Wenn ich das erste Mal in einem Land bin wie neulich in Malaysia, dann will ich immer sofort alles sehen. Am besten das ganze Land auf einmal. Ziemlich utopisch. Also versuche ich so zu planen, dass ich ein paar wenige, dafür aber möglichst verschiedene Gegenden bereise. Das geht in Malaysia zum Glück gut, das Land ist klein und mit Bus, Bahn, Auto, Flugzeug oder Boot kommt man schnell und bequem voran.
Nach einem Wochenende Kuala Lumpur fuhr ich also mit dem Bus weiter in die Cameron Highlands, nach Tanah Rata. Mitten ins Inland, mitten in die Berge, mitten in die Teeplantagen. Natur pur. Und so ziemlich das totale Gegenteil von busy Kuala Lumpur. Und die frische Luft erst. Ein bisschen kühler – aber sommerlich angenehm. Und die Natur hier tat mir richtig gut: Was man alles in den Cameron Highlands unternehmen kann, erfahrt ihr in diesem Artikel!

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Cameron Highlands: Malaysias Teeparadies
Die Teeplantagen sorgen dafür, dass die Landschaft übersät ist mit sattgrün leuchtenden Feldern. Denn für unseren Tee pflückt man immer nur die ganz jungen, hellgrünen Blätter, während die älteren, dunkelgrünen am Strauch bleiben. Und so ziehen sich die Teeplantagen wie eine hellgrüne Decke über die Berglandschaft der Cameron Highlands. Die Teeplantagen hier sind übrigens – wie sollte es auch anders sein – eine Erbschaft der Engländer, die hier zu Kolonialzeiten perfekte Bedingungen fanden, um ihren geliebten Tee anzubauen. Mildes tropisches Klima, nicht zu warm, nicht zu kalt.

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Original BOH Tee aus den Cameron Highlands
Ungefähr genau zu der Zeit, als ich in Malaysia war, bin ich zur absoluten Teetrinkerin geworden. Und nachdem ich sozusagen direkt an der Quelle in den Cameron Highlands richtig guten Tee genießen durfte, bin ich nun ziemlich anspruchsvoll was guten Tee angeht.
Aber zum Glück kann ich mir mein Teeglück aus den Cameron Highlands jetzt direkt nach Hause bestellen! Im Salacca Teehaus findest du die unterschiedlichsten Sorten BOH Tee aus Malaysia!
Und nicht nur den Tee brachten die Engländer mit, sondern auch jede Menge Landrover, um durch die abenteuerliche Landschaft zu kommen. Bis heute findet sich die weltweit höchste Dichte an Landrovern in den Cameron Highlands!
Sonnenaufgang in den Cameron Highlands: Die Magie der Natur
Als Stadtkind hielt ich mich nie für besonders naturverbunden. Was sich aber seit einiger Zeit ändert. Liegt vielleicht am Alter, oh je. Oder daran, dass Berlin, die Stadt, in der ich wohne, einfach zu sehr Stadt ist: zu rauh, zu grau, zu voll. Das nervt und lässt meine Begeisterung für das Stadtleben manchmal schwinden. In fremden Städten finde ich mich dafür aus dem Stand gut zurecht. New York, Bangkok, São Paulo – egal. Große Städte sind mein Revier. Und sie beeindrucken mich gerade gar nicht mehr, weil die Herausforderung fehlt.

Was mich dafür aus den Latschen haut: Ein ganz simpler Sonnenaufgang. Sieht man in Berlin höchstens beim Heimkommen vom Club. Aber ein Sonnenaufgang über den Bergen der Cameron Highlands, voll mit sattgrünen Teeplantagen und ursprünglichem tropischen Wald – das ist echt aus-den-Latschen-hauend. Und plötzlich ist man eingesogen in diesen großen Naturalltag – und selbst ganz klein.
Der Mossy Forest in den Cameron Highlands
Die Teeplantagen sind schon mal beeindruckend. Aber in den Cameron Highlands trifft man auch auf einen Streifen Regenwald, hoch oben in den Bergen. Feucht, und über und über mit Moos bedeckt.

Das braucht unfassbar lange, um nur ein paar Millimeter zu wachsen. Daher gibt es einen Teil des Mossy Forests, den man über einen Holzsteg erkunden kann – und am besten macht man das frühmorgens, denn ansonsten muss man das beeindruckende Naturerlebnis mit vielen anderen Touristen teilen.

Tipps für die Cameron Highlands: Tee trinken und wandern
Es gibt zwei große Produzenten mit Teeplantagen in den Cameron Highlands: BOH Tea und Bharat. Beide unterhalten Besucherzentren, in denen man Tee einkaufen, probieren und sich bei der Herstellung ansehen kann. Oder man läuft einfach durch die grünen Felder. Auch schön.

Rund um Tanah Rata gibt es zahlreiche Wanderwege. Die sind zwar nicht unbedingt gut ausgeschildert, aber in so ziemlich jeder Unterkunft gibt es mehr oder weniger genaue Karten. Nur sollte man echt vorsichtig sein, die Wege sind mitunter abenteuerlich und verletzt irgendwo im malaysischen Urwald liegen ist doof. Also besser mindestens zu zweit losgehen und ein kleines Survival-Kit mit Wasser, Handy etc. immer dabei haben.
Noch ein großer Touristenmagnet in den Cameron Highlands sind übrigens die Erdbeerfarmen. Aber das hat mich jetzt nicht besonders vom Hocker gerissen. Die Butterfly Farm ist klein und übersichtlich, vermittelt aber dennoch einen schönen Eindruck von der Natur rundherum. Und ich habe dort zum ersten Mal Schmetterlinge gesehen, die so groß waren (und auch fast so aussahen) wie Fledermäuse.
Übernachten in den Cameron Highlands bzw. Tanah Rata
Unterkünfte in Tanah Rata sind vom Preis-Leistungs-Verhältnis teurer als anderswo – und auch wesentlich einfacher. Macht aber nichts, denn in den Cameron Highlands läuft man ja eh den ganzen Tag nur herum und fällt abends todmüde von soviel Sauerstoff und Naturspektakel ins Bett. Zwei beliebte Unterkünfte (die mir sogar von meinem Uber-Fahrer in Kuala Lumpur empfohlen wurden) sind Gerard’s Place und Father’s Guesthouse, die zusammen gehören, und ähnlich im Style sind: Einfache Zimmer, aber zweckmäßig und angenehm kommunikative Backpacker-Atmosphäre.

In Tanah Rata gibt’s eine gute Auswahl an Restaurants und Cafés, sogar einen Starbucks, für die, die es gar nicht ohne aushalten. Das beste Frühstück fand ich aber am Straßenrand, an einem der Self-Service-Stände mit Plastikhockern und Klapptischen. Mit viel Reis, Chili und pappsüßem Nescafé. Hört sich skurril an. War’s auch. Und unglaublich lecker.


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