Malaysia, wo fängt man da nur an? Ich bin ja die beste Reiseplanerin überhaupt. Nicht. Während andere sich schon Monate vorher ausgeklügelte Routen ausgedacht und ganze Tage durchgeplant haben, weiß ich ungefähr mit Glück drei Tage vorher, in welche Richtung ich überhaupt aufbreche. Ich hasse Planen. Und so wusste ich über Malaysia auch nur das, was ich noch im Schnelldurchgang aus dem Reiseführer rauslesen konnte. War nicht viel. Egal, ganz unvorbelastet mit eigenen Augen erleben ist eh spannender und so erkundete ich die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kuala Lumpur.

Kuala Lumpur Sehenswürdigkeiten & ein paar Facts
Ein paar grobe Fakten über Kuala Lumpur, bevor ich euch mit ein paar wirklich coolen Tipps für euren Kuala-Lumpur-Besuch versorge:
- Kuala Lumpur ist die Hauptstadt Malaysias und ist für eine asiatische Großstadt mit ca. 1,6 Millionen Einwohner eher mini
- Die Petronas Towers sind DAS Wahrzeichen der Stadt und WAREN mal das höchste Gebäude der Welt, sind dafür aber immer noch die höchsten Zwillingstürme der Welt
- Multikulti: In Kuala Lumpur leben wie auch im Rest Malaysias die verschiedensten Kulturen und Religionen auf engstem Raum: Chinesen, Malaien, Inder, Araber, Buddhisten, Muslime, Christen, Hindus – hier findet jeder seinen Platz.
Petronas Twin Towers
In Kuala Lumpur kommt man an den Petronas Towers nicht vorbei. Blitzblank poliert und mit interessanten Formdetails sind die Zwillingstürme ein außergewöhnliches Stück Architektur. Von der riesigen Höhe ganz abgesehen. Rauf kann man übrigens auch.

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Merdeka Square
Ein bisschen was für Geschichtsinteressierte: Hier wurde 1957 erstmals die malaiische Flagge gehisst und die Unabhängigkeit von Großbritannien gefeiert. Eigentlich nur ein großer Rasen, war ja auch mal ein Cricket-Feld. Aber das Gebäude am Platz, das Sultan Abdul Samad Building, ist mit seinem riesigen Uhrturm, seinen ungewöhnlichen Wendeltreppen und seinen Arkaden ganz sehenswert.

Außerdem sind die beiden Touristeninformationen ein guter Grund, hier direkt vorbeizuschauen. Einmal das nationale Touristenbüro für ganz Malaysia im Sultan Abdul Samad Building und ein paar Meter um den Platz herum die Touristeninformation für Kuala Lumpur. Hier kann man sich mit wirklich sehr informativen Broschüren eindecken und die Mitarbeiter sind durchweg sehr nett und helfen gern mit Tipps.
Chinatown
In der Welt gibt es garantiert chinesischere und aufregendere Chinatowns als die in Kuala Lumpur. Trotzdem gibt’s hier einige tolle Tempel und ’nen schönen Indoormarkt, sollte man nicht verpassen:
Central Market
Hier gibt’s einige schöne Souvenirläden und -stände und in der oberen Etage einen guten und günstigen Foodcourt.
Sri Mahamariamman Tempel
Mitten im chinesischen Chinatown ein Hindu-Tempel – das ist Malaysia. In Multikulti macht denen keiner mehr was vor. Am Eingang gibt man die Schuhe ab, auch in Hindutempeln läuft man nur barfuß herum, und dann kann man sich den Tempel auch von innen anschauen. Auch hier gilt: Die klatschengen Hotpants werden besser verhüllt. Saris kann man sich vor Ort leihen.



Guan Di Tempel
Ein paar Meter weiter weg vom Hindutempel taucht man in eine ganz andere Welt ein. So schnell springt man hier in Malaysia von einer Weltreligion in die andere. Der Guan-Di-Tempel ist ein taoistischer Schrein, gewidmet dem Gott Guan Di, dem Schutzpatron der Kampfsportarten. Polizisten und Triaden kommen angeblich gleichermaßen hierher, um Schutz zu erbitten.



