Kategorie: Südkorea

Südkorea hat mich mit seiner ungewöhnlichen Mischung aus tief verwurzelten Traditionen und supermoderner Gegenwart total überrascht. In Seoul kannst du dich gleichzeitig zwischen historischen Tempeln, strahlend hellen Neonreklamen und unzähligen Garküchen bewegen, die auch mal gerne bis spät in die Nacht geöffnet sind.

Wenn du in Seoul bist, solltest du außerdem unbedingt die ungewöhnliche Grenze zu Nordkorea besuchen – und Zeitgeschichte live erleben. Hier auf dem Blog findest du dazu viele Tipps!

  • Seoul: Tour zur Grenze nach Nordkorea

    Seoul: Tour zur Grenze nach Nordkorea

    Einmal nach Nordkorea reisen. Seitdem ich ein paar Dokumentationen über Nordkorea verschlungen habe, will ich dorthin. Gut, man kann darüber streiten, ob man ein doofes Regime mit Devisen unterstützen sollte, während sein Oberhaupt die Welt mit seinen Atomprojekten in Atem hält. Denn mit Reisen nach Nordkorea ist es wohl ein bisschen wie damals mit Ausflügen in die DDR. So wirklich hat nur der Staat was von dem hereingespülten Westgeld, und man selbst wird während der staatlich organisierten und überwachten Reise mit Propaganda überhäuft. Von Seoul aus ist es zur Grenze zu Nordkorea nicht weit, die demilitarisierte Zone (DMZ) an der Grenze liegt sozusagen um die Ecke.

    zaun mit bunten schleifen in der dmz südkorea

    Nordkorea Grenze: Die demilitarisierte Zone bei Seoul und ihre Sehenswürdigkeiten

    Von Seoul aus bieten einige wenige Anbieter Touren in die DMZ an. Selbst hinfahren ist eher schwierig – die DMZ ist ein mehrere Kilometer breiter Grenzstreifen vor der eigentlichen Grenze und militärisches Sperrgebiet. Von wegen demilitarisiert. Nur für Reisegruppen werden Ausnahmen gemacht. Mit allen Vor- und Nachteilen: An manchen Stopps des Ausfluges haben wir mehrfach angehalten, um andere Reisegruppen aufzugabeln oder abzusetzen oder beides. Ein paar „Highlights“ der Tour waren auch keine – zum Beispiel der Halt an einem Supermarkt mit angeblichen lokalen Produkten. Zwischen Oreos, Pringles und Kaugummis standen ein paar verstaubte Flaschen mit eingelegtem Ginseng. Super. Inklusive war auch ein 1a Tourguide, der jeden Satz geschlagene fünf Mal wiederholte und dabei nur die Satzstellung variierte. Muss man auch erstmal hinkriegen.

    Wie weit ist Seoul von der nordkoreanischen Grenze entfernt?

    Ein Besuch der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist von Seoul aus ganz leicht möglich. Die Entfernung von Seoul zur Grenze zu Nordkorea beträgt nur ca. 50 Kilometer. Ein Ausflug lässt sich also bequem an einem Tag in Seoul planen – und ist wirklich empfehlenswert, um ein Gefühl für die Geschichte Korea zu bekommen.

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    Imjingak Park

    Im Imjingak Park treffen sich seit jeher Exil-Nordkoreaner, um ihren zurückgebliebenen Verwandten zu gedenken. Irgendwann kam wohl Volksfeststimmung auf, und um die noch zu krönen, hat man mitten im Nichts einen Riesenparkplatz, eine kleine Dauerkirmes und paar Gedenk-Ecken eingerichtet. Besonders beeindruckend fand ich die viele bunten beschrifteten Schleifchen, die an den Maschendrahtzaun zum Sperrgebiet geknüpft waren. Ein Zeichen der Farbe und Hoffnung in dieser skurril-kargen Umgebung.

    Dora Observatory: Krieg durch Musik

    Musik schallt ohrenbetäubend laut aus Riesenlautsprechern über den Aussichtspunkt, in Richtung Grenze. Ich höre etwas von Frank Sinatra und dann wieder was mit „freedom“ im Liedtext. Hier wird nicht nur mit Waffen und Militär Stellung bezogen. Die Nordkoreaner machen das mit der Musik wohl ähnlich und irgendwie finde ich es skurril, dass sich zwei Länder mit Musikbeschallung bekriegen.

