Autor: Tatiana

  • Miami: Wynwood Walls & Street Art im Wynwood Art District

    Miami: Wynwood Walls & Street Art im Wynwood Art District

    Wynwood und seine Wynwood Walls in Miami standen ja schon lange auf meiner Wunschliste. Und das Positive an Nordamerika-Flügen ist, dass ich endlich mal richtig früh aufstehen kann. Sogar den Sonnenaufgang kann ich komplett beobachten, der bei einem Hotel direkt am Strand in Miami South Beach nochmal um Längen wirkungsvoller ist als sonstwo. Aber was ist in Miami eigentlich nicht schön? Schöne Menschen, schöne Strände, schönes Licht – alles schön. Und dann ist Miami noch voller Kunst und Street Art! So wie bei den Wynwood Walls.

    Hinweis:
    Bei meinem Besuch war der Eintritt zu den Wynwood Walls noch kostenlos. Das hat sich inzwischen geändert. Aktuelle Preise und Infos habe ich neu recherchiert; diese findest du weiter unten im Artikel.
    Hier kannst du dein Ticket im Voraus kaufen & sparst Wartezeit vor Ort

    Wynwood Walls: Der Street-Art-Hotspot in Wynwood, Miami

    Die Wynwood Walls findet man ein bisschen abgelegen vom Strandklimbim in Miami Beach – Überraschung! – Wynwood. Und eigentlich sind es nicht nur ein paar bemalte, bunte Wände, sondern ein in sich geschlossenes Open-Air-Museum mit angeschlossenen Galerien, einem Café und einem Shop. Früh kommen lohnt sich, bevor die Touristenhorden einfallen – besonders für denjenigen, der gerne ein Foto vor einer der Wände ohne hundert andere Statisten auf dem Bild hätte.

    Wynwood Walls Street Art Mural Turban

    Auch wer sich nicht so für Kunst interessiert, wird die Wynwood Walls lieben: Sie sind wie ein großer Spielplatz für Erwachsene. Alles bunt, groß, zum Anfassen. Im Park selbst kann man die Wände berühren, bestaunen, und einige Skulpturen sind so aufgestellt, dass man um sie herumlaufen und sie aus jedem Winkel fotografieren kann. (Hinaufklettern ist verboten.)

    Wynwood Walls Miami bunter Eingang Galerie
    In der großen Galerie der Wynwood Walls kann man seine Lieblingsbilder gleich kaufen.

    Und die Bilder sind allesamt so ausdrucksstark und farbenfroh, besonders in der strahlend-hellen Florida-Sonne, dass mein Jetlag auf der Stelle verschwunden ist. Die Wynwood Walls machen einfach gute Laune.

    Street Art zum Mitnehmen

    Wer noch das nötige Kleingeld in der Tasche hat, kann sich ein Stück Wynwood Walls mit einem der Bilder aus den parkeigenen Galerien mit nach Hause nehmen. Sollte dir das Budget fehlen, findest du im Shop aber auch Prints, Bücher und anderen Kleinkram für den kleinen Geldbeutel.

    Galerie in den Wynwood Walls Miami

    Übrigens: Auf meinem Blog findest du noch viel mehr spannende Reiseberichte aus den USA. Klicke hier!

    Wynwood Walls: Mitten im Wynwood Art District in Miami

    Überhaupt ist Wynwood DAS Kunstzentrum Miamis. Viele Galerien sind in der Nähe, und in den weitläufigen Strassen dieses ehemaligen Gewerbegebiets findet man immer wieder tolle Street-Art-Werke. Ein guter Startpunkt für deinen Spaziergang durch Wynwood ist die NW 2nd Avenue zwischen 23rd und 29th Street; von dort aus biegst du am besten in die Seitenstraßen ab und lässt dich durch das Viertel treiben.

    Mural in Wynwood, Miami

    In einschlägigen Shops findet man immer wieder Karten mit den besten Street-Art-Spots und den schönsten Werken, aber da sich das laufend ändert und immer neue, spannende Sachen dazukommen, läuft man am besten los und hält die Augen offen. Ich kam jedenfalls aus dem Staunen nicht heraus; so viel Tolles an Farben, Ideen, Inspiration – für Wynwood sollte man echt einen ganzen Tag einplanen. Ganz um die Ecke findest du dieses mittlerweile ziemlich bekannte Mural vom brasilianischen Künstler Kobra.

    Mural von Eduardo Kobra in Wynwood, Miami

    Wenn du wissen willst, welche Arbeit von wem stammt und warum sie genau dort platziert wurde, lohnt sich eine geführte Tour aber mehr als jede Karte.

    Touren durch den Wynwood Art District

    Buggy-Tour inkl. Eintritt in die Wynwood Walls Hier fährst du eine Stunden im offenen Buggy durch die Straßen von Wynwood & ein Guide erklärt dir die schönsten Murals. Top: Das Eintrittsticket in die Wynwood Walls ist im Tourpreis enthalten!
    Walking Tour durch den Art District Laufen ist dir lieber? Hier kannst du mit einem Guide zu Fuß Wynwoods beste Murals erkunden.
    Wynwood Foodie Tour Wynwood ist auch abseits der ganzen Kunst ein spannender Teil Miamis. Auf dieser Tour lernst du auch ein paar ausgewählte Foodie-Hotspots & neue Aromen kennen: ein super Mix aus Foodtrends und Street Art.

    Mann auf Leiter arbeitet an einem Street Art Mural in Wynwood, Miami

    Neue Preise & Infos: Die Wynwood Walls kosten inzwischen Eintritt

    Früher war ein Besuch der Wynwood Walls kostenlos. Mittlerweile wird Eintritt erhoben – mit den Erlösen werden die Künstlerhonorare sowie zur Anlage gehörende Wynwood Walls Foundation finanziert.

    Das sind in etwa die Preise:
    Erwachsene: ca. 12 USD
    Senioren ab 65: 10 USD
    Kinder und Jugendliche von 6 bis 17: 5 USD
    Kinder bis 5 Jahre: frei, brauchen aber trotzdem ein Ticket

    Tickets kannst du im voraus online erwerben und so Wartezeit vor Ort sparen:
    Kaufe hier dein Ticket für die Wynwood Walls

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    Die Öffnungszeiten haben sich ebenfalls geändert und sind jetzt viel kürzer:
    täglich 10.30-18.30 (letzter Einlass 18.00)

    Mural Frau mit schwarzer Katze in Wynwood, Miami

    Tipp: Wynwood Art Walk

    Solltest du zufälligerweise am 2. Samstag des Monats in Miami sein, würde ich den Besuch in Wynwood auf diesen Tag legen. Dann findet nämlich der Wynwood Art Walk statt, an dem nicht nur die Wynwood Walls, sondern auch viele weitere Galerien und Museen in der Gegend teilnehmen. Bis abends finden spezielle Events und Führungen statt; in den Straßen gibt es Street Food und Livemusik.

