Kategorie: Spanien

Nicht ohne Grund ist Spanien eines der beliebtesten Urlaubsländer überhaupt. Welche Ecken du dir dabei unbedingt ansehen solltest, erfährst du hier auf meinem Blog!

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  • Casa Batlló in Barcelona: Tipps für Gaudís schillerndstes Wohnhaus

    Casa Batlló in Barcelona: Tipps für Gaudís schillerndstes Wohnhaus

    Werbung. Der Passeig de Gràcia selbst ist schon einer der beeindruckendsten Boulevards Europas: breit, elegant und gesäumt von Luxusboutiquen, die von den ungewöhnlichsten Modernisme-Fassaden umrahmt werden. Aber die Hausnummer 43 sticht noch einmal besonders hervor. Dort befindet sich nämlich die Casa Batlló, Gaudís wohl verspieltestes Wohnhaus und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Auch für mich gehört die Casa Batlló neben der Sagrada Família zu den absoluten Must-Sees der Stadt, gerade, wenn du dich wie ich für Architektur, Design und Fotografie begeisterst. Warum sich der Besuch so lohnt und was es mit der neu eröffneten zweiten Etage im Gaudí-Jahr 2026 auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel.

    Innenhof der Casa Batlló mit blau-weißen Kacheln und Balkonen
    Ursprünglich als Wohnhaus gedacht, gehört die Casa Batlló heute zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas

    Casa Batlló auf einen Blick
    Adresse: Passeig de Gràcia 43 (direkt an der Metro-Station Passeig de Gràcia)
    Neu: Die zweite Etage ist zum Gaudí-Jahr 2026 erstmals für Besucher geöffnet
    Beste Zeit: Früh morgens oder unter der Woche am späten Nachmittag & plane etwa 1,5 Stunden zum ausgiebigen Besichtigen ein; es gibt viel zu entdecken!
    Tickets: ab 29 € (online, Stand: Juli 2026), Kinder bis 12 Jahre kostenlos

    Was ist die Casa Batlló eigentlich?

    Tatsächlich hat Gaudí die Casa Batlló ausnahmsweise nicht selbst gebaut, denn das Haus stand bereits, als der Besitzer, der Textilunternehmer Josep Batlló, ihn 1904 damit beauftragte, es umzugestalten. Er ließ Gaudí freie Hand, und das Ergebnis nach zwei Jahren Umbau konnte sich sehen lassen: eine Fassade mit schimmerndem Mosaik, knochenartigen Säulen und einem Dach, das aussieht wie der geschuppte Rücken eines Drachen. Die Katalanen nennen das Haus deshalb auch „Casa dels Ossos“, das Haus der Knochen.

    Frontansicht der Casa Batlló von Gaudí mit bunter Mosaikfassade und Drachendach in Barcelona

    Innen bediente sich Gaudí der modernsten Technik seiner Zeit. Die Casa Batlló wurde mit zahlreichen für damalige Verhältnisse fast futuristisch anmutenden Gadgets ausgestattet: Zentralheizung, verstellbaren Lüftungslamellen in den Fenstern und einem der ersten elektrischen Aufzüge der Stadt (der übrigens heute noch in Betrieb ist!).

    Seit 2005 gehört die Casa Batlló zum UNESCO-Welterbe und ist heute das meistbesuchte vollendete Werk Gaudís.

    Antoni Gaudí & sein Werk in Barcelona

    An Antoni Gaudí kommst du in Barcelona einfach nicht vorbei: Der katalanische Architekt (1852–1926) ist das berühmteste Gesicht des Modernisme, der katalanischen Variante des Jugendstils, und hat das Stadtbild Barcelonas geprägt wie kein anderer.

    Familie besichtigt das Innere der Casa Batlló in Barcelona
    In Gaudís Werk erkennt man sofort die organischen Formen des Modernisme.

    Die Casa Batlló ist dabei nur ein Teil eines viel größeren Werks. Da wären unter anderem noch die Sagrada Família, der Park Güell oder die Casa Milà – dass eine Millionenstadt einem einzigen Architekten so viel Raum gegeben hat, um sich zu verwirklichen, ist ziemlich einmalig. Und genau dieses Vermächtnis spürst du bis heute an jeder Ecke. Passenderweise feiert Barcelona 2026 anlässlich seines 100. Todestags das Gaudí-Jahr mit vielen Events und Aktionen; ein Grund mehr, gerade jetzt hinzufahren!

    Frau betrachtet historisches Jugendstil-Zimmer mit antiken Möbeln in der Casa Batlló
    Die Sala Modernista in der Casa Batlló liefert Einblicke in das damalige Leben

    Übrigens: Gaudí ist zwar untrennbar mit Barcelona verbunden, geboren ist er jedoch in Reus. Auch hier gibt es viele Gebäude aus der Zeit des Modernisme und die hübsche Kleinstadt ist eine schöne Idee für einen Tagesausflug ab Barcelona. Hier findest du meinen Artikel über Reus

    Suchst du noch mehr Tipps für Katalonien?
    Hier findest du alle Artikel – u.a. einen tollen Vorschlag für einen Roadtrip durch Katalonien

    Meine Highlights in der Casa Batlló

    Wie viele der Werke von Gaudí ist die Casa Batlló wie ein riesiges Wimmelbild: Immer wieder entdeckt das Auge neue Details. Ich verrate dir hier die wichtigsten Stellen, auf die du bei deinem Besuch einen Blick werfen solltest.

    Die Fassade & die Legende von Sant Jordi

    Schon von außen ist die Casa Batlló ein Erlebnis: schimmerndes Mosaik in Blau, Grün und Ocker, geschwungene Balkone und ein Dach wie aus einem Märchen. Und das ist wörtlich gemeint, denn die Fassade erzählt tatsächlich eine komplette Geschichte! Du kannst hier nämlich die Legende von Sant Jordi, dem Schutzpatron Kataloniens, nachvollziehen. Der Sage nach wütete ein Drache vor den Toren von Montblanc, bis das Los die Prinzessin zum Opfer bestimmte. Da erschien Sant Jordi (auf Deutsch auch Ritter Georg), tötete den Drachen – und aus dessen Blut wuchs ein Strauch mit den rotesten Rosen, die je jemand gesehen hatte. Eine davon schenkte Jordi der Prinzessin.

    Casa Batlló Fassade mit bunten Mosaikfenstern von Gaudí
    Detailreich: An der Fassade der Casa Batlló gibt es viel zu entdecken

    Mit diesem Wissen liest sich die Fassade plötzlich wie ein Bilderbuch: Das geschuppte Dach ist der Drachenrücken, der Turm mit dem Kreuz die siegreiche Lanze, der blumenförmige Balkon ganz oben gehört der Prinzessin – und die knochenartigen Säulen und Totenkopf-Balkone darunter erinnern an die Opfer des Drachen. Kreativer kann Architektur kaum sein. Nimm dir also ruhig Zeit zum Bestaunen! Abends wird die Fassade beleuchtet und ist dann nochmal ein ganz eigenes Erlebnis. Innen geht’s dann nicht weniger faszinierend weiter.

    Die Planta Noble

    Die Beletage, in der die Familie Batlló wohnte, ist das Herzstück des Hauses. Hier gibt es keine einzige gerade Linie: wellenförmige Decken, Fenster, die an Schildkrötenpanzer erinnern, und ein Kamin, der in eine pilzförmige Nische eingelassen ist. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es sich wohl angefühlt haben muss, in so einem avantgardistischen Zuhause zu wohnen – erst recht zur damaligen Zeit. Bis heute wirken die Wohnräume unglaublich modern.

    Besucher in der organisch gestalteten Planta Noble der Casa Batlló
    Beeindruckend: Die fließenden Formen in der Planta Noble

    Der Pati Blau

    Der Lichthof gehört zu den absoluten Highlights des Hauses. Gaudí hat die Kacheln nach oben hin immer dunkler werden lassen – von zartem Himmelblau bis zu tiefem Kobalt –, damit sich das Licht im ganzen Haus gleichmäßig verteilt. Du fühlst dich hier wie bei einem Tauchgang! Übrigens: Der Pati Blau ist auch einer der schönsten Fotospots überhaupt. Wie du hier in Ruhe Fotos machen kannst, verrate ich dir weiter unten in den Tipps zu den einzelnen Casa-Batlló-Tickets.