    Fernglas Grenze Nordkorea

    Vom Aussichtspunkt, dem Dora Observatory, sieht man die Grenze und zwei Vorzeigedörfer, eins von Nord- , eins von Südkorea, von denen das nordkoreanische laut unserem Tourguide nur aus Propagandazwecken aufgehübscht wird, leben tut in der Siedlung niemand. Auch das danebenliegende Gewerbegebiet, was ein erster Anfang der Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südkorea sein sollte, liegt nun aufgrund der wiederaufkeimenden politischen Spannungen brach. Alles wirkt wie eine Geisterstadt – auch aus der Entfernung. Mich gruselt.

    Dorasan: Der Geisterbahnhof nach Nordkorea

    Gespenstisch geht es am nächsten Stopp weiter – ab dem Bahnhof Dorasan könnte man von südkoreanischem Boden aus direkt bis nach Pjöngjang durchfahren. Könnte. In Wirklichkeit liegt der nigelnagelneue Bahnhof mitten im Nichts brach. Fahrkarten gibt’s trotzdem zu kaufen, machen wir auch, denn so kommt man auf den verwaisten Bahnsteig. Und dann stehen wir da, auf dem leeren Bahnsteig, zwei Minuten, denn die Zeit drängt. Alles sehr merkwürdig.

    Für den Lacher des Tages sorgen aber die amerikanischen Mitreisenden. Drinnen gibt’s Stempel zur freien Benutzung, echten Ein- und Ausreisestempeln nachempfunden. Als Souvenir. Nicht ohne den Hinweis „Don’t stamp your passports!“… und alle stempelten sich den eigenen echten Reisepass mit den Fakestempeln voll. Trump wird begeistert sein.

    Geheime Tunnel unter der Grenze zwischen Nord- und Südkorea

    Im Laufe der Trennung zwischen Nord- und Südkorea wurden mehrere Tunnel auf südkoreanischer Seite entdeckt, die wohl Nordkorea gegraben hat, um entweder Truppen zur Invasion oder Agenten zu Infiltrationszwecken einzuschleusen. Muss man sich mal vorstellen! Kilometerlange Tunnel, gerade mal so hoch, dass ein schmaler Koreaner aufrecht durchpasst! Die Nordkoreaner sagen natürlich, das stimme alles gar nicht, die Tunnel haben die Südkoreaner doch selbst gegraben. Ganz schön verrückt. Fotos drinnen sind leider verboten, strengstes Grenzgebiet, da man im Tunnel wirklich sehr nach an die Demarkationslinie kommt. Aber bei 300 Meter Ab- und wieder Aufstieg bei 11 Prozent Steigung hat man eh andere Sorgen – nichts für Herzpatienten. Und auch nichts für extreme Klaustrophobiker, eine Viertelstunde lang durch einen engen Tunnel so tief in der Erde – muss man mögen.

    soldaten am dritten tunnel zu nordkorea

    Die Tour zur DMZ in Korea – lohnt es sich?

    Die gesamte Tour war sehr mit (natürlich süd-)koreanischer Propaganda gespickt, was zeitweise nerven konnte, obwohl die Verteilung der Rollen von Gut und Böse in diesem Fall ohnehin recht einleuchtend sind. Und zum Abschluss wurden wir noch butterfahrtmäßig durch einen Fabrikverkauf geschleppt, Einspruch war zwecklos. Keiner wollte, aber wenigstens durften wir uns aussuchen, ob man uns Ginseng oder Amethysten aufschwatzen sollte.

    grenze zu nordkorea

    Trotzdem: Wenn man schon mal in Seoul ist – definitiv ein guter Tagesausflug!

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    ***

    Was man sonst noch so in Seoul erleben kann:
    6 Dinge, die Du in Seoul gesehen haben musst!
    Seoul: Eintritt frei im Gyeongbokgung Palast

    Wer mal auf die andere Seite der Grenze nach Nordkorea möchte, kann sich hier erste Eindrücke verschaffen:
    Blogbeitrag auf Movin‘ Groovin‘

  • 6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    Seoul ist wirklich ein besonderes Reiseziel: Am anderen Ende der Welt und in vielem gleich und doch anders als in Europa. Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit Gucken und Staunen. Und für diejenigen, die ebenso fasziniert wie irritiert sind, habe ich aus Seoul eine kleine persönliche Liste von Dingen mitgebracht, die man echt mal live und Farbe gesehen haben sollte. Meine ganz persönliche Liste der Top Seoul Sehenswürdigkeiten findest du in diesem Artikel.