    Infos und aktuelle Termine des Wynwood Art Walks findest du hier

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  • Seoul: Tour zur Grenze nach Nordkorea

    Seoul: Tour zur Grenze nach Nordkorea

    Einmal nach Nordkorea reisen. Seitdem ich ein paar Dokumentationen über Nordkorea verschlungen habe, will ich dorthin. Gut, man kann darüber streiten, ob man ein doofes Regime mit Devisen unterstützen sollte, während sein Oberhaupt die Welt mit seinen Atomprojekten in Atem hält. Denn mit Reisen nach Nordkorea ist es wohl ein bisschen wie damals mit Ausflügen in die DDR. So wirklich hat nur der Staat was von dem hereingespülten Westgeld, und man selbst wird während der staatlich organisierten und überwachten Reise mit Propaganda überhäuft. Von Seoul aus ist es zur Grenze zu Nordkorea nicht weit, die demilitarisierte Zone (DMZ) an der Grenze liegt sozusagen um die Ecke.

    zaun mit bunten schleifen in der dmz südkorea

    Nordkorea Grenze: Die demilitarisierte Zone bei Seoul und ihre Sehenswürdigkeiten

    Von Seoul aus bieten einige wenige Anbieter Touren in die DMZ an. Selbst hinfahren ist eher schwierig – die DMZ ist ein mehrere Kilometer breiter Grenzstreifen vor der eigentlichen Grenze und militärisches Sperrgebiet. Von wegen demilitarisiert. Nur für Reisegruppen werden Ausnahmen gemacht. Mit allen Vor- und Nachteilen: An manchen Stopps des Ausfluges haben wir mehrfach angehalten, um andere Reisegruppen aufzugabeln oder abzusetzen oder beides. Ein paar „Highlights“ der Tour waren auch keine – zum Beispiel der Halt an einem Supermarkt mit angeblichen lokalen Produkten. Zwischen Oreos, Pringles und Kaugummis standen ein paar verstaubte Flaschen mit eingelegtem Ginseng. Super. Inklusive war auch ein 1a Tourguide, der jeden Satz geschlagene fünf Mal wiederholte und dabei nur die Satzstellung variierte. Muss man auch erstmal hinkriegen.

    Wie weit ist Seoul von der nordkoreanischen Grenze entfernt?

    Ein Besuch der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist von Seoul aus ganz leicht möglich. Die Entfernung von Seoul zur Grenze zu Nordkorea beträgt nur ca. 50 Kilometer. Ein Ausflug lässt sich also bequem an einem Tag in Seoul planen – und ist wirklich empfehlenswert, um ein Gefühl für die Geschichte Korea zu bekommen.

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    Imjingak Park

    Im Imjingak Park treffen sich seit jeher Exil-Nordkoreaner, um ihren zurückgebliebenen Verwandten zu gedenken. Irgendwann kam wohl Volksfeststimmung auf, und um die noch zu krönen, hat man mitten im Nichts einen Riesenparkplatz, eine kleine Dauerkirmes und paar Gedenk-Ecken eingerichtet. Besonders beeindruckend fand ich die viele bunten beschrifteten Schleifchen, die an den Maschendrahtzaun zum Sperrgebiet geknüpft waren. Ein Zeichen der Farbe und Hoffnung in dieser skurril-kargen Umgebung.

    Dora Observatory: Krieg durch Musik

    Musik schallt ohrenbetäubend laut aus Riesenlautsprechern über den Aussichtspunkt, in Richtung Grenze. Ich höre etwas von Frank Sinatra und dann wieder was mit „freedom“ im Liedtext. Hier wird nicht nur mit Waffen und Militär Stellung bezogen. Die Nordkoreaner machen das mit der Musik wohl ähnlich und irgendwie finde ich es skurril, dass sich zwei Länder mit Musikbeschallung bekriegen.

    Fernglas Grenze Nordkorea

    Vom Aussichtspunkt, dem Dora Observatory, sieht man die Grenze und zwei Vorzeigedörfer, eins von Nord- , eins von Südkorea, von denen das nordkoreanische laut unserem Tourguide nur aus Propagandazwecken aufgehübscht wird, leben tut in der Siedlung niemand. Auch das danebenliegende Gewerbegebiet, was ein erster Anfang der Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea sein sollte, liegt nun aufgrund der wiederaufkeimenden politischen Spannungen brach. Alles wirkt wie eine Geisterstadt – auch aus der Entfernung. Mich gruselt.

    Dorasan: Der Geisterbahnhof nach Nordkorea

    Gespenstisch geht es am nächsten Stopp weiter – ab dem Bahnhof Dorasan könnte man von südkoreanischem Boden aus direkt bis nach Pjöngjang durchfahren. Könnte. In Wirklichkeit liegt der nigelnagelneue Bahnhof mitten im Nichts brach. Fahrkarten gibt’s trotzdem zu kaufen, machen wir auch, denn so kommt man auf den verwaisten Bahnsteig. Und dann stehen wir da, auf dem leeren Bahnsteig, zwei Minuten, denn die Zeit drängt. Alles sehr merkwürdig.

    Für den Lacher des Tages sorgen aber die amerikanischen Mitreisenden. Drinnen gibt’s Stempel zur freien Benutzung, echten Ein- und Ausreisestempeln nachempfunden. Als Souvenir. Nicht ohne den Hinweis „Don’t stamp your passports!“… und alle stempelten sich den eigenen echten Reisepass mit den Fakestempeln voll. Trump wird begeistert sein.

    Geheime Tunnel unter der Grenze zwischen Nord- und Südkorea

    Im Laufe der Trennung zwischen Nord- und Südkorea wurden mehrere Tunnel auf südkoreanischer Seite entdeckt, die wohl Nordkorea gegraben hat, um entweder Truppen zur Invasion oder Agenten zu Infiltrationszwecken einzuschleusen. Muss man sich mal vorstellen! Kilometerlange Tunnel, gerade mal so hoch, dass ein schmaler Koreaner aufrecht durchpasst! Die Nordkoreaner sagen natürlich, das stimme alles gar nicht, die Tunnel haben die Südkoreaner doch selbst gegraben. Ganz schön verrückt. Fotos drinnen sind leider verboten, strengstes Grenzgebiet, da man im Tunnel wirklich sehr nach an die Demarkationslinie kommt. Aber bei 300 Meter Ab- und wieder Aufstieg bei 11 Prozent Steigung hat man eh andere Sorgen – nichts für Herzpatienten. Und auch nichts für extreme Klaustrophobiker, eine Viertelstunde lang durch einen engen Tunnel so tief in der Erde – muss man mögen.

    soldaten am dritten tunnel zu nordkorea

    Die Tour zur DMZ in Korea – lohnt es sich?

    Die gesamte Tour war sehr mit (natürlich süd-)koreanischer Propaganda gespickt, was zeitweise nerven konnte, obwohl die Verteilung der Rollen von Gut und Böse in diesem Fall ohnehin recht einleuchtend sind. Und zum Abschluss wurden wir noch butterfahrtmäßig durch einen Fabrikverkauf geschleppt, Einspruch war zwecklos. Keiner wollte, aber wenigstens durften wir uns aussuchen, ob man uns Ginseng oder Amethysten aufschwatzen sollte.

    grenze zu nordkorea

    Trotzdem: Wenn man schon mal in Seoul ist – definitiv ein guter Tagesausflug!

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    ***

    Was man sonst noch so in Seoul erleben kann:
    6 Dinge, die Du in Seoul gesehen haben musst!
    Seoul: Eintritt frei im Gyeongbokgung Palast

    Wer mal auf die andere Seite der Grenze nach Nordkorea möchte, kann sich hier erste Eindrücke verschaffen:
    Blogbeitrag auf Movin‘ Groovin‘

  • Ein Tag in Washington DC: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

    Ein Tag in Washington DC: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

    Washington an einem Tag zu sehen war sowieso ein anspruchsvolles Vorhaben. Wie gut, dass so ziemlich alle wichtigen Washington Sehenswürdigkeiten an einem zentralen Punkt versammelt sind: An der Mall (nein, das ist keine Shopping Mall) befinden sich wichtige Regierungsgebäude und zahlreiche Museen der Smithsonian Institution wie das Museum of Natural History. Das Kapitol, das Weiße Haus oder das Washington Monument sind nur einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten hier.

    Tipps für Washington an einem Tag: Die besten Sehenswürdigkeiten

    Gerade jetzt in Washington zu sein, war spannend. Die Präsidentschaftswahlen waren gerade entschieden. Die Welt war noch in Schockstarre, während sich Comedians und Kabarettisten weltweit das Haar in goldene Wellen legten und sich die Hände rieben: Für die nächsten vier Jahre würde der Stoff für neue Programme nicht ausgehen.

    eisenhower building washington dc

    In meinem Beruf gerät man an Orte, an die man sonst oft nie gekommen wäre. Jedes Leg, jedes Layover ein Sprung ins kalte Wasser. Und Ereignisse der Zeitgeschichte wie in Washington DC nimmt man einfach im Vorbeigehen mit. Zum Beispiel, wenn man noch schlaftrunken und betäubt vom Frühdienst durch London läuft, sich noch kurz über die Menschen am Straßenrand wundert – und dann plötzlich die Queen winkend an einem vorbeifährt.

    Oder, wenn man nach Ankunft im Terminal auf allen Großbildleinwänden die eigene Landung aus allen Perspektiven gezeigt wird – weil man den örtlichen Fussballklub an Bord hatte, der gerade eine ziemlich wichtige Trophäe nach Hause geholt hat. Was die gesamte Stadt in einen karnevalsähnlichen Ausnahmezustand versetzt. (Mich von meinem Fast-Ruhezustand nach dem langen Tag aber nicht abhält.) Und so war ich in Washington DC zufällig gerade dann, als sich das ganze Land auf den neuen Präsidenten vorbereitete.

    #1 Das Weiße Haus

    Zum ersten Mal stand ich vorm Weißen Haus und dann noch in dieser unwirklichen Zeit. Während draußen schon Bauarbeiter die Tribünen für die Festivitäten zusammenzimmerten, wurden drinnen garantiert Kartons gepackt. Armer Obama. Umziehen ist echt doof. Erst recht, wenn man sich so gar nicht mit seinem Nachmieter versteht.

    Weißes Haus in Washington D.C. hinter schwarzem Eisenzaun

    Ich wünschte also den Obamas durch den Zaun in Gedanken alles Gute und fragte mich gleichzeitig, ob sie nicht vielleicht auch ein bißchen froh sind, wegzuziehen, denn das Weiße Haus sieht von außen irgendwie viel kleiner aus als ich mir vorgestellt hatte. Und gar nicht so pompös, wie es so einsam und verlassen auf einer grünen Wiese steht.

    #2 Das Washington Monument

    Überhaupt ist das so eine Sache mit der Architektur in Washington. Ich kam gerade aus Brasília, der Hauptstadt aus der Retorte, also hatte ich den perfekten Retortenhauptstadt-Architektur-Vergleich. Ziemlich ähnlich, die beiden Städte: Viel Raum, viel ungewöhnliche Architektur. Der Obelisk des Washington Monuments steht mitten auf der Mall auf einem leichten Hügel: Hier hat man den perfekten Blick auf das Kapitol und überhaupt auf die Mall. Und an sonnigen Tagen (und einem Weitwinkelobjektiv) kriegt man surreale Fotos wie diese hier.

    lincoln memorial washington dc

    Träumst du von einer USA Reise?
    ➜ Hier findest du Tipps & Berichte zu US-Städten!

    #3 Lincoln Memorial

    Washington als Zentrum der Macht? Ganz so beeindruckend, wie ich vorher vermutete, war es irgendwie doch nicht. Viel Möchtegern-Antike, viel freier Raum, viel Nichts. Orte, die man schon zig Mal im Fernsehen gesehen hat, das Kapitol, das Washington Monument, den überdimensionalen Lincoln Memorial Reflecting Pool, das Lincoln Memorial selbst. Ist ja oft so, dass es einen vor Ort dann nochmal richtig flasht, wenn man solche Plätze plötzlich live erlebt. Irgendwie blieb das leider in Washington aus – vielleicht muss man schon Amerikaner sein, um das richtige Hauptstadt-Welt-Feeling zu bekommen. Aber für ein schönes Foto hat es am Lincoln Memorial doch noch gereicht.

    lincoln memorial reflecting pool washington dc

    #4 Das Kapitol

    Das Kapitol, der Sitz des Kongresses der USA,  habe ich nur von weitem bewundern können (oben vom Washington Monument), für alles andere war die Zeit bei einem Tag doch zu knapp. Im Nachhinein hätte ich mir lieber ein bisschen mehr Zeit fürs Kapitol genommen und dort eine der Touren mitgemacht. Touren durch das Kapitol müssen vorher gebucht werden, bis zu 90 Tagen im voraus ist eine Buchung möglich.

    ➜ Kapitol besuchen

    kapitol washington dc
    Am Ende der Mall in Washington DC, nicht zu übersehen: Das Kapitol.

    #5 Smithsonian National Museum of Natural History

    Keine öffentliche Toilette weit und breit auf der elend langen Mall, der Prachtstraße quer durch Washington – gesäumt von dollen Institutionen und einigen der besten Museen der ganzen Welt. Aber ich musste dringend. Vielleicht in einem Museum? Eintritt frei, aha. Ziemlich ungewöhnlich. Hätte ich mich mal vorher besser informiert, wüsste ich jetzt, dass die meisten der staatlichen Museen in Washington umsonst sind. Und so landete ich im Smithsonian National Museum of Natural History – und was soll ich sagen? Spontan wieder was entdeckt! Die Qualität der Ausstellung, die Art, Informationen aufzubereiten – einmalig. Freiwillige Helfer schmusten mit Spinnen und Käfern; überall war jemand bei Fragen zur Stelle. Nicht nur für Kinder ein Erlebnis.

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    national museum of natural history washington dc
    Washington
    Ich verliebte mich in den Schmetterlingsgarten.
    butterfly garden smithsonian
    Trillionen von Schmetterlingen in Urwaldambiente – und das mitten in Washington.

    #6 The Mall

    Natürlich gibt’s in Washington, DC noch viel mehr zu entdecken – ein Spaziergang über die Mall deckt aber eigentlich schon mal die Basics wie das Weiße Haus, das Washington Monument und das Kapitol ab und gibt einen guten Überblick über das Zentrum der Macht der USA. Und man könnte in jedem einzelnen der Museen entlang der Mall stundenlang verbringen. Wenn man allerdings wenig Zeit hat, sucht man sich am besten ein oder zwei Museen je nach eigenen Interessen aus. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch – allein schon, weil der Eintritt in alle Museen umsonst ist!

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    Bist Du auf den Geschmack gekommen? Dann lege doch einfach bei Deiner nächsten USA-Reise einen Zwischenstopp in Washington, DC ein.

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  • New York zur Weihnachtszeit

    New York zur Weihnachtszeit

    Kann man eigentlich von New York (besonders vor Weihnachten) NICHT geflasht sein? Diese Riesenstadt, voller Menschen, voller Gebäude, voller Geschichten. Jede einzelne Straßenecke kommt einem bekannt vor und ist es wahrscheinlich auch, weil sie garantiert in irgendeinem Film, irgendeiner Serie, irgendeiner Nachrichtensendung vorkam. Eine Stadt, so vertraut wie ungewohnt.

    Staunend lief ich vor Weihnachten durch die Straßenschluchten, immer den Kopf im Nacken, nach links und rechts guckend. Mitunter auch fassungslos, dass mich tatsächlich mein Job als Flugbegleiterin hierhin gebracht hat. Verrückt. Nach 16 Jahren Kurzstreckenfliegerei ist es immer noch surreal, wenn man nach Feierabend aus dem Flugzeug aussteigt und plötzlich den Fuss auf einen anderen Kontinent setzt.

    Das ultimative New York Feeling vor Weihnachten

    Ich will immer neue Orte kennenlernen. Nichts, wo ich schon war. Dazu sind die paar wenigen Monate, die ich ausnahmsweise Langstrecke statt Kurzstrecke fliege, zu kostbar. Ich will was sehen. Nur in New York, da war das egal. Privat war ich schon mal dort, kannte also Sehenswertes und nicht so Sehenswertes. Ich hatte auch nur 24 Stunden Zeit zum Schlafen, Essen und Sightseeing – immer ganz schön knapp, diese Ostküsten-Layover. Und es war Adventszeit, alles rief schon nach Weihnachten und ich wollte das ultimative Weihnachten-in-New-York-Feeling! Also streunte ich durch das über und über weihnachtlich dekorierte Manhattan rund um den Times Square und die Fifth Avenue.

    Lichtermeer am Times Square

    Werbetafeln über und über. Der Times Square ist ein einziger großer Werbespot und man selbst ist mittendrin. Überall leuchtet und blinkt es, und auch wenn es im Grunde nur wirklich penetrante Werbung ist: Faszinierend sind die Lichter der Großstadt trotzdem.

    new york

    Weihnachtsshopping auf der Fifth Avenue

    Die Fifth Avenue ist eigentlich nichts Besonderes, und dann wieder doch. Der neue heimliche Präsidentensitz – der Trump Tower, die größte Victoria’s Secret Filiale überhaupt, die historische St.Patrick’s Cathedral, bekannte Wolkenkratzer wie das Empire State Building undundund… Alles sammelt sich an der Fifth Avenue. Perfekt, wenn man so wie ich eigentlich keine Zeit hat. Am Central Park starten, dann einfach die Fifth Avenue runter und schon fühlt man sich wie im Film.

    fifth avenue new york public library

    Schlittschuh laufen im Rockefeller Center

    Im Rockefeller Center wollte ich eigentlich gerne eislaufen. Aber die Preise haben mich tatsächlich etwas abgeschreckt. Und meine wahrscheinlich nicht mehr vorhandenen Eislaufkünste aus Kindheitstagen. Aber: Nirgends war mehr Weihnachten als hier!

    schlittschuhlaufen im rockefeller center

    Flatiron Building

    Mein Lieblingswolkenkratzer, das Flatiron Building. Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil ich mich immer frage, wie die Räume aussehen, die ganz vorne in der engen Spitze sind. Ein Alptraum für Inneneinrichter.

    flatiron building new york

    Bald geht’s übrigens wieder nach New York und ich bin mal gespannt, wohin es mich dieses Mal verschlägt.

  • Winter in Montreal: Tipps für einen Tag in der kanadischen Metropole

    Winter in Montreal: Tipps für einen Tag in der kanadischen Metropole

    Irgendwie hatte ich mir bei Montreal und Kanada im Dezember gewaltige Schneemassen vorgestellt. Durch den Schnee stapfen bei minus 20 Grad. Nun ja. War ich in Teheran mitten im Wintereinbruch gelandet, schmolz in Montreal gerade der letzte Schnee wegen einer kleinen Wärmewelle. Also kein Canadian Winter Wonderland für mich. Schade eigentlich, so wäre das Weihnachtsshopping in Montreal noch etwas stimmungsvoller ausgefallen. Ein Gutes hatte das milde Winterwetter aber: So konnte ich ganz in Ruhe und ohne klirrende Kälte die Montreal Sehenswürdigkeiten erkunden.

    Die unterirdische Stadt in Kanada

    Trotzdem ist Montreal die perfekte Shoppingstadt, auch oder gerade im Winter. Die meisten Malls sind nämlich unterirdisch zu erreichen, fast die gesamte Innenstadt ist mit einem labyrinthartigen Untergrundsystem versehen. Montreal ist wie eine unterirdische Stadt. U-Bahn-Stationen, Bürogebäude, Einkaufszentren – alles ist durch Tunnel verbunden. Ganz schön praktisch, wenn es draußen mal wirklich kalt wird: man kann durch die komplette City laufen, ohne auch nur einmal den Fuss auf die Straße setzen zu müssen. Schon etwas unwirklich, wie das Leben sich unter Tage wie eine Parallelwelt anfühlt.

    Tipps & Sehenswürdigkeiten in Montreal

    Außer unterirdisches Shopping gibt’s auch ein paar andere schöne Sehenswürdigkeiten in Montreal – hier ein paar Tipps, unsortiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber dafür selbst ausprobiert! 🙂

    Essen & Trinken in Montreal

    Irgendwie ist es wohl das französische Erbe: Cafés und Restaurants an jeder Ecke, eins gemütlicher als das andere. Wie zum Beispiel die Bar A Beurre oder das Café de Mercanti in der Altstadt von Montreal. Guter Kaffee und viel Süßkram, wie zum Beispiel die gefüllten Butterballen in allen Farb- und Geschmacksvariationen.

    Café de Mercanti
    350 Notre Dame Est.
    Old Port Montreal, QC H2Y1C7
    Website

    Gleich nebenan:
    Bar A Beurre
    Website

    Marché Bonsecours

    Auf der Suche nach ein paar Souvenirs? Gibt’s im Marché Bonsecours, einer überdachten Markthalle. Dort befinden sich jede Menge kleine Kunsthandwerksläden mit ausgefallenen Montreal- und Kanada-Souvenirs. Nicht günstig, aber schön. Ich habe mir einen indianischen Traumfänger mitgebracht.

     Montreal Sehenswürdigkeiten Marche Bonsecours

    Quai de l’Horloge

    Am alten Hafen von Montreal (Vieux-Port de Montréal) gibt es am Ende des Quai d’horloge einen klitzekleinen Stadtstrand mit rustikalem Hafenambiente. War natürlich ausgestorben, aber definitiv vorgemerkt für sonnigere Tage. (Sollte ich nochmal das Glück haben, in ein paar Monaten wiederzukommen.) Und wenn das Wetter nicht mitspielt: Im Vieux-Port gibt es noch ein tolles Spa, das Bota Bota – das hätte ich so gerne auch noch ausprobiert, aber der Pick-Up rief mal wieder. Nächstes Mal.

     Montreal Sehenswürdigkeiten Strand Quai de l'horloge
    Montreal Sehenswürdigkeitentour de l horloge montreal
    old port bahnübergang montreal
    Montreal Sehenswürdigkeiten Vieux Port
    Montreal Sehenswürdigkeiten Old Port
    bahnschienen vieux port Montreal Sehenswürdigkeiten
    Montreal Sehenswürdigkeiten Eichhörnchen mit Nuss

    Basilika Notre-Dame de Montréal

    Montreal ist bekannt für seine vielen Kirchen. Darunter gibt es ein paar wirklich herausragend schöne wie das St.-Josephs-Oratorium auf dem Mont Royal. Oder die Basilika Notre-Dame de Montréal (siehe Fotos). Auch für nicht Kirchengänger sehenswert.

    Basilika Notre Dame Montreal Sehenswürdigkeiten
     Montreal Sehenswürdigkeiten Basilika Notre Dame

    Übernachten in Montreal

    Ich habe im Delta Hotel by Marriott übernachtet. Sehr gut, aber auch sehr gediegen. Die Lage aber war zum Erkunden der Stadt perfekt! Wer nicht ganz so viel investieren will: Ganz in der Nähe gibt es das Zero 1, etwas günstiger, dafür moderner und ebenso komfortabel.

    Hier findest du noch mehr über Kanada

  • Teheran und die Nachhilfe in Sachen Gastfreundschaft.

    Teheran und die Nachhilfe in Sachen Gastfreundschaft.

    Gastfreundschaft ist ja etwas, mit dem man sich als Flugbegleiter auskennen sollte. Besonders nach 16 Jahren Berufserfahrung. Nachdem ich aber im Iran – besser gesagt in Teheran – war, und das durch einige Zufälle auch noch länger als geplant, weiß ich: Es gibt noch viel zu lernen.

    Iran: Vorurteile und Realität

    Vom Iran hatte sich ein diffuses Bild in meinem Kopf festgesetzt: Ich dachte an Atombomben, Kopftuchpflicht, Menschenrechte, prunkvolle Paläste, orientalisches Flair und Präsidenten, die so weltmännisch aussehen wie ein usbekischer Bauer beim Ziegenmelken. Hm. Aber ich dachte auch an die vielen wunderbaren Iraner, die in Deutschland kannte: schöne, gebildete Menschen mit einem Herz aus Gold, das jeden Raum erwärmt. Wie passt das nur zusammen?

    Ich verstehe es immer noch nicht. Warum die Dinge im Iran so sind wie sie sind, trotz der wundervollen Menschen, die dort leben, hat sich mir nicht erschlossen. Aber das gehört nun mal zum Reisen dazu: man muss nicht alles hinterfragen.

    Teheran Iran Winter
    Verschneit: Die Winter können in Teheran ganz schön weiß werden.

    Welcome to Iran!

    Selten habe ich mich in einem fremden Land so exotisch und besonders gefühlt wie im Iran. Ausländer scheinen noch eine Rarität zu sein in einem von Embargos gebeutelten Land. Und so fällt man eigentlich immer auf wie ein bunter Hund.

    Mehr über den Iran als Reiseland erfährst du auch in diesen Artikeln

    Ungewohnt, aber nicht unangenehm. Denn die Teheraner sind neugierig und ernsthaft interessiert. Trotz oft mangelnder Fremdsprachenkenntnisse wird man mitten auf der Straße angesprochen. In gebrochenem Englisch, fließendem Farsi oder mit Händen und Füßen. Und eigentlich immer mit einem ähnlichen Gesprächseinstieg: „Welcome to Iran!“ gepaart mit einer so echten, wahrhaftigen Freude, dass es besonders rührseligen Besuchern wie mir jedes Mal die Tränen in die Augen treibt.

    Wie sicher ist Teheran?

    Nicht einmal habe ich mich in Teheran unwohl gefühlt, unsicher oder verloren. Sobald man fragend in die Umgebung schaut, eilt sofort jemand herbei – where do you want to go?, do you need help?, where are you from? – und jegliche Fragen lösen sich auf. Mitunter auch die Frage, wo man zu Abend isst, denn nicht nur einmal habe ich in Teheran Einladungen zu einem echten persischen Abendessen im eigenen Zuhause ausgeschlagen. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich mich nicht getraut habe – denn im Laufe der Woche bekam ich den Eindruck, dass diese Einladungen wirklich nett gemeint waren.

    Teheran Iran Granatäpfel

    Berührungsängste sind fehl am Platz

    Wohin man nur schaut: Nette Menschen. Da war zum Beispiel R., den wir in einem Berglokal trafen. Alle Sitzecken, in denen die Gäste gemütlich barfuss auf dem Boden saßen und Shisha rauchten , waren belegt. Unsicher schauten wir uns um, traten von einem Fuss auf den anderen – raus war keine Option: Die Füße waren kalt, und der Magen schrie nach Essen. Als die ersten uns bemerkten, schnellten sofort die Hände nach oben und wir wurden aus allen Ecken herangerufen: hierher, hierher! Als ob es ein Wettbewerb geworden wäre, wer denn nun die drömelig-verlorenen Touristen zu sich in die Sitzecke einladen durfte. Wir setzten uns also zu R. und seinen Freund H.; wir sprachen über Gott, Allah, die Welt an sich und die Erkenntnis, dass unsere Wünsche fürs Leben ziemlich identisch sind, trotz so unterschiedlicher Umstände.

    Und es gab natürlich die obligatorische Einladung zu Tee und Suppe – so herzlich, dass man sie nicht aussschlagen konnte und ich schon wieder Pipi in den Augen hatte vor lauter Rührung.

    mountains in teheran iran

    Das ist das Wunderbare an meinem Beruf: Ich wäre privat nie auf die Idee gekommen, Teheran zu besuchen. Und jetzt? Will ich wiederkommen und noch viel mehr vom Land kennenlernen. Wer hätte das gedacht.

  • Kapstadt an einem Tag

    Kapstadt an einem Tag

    Wenn man sich schon gleich nach der Ankunft die wildesten Sachen ausdenkt, wie man am besten dem drohenden Pick-Up am übernächsten Tag entgehen kann – dann muss es wahre Layoverliebe sein. Ach, Kapstadt. Kapstadt ist wunderbar. 

    cape town headshot

    Die traurige Erkenntnis kommt schnell. Kapstadt in 24 Stunden: Geht nicht. Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof, kein Wunschkonzert und geschenkt wird einem eh nüscht. Egal, besser 24 Stunden als gar nichts.

    sun lions head

    Kapstadt und was man sehen muss

    Der Tafelberg ist DAS Wahrzeichen Kapstadts. Unübersehbar thront er über der Stadt, die sich unterwürfig auf dem Streifen zwischen tosendem offenem Meer und hohen Bergen angesiedelt hat, im Einklang mit den alles bestimmenden Naturgewalten. Natur – das ist wohl auch eine der Attraktionen Kapstadts, denn obwohl die Stadt mit ihren drei Millionen Einwohnern gar nicht mal so klein ist, spielt die Natur hier immer noch die größte Hauptrolle.

    table mountain sign

    Tafelberg – ja oder nein?

    Das mit den Naturgewalten ist in Kapstadt echt nicht zu unterschätzen. Und obwohl ein Aufstieg zum Tafelberg Pflichtprogramm ist (die Sportlichen wandern, Faule wie ich nehmen die Seilbahn), sollte man vorher checken, ob der Tafelberg überhaupt geöffnet hat. Denn bei starkem Wind und unwirtlichem Wetter macht die Seilbahn einfach dicht und Wandern macht dann garantiert auch keinen Spaß mehr.

    Also: Hat der Tafelberg geöffnet, ist ein halber Tag schon mal verplant – ansonsten kann man zum Ersatzprogramm übergehen. Und das zu finden, ist in Kapstadt nicht schwer.

    Tolle Aussichten auf Tafelberg und Lion’s Head hat man übrigens auch vom Signal Hill:

    table mountain lions head

    Hop on – Hop off – Hop on in Kapstadt

    Ich finde ja, dass Hop-On-Hop-Off-Touren nicht in jeder Stadt funktionieren. Manchmal ist man mit Reiseführern und ’nem Tagesticket für die Öffentlichen besser beraten – oder die Tickets sind einfach so unverschämt teuer (wie z.B. in Hongkong), dass ich plötzlich zum Geizlappen mutiere.

    Kapstadt gehört allerdings nicht zu diesen Orten, die Preise sind sehr moderat und das Hop-On-Hop-Off-Netz so ausgeklügelt, dass man es durchaus mehrere Tage in Anspruch nehmen könnte. Außerdem war’s einfach wunderbar, auf einem verwaisten Cabrio-Upper-Deck bei steifer Brise die Küste entlang zu cruisen und fasziniert auf soviel Landschaftsschönheit zu starren!

    Victoria & Albert Waterfront

    waterfront bay

    Ein bisschen Hafenromatik, Shoppingerlebnis, Kaffeehauskultur, Kirmesstimmung, Open-Air-Musik und viel Sonnenschein. All das unter dem schönsten Bergpanorama: Die ausgebaute Waterfront fügt sich so nahtlos in die Umgebung ein wie nur wenige Neubau-Vergnügungsviertel. Rumlaufen, treiben lassen und musikalisch in Südafrika-Stimmung kommen. Muss man einfach so sagen: Der Afrikaner an sich hat den Rhythmus im Blut. Sowas von.

    vovotelo

    Vovo Telo Bakery & Café
    V&A Waterfront
    Vovotelo auf Facebook

    Kirstenbosch Botanical Gardens

    Der Reiseführer sagt: Eine der schönsten Parks der Welt. Gut, mit Parks kenne ich mich nicht besonders aus. Und der vor meiner Haustür in Berlin taucht in Reiseführern höchstens als der größte Drogenumschlagsplatz in Deutschland auf.

    kirstenbosch table mountain

    Kirstenbosch ist da dann wirklich anders. Eine Symbiose aus perfekt gepflegtem englischen Garten, tropischer Oase und botanischer Erlebniswelt. Und vom Baumwipfelpfad gibt’s ein atemberaubendes Panorama on top! Hier lässt sich wunderbar abschalten und die Zeit vergessen – für die, die aber keine haben: Aussicht geniessen und weiter!

    Camps Bay – Kapstadt’s hipper Stadtstrand

    Strand. Sonne. Meer. Der Tafelberg. Ein paar Cafés. Und man möchte für immer bleiben. In eine der Strandbars setzen, Cocktails trinken, und es nicht fassen können, dass der Atlantische Ozean so unfassbar türkisblau leuchten kann.

    camps bay view
    sun camps bay

    Café Caprice
    Camps Bay, Cape Town

    Bokaap – die bunten Häuser von Kapstadt

    Was ein bisschen Farbe so alles bewirken kann. In Bokaap, einem alten muslimischen Stadtteil Kapstadts, ist jedes Haus in einer anderen Knallfarbe gestrichen. Instagram-Motive an jeder Ecke – die Farben sind faszinierend. Ob die Nachbarn sich immer absprechen, wenn die Fassade neu gestrichen wird?

    bokaap houses green yellow
  • 6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    Seoul ist wirklich ein besonderes Reiseziel: Am anderen Ende der Welt und in vielem gleich und doch anders als in Europa. Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit Gucken und Staunen. Und für diejenigen, die ebenso fasziniert wie irritiert sind, habe ich aus Seoul eine kleine persönliche Liste von Dingen mitgebracht, die man echt mal live und Farbe gesehen haben sollte. Meine ganz persönliche Liste der Top Seoul Sehenswürdigkeiten findest du in diesem Artikel.

    #1 Seoul Sehenswürdigkeiten: N Seoul Tower / Namsan Tower

    Der N Seoul Tower liegt auf der Spitze des höchsten Berges in Seoul, dem Berg Namsan. Das macht die Aussicht vom Turm nochmal faszinierender, an klaren Tagen hat man einen unvergleichlichen Blick über die gesamte Stadt.

    Seoul Sehenswürdigkeiten Aussicht vom Berg Namsan

    Rauf zum Turm geht es zunächst mit einem Aufzug, dann mit einer Seilbahn. Sportliche wandern ca. eine Stunde hoch. Der Bereich um den Turm herum ist Naherholungsgebiet mit schön angelegten Gärten, einigen Cafés und Shops und wechselndem Kulturprogramm.

    Und der N Seoul Tower scheint der Wallfahrtsort aller frisch Verliebten zu sein; Geländer und Zäune rund um den Turm sind über und über mit Liebesschlössern behangen und ergeben einen faszinierenden bunten Schlösserteppich. Wahnsinn. 98% der Weltproduktion an Hängeschlössern landen wohl in der Nähe des N Seoul Tower.

    Liebesschlösser am Namsan Tower, Seoul
    Das Geländer ist nicht mehr zu erkennen: Dekoriert von Tausenden von Liebesschlössern.

    #2 Gwangjang Markt – Seoul’s bekannter Streetfood Markt

    Nichts für schwache Mägen. Hauptsächlich ein Markt für Stoffe, gibt es hier auch eine kleine, aber wirkungsvolle Streetfood-Ecke, die auch den härtesten Magen auf die Probe stellt. Von Hundefleischsuppe über Schweinefüße und -schnäuzchen, von schlachtbereiten lebenden Tintenfischen bis hinzu undefinierbaren Blutwürsten gibt es alles, was man für ein Training für das nächste Dschungelcamp so braucht. Mir persönlich hat es bei den lebenden Seewürmern den Magen umgedreht, Meerestier ohne Augen in Gedärmeoptik – das ist nix für mich, noch nicht mal zum Anschauen.

    Ansonsten gibt es aber auch wesentlich verträglichere Gerichte, Sojapuffer aus frisch gemahlenen Sojabohnen (sehr lecker!) oder frisch gerollte Nudeln in Brühe.

    #3 Top Sehenswürdigkeiten in Seoul: Die exotischen Paläste

    Seoul besitzt einige Paläste aus Zeiten der Joseon-Dynastie – davon unbedingt einen ansehen. Der größte ist der Gyeongbokgung Palast.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul Sehenswürdigekeiten, Korea

    #4 Skurrile Themen-Cafés

    Die Koreaner scheinen Cafés zu lieben. (Achtung: Zeit mitbringen, meist ist der Service eher gemütlich.) Und skurrile Cafés im besonderen. Wie das Schaf-Café Thanks Nature.

    Die beiden zum Café gehörigen Schafe sollen entfremdete Großstädter wohl der Natur wieder näher bringen. Ob die Art der Haltung tierlieb und naturgetreu genug ist, so auf nacktem Beton in einem dunklen Beton, sei mal dahingestellt.

    Oder das Poop Café in Insadong. Hier steht alles im Zeichen der Häufchen. Kack-Häufchen. Kack-Häufchen als Kissen, als Notizzettel oder als Tischdekoration. Suppen werden in kleinen Kloschüsseln serviert. Lecker.

    Mehr Reiseberichte aus dem spannenden Südkorea

    #5 Seoul öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn-Fahren

    Zugegeben, die Berliner U-Bahn ist kein Maßstab. Aber in jeder U-Bahn in Seoul ist es so viel sauberer als zu Hause in meiner geliebt-verhassten U7. Böden so spiegelglatt, dass man davon essen könnte. Und selbst in der Rush Hour sind alle ruhig und diszipliniert, kein Gedränge, kein Geschiebe, keine schlechte Stimmung. BVG, hier könnt ihr echt mal was lernen.

    Metro in Seoul, Korea

    #6 Koreanisch essen in Seoul: Von Bibimbap bis Korean Barbecue

    Wobei – eigentlich zwei Mal. Denn: kein Korea-Besuch ohne Bibimbap oder Korean Barbecue.

    Bibimbap ist eigentlich nur eine Schale Reis mit frischem Gemüse und wahlweise Fleisch obenauf. Scharfe Soße rein, kräftig gerührt – und dazu wie bei allem in Korea: Kimchi. Eingelegter, vergorener Weißkohl. Manche schwören drauf, ich kann dem nichts abgewinnen. Aber was soll’s, probieren gehört dazu.

    Zweites Nationalgericht: Korean Barbecue. Hat mich geschmacklich allerdings auch nicht umgehauen. Fleisch, das man selbst am Tisch grillt, dazu einige Sorten – natürlich – Kimchi und das Ganze wird dann mit Reis zusammen in einem dünnen Salatblatt(!) eingerollt. In meinem Fall eine einzige Schweinerei, es tropfte und triefte. Korean Barbecue – auch geschmacklich nicht meins. Dafür aber umso sehenswerter die Stimmung, die von neonbeleuchteter Kantine bis lauter Markthalle reichte.

    * * *

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  • Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist zwar klirrendkalt, aber der Tag sonnig. Und es ist genau die richtige, leider viel zu kurze Phase, wenn das Herbstlaub noch in seiner vollen Farbenpracht von den Bäumen strahlt. Ob die Gärtner des Gyeongbokgung Palast in Seoul die Bäume danach gepflanzt haben? Fast sieht es so aus, denn diese fröhlich-warme Mischung aller nur erdenklichen Blätterfarben ist einmalig und zu schön, um nur Zufall zu sein. Oder es liegt einfach daran, dass die Palastanlage an sich sehr schlicht gehalten ist. Kein Prunk, kein Gold, kein zur Schau gestellter Reichtum. Und ziemlich viel Grau. Bescheidenheit ist wohl etwas Ur-Koreanisches.

    Haupteingang, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Tradition im Gyeongbokgung Palast in Seoul – oder: wie man umsonst reinkommt!

    Dafür ist nicht nur das Blättermeer um den Palast farbenfroh, sondern auch seine Besucher: Viele junge Koreaner in den tollsten traditionellen Kostümen schwirren durch die Anlage, schiessen Selfies oder drapieren sich giggelnd vor ihren Kameras für das schönste Foto. Stolz lassen sie sich auch mit Fremden fotografieren, denn die Koreaner freuen sich wirklich von Herzen, wenn sich Touristen für ihre Kultur interessieren.

    Mädchen in Tracht, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Alle Südkorea Reiseberichte findest Du hier

    Wer sich nun das mit dem Verkleiden ausgedacht hat und was es damit wirklich auf sich hat, weiß zwar niemand. Aber alle haben Spaß. Und freien Eintritt. Denn wer in Tracht erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen! Allerdings wird das so gesparte Geld meist schon vorher in die Gebühr für einen der umliegenden Kostümverleihe investiert – aber was soll’s.

    Ich habe übrigens auch keinen Eintritt gezahlt, ganz ohne Kostüm. Auf dem Weg zur Kasse kam mir eine Koreanerin entgegen und drückte mir eine zu viel gekaufte Karte in die Hand. Warum? Einfach so. „Take it as a gift. You look so nice. And enjoy Korea!“ und lief freudig davon. Was für ein nettes, fröhliches Volk. Echt.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Informationen zum Gyeongbokgung Palast

    dienstags geschlossen
    U-Bahn Linie 3 Gyeongbokgung
    Eintritt 3000 Won (ca. 2,50€)
    kostenlose Führungen auf englisch 11.00, 13.30, 15.30 (sehr empfehlenswert, da vor Ort sonst wenig Infos)
    mehr Infos hier

    Bukchon Hanok Village – ein altes Dorf aus der Joseon-Dynastie

    In der Nähe des Palasts befindet sich auch das Bukchon Hanok Village, ein kleines bergiges Viertel mit gut erhaltenen Häusern, das auf 600 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Trotz der Touristenströme ist es hier tatsächlich recht erholsam. An so ziemlich jeder Haustür hängt ein Schild, das um Ruhe bittet – und faszinierenderweise halten sich alle daran und ziehen schweigend und bedächtig durch die kleinen Gassen.

    Downhill view, Bukchon Hanok Village, Seoul, Korea

    In den Gassen selbst gibt es nur wenige bis keine Restaurants, Geschäfte oder Ähnliches. Aber ein Stückchen weiter unten finden sich nette, kleine Straßen mit den verträumtesten Cafés. Einkehren, Tee trinken, Zeit vergessen.

    Informationen zum Bukchon Hanok Village

    ca. 15-20 Minuten Fussweg vom Haupteingang des Gyeongbokgung Palasts
    oder U-Bahn-Linie 3 Anguk

  • 24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    Hongkong sehen in zwei Tagen: extrem sportlich. Hongkong sehen in anderthalb Tagen: eigentlich unmöglich. Aber der Taifun meinte es nun mal nicht gut mit uns. Anderthalb Tage mussten reichen. Viel zu wenig für eine Stadt wie Hongkong.

    hongkong harbour view hotel

    Stopover in Hongkong – meine Tipps!

    Schon beim Blick aus dem Hotelfenster (Mega! – und netterweise mit Orientierungshilfe) war klar: ich werde nur einen Bruchteil der Stadt sehen. So groß, so faszinierend, so vielseitig, so tropisch. Ich komme wieder, da bin ich mir sicher.

    1. Temple Street Night Market – Essen in Hongkong

    Mitten in Kowloon gelegen, ist der Markt sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen. Ein typisch asiatischer Nachtmarkt, perfekt auf die Bedürfnisse von Touristen abgestimmt. Von Ladekabeln für’s neueste iPhone über chinesische Teeservices bis zu den üblichen Souvenirs gibt es alles, was das Touristenherz begehrt. Die Preise schienen zwar schon moderat, feilschen lohnt sich trotzdem.

    Restaurant at night market in Temple Street, Hongkong

    Aber das wirklich Interessante sind die Restaurants drumherum, zum Teil in kleinen dunklen Gassen gelegen und sehr einfach eingerichtet. Nichts für Sauberkeitsfanatiker und wohl auch nicht für sensible Tierliebhaber, denn artgerechte Haltung von Meeresgetier sieht anders aus. Vor den Restaurants stehen Bottiche mit lebenden Tieren – auf ihre Zubereitung wartend. Die Krebse sollen fantastisch sein.

    Hongkong
    water basin with seafood in chinese restaurant

    Ich bin kein Fan von Meeresfrüchten, weder tot noch lebendig. Die Tierchen durften also noch weiter in ihren Wannen schwimmen. Aber der Rest war köstlich. Und der ruppig-chinesische Service machen das Hongkong-Erlebnis perfekt.

    Mehr über über Hongkong und China kannst du auch hier nachlesen

    2. Egg Waffles probieren

    Zum Nachtisch dann noch – typisch für Hongkong – die fotogenen Egg Waffles:

    3. Mit der Fähre durch den Victoria Harbour

    Eine der wohl günstigsten Attraktionen Hongkongs. Man kann zwar auch eine der schönen Dschunken mit touristischem Programm nehmen, aber mit einer der Fähren schnell durch den Victoria Harbour übersetzen, ist beeindruckend. Vor allem bei Nacht, wenn die Skyline hell erleuchtet ist. Kostet nur wenige Cents, und geht immer.

    4. Mit der Hongkong Tram fahren

    Wohl einzigartig sind die Straßenbahnen Hongkongs: zwei Etagen, bunt bemalt und fast so kurz wie ein VW Golf.

    5. Shoppen und chillen in Stanley

    Etwas ausserhalb von der Innenstadt liegt Stanley, aber mit der Buslinie 6 vergeht auch die Fahrt dorthin wie im Flug. Vorbei am schönsten Stränden Hongkong wie Repulse Bay, die Serpetinen zwischen den tropischen Bergen entlang.

    repulse bay hongkong

    Stanley selbst ist ein hübscher kleiner Ort, mit Cafés und Restaurants an einer Strandpromenade und einer kleinen Mall. Perfekt, um mal der lauten Stadt zu entfliehen. Bekannt ist Stanley vor allem auch für seinen Markt – früher ein Geheimtipp für Schnäppchenjäger, jetzt eher Touristenmarkt wie überall auch. Egal, schön isses trotzdem.

    Den Tin Hau Tempel in Stanley kann man auch direkt mitnehmen – einer von vielen Tempeln in Hongkong, die der Schutzpatronin der Fischer und Seeleute Tin Hau gewidmet sind. Schön anzusehen.

    ***

    Mehr über Hongkong:

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

  • Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Ich habe es im Moment mit Naturkatastrophen. Entweder sie reisen mir hinterher wie letztens in Charlotte oder sie eilen mir voraus. Letzteres passierte dann in Hongkong. Was zur Folge hatte, dass sich das Briefing wegen eines Taifuns um glatte 12 Stunden verschob – und somit meinen allerersten Aufenthalt in Hongkong dramatisch verkürzte. Egal. Besser hinter dem Taifun ankommen als währenddessen, oder? Dachte ich mir zumindest und straffte das Sightseeing-Programm für Hongkong noch ein wenig. Das Nachtleben in Hongkong fiel dann leider weg, keine Cocktails in Roof-Top-Bars oder durchtanzte Clubnächte. Dafür aber dann der spektakulärste Ausblick ever.

    Hongkong: Mit der Peak Tram auf den Viktoria Peak

    Es ist Sonntag. Der erste sonnige Tag nach einem Taifun. Keine gute Idee, um mit der historischen Hongkong Peak Tram auf den Victoria Peak hinauf zu fahren – es sei denn, man lässt sich von anderthalb Stunden Wartezeit nicht abschrecken. An anderen Tagen soll es wohl besser sein, aber wir hatten ja leider keine Wahl. Tausende Touristen müssen wohl während des Taifuns in Hongkong ausgeharrt haben, nur um am nächstmöglichen Tag direkt mit ihrem Sightseeingprogramm weitermachen zu können und den Viktoria Peak gemeinschaftlich zu stürmen.

    Mehr Reiseberichte & Tipps für China und Hongkong

    Riding the Peak tram in Hongkong

    Trotzdem: es lohnt. Die Fahrt mit der Hongkong Peak Tram ist zwar recht kurz, aber stellenweise spektakulär, da es so steil wird, dass man auf den hölzernen Bänken eher liegt statt sitzt. Oben angekommen gibt es einen großes Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit einer Aussichtsterrasse, der Sky Terrace 428. Die heißt so, weil sie 428 Meter hoch liegt. (Wer hätte das gedacht.) Kostet natürlich extra, aber unten an der Tramstation kann man sich ein Kombiticket kaufen, ein paar Dollar sparen und dafür den fantastischsten Ausblick über Hongkongs Skyline gewinnen!

    Atemberaubend: Aussicht vom Victoria Peak in Hongkong

    Die Aussicht vom Peak ist magisch. Wir verbrachten den Nachmittag oben, verfolgten den Sonnenuntergang und staunten über die bunten Lichter der Stadt bei Nacht. Wie in einem Film, wie auf einer Postkarte, wie eine Fototapete – so surreal fühlte sich dieser Blick an. Und alle Mühen und Wartezeit für den Aufstieg waren vergessen.

    view from victoria peak hongkong
    Hongkong by night
  • Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    It’s Shanghai, Baby! Whooo-hooo! So skandalös wie der gleichnamige Roman war mein allererster China-Besuch überhaupt zwar nicht. Aber es gab eine Sache, auf die mich kein interkulturelles Kommunikationsseminar vorbereiten konnte. Denn live und in Farbe ist es eben gewöhnungsbedürftig, wenn einem ein wildfremder Chinese mitten auf dem Bürgersteig vor die Füße rotzt. Andere Länder, andere Sitten. Auf die Straße spucken sei normal, sagt jeder Reiseführer, und lautet der Inhalt jeder Kulturschock-Schulung.

    skyline in pudong shanghai china

    Ich wollte es nicht glauben, bis der erste neben mir in Shanghai auf der Straße tief Luft holte und mit so viel Getöse alles Störende aus seinem Rachen rausholte, dass ich Angst hatte, es käme noch Mageninhalt hinterher. Naja, vor chinesischem Mageninhalt hatte ich eh schon jegliche Scheu verloren – auf dem Hinflug ging es jemandem schlecht, ich führe das mal jetzt nicht weiter aus, und da man auf einem 10-Stunden-Flug nicht wie auf der Kurzstrecke mal eben feige bei der nächsten Landung die Putzkolonne rufen kann… hieß es dann: Gummihandschuhe an und durch. Hashtag #momenteindenenichdiekurzstreckevermisse.

    Ansonsten sollen Chinesen noch ganz andere schlimme Sachen machen, vor allem bei Tisch. Schlange stehen ist auch nicht so beliebt. Überhaupt würde Herr Knigge wohl ’nen Anfall kriegen bei so viel rüpelhaftem Verhalten. Übel, übel.

    Benimmregeln für China: Wie sind sie denn nun, die Chinesen?

    Ich war sehr positiv überrascht. Manchmal ist es gar nicht verkehrt, sich eine fremde Kultur vor dem ersten Besuch in den schlimmsten Farben auszumalen! Bis auf die Spuckerei habe ich mich in Shanghai nämlich wohl gefühlt. Gut, servicetechnisch gibt es noch einiges an Luft nach oben, aber das habe ich mir mit der Hammer-und-Sichel-Sache erklärt. Es ist vielleicht nicht so vorgesehen. Aber sonst: echt nette Leute.

    shanghai pudong skyline

    Vor allem die chinesische Kollegin, die mir ungefragt auf dem Hinflug eine improvisierte englisch-chinesische Speisekarte zum Zeigen aufgeschrieben hat, damit ich beim Anpreisen der Mahlzeiten nicht völlig verzweifele. Auf dem Rückflug habe ich mich dann mit ihrer Hilfe sogar an die Aussprache gewagt: Es gab „njiuuu-rhooo“ oder „chuuu-rhooo“. Rind oder Schwein. Oder so ähnlich. Unsere Gäste haben jedenfalls sehr gelacht. Naja, was tut man nicht alles.

    shanghai world financial center china

    Sehenswürdigkeiten & Tipps in Shanghai

    Shanghai ist eine Stadt der Moderne. Wolkenkratzer, immer höher, immer größer, immer mehr – in Pudong sieht man das ganz besonders. Dort soll in den 80er Jahren noch kein einziger moderner Bau gestanden haben. Unvorstellbar. Shanghai wächst im Zeitraffer. Das gehört auch zu den Must-Sees in Shanghai: einmal auf einen der Riesen-Wolkenkratzer hinauf, wie hier auf das Shanghai World Financial Center. (Das ist das Gebäude, das so aussieht wie’n Flaschenöffner.)

    oriental pearl tower shanghai china

    Die Fahrt rauf bis in die 100.Etage auf den Skywalk kann man sich im Grunde auch sparen, die 94. oder ’n Kaffee im Hilton in der 91. sollten es eigentlich auch tun. So spektakulär ist der Glasboden in der 100.Etage nämlich nicht, denn man schaut im Prinzip nur auf einen anderen Gebäudeteil. (Aber ich musste ja unbedingt für 25€ nach ganz oben.)

    Mehr über das spannende Reiseland China erfährst du auch in meinem China-Blog

    Auf der Suche nach historischen Überbleibseln sind wir erst in der Altstadt rund um den Yu-Yuan-Garten hängengeblieben. Hat hier aber starken Disneyland-Charakter. Irgendwie unecht alles. Zumindest gab’s noch typische Teigtaschen (Xiao Long Bao) im bekannten Nan Xiang Restaurant. Kein überragendes Gourmeterlebnis, aber die Atmosphäre oben im Restaurant fühlte sich nach China an.

    yu yuan garden shanghai china

    Besonders gut gefallen hat mir Xintiandi, das alte französische Viertel mit ein paar gut erhaltenen schönen kleinen Häusern, den Shikumen. Ein paar Straßenzüge sind leider extrem mit westlichen Gourmet-Restaurants und Geschäften aufgerüstet; speziell dort fehlt es an Flair. Aber ansonsten lässt sich hier viel zu Fuß entdecken, es gibt viele kleine, ausgefallene Shops und tolle Cafés.

    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    Historische Backsteinbögen in einer chinesischen Altstadtgasse

    Essen und Trinken in Shanghai: Meine Shanghai Tipps

    Meine persönliche kleine Auswahl, ausprobiert und für gut befunden:

    Hongdae Bear (Xintiandi) – koreanischer Coffee Shop mit Kaffeespezialitäten für 5€ (huch!), dafür aber extra nett und mit ausgefallenen Zutaten (schwarzer Pfeffer!)

    Xitiandi Shanghai
    xitiandi shanghai
    hongdae bear cafe shanghai

    Nan Xiang Restaurant (Yu Yuan Garten, Altstadt): hier gibt’s gefüllte Teigtaschen, die Xiao Long Bao – unten stehen die Leute Schlange, oben lässt sich gemütlich sitzen.

    xiao long bao at naniang restaurant

    1221 The Dining Room (Zhongshan Park) – Shanghai-Küche für Einsteiger, gemütliche Atmosphäre und alles ist so lecker!

    Coconut Paradise – gute Thai-Küche, lauschiger Garten, hervorragende Cocktails.

    Crystal Jade (Xintiandi) – eigentlich eine große Kette, chinesische Küche, tolle Auswahl, gediegen-schönes Ambiente.

    food crystal jade shanghai
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