Petaling Street
Ich fand’s nicht so spektakulär, aber wer noch China-Schnickschnack, Teddy-Plastikblumensträuße und original unoriginale Louis-Vuitton-Taschen einkaufen will, der besucht noch die Petaling Street, eine überdachte Einkaufsmeile mitten in Chinatown und im Herzen des Viertels.


Jalan Alor Food Street
Der beste Ort für nächtliche Street-Food-Abenteuer ist die Jalan Alor. Hier gibt’s alles – vor allem aber auch viel chinesische Küche. Ein Restaurant reiht sich an das andere, Essensstände ohne Ende und ab und zu Livemusik.

Wer genug probiert hat, zieht danach weiter zur Changkat Bukit Bintang – eine Straße in der Nähe mit vielen Bars, Musik und Nightlife.
Batu Caves
Das absolute Tempel-Highlight! Ein Hindutempel mitten in eine riesige Felsspalte hineingeklöppelt! Die imposante Statue am Eingang weist den Weg: Steile Treppen führen hinauf in das Innerste der Batu Caves. Entlang der Treppen in den Bäumen leben Unmengen von Affen: Nicht füttern, kleine Teile (Kameras etc.) gut festhalten (Affen können echt gut klauen) und süß finden!

Im Tempel wurde übrigens gerade gebaut, und die Arbeiter freuen sich über Mithilfe, da der Tempel spendenfinanziert ist und keinen Eintritt kostet – am Eingang oben einfach einen Eimer Sand mitnehmen, an der Baustelle abstellen und beim Rausgehen einen leeren Eimer mitnehmen.

Heli Lounge Bar: Die beste Rooftop-Bar
Rooftop-Bars sind immer eine gute Idee. Aber die Heli Lounge Bar ist echt einzigartig, nicht nur für Flieger. Ein ECHTER Helikopterlandeplatz (!) mitten in Kuala Lumpur auf einem unscheinbaren Hochhaus mit spektakulärem, unversperrtem Blick auf die funkelnden Petronas Twin Towers. Geländer? Gibt’s nicht. Frei wie ein Vogel über Kuala Lumpur – dazu Drinks vom Feinsten. Tagsüber wird der Helipad tatsächlich benutzt, aber nachts wird der Landeplatz zur ungewöhnlichsten Rooftopbar in Kuala Lumpur.

Ein bisschen teurer, etwas schwierig zu finden, da am Eingang unten kaum beschildert – lohnt aber definitiv. Unten ist die eigentliche Lounge Bar, aber über Treppen und schmale Metallstiegen geht’s rauf auf den Helipad mit der besten Aussicht überhaupt. Cooler geht’s wirklich nicht.
Adresse: auf dem Menara KH Hochhaus, 34.Etage, Jalan Sultan Ismail, geöffnet von montags bis samstags ab 18.00


Praktische Tipps für Anreise und Transport in Kuala Lumpur
- Kuala Lumpur hat zwei Flughäfen: den Kuala Lumpur International Airport (KUL), KLIA genannt, und den Sultan Abdul Aziz Shah Airport (auch Subang Airport). Letzterer ist der ältere von beiden und liegt näher an der City, wird aber nur noch von drei kleineren malaysischen Airlines angeflogen (Berjaya Air, Malindo Air, Firefly). Von Deutschland aus gibt keinen Direktflug nach Kuala Lumpur (KUL) – ich bin ab Berlin mit Qatar Airways über Doha geflogen, das war die kürzeste Verbindung.
- Das öffentliche Nahverkehrssystem in Kuala Lumpur ist mit U-Bahnen und Bussen sehr gut ausgestattet – allerdings habe ich es echt wenig genutzt, da ich in Kuala Lumpur endgültig zum totalen Uber- und Grab-Fan mutiert bin. Die beiden Dienste sind unschlagbar günstig und superpraktisch.

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