    #1 Seoul Sehenswürdigkeiten: N Seoul Tower / Namsan Tower

    Der N Seoul Tower liegt auf der Spitze des höchsten Berges in Seoul, dem Berg Namsan. Das macht die Aussicht vom Turm nochmal faszinierender, an klaren Tagen hat man einen unvergleichlichen Blick über die gesamte Stadt.

    Seoul Sehenswürdigkeiten Aussicht vom Berg Namsan

    Rauf zum Turm geht es zunächst mit einem Aufzug, dann mit einer Seilbahn. Sportliche wandern ca. eine Stunde hoch. Der Bereich um den Turm herum ist Naherholungsgebiet mit schön angelegten Gärten, einigen Cafés und Shops und wechselndem Kulturprogramm.

    Und der N Seoul Tower scheint der Wallfahrtsort aller frisch Verliebten zu sein; Geländer und Zäune rund um den Turm sind über und über mit Liebesschlössern behangen und ergeben einen faszinierenden bunten Schlösserteppich. Wahnsinn. 98% der Weltproduktion an Hängeschlössern landen wohl in der Nähe des N Seoul Tower.

    Liebesschlösser am Namsan Tower, Seoul
    Das Geländer ist nicht mehr zu erkennen: Dekoriert von Tausenden von Liebesschlössern.

    #2 Gwangjang Markt – Seoul’s bekannter Streetfood Markt

    Nichts für schwache Mägen. Hauptsächlich ein Markt für Stoffe, gibt es hier auch eine kleine, aber wirkungsvolle Streetfood-Ecke, die auch den härtesten Magen auf die Probe stellt. Von Hundefleischsuppe über Schweinefüße und -schnäuzchen, von schlachtbereiten lebenden Tintenfischen bis hinzu undefinierbaren Blutwürsten gibt es alles, was man für ein Training für das nächste Dschungelcamp so braucht. Mir persönlich hat es bei den lebenden Seewürmern den Magen umgedreht, Meerestier ohne Augen in Gedärmeoptik – das ist nix für mich, noch nicht mal zum Anschauen.

    Ansonsten gibt es aber auch wesentlich verträglichere Gerichte, Sojapuffer aus frisch gemahlenen Sojabohnen (sehr lecker!) oder frisch gerollte Nudeln in Brühe.

    #3 Top Sehenswürdigkeiten in Seoul: Die exotischen Paläste

    Seoul besitzt einige Paläste aus Zeiten der Joseon-Dynastie – davon unbedingt einen ansehen. Der größte ist der Gyeongbokgung Palast.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul Sehenswürdigekeiten, Korea

    #4 Skurrile Themen-Cafés

    Die Koreaner scheinen Cafés zu lieben. (Achtung: Zeit mitbringen, meist ist der Service eher gemütlich.) Und skurrile Cafés im besonderen. Wie das Schaf-Café Thanks Nature.

    Die beiden zum Café gehörigen Schafe sollen entfremdete Großstädter wohl der Natur wieder näher bringen. Ob die Art der Haltung tierlieb und naturgetreu genug ist, so auf nacktem Beton in einem dunklen Beton, sei mal dahingestellt.

    Oder das Poop Café in Insadong. Hier steht alles im Zeichen der Häufchen. Kack-Häufchen. Kack-Häufchen als Kissen, als Notizzettel oder als Tischdekoration. Suppen werden in kleinen Kloschüsseln serviert. Lecker.

    Mehr Reiseberichte aus dem spannenden Südkorea

    #5 Seoul öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn-Fahren

    Zugegeben, die Berliner U-Bahn ist kein Maßstab. Aber in jeder U-Bahn in Seoul ist es so viel sauberer als zu Hause in meiner geliebt-verhassten U7. Böden so spiegelglatt, dass man davon essen könnte. Und selbst in der Rush Hour sind alle ruhig und diszipliniert, kein Gedränge, kein Geschiebe, keine schlechte Stimmung. BVG, hier könnt ihr echt mal was lernen.

    Metro in Seoul, Korea

    #6 Koreanisch essen in Seoul: Von Bibimbap bis Korean Barbecue

    Wobei – eigentlich zwei Mal. Denn: kein Korea-Besuch ohne Bibimbap oder Korean Barbecue.

    Bibimbap ist eigentlich nur eine Schale Reis mit frischem Gemüse und wahlweise Fleisch obenauf. Scharfe Soße rein, kräftig gerührt – und dazu wie bei allem in Korea: Kimchi. Eingelegter, vergorener Weißkohl. Manche schwören drauf, ich kann dem nichts abgewinnen. Aber was soll’s, probieren gehört dazu.

    Zweites Nationalgericht: Korean Barbecue. Hat mich geschmacklich allerdings auch nicht umgehauen. Fleisch, das man selbst am Tisch grillt, dazu einige Sorten – natürlich – Kimchi und das Ganze wird dann mit Reis zusammen in einem dünnen Salatblatt(!) eingerollt. In meinem Fall eine einzige Schweinerei, es tropfte und triefte. Korean Barbecue – auch geschmacklich nicht meins. Dafür aber umso sehenswerter die Stimmung, die von neonbeleuchteter Kantine bis lauter Markthalle reichte.

    * * *

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  • Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist zwar klirrendkalt, aber der Tag sonnig. Und es ist genau die richtige, leider viel zu kurze Phase, wenn das Herbstlaub noch in seiner vollen Farbenpracht von den Bäumen strahlt. Ob die Gärtner des Gyeongbokgung Palast in Seoul die Bäume danach gepflanzt haben? Fast sieht es so aus, denn diese fröhlich-warme Mischung aller nur erdenklichen Blätterfarben ist einmalig und zu schön, um nur Zufall zu sein. Oder es liegt einfach daran, dass die Palastanlage an sich sehr schlicht gehalten ist. Kein Prunk, kein Gold, kein zur Schau gestellter Reichtum. Und ziemlich viel Grau. Bescheidenheit ist wohl etwas Ur-Koreanisches.

    Haupteingang, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Tradition im Gyeongbokgung Palast in Seoul – oder: wie man umsonst reinkommt!

    Dafür ist nicht nur das Blättermeer um den Palast farbenfroh, sondern auch seine Besucher: Viele junge Koreaner in den tollsten traditionellen Kostümen schwirren durch die Anlage, schiessen Selfies oder drapieren sich giggelnd vor ihren Kameras für das schönste Foto. Stolz lassen sie sich auch mit Fremden fotografieren, denn die Koreaner freuen sich wirklich von Herzen, wenn sich Touristen für ihre Kultur interessieren.

    Mädchen in Tracht, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Alle Südkorea Reiseberichte findest Du hier

    Wer sich nun das mit dem Verkleiden ausgedacht hat und was es damit wirklich auf sich hat, weiß zwar niemand. Aber alle haben Spaß. Und freien Eintritt. Denn wer in Tracht erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen! Allerdings wird das so gesparte Geld meist schon vorher in die Gebühr für einen der umliegenden Kostümverleihe investiert – aber was soll’s.

    Ich habe übrigens auch keinen Eintritt gezahlt, ganz ohne Kostüm. Auf dem Weg zur Kasse kam mir eine Koreanerin entgegen und drückte mir eine zu viel gekaufte Karte in die Hand. Warum? Einfach so. „Take it as a gift. You look so nice. And enjoy Korea!“ und lief freudig davon. Was für ein nettes, fröhliches Volk. Echt.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Informationen zum Gyeongbokgung Palast

    dienstags geschlossen
    U-Bahn Linie 3 Gyeongbokgung
    Eintritt 3000 Won (ca. 2,50€)
    kostenlose Führungen auf englisch 11.00, 13.30, 15.30 (sehr empfehlenswert, da vor Ort sonst wenig Infos)
    mehr Infos hier

    Bukchon Hanok Village – ein altes Dorf aus der Joseon-Dynastie

    In der Nähe des Palasts befindet sich auch das Bukchon Hanok Village, ein kleines bergiges Viertel mit gut erhaltenen Häusern, das auf 600 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Trotz der Touristenströme ist es hier tatsächlich recht erholsam. An so ziemlich jeder Haustür hängt ein Schild, das um Ruhe bittet – und faszinierenderweise halten sich alle daran und ziehen schweigend und bedächtig durch die kleinen Gassen.

    Downhill view, Bukchon Hanok Village, Seoul, Korea

    In den Gassen selbst gibt es nur wenige bis keine Restaurants, Geschäfte oder Ähnliches. Aber ein Stückchen weiter unten finden sich nette, kleine Straßen mit den verträumtesten Cafés. Einkehren, Tee trinken, Zeit vergessen.

    Informationen zum Bukchon Hanok Village

    ca. 15-20 Minuten Fussweg vom Haupteingang des Gyeongbokgung Palasts
    oder U-Bahn-Linie 3 Anguk

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