    Blau gefliester Innenhof der Casa Batlló in Barcelona
    Gelungen: Das Farbspiel im Pati Blau

    Die Dachterrasse

    In der Casa Batlló wartet auf dem Dach das berühmteste Motiv des ganzen Hauses: der Drachenrücken mit seinen Schuppen, dazu bunte, mosaikbesetzte Schornsteine und der Blick über den Passeig de Gràcia. Wichtig zu wissen: Die Dachterrasse ist nicht in jeder Ticket-Kategorie enthalten – meine Empfehlung dazu findest du unten bei den Tickets.

    Familie besichtigt das Dach der Casa Batlló in Barcelona
    Das Dach der Casa Batlló ist ebenfalls begehbar

    Neu im Gaudí-Jahr 2026: Die zweite Etage

    2026 ist Gaudí-Jahr und Barcelona feiert das Erbe des Architekten anlässlich seines 100. Todestags. In der Casa Batlló wurde dazu in der zweiten, bislang nie öffentlich zugänglichen Etage des Gebäudes die „Casa Batlló Contemporary“ eröffnet, eine Galerie für zeitgenössische Kunst mit wechselnden Ausstellungen. Den Auftakt machte das Londoner Studio United Visual Artists, künftig sind zwei Ausstellungen pro Jahr geplant.

    Zwei Kinder bestaunen eine Spiegelinstallation im Gaudi Cube in der Casa Battló
    Refik Anadol hat die Installation im Gaudí Cube gestaltet

    Immersive Erlebnisse kann die Casa Batlló ohnehin: Nachdem das Haus sein komplettes Besuchserlebnis neu gedacht hatte, wurde es schon 2022 als Europas beste immersive Erfahrung ausgezeichnet – und baut diesen Anspruch seitdem konsequent aus. Der Abstieg ins Untergeschoss führt heute zum Beispiel über eine skulpturale Treppe des japanischen Architekten Kengo Kuma, und im Gaudí Cube – einem sechsseitigen LED-Raum – kannst du mit der Installation des Medienkünstlers Refik Anadol komplett in Gaudís Gedankenwelt eintauchen. Gaudís Erbe trifft hier auf digitale Kunst, und genau diese Mischung macht die Casa Batlló gerade zu einem der spannendsten Orte in Barcelona, wenn du dich für Gaudís Werk interessierst.

    Silhouette einer Person in der Installation von Refik Anadol im Gaudi Cube
    Im Gaudí Cube werden digitale Kunst und Gaudís Werk kombiniert

    Tickets für die Casa Batlló: Meine Empfehlungen

    Tickets bekommst du direkt auf der offiziellen Website der Casa Batlló. Dort bekommst du immer ein festes Zeitfenster, was ich super praktisch finde, denn so vermeidest du lästige Wartezeiten und kannst deinen Tag in Barcelona viel besser planen. Ein paar Tipps habe ich dennoch:

    Buche dein Ticket am besten schon bei der Reiseplanung. Die Casa Batlló ist wirklich gut besucht. Wenn du früh genug buchst, kannst du dir dein Wunsch-Zeitfenster und die besten Preise sichern.
    Nimm eine Ticketoption mit Zugang zur Dachterrasse. Es gibt verschiedene Ticket-Kategorien, die sich darin unterscheiden, wie viel vom Haus du siehst. Achte darauf, dass der Zugang zum Dach inklusive ist, denn der Drachenrücken gehört zu den größten Highlights des Hauses.
    Für Fotografen & Content Creator (und wenn du es ruhiger magst): Gegen einen kleinen Aufpreis bist du mit dem „Be the First“-Ticket um 8:30 Uhr mit einer kleineren Gruppe unter den Allerersten im Haus und erlebst die Räume im ruhigen Morgenlicht – perfekt für schöne Fotos.
    Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt – und zwar bei allen Ticket-Varianten.

    Paar mit Kopfhörern bewundert blaue Kacheln im Pati Blau der Casa Batlló

    Meine Tipps für den Besuch

    Sant Jordi in Barcelona: Wenn du es irgendwie einrichten kannst, dann plane deine Städtereise nach Barcelona gegen Ende April. Am 23. April feiert Katalonien nämlich den Namenstag seines Schutzpatrons Sant Jordi. Ganz Barcelona widmet sich dann den Themen Blumen und Bücher, und auch die Fassade der Casa Batlló wird rund um den Feiertag über und über mit Rosen geschmückt. Für mich sind die Feierlichkeiten zu Sant Jordi immer ein bisschen wie Gaudís Architektur selbst: ein Hoch auf das Schöne im Leben.

    Kombiniere gut: Die Casa Milà (auch La Pedrera genannt) liegt nur fünf Gehminuten entfernt auf der gleichen Straße. Und falls du die Sagrada Família noch nicht gesehen hast: Hier findest du meine Tipps für die Sagrada Família

    Noch mehr Reise-Inspiration für Barcelona & Spanien?
    ➜ Hier findest du alle Barcelona-Tipps
    ➜ Alle Spanien-Artikel im Überblick: Spanien Blog

    Dieser Beitrag wurde gesponsert von Casa Battló.
    Bildnachweis: Alle Fotos © Casa Batlló

  • Balmaseda: Erholsame Idylle im Baskenland

    Balmaseda: Erholsame Idylle im Baskenland

    Es ist schon erstaunlich: Da fährt man nur wenige Kilometer aus dem geschäftigen Bilbao hinaus, und schon landet man mitten in einer sattgrünen Berglandschaft. In Balmaseda, einer Kleinstadt der Region Encarterri, kannst du nicht nur mehr über die ereignisreiche und lange Geschichte des Baskenlandes erfahren, sondern auch einem der liebsten Hobbys der Basken frönen: dem Essen.

    Die Comarca Enkarterri (auf Spanisch Las Encartaciones) ist eine Region ganz im Westen der Provinz Bizkaia (Vizcaya). Die Comarca umfasst mehrere Gemeinden, darunter Balmaseda als historisches Zentrum, und ist bekannt für ihre traditionelle Architektur, ihre wichtige Rolle in der Industriegeschichte und eine beeindruckende Landschaft.

    Die Rolle von Balmaseda im Baskenland

    Die strategisch günstige Lage machte Balmaseda über Jahrhunderte hinweg zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt. Im Tal des Flusses Kadagua gelegen, verband Balmaseda die Küste mit dem kastilischen Hinterland. Auch eine weniger frequentierte, dafür landschaftlich reizvolle Nebenroute des Jakobswegs, der Camino Olvidado, führt durch Balmaseda. Entsprechend kamen nicht nur Händler, sondern auch viele Reisende und Pilger durch den Ort, was Balmaseda lange Zeit wirtschaftlich und kulturell geprägt hat.

    Altstadt von Balmaseda

    Im Jahr 1199 gegründet, gilt Balmaseda als der älteste Ort der Provinz Bizkaia. Somit findest du hier ein großes Stück baskischer Geschichte mit vielen architektonischen Highlights verschiedener Epochen. Die Altstadt von Balmaseda ist klein, übersichtlich und nicht überlaufen: Perfekt für eine kleine Erkundungstour. Der Ort selbst ist auch nicht besonders touristisch, so dass du hier in aller Ruhe durch die mittelalterlichen Gassen schlendern und die Umgebung erkunden kannst. Ich stelle dir ein paar der prägnantesten Bauwerke vor.

    Enge Gasse in der Altstadt von Balmaseda
    Grünes Gebäude in der Altstadt von Balmaseda.

    Wichtigste Sehenswürdigkeiten in Balmaseda

    Puente de la Muza oder Puente Viejo

    Besonders markant ist die Puente de la Muza. Sie wird dir garantiert sofort ins Auge fallen, denn die mittelalterliche Brücke sorgt für das romantische Panorama Balmasedas. Oft wird sie auch einfach nur Puente Viejo, also alte Brücke, genannt. Da Balmaseda im Mittelalter genau auf einem wichtigen Handelsweg lag, spielten Brücken wie die Puente Viejo als Zollstelle eine bedeutende Rolle im täglichen Warenverkehr. Bis heute zeugt der kleine Brückenturm noch von dieser Zeit.

    Puente de la Muza in Balmaseda, eine mittelalterliche Steinbrücke.
    Steinmauer an der Puente de la Muza in Balmaseda.

    Kirche San Severino

    Mitten in der Altstadt an der Plaza San Severino befindet sich die gleichnamige Kirche. Im gotischen Stil im 15.Jahrhundert erbaut, ist die Kirche San Severino dem Schutzpatron der Stadt gewidmet.

    Tipp: Jedes Jahr am 23. Oktober findet übrigens ein großes Straßenfest zu Ehren des Schutzpatrons San Severino statt, das du dir nicht entgehen lassen solltest, wenn du in der Nähe bist. Freunde und Familien treffen sich am Día de las Putxeras auf den Straßen, um zusammen eine Putxera zu kochen.

    Kirche San Severino in Balmaseda, Spanien
    Historische Gebäude an der Plaza San Severino in Balmaseda, Spanien

    Die Putxera ist ein Bohnengericht, das typischerweise in einem Alutopf zubereitet wird – eine alte Eisenbahnertradition. Einst haben nämlich Lokführer, Bremser und andere Bahnmitarbeitende damit auf langen Fahrten über Holzkohle gekocht – heute ist die Putxera eine lokale Spezialität. Übrigens: Teil der Feierlichkeiten ist auch der Putxera-Wettbewerb, bei dem eine Jury mit viel Wirbel die beste Putxera kürt!

    Typische Putxera im Eisentopf auf Tisch im Resturante Teike in Balmaseda, Spanien.

    Kirche San Juan

    Die Kirche San Juan ist ebenfalls zur gleichen Zeit im 15. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut. Sie liegt direkt am Fluss Kadagua in der Nähe der Puente de la Muza und beherbergt das Stadtmuseum.

    Öffnungzeiten des Stadtmuseums

    Historische Gebäude vor bewaldeten Hügeln am Fluss Kadagua in Balmaseda.

    Museum La Encartada

    Die alte Wollfabrik La Encartada gehört zu den absoluten Highlights von Balmaseda. Sie liegt etwas außerhalb der Altstadt, kann mit knapp zwei Kilometern Entfernung aber auch zu Fuß erreicht werden. Eine schöne Möglichkeit, die Landschaft zu genießen, denn die Fabrik befindet sich mitten im Grünen.

    Museum La Encartada: Historisches Gebäude mit blauer Fassade und Fenstern.

    Genau hundert Jahre, von 1892 bis 1992, wurden hier Wollwaren, aber vor allem die berühmten Baskenmützen, die Boinas, produziert. Nach der Schließung blieb in den alten Hallen die Zeit einfach stehen und die Fabrik wurde schließlich 2007 als Museum wiedereröffnet. Bemerkenswert ist, wie gut die Einrichtung erhalten ist.

    Ein großer Teil der Maschinen stammt sogar noch aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Außerdem kannst du hier den kompletten Produktionsprozess vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt an einem Ort nachvollziehen.

    Historische Spinnerei im Museum La Encartada
mit Maschinen im Inneren
    Historische Textilmaschinen im Museum La Encartada in Balmaseda, Spanien.
    Zwei große Garnspulen im dunklen Raum

    Zusätzlich kannst du einen Blick in das Leben der damaligen Zeit werfen, denn ursprünglich wohnten die Arbeiter auch vor Ort. Und generell findest du viele Informationen und Dokumente aus einer Zeit, in der die Industrie im Baskenland einen großen Einfluss auf die damalige Wirtschaft hatte.

    Alte Maschinen in sonnigem Raum im Museum La Encartada
in Balmaseda

    La Encartada fand ich wirklich sehr beeindruckend. Die Ausstellung mit den Produktionsanlagen und den dekorierten Details in der stillgelegten Fabrik ist ansprechend gestaltet und du kannst dir sofort vorstellen, wie hart hier früher gearbeitet wurde. Auch unglaublich ist, dass diese Maschinen noch bis zur Schließung 1992 genutzt wurden – so robust waren sie gefertigt.

    Schade nur, dass es keinen wirklichen Souvenirshop gibt – nach so viel Textilkunde und baskischer Industriegeschichte hätte ich am liebsten noch durch eine große Auswahl von Baskenmützen gestöbert und mir ein passendes Andenken gekauft.

    Aber gut – in La Encartada wird ja eh nicht mehr produziert. An der Kasse werden einige Modelle verkauft, soweit ich das sehen konnte; aber auch in der Altstadt von Bilbao z.B. findest du noch kleine, traditionelle Geschäfte, in denen die echten Baskenmützen aus Merinowolle des letzten in Spanien verbliebenen Herstellers Elósegui aus Tolosa verkauft werden.

    Suchst du nach Tipps für Bilbao?
    Hier findest du meinen kompletten Guide

    Essen & Trinken in Balmaseda: Baskische Küche neu interpretiert

    Falls du bisher noch nicht überzeugt bist, dass sich ein Abstecher hierhin lohnt – allein schon wegen der folgenden Location wirst du es nicht bereuen. Typisch baskisch wird nämlich auch außerhalb der größeren Städte großer Wert auf gute Küche gelegt.

    Das Teike ist ein ziemlich hübsches Fine-Dining-Restaurant mitten im Herzen der Stadt und serviert sowohl traditionelle Gerichte wie den kräftigen Eintopf Putxera, der stilecht im kleinen Alutopf serviert wird, als auch moderne Kreationen. Am besten reservierst du im Voraus und probierst dich mit dem Degustationsmenü quer durch alle Leckereien.

    Beleuchtung im Teike in Balmaseda.

    Torre Lozaiga

    Wenn du mit dem Auto nach Balmaseda unterwegs bist, ist der Torre Lozaiga mit seinem angeschlossenen Museum ein schöner Zwischenstopp. Inmitten der sattgrünen Berglandschaft des Baskenlandes gelegen findest du hier einen für die Region typischen mittelalterlichen Wehrturm. Diese Befestigungstürme dienten einst Adelsfamilien als Wohnsitz und Verteidigungsanlage.

    Eingang des Torre Lozaiga im Baskenland, Spanien.
    Wolkenverhangene Berge hinter grünen Bäumen und Wiese.

    Charakteristisch für diese Wehrtürme ist der massive Bau mit eher kleineren Öffnungen in den unteren Bereichen. Diese Bauweise sollte den Schutz vor Eindringlingen erhöhen. Den Turm selbst kannst du nicht besichtigen, dafür befindet sich auf dem Gelände ein weitläufiges Automobilmuseum mit einer umfassenden Rolls-Royce-Sammlung aus allen Modellen, die jemals zwischen 1910 und 1990 gebaut wurden. Interessierst du dich für Oldtimer, wirst du hier deine wahre Freude haben!

    Oldtimer-Ausstellung im Museo de Coches Clásicos y Antiguos im Torre Loizaga
    Bewachsene Steinwand mit altem Fenster und Lampe im Torre Lozaiga
im Baskenland.

    Das privat geführte Museum ist ein ziemlicher Geheimtipp und etwas abgelegen. Du solltest daher vor einem Besuch unbedingt noch einmal die Öffnungszeiten checken.

    Museo de Coches Clásicos y Antiguos im Torre Loizaga

    Wie kommst du nach Balmaseda?

    Balmaseda ist von Bilbao aus sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ein Regionalzug verbindet die beiden Städte; vom zentralen Bahnhof Abando in Bilbao beträgt die Fahrzeit ca. eine Stunde. Auch ohne Mietwagen oder eigenes Auto ist Balmaseda damit ein praktisches Ausflugsziel, wenn du das baskische Hinterland abseits der üblichen Touristenpfade kennenlernen möchtest.

    Hier kannst du den Fahrplan für den Regionalzug zwischen Bilbao und Balmaseda checken

    Um den auf halbem Weg etwas abgelegenen Torre Lozaiga zu besuchen, brauchst du allerdings schon ein Auto bzw. einen Mietwagen*.

    Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Visit Euskadi.

  • Donostia / San Sebastián: Sehenswürdigkeiten & Highlights für den eleganten Küstenort

    Donostia / San Sebastián: Sehenswürdigkeiten & Highlights für den eleganten Küstenort

    Donostia / San Sebastián ist wirklich ein besonderes Reiseziel: Mit 180.000 Einwohnern ist es die drittgrößte Stadt des Baskenlandes, versprüht aber den eleganten Charme eines wohlhabenden Kurortes aus vergangenen Tagen. Dazu ist die Altstadt von San Sebastián nicht nur pittoresk, sondern auch der wahr gewordene Traum eines jeden Foodies: So ziemlich jeder Besucher verfällt im Nu dem erfrischenden Txakoli und elaborierten Pintxos. Und von den atemberaubenden Stränden will ich gar nicht erst anfangen. Was du sonst alles noch in San Sebastián erleben kannst, erfährst du in diesem Artikel.

    Historische Brücke vor Stadthäusern mit Statuen.

    Was du in San Sebastián sehen musst: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

    San Sebastián, oder Donostia, wie es auf Baskisch heißt (offiziell heißt es auch Donostia-San Sebastián), hat einige echte Highlights zu bieten. Vielleicht wirst du dich auch an den einen oder anderen Kurort erinnert fühlen: Kein Wunder, denn Ende des 19. Jahrhunderts hat die Königin von Spanien San Sebastián als ihre Sommerresidenz auserkoren und somit den Grundstein für den gesellschaftlichen Aufschwung gelegt. Zahlreiche Bauten aus dieser Zeit zieren San Sebastián noch heute und machen die Stadt zu einer der schönsten Städte Spaniens.

    Historisches Gebäude und Lampenmasten in Stadtansicht.

    1. Altstadt (Parte Vieja)

    Die Altstadt ist das Herz von San Sebastián. Enge Gassen, historische Gebäude und unzählige Pintxo-Bars verleihen ihr ihren Charme. Mitten drin findest du die beeindruckende Basilica de Santa María del Coro und etwas versteckter die zentrale Plaza de la Constitución, die von Arkaden und kleinen Lokalen umgeben ist.

    Barocke Kirchenfassade mit Uhr in San Sebastián Altstadt
    Klassische französische Gebäudefassade mit Balkonen und Fensterläden
    Belebte Altstadt-Einkaufsstraße in San Sebastián mit Passanten

    2. Playa de la Concha & Ondarreta

    Mit der Playa de la Concha verfügt San Sebastián über einen beeindruckenden Stadtstrand. Wenn es nach diversen Strand-Rankings geht, zählt die halbmondförmige Bucht La Concha mit ihrem feinen Sand und türkisblauen Wasser sogar zu den schönsten Stränden der Welt. Für mich als Strandfan stand La Concha deshalb schon lange auf meiner Bucket List und wirklich, ich wurde nicht enttäuscht.

    Belebter Stadtstrand mit weißen Gebäuden und türkisem Meer
    Weißes Gebäude am Wasser mit Terrasse und Liegestühlen

    San Sebastián war ab Ende des 19. Jahrhunderts die Sommerresidenz der spanischen Königin Maria Christina, und besonders entlang der Strandpromenade hast du bis heute das Gefühl, in einem eleganten Kurort wie in alten Zeiten zu sein. Das aufwendig verzierte Geländer der Promenade mit seinem filigranen Blütenmuster ist heute eines der Wahrzeichen der Stadt.

    Weißer historischer Laternenpfahl mit fünf Kugelleuchten vor blauem Himmel
    Weißes verziertes Schmiedeeisen-Geländer mit floralen Ornamenten am Meer

    Etwas weiter von der Altstadt entfernt schließt sich die Playa Ondarreta an. Der Strand ist hier ebenfalls breit und traumhaft schön, und die Bebauung rundherum ist nicht so hoch und massiv wie an der Playa de la Concha. Perfekt, um ein paar Stunden zu chillen und die einmalige Landschaft zu genießen.

    Weitläufiger Sandstrand mit Hügel und Ortschaft im Hintergrund
    Sandstrand mit Menschen und weißen Häusern am Hügel

    3. Monte Urgull

    Dieser Hügel bietet dir nicht nur eine fantastische Aussicht über die Stadt und die Bucht, sondern auch ein Stück Geschichte. Auf dem Gipfel befindet sich das Castillo de la Mota und die Statue des Heiligen Herzens. Der Aufstieg ist angenehm und du kannst unterwegs immer wieder anhalten, um die Aussicht zu genießen.

    Historisches Gebäude mit Karussell und Statue

    4. Monte Igueldo

    Für eine noch spektakulärere Aussicht kannst du mit der historischen Standseilbahn auf den Monte Igueldo fahren. Oben angekommen erwartet dich ein kleiner Vergnügungspark und ein Blick über die gesamte Küste.

    Leere holzvertäfelte Kabine mit Anweisungen an der Wand.
    Rote historische Straßenbahn mit Fenstern

    Die Standseilbahn ist wirklich toll erhalten, und eine Fahrt damit solltest du definitiv auf deinem Trip nach San Sebastián unternehmen. Und der Ausblick vom Monte Igueldo ist sowieso traumhaft.

    Strand und Küste bei sonnigem Wetter.
    Panoramablick auf Küstenstadt und Berge im Hintergrund.

    5. Peine del Viento

    Die moderne Skulptur „Peine del Viento“ des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida befindet sich am westlichen Ende der Bucht von La Concha. Die drei gigantischen Stahlskulpturen sind direkt in die Felsen integriert und bieten einen faszinierenden Anblick, besonders wenn die Wellen dagegen schlagen.

    Wellen brechen an Felsen bei einer Küstenskulptur
    Kunstwerk am Meer mit Felsen und Wellen
    Menschen beobachten Wellen am Ufer

    6. Chillida-Leku Skulpturenpark

    Ein bisschen außerhalb von San Sebastián liegt der Skulpturenpark und Museum Chillida-Leku, der dem Werk von Eduardo Chillida gewidmet ist. In einem wunderschönen, weitläufigen Park kannst du seine beeindruckenden Skulpturen inmitten der Natur bewundern: Ein Ort der Ruhe und Inspiration.

    Hier kannst du dein Ticket für das Chillida Leku im Voraus buchen*

    Person fotografiert Statue im Park
    Ruhiger Park mit Bäumen und Sonnenschein.
    Weiße Marmorskulptur mit geometrischen Formen von Eduardo Chillida
    Rostige Metallstruktur im Sonnenlicht

    7. San Telmo Museoa

    Das San Telmo Museoa ist ein Museum für baskische Kultur und Geschichte und befindet sich in einem alten Dominikanerkloster und bietet eine spannende Ausstellung, die von der Vorgeschichte bis zur Moderne reicht. Ein Besuch lohnt sich, um einen tieferen Einblick in die regionale Kultur zu bekommen.

    8. Palacio de Miramar

    Der königliche Palast Palacio de Miramar wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die spanische Königsfamilie erbaut. Von hier aus hast du einen herrlichen Blick auf die Bucht von La Concha und fühlst dich ein bisschen in den Glanz vergangener Tage versetzt, als San Sebastián ein exklusiver Kurort für Adlige und Gutbetuchte war. Der umliegende Park ist perfekt für einen entspannten Spaziergang.

    Historisches Herrenhaus aus rotem Backstein mit gotischen Bögen
    Historisches Schloss mit rotem Backsteinturm und Fachwerk
    Panoramablick auf die Bucht von San Sebastián mit grünen Hügeln

    9. Catedral del Buen Pastor

    Die neugotische Kathedrale ist das größte religiöse Bauwerk der Stadt. Mit ihrem hohen Turm und den schönen Buntglasfenstern ist sie wirklich markant und gehört zu den auffälligsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

    10. Plaza Gipuzkoa

    Die zentral gelegene Plaza Gipuzkoa ist das grüne Herz inmitten der Stadt. In den gepflegten Gärten findest du hier einen perfekten Ort, um eine kleine Pause vom Sightseeing einzulegen.

    Historisches Gebäude hinter grünem Park mit Fahne.

    Schnapp‘ dir am besten einen Kaffee im anliegenden Syra Coffee (leider nur to go) und genieße das charmante Stadtleben von San Sebastián auf einer der Parkbänke. Oder du gehst ein paar Meter weiter in das lässige Koh Tao, wo du auch gut länger sitzen kannst.

    Eingang von Syra Coffee in Donostia-San Sebastián mit moderner Einrichtung.

    11. Kursaal Kongresszentrum

    Der Kursaal befindet sich etwas außerhalb des eigentlichen Zentrums von San Sebastián, ist aber dennoch fußläufig zu erreichen. Hier finden regelmäßig große Events und Kongresse statt, sowie Veranstaltungen im Rahmen des weltberühmten San Sebastián Film Festival.

    Grüne und weiße Brückenpfeiler, historische Gebäude im Hintergrund.
    Brücke mit Gebäuden im Hintergrund

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    Essen & Trinken in San Sebastián

    San Sebastián ist ein absolutes Paradies für Gourmets. Die Stadt hat die höchste Dichte an Michelin-Sternen pro Quadratmeter in Europa. Wenn dein Budget keine Sterneküche hergibt, brauchst du dir aber keine Sorgen machen. Auch mit normalem Geldbeutel wirst du dich fantastisch durch die lokalen Spezialitäten probieren können: San Sebastián gilt als die Wiege der Pintxo-Tradition.

    Tapas und Wein auf einem Café-Tisch.

    Auf Pintxos-Tour durch die Altstadt

    Pintxos sind kleine Häppchen, die wie Tapas zum Getränk gereicht werden. Oft sucht man sich seine Pintxos an der Bar aus und bekommt sie dann am Tisch serviert. In der Altstadt von San Sebastián gibt es viele Lokale, die ihre Pintxos mittlerweile fast schon zur Kunstform erhoben haben, so aufwendig werden die Häppchen montiert und präsentiert.

    Tipp: Falls du vor lauter Angeboten gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, empfehle ich dir eine Foodtour durch die Altstadt!

    Hier kannst du eine Foodtour durch die Altstadt von San Sebastián buchen*

    Modern dekorierte Tapas auf einem Tablett.
    Wein und Tapas auf einem Tisch

    Txakoli: Die perfekte Weinbegleitung

    Perfekt begleitet werden Pintxos von einem Glas Txakoli (sprich: Tschak-ko-lie); das ist ein sehr leichter, fruchtiger Weißwein mit etwas Kohlensäure und typisch aus dem Baskenland. Vielleicht wird dir dein Txakoli auch noch traditionell eingeschenkt: Dafür wird die Flasche in die Höhe gereckt und der Wein so schwungvoll im Glas, dass er nochmal aufschäumt. Eine echte Show!

    Cidre: Der spritzige Apfelwein mit Showeffekt

    Schwungvoll eingeschenkt wird übrigens auch wird übrigens der in der Region ebenfalls beliebte Cidre, ein Schaumwein aus Äpfeln. Wie der Txakoli ist Cidre super erfrischend, dabei aber niedriger im Alkoholgehalt. Mir persönlich schmeckt Txakoli viel besser. Der Cidre, den ich überall in San Sebastián probiert habe, war mir zu säuerlich. Ist aber wie immer Geschmackssache, am besten du machst dir selbst ein Bild und probierst beides!

    Großes Cidre-Holzfass mit Bild verziert.

    Cidre bekommst du in vielen Lokalen in der Stadt. Aber es lohnt sich auch, einen Ausflug in eine traditionelle Sidreria wie Petritegi zu unternehmen. Hier kannst du den kompletten Herstellungsprozess erleben, von Anbau über Ernte bis hin zur Reifung des Cidre. Besonders beeindruckend sind die großen Fässer, in denen der Sidre gelagert ist, und das traditionelle Restaurant, wo du weitere baskische Spezialitäten in rustikalem Ambiente probieren kannst.

    Tipp: Diese traditionellen Sidrerias befinden sich außerhalb der Stadt. Falls du nicht mit dem Auto unterwegs bist, kannst du dich auch einer Tour anschließen. Ist ohnehin entspannter, weil du dann nach Belieben den Cidre probieren kannst!

    Hier kannst du eine Tour zu einer Sidreria buchen*

    Landschaft mit Hügeln und Straße unter blauem Himmel.

    Hast du Lust auf das Baskenland bekommen?
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    Food-Locations in San Sebastián: Meine Tipps

    Hier findest du ein paar Food-Tipps, die du dir nicht entgehen lassen solltest:

    Bar La Cepa Diese traditionelle Pintxo-Bar in der Altstadt ist ein Klassiker. Probiere unbedingt die Jamón Ibérico und die leckeren Bacalao-Pintxos (Kabeljauhäppchen).

    La Viña Hier bekommst du den besten Käsekuchen der Stadt. Vielleicht hast du ja schon einmal vom San Sebastián Cheesecake gehört? Er ist weltberühmt und schmilzt förmlich auf der Zunge. Mir persönlich ist er zwar viel zu cremig und buttrig, aber probieren solltest du ihn allemal.

    Mercado de la Bretxa Wenn du frische, lokale Produkte liebst, solltest du diesen Markt besuchen. Hier findest du alles von frischem Fisch bis hin zu baskischen Käsespezialitäten. Perfekt, um ein paar Leckereien für ein Picknick am Strand zu kaufen.

    In San Sebastián gibt es aber noch so viel mehr tolle Food-Locations zu entdecken! Mehr Tipps findest du daher bald in meinem San Sebastián Food Guide.

    Tapas in Nahaufnahme mit knusprigen Elementen.
    Stücke Käsekuchen auf dem Tablett, bereit zum Servieren.

    Übernachten in San Sebastián

    In San Sebastián ein hübsches Hotel zu finden, ist nicht schwer. Ich würde dir allerdings eher davon abraten, eine Bleibe mitten in der Altstadt zu wählen. Besonders in der Saison und am Wochenende kann es nachts hier schon mal sehr laut werden. Außerdem ist die komplette Altstadt autofrei, du musst also mit dem kompletten Gepäck über Kopfsteinplaster durch die schmalen Gassen bis zu deiner Unterkunft.

    Modernes Café mit industriellem Design und Sitzbereich.

    Ich kann dir das The Social Hub San Sebastián* empfehlen. Es liegt zwar nicht direkt im Zentrum, mit dem Bus bist du allerdings in 15 Minuten mitten in der Stadt; Tickets kannst du einfach kontaktlos im Bus beim Einsteigen kaufen. Die Zimmer sind super geräumig und stylisch, und in der Lobby oder im Restaurant kann man arbeiten, lesen oder einfach nur gemeinsam zusammensitzen. Im Sommer gibt’s auch noch eine tolle Rooftop Bar mit Pool und Aussicht; regelmäßig finden Events statt.

    Hier findest du noch mehr Unterkünfte in San Sebastián*

    Events und Aktivitäten: Was du in San Sebastián unternehmen kannst

    San Sebastián International Film Festival Das renommierte Filmfestival zieht jedes Jahr im September Filmstars und Cineasten aus aller Welt an. Eine großartige Gelegenheit, um neue Filme zu entdecken und vielleicht sogar den ein oder anderen Star zu treffen.

    Tamborrada: Am 20. Januar wird der Tag des Heiligen Sebastian gefeiert. Die ganze Stadt ist in Feierlaune und es gibt Paraden mit Trommlern in traditionellen Kostümen. Ein Erlebnis, das du nicht verpassen solltest, wenn du um diese Zeit in der Stadt bist.

    Wassersport: San Sebastián ist perfekt, wenn du auf Wassersport stehst. Der Strand Zurriola in der Nachbarschaft Gros zum Beispiel ist besonders bei Surfern beliebt. Keine Lust, alles an Ausrüstung mitzuschleppen? Hier kannst du einen Ganztagesausflug zum Surfen buchen*

    Oder du versuchst dich am baskischen Nationalsport, dem Rudern!

    Ruderer auf einem Fluss vor Stadtansicht
    Kleiner Hafenkai mit Booten und Gebäuden

    Rund um San Sebastián

    Überhaupt ist das Baskenland eine super spannende Region und es lohnt sich, mehr Zeit hier zu verbringen. San Sebastián kannst du z.B. gut in einen Roadtrip durch das Baskenland einbauen und auch die französische Atlantikküste mit Saint-Jean-de-Luz und Biarritz ist nicht weit entfernt.

    Oder du verbindest deinen Trip mit einem Abstecher nach Bilbao, der ebenfalls sehr sehenswerten baskischen Metropole. Hier findest du meinen Guide für Bilbao

    Historisches Denkmal mit Wappen in Stadtansicht

    Anreise nach San Sebastián

    San Sebastián verfügt über einen eigenen Flughafen. Dieser ist allerdings sehr klein, und wird zumeist nur von spanischen Airlines angeflogen, die San Sebastián mit anderen Inlandszielen verbinden.

    Praktischer ist die Anreise über den Flughafen Bilbao. Von dort aus gibt es eine regelmäßige Busverbindung (ungefähr stündlich) zum Busbahnhof von San Sebastián. Dieser liegt zwar nicht direkt im Zentrum, ist aber dennoch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

    Checke hier Flugverbindungen nach Bilbao (BIO)*

  • Correfoc in Palma: Alles über das große Feuer-Spektakel

    Correfoc in Palma: Alles über das große Feuer-Spektakel

    Wenn du Palma schon einmal im Sommer erlebt hast, wirst du die Hauptstadt Mallorcas besonders im Januar nicht wieder erkennen. Durch die Gassen der Altstadt strömen keine Menschenmassen mehr, einige Geschäfte haben sogar komplett geschlossen und im Allgemeinen triffst du eher Locals als Touristen an. Aber der Januar hat trotzdem jede Menge zu bieten – wie zum Beispiel den aufregenden Correfoc!

    Passeig del Born in Palma, beleuchtet mit Lichterketten in den Bäumen.
    Der Correfoc zieht auch auf dem noch weihnachtlich beleuchteten Passeig del Born entlang.

    Was ist Correfoc?

    Correfoc kann mit „Feuerlauf“ übersetzt werden: Verschiedene Kulturvereine ziehen mit brennenden Fackeln und Feuerwerk aller Art durch die Stadt, verkleidet als teufelsähnliche „Dimonis“ und begleitet von lauten Trommelgruppen. Der Correfoc ist eine katalanische Tradition, die seit Jahrhunderten gepflegt wird. Mallorca bildet zwar mit den anderen balearischen Inseln Ibiza, Menorca und Formentera eine eigene Provinz, teilt aber mit Katalonien ähnliche Wurzeln.

    Dämonenschatten vor orangefarbenem Himmel beim Correfoc

    So ist auch der Correfoc fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Insel. Im Sommer werden diese Umzüge zu verschiedenen Events veranstaltet; der größte jedoch ist der Correfoc im Rahmen der Festivitäten zu Sant Sebastián.

    Sant Sebastián ist der Schutzpatron der Stadt und rund um dessen Jahrestag im Januar finden viele große Events in Palma statt, die vor allem von Einheimischen besucht werden. Möchtest du also tiefer in die mallorquinische Kultur eintauchen, bist du im Januar in Palma genau richtig!

    Feuerwerk und Menschen mit Smartphones im Dunkeln

    Correfoc & die Hintergründe

    Ursprünglich haben die Correfocs zum großen Teil einen religiösen Hintergrund: Die Dimonis symbolisieren das Böse, welches mit Feuer und lautem Getrommel vertrieben werden soll. Über die Jahrhunderte haben sich die Correfocs zu einem eigenständigen Teil der katalanischen Kultur entwickelt und haben heute eher Volksfestcharakter, auch wenn sie zunächst sehr abschreckend anmuten. So wird zum großen Correfoc im Januar zum Beispiel eine große Bühne auf dem Passeig del Born aufgebaut, auf der lokale Acts auftreten.

    Musiker auf rot beleuchteter Bühne mit Gitarren beim Correfoc in Palma

    Die Stimmung unter den Dimonis

    Das ganze Feuerwerk, die lauten Trommeln und die wild verkleideten Dimonis sind schon sehr beeindruckend. Ähnlich wie bei der alemannischen Fastnacht in Süddeutschland ist der Umzug eher düsterer Natur. Das Publikum wird aber dennoch miteinbezogen und trotz der einschüchternden Kulisse ist die Stimmung fröhlich und gelöst.

    Menschen mit Hörnern auf Helmen auf dem Correfoc in Palam, Mallorca.
    Schattenriss mit Hörnern vor Funken und Licht.

    Mitmachen beim Correfoc

    Die Dimonis ziehen auch mitunter mitten durch die Menschenmengen, lassen sich bereitwillig fotografieren und scherzen gerne mit den Zuschauern. Besonders Jugendliche machen sich einen Spaß daraus und mischen sich unter die tanzenden Dimonis mit ihren feuerspeienden Fackeln. Das Mitmachen ist höchstoffiziell erlaubt und Teil des Spektakel.

    Dämonische Maske und Kind beim Correfoc in Palma, Mallorca.
    Pyrotechnik bei Nacht in Menschenmenge beim Correfoc in Palma

    Auch als reiner Zuschauer kommst du ganz nah an das Feuerwerk heran; manchmal auch ungewollt, wenn plötzlich ein Dimonis neben dir steht und seine Pyrotechnik entzündet. In der Regel wird aber sehr aufeinander Rücksicht genommen und niemand gezielt mit Feuerwerk belästigt.

    Person mit Funken und Feuerwerk an der Hand
    Pyrotechnik mit sprühenden Funken an der Hand eines Dimonis beim Correfoc.

    Sicherheitsmaßnahmen: Das musst du beim Correfoc unbedingt beachten

    Trotzdem solltest du dich besonders vorbereiten, wenn du zu einem Correfoc gehst und folgende wichtige Dinge beachten:

    • Kleidung: Ziehe Kleidung an, bei denen du es notfalls verschmerzen kannst, wenn sie ein Brandloch davontragen – der Funkenflug ist nicht zu unterschätzen! Achte darauf, dass Arme und Beine bedeckt sind.
    • Kopfbedeckung: Schütze deine Haare, zum Beispiel mit einem Basecap oder wähle einfach einen alten Kapuzenpulli.
    • Gehörschutz: Der Correfoc ist wirklich laut! Die Trommeln und die pfeifende Pyrotechnik sind nichts für Geräuschempfindliche.
    • Festes Schuhwerk: Bei den niedrigeren Temperaturen im Januar bieten sich ohnehin geschlossene Schuhe an. Achte dennoch darauf, eher Schuhe mit robuster Sohle und Obermaterial zu wählen.
    • Kamera/Smartphones: Fotografieren und Filmen ist erlaubt, allerdings können vor allem die Linsen durch die Funken beschädigt werden. Einige Leute kleben sich die Linse bei Smartphone mit Tesafilm ab.
      Für Kameras mit Wechselobjektiv bieten sich Filter zum Aufschrauben an. (Ich habe auf meinen Kameraobjektiven sowieso immer einen UV-Filter zum Schutz, das hat mich schon mehrmals vor einem größeren Schaden bewahrt.) Am besten nutzt du Objektive mit großer Brennweite, so kannst du auch aus sicherer Entfernung fotografieren.
    Person filmt Feuerwerk mit Handy in der Nacht

    Die Sicherheitsstandards bei Correfocs sind wirklich hoch. Sowohl Dimonis als auch Zuschauer nehmen sehr viel Rücksicht aufeinander. Aggressives Verhalten wird nicht toleriert. So ist zum Beispiel eigenes, mitgebrachtes Feuerwerk strengstens verboten! Du darfst dir auch nicht das Feuerwerk der Dimonis ausleihen. Bekommst du trotz allem einen Funken ab, geschieht dies auf eigene Verantwortung – schütze dich daher gut!

    Bunte Feuerwerkskörper explodieren am Nachthimmel.

    Wo findet der Correfoc in Palma statt?

    Die einzelnen Gruppen laufen gegen 19 Uhr ab verschiedenen Startpunkten sternförmig auf den zentralen Passeig del Born zu. Die Abschlussveranstaltung mit großer Bühne ist dann auf der Plaça Rei Joan Carles I.

    Hast du Lust auf einen Abstecher nach Palma bekommen? Hier findest du noch mehr Tipps!

    Feuerwerk erhellt den Nachthimmel mit bunten Funken.
    Fackel in der Nacht leuchtet hell auf.
    Brennende Fackel eines Dimonis im dunklen Hintergrund
  • Bilbao Food Guide: Meine besten Tipps für Cafés, Restaurants & Pintxo-Bars

    Bilbao Food Guide: Meine besten Tipps für Cafés, Restaurants & Pintxo-Bars

    Gutes Essen spielt im Baskenland eine große Rolle: Die Dichte an Sterneköchen ist nirgendwo in Europa so hoch wie hier. Aber auch wenn du kein großes Budget für Gourmetrestaurants hast, wirst du in Bilbao jede Menge tolle Locations finden, die jedes Foodie-Herz höher schlagen lassen. Ich stelle dir hier meine liebsten Cafés und Restaurants in Bilbao vor.

    Belebte Altstadt-Gasse in Bilbao mit bunten Fassaden

    Bilbao & die Pintxos

    Bevor du dich aber ins Getümmel der vielen Bars stürzt, solltest du dich mit der Tradition der Pintxos in Bilbao vertraut machen. Pintxos (auf Spanisch: Pinchos) heißt wörtlich übersetzt Spieße und sind etwas größere Häppchen, die gerne zu einem Getränk gesnackt werden.

    Spanische Tapas mit Muscheln und Anchovis-Bruschetta in Vitrine

    Ursprünglich lagen sie kunstvoll gestapelt auf großen Tellern auf der Kneipentheke und jeder Gast hat sich nach Lust und Laune bedient. Abgerechnet wurde dann einfach nach der Anzahl der Holzspießchen, die jedes Häppchen zusammenhalten und am Schluss auf dem Teller übrig bleiben. Diese Tradition hat sich ein bisschen gewandelt: Pintxos liegen oft nicht mehr ganz offen auf der Theke, sondern in Vitrinen, und auch preislich gibt es je nach Zutat Unterschiede.

    Interessiert dich das spanische Baskenland? Die Region im Nordosten mit seiner ganz eigenen Kultur und Sprache ist super spannend!
    Hier findest du meine Tipps für das Baskenland

    Meine Tipps für Restaurants, Pintxos und Cafés in Bilbao

    In Bilbao gute Locations zu finden, ist nicht schwer. Die Qualität ist sehr gut, und das Angebot riesig. Hier ein paar meiner Favoriten:

    Baristas Club Direkt hinter der Kathedrale und somit mitten in der Altstadt. Guter Kaffee, entspannter Vibe – perfekt für eine Kaffeepause beim Sightseeing.

    La Olla de la Plaza Nueva & Toma y Daka Diese beiden Locations befinden sich direkt an der Plaza Nueva in der Altstadt. Hier gibt es eine riesige Auswahl an Pintxos. Einfach in einer Bar einkehren, ein paar Pintxos probieren und weiterziehen.

    Spanische Pintxos in einer Theke einer Bar
    Dessert in Eierschalen mit Karamellcreme und knusprigen Chips
    Spanische Pintxos mit Schinken und Padrón-Paprika auf Brot

    Los Fueros Zentral am Rand der Altstadt gelegen, aber doch irgendwie versteckt. Kleines Restaurant mit wirklich toller baskischer Küche aus frischen lokalen Produkten. Sehr empfehlenswert für einen gemütlichen Abend mit gutem Essen und Wein.

    Tapas-Spieße mit orangefarbener Sauce und weißen Dip-Bechern

    Übrigens: Als Vegetarier*in bzw. Veganer*in kann es in traditionelleren Lokalen etwas schwierig sein, da viele Gerichte mit Fisch (z.B. dem beliebten Bacalao) oder Fleisch zubereitet werden. In einer modernen Stadt wie Bilbao sollte es aber kein Problem sein, auch dort gute Alternativen zu finden.

    Foodtouren durch Bilbao

    Pintxos sind dennoch eine tolle Möglichkeit, sich für wenig Geld durch die baskische Küche zu essen. So kannst du zwanglos von Bar zu Bar schlendern und die Foodszene Bilbaos erkunden.

    Eine lustige Möglichkeit, Pintxos zu probieren, ist auch eine Foodtour durch Bilbao, bei der du die leckersten Spezialitäten kennenlernen und mehr über die baskische Küche erfahren kannst.

    Buche hier eine Food-Tour durch Bilbao*

    Frische rote Fleischtomaten auf Stroh in Metallschale

    Wo du noch in Bilbao gute Lokale findest

    Alle tollen Locations in Bilbao hier aufzulisten, wird mir nicht gelingen – dafür ist das Angebot einfach zu groß. Ausgehen oder auswärts essen ist ein großer Teil der baskischen Kultur, und so findest du nahezu überall Bars und Restaurants. In einigen Straßen konzentrieren sich besonders viele Lokale, daher lohnt es sich, einfach dort mal entlangzuschlendern und selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.

    Auf diesen Straßen bzw. Stadtteilen findest du viel Gastronomie:

    Poza Lizentziatuaren Kalea Auf dieser Parallelstraße der Gran Vía ist besonders an Spieltagen von Atletico Bilbao viel los. Die Straße führt nämlich direkt zum Stadion San Mames, dessen glitzernde Fassade du schon von weitem durch die Straßenschluchten erkennen kannst.

    Ledesma Kalea Die Calle Ledesma liegt sehr praktisch zwischen Gran Vía, dem Guggenheim Museum und der Altstadt. Außerdem ist sie reine Fußgängerzone und ein Lokal reiht sich hier an das nächste.

    Belebte Stadtstraße mit Bar Antomar und historischen Gebäuden

    Suchst du noch mehr Tipps für Bilbao? Die schönsten Highlights in der baskischen Metropole

    Planst du einen Roadtrip durch das Baskenland? Hier findest du günstige Mietwagen am Flughafen Bilbao (BIO)*

  • Bilbao: Die besten Sehenswürdigkeiten in der baskischen Metropole

    Bilbao: Die besten Sehenswürdigkeiten in der baskischen Metropole

    Du planst einen Trip in das Baskenland? Dann wird Bilbao sicherlich auf deiner Sightseeing-Liste stehen! In diesem Artikel zeige ich dir, welche Sehenswürdigkeiten in Bilbao du nicht verpassen solltest – aber ich verrate dir auch, warum die Stadt mich persönlich auch nach mehreren Besuchen nicht so recht begeistern konnte! (Dazu später mehr im Artikel.)

    Guggenheim Museum

    Das Guggenheim Museum ist wohl DAS Wahrzeichen Bilbaos. Das Museum für moderne Kunst ist eine Dependance des Guggenheim Museums in New York und wohl die allererste Location, die Besucher in Bilbao ansteuern. Der Bau dieses von Frank O. Gehry entworfenen architektonischen Superprojekts hat die ehemalige Industriestadt so dermaßen umgekrempelt, dass nach diesem einschneidenden Ereignis sogar ein Phänomen benannt wurde: Der Bilbao-Effekt beschreibt die Aufwertung eines Ortes allein durch einen spektakulären Bau.

    Modernes Guggenheim-Museum in Bilbao, futuristische Architektur.
    Metallische Spinnen-Skulptur im Nebel vor Brücke.

    Das Guggenheim Museum Bilbao ist aber nicht nur von außen eine Augenweide: Innen kannst du dir in der Dauerausstellung richtig beeindruckende zeitgenössische Kunstwerke ansehen. Zusätzlich gibt es immer wieder spektakuläre temporäre Ausstellungen und Werke zu sehen.

    Hier kannst du Tickets für das Guggenheim Museum Bilbao online kaufen

    Geheimtipp: Wenn du wissen willst, wie Bilbao früher einmal aussah, findest du direkt rechts neben der Ticketkasse einen kleinen Raum mit einer Videoinstallation namens “Zero”. (Die meisten Besucher laufen einfach daran vorbei.)

    Sie zeigt, wie Bilbao früher ausgesehen hat und wie krass sich die Stadt in den letzten hundert Jahren verändert hat. Übrigens: Um dir die Installation anzusehen, brauchst du kein Ticket für das Museum, da es sich vor der Einlasskontrolle befindet. Aber ganz ehrlich: Wenn du schon einmal hier bist, solltest du dir die Ausstellung nicht entgehen lassen!

    Special-Tipp für Bilbao

    Die volle Schönheit der Architektur des Guggenheim kannst du am besten vom Wasser aus bewundern. Die 1- oder 2-stündige Bootstour kostet nicht viel und du lernst mehr über die krasse Entwicklung Bilbaos von der Industriestadt zum Touristenmagneten.

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    Zubizuri Brücke

    Das Design der Zubizuri-Brücke unweit des Guggenheim Museums kommt dir bekannt vor? Zum einen soll die geschwungene Form an ein Segel erinnern – zum anderen sieht sie dem Terminal des Flughafen von Bilbaos ziemlich ähnlich. Kein Wunder, denn sowohl die Fußgängerbrücke über den Nervión als auch das Terminal wurden vom spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava entworfen.

    Blick auf Flussufer und moderne Brücke in Stadtlandschaft.

    Altstadt von Bilbao / Casco Viejo

    Einen Besuch der Altstadt von Bilbao solltest du dir ebenfalls nicht entgehen lassen. In den engen Gassen mit ihren zahlreichen Lokalen kann man sich nur zu leicht verlieren. Außerdem ist das Baskenland für seine hervorragende Küche bekannt und die Anzahl der Sterne-Restaurants ist außergewöhnlich hoch. Komm also am besten hungrig!

    Lebendige Szene an einem europäischen Straßencafé.

    Du hast kein großes Budget für feine Gourmetrestaurants? Auch kein Problem! In der Altstadt von Bilbao findest du auch zahlreiche Bars und Restaurants, die wirklich gute Pintxos zum kleinen Preis anbieten. Pintxos sind kleine Häppchen, ähnlich Tapas, die traditionell zu einem Getränk gegessen werden – man kann sich aber auch sehr leicht an der großen Auswahl satt essen.

    Hier findest du meinen Food Guide für Bilbao

    Belebte Altstadtgasse mit bunten Fassaden und Passanten.

    Falls du dir unsicher bist, wie das mit den Pintxos so funktioniert, empfehle ich dir eine Foodtour durch die Altstadt – du wirst es lieben!

    Buche hier deine Food-Tour durch die Altstadt von Bilbao*

    Spanische Tapas in einer Theke ausgestellt.

    Plaza Nueva

    In vielen spanischen Städten eher Plaza Mayor genannt, ist die Plaza Nueva sozusagen das Herz der Altstadt. Rund um den sehenswerten Platz findest du ebenfalls viele gute Bars und Restaurants, in denen du dich durch die Auswahl an Pintxos probieren kannst.

    Historischer Platz in Bilbao mit Palmen und Sitzbänken, baskische Architektur im Hintergrund.

    Kathedrale von Bilbao

    Die Kathedrale von Bilbao befindet sich ebenfalls mitten in der Altstadt von Bilbao. Sie ist quasi nicht zu verfehlen. Interessant: Bilbao befindet sich auf dem Jakobsweg und die Kathedrale von Bilbao geht auf eine alte Pilgerkirche zurück. Daher trifft du hier auch immer wieder Pilger, die gerade auf dem Jakobsweg unterwegs sind.

    Kaufe hier im voraus dein Eintrittsticket für die Kathedrale von Bilbao*

    Gotischer Kirchturm mit Uhr und Rosettenfenster.
    Gotische Kathedrale Fassade mit Rosettenfenster.

    Azkuna Zentroa (Alhóndiga Bilbao)

    Ursprünglich war der leerstehende ehemalige Weinspeicher als Standort des Guggenheim Museums im Gespräch; das Vorhaben scheiterte letztendlich u.a. aufgrund der mangelnden Fläche. Was aus heutiger Sicht ein Glücksfall ist: 2010 wurde hier das von Philippe Starck entworfene Kultur- und Mehrzweckzentrum Azkuna Zentroa eröffnet.

    Historisches Gebäude in Bilbao mit moderner Kunst im Vordergrund.

    Hier befinden sich neben Kinos, Restaurants, einem Auditorium und einer städtischen Bibliothek auch ein Fitnessstudio sowie ein öffentliches Schwimmbad in der letzten Etage des Komplexes.

    Innenansicht eines modernen Einkaufszentrums in Bilbao mit Menschen und Glasdach.

    Eines der Schwimmbecken hat sogar einen Glasboden, den du aus dem Erdgeschoss sehen kannst! Das Schwimmbad selbst kannst du übrigens mit einem Tagesticket besuchen – wenn du ein bisschen mehr Zeit in Bilbao hast, ist das definitiv eine gute Idee für ein bisschen Sport unterwegs!

    Puente de Viscaya / Bizkaya-Brücke

    Etwas außerhalb von Bilbao befindet sich eine sehr ungewöhnliche Sehenswürdigkeit, die du dir unbedingt ansehen solltest. Die Puente de Biskaya verbindet die beiden Gemeinden Portugalete und Getxo und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Besondere: Fußgänger, Radfahrer und sogar Autos überqueren die Flussmündung nicht über die Brücke selbst, sondern mittels einer Schwebefähre, die an der Brückenkonstruktion aufgehängt ist. Die Fähre wird von den Anwohnern als ganz normales Transportmittel genutzt; ein Einzelticket kostet tagsüber nur 55 Cent.

    Brücke über Fluss mit Fähre und bunten Häusern.
    Historische Hängebrücke über Fluss in Stadtlandschaft.

    Die Brücke selbst kann man ebenfalls besichtigen und mit einem Aufzug hinauffahren; das Eintrittsticket für die Brücke beinhaltet auch eine Fahrt mit der Fähre. Die Puente de Viscaya ist vom Stadtzentrum in Bilbao per Metro erreichbar.

    Roter Brückenturm mit hölzernem Gehweg.

    Tipp: Erkunde auch den Rest des hübschen Küstenortes Getxo! Von dessen Promenade aus kannst du auch den heutigen Hafen von Bilbao sehen.

    Nachdem in Bilbao selbst alle Hafenanlagen verschwunden sind und keine großen Schiffe mehr dort verkehren, befindet sich der Großteil des Hafens von Bilbao in den an der Mündung gelegenen Gemeinden Santurtzi und Zierbena. Und der ist wirklich riesig: Der Hafen von Bilbao ist der größte Spaniens.

    Hier kannst eine Halb-Tagestour zur Puente de Viscaya und Getxo buchen*

    Grünes Boot fährt auf ruhigem Fluss.

    Artxanda

    Vom Gipfel des Artxanda aus hast du eine einmalige Aussicht auf Bilbao und die umliegenden grünen Berge. Hinauf kommst du am schnellsten mit der Standseilbahn, der Funicular de Artxanda. Besonders am Wochenende ist der Hausberg Bilbao auch bei Locals beliebt: Hier finden sich diverse Freizeitmöglichkeiten für Groß und Klein, aber auch das beliebte Ausflugslokal Txakoli.

    Stadtbild mit moderner Architektur und grünen Hügeln.

    Gran Vía

    Die Gran Vía heißt eigentlich Gran Vía de Don Diego López de Haro und ist die große Geschäftsstraße mitten durch Bilbao. Auf anderthalb Kilometern findest du hier Geschäfte großer Ketten wie Zara und Mango sowie zwei Filialen des spanischen Kaufhauses El Corte Inglés.

    In Richtung Altstadt wird die Gran Vía noch belebter, und in den Seitenstraßen findest du immer wieder ein paar Ecken mit kleineren Bars und Restaurants, zum Beispiel in der parallel verlaufenden Calle Ledesma.

    Iberdrola Tower

    Ob der Iberodrola Tower wirklich so sehenswert ist, darüber lässt sich streiten. In jedem Fall ist das Bürogebäude der höchste Wolkenkratzer Bilbaos und damit eine gute Orientierungshilfe. Und mit ein bisschen Glück und der richtigen Tageszeit funkelt das Sonnenlicht so schön in der spiegelnden Fassade, dass sich doch ein hübsches Fotomotiv ergibt.

    Moderne und historische Architektur in städtischer Straße.

    Mehr Museen in Bilