier sind ein paar davon:
The Frog Pond im Boston Common Park
Manchmal ist es doch nicht schlecht, Destinationen im Winter kennenzulernen. Im Boston Common, dem zentralen Stadtpark in Boston, lässt sich nicht nur wunderbar im Schnee rumtoben – sondern auch Schlittschuhlaufen auf dem Frog Pond. Im übrigen startet bzw. endet im Boston Common auch der Boston Freedom Trail.
Wer keine Lust auf Eislaufen hat – im Boston Common Park lässt sich (bei besserem Wetter 😉 ) super joggen, spazieren gehen oder einfach nur abhängen und entspannen. Und im Winter staunt man einfach nur über die Schneemassen.
Sehenswerte Architektur wie die Old City Hall
Unterwegs auf dem Boston Freedom Trail kommt man an vielen markanten und wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbei – sich alle im Detail anzuschauen, war bei meinem kurzen Layover leider nicht drin. Aber immerhin – Schönes fürs Auge wie die Old City Hall in Boston gab’s dann halt im Vorbeigehen!
Die Faneuil Hall ist eines der ältesten Gebäude Bostons und dient als Marktplatz und Versammlungsort. Rund um die Faneuil Hall entstanden drei große Gebäude, die als Indoor-Markt genutzt werden (Faneuil Hall Marketplace) – und neben Geschäften prall gefüllt sind mit allerlei Essensständen voller köstlichster Leckereien. Bietet sich daher an für einen kleinen kulinarischen Zwischenstopp, wenn man auf dem Freedom Trail unterwegs ist.
Übrigens befindet sich im Quincy Market ein Nachbau des Cheers, der Bar aus der gleichnamigen Sitcom aus den 80ern – lang, lang ist’s her. Wusste ich bis dahin auch nicht: Die Fassade der Bar, die man immer im Vorspann sieht, steht tatsächlich im Bostoner Stadtteil Beacon Hill. In der Faneuil Hall kann man dafür im Originalnachbau des Serieninterieurs sitzen und sich mit Merchandise-Produkten eindecken. Wer’s braucht.
Nach der Faneuil Hall geht’s auf dem Freedom Trail noch weiter bis zum Bunker Hill Monument und zur USS Constitution, einem Uralt-Kriegsschiff aus dem 18.Jahrhundert und dem ganzen Stolz Bostons. Blöd nur, wenn dann plötzlich wilder Schneeregen einsetzt – den Teil des Boston Freedom Trails muss ich dann wohl ’n anderes Mal abarbeiten. Aber Boston im Schnee – hat auch was:
Mehr Infos über den Boston Freedom Trail gibt’s auch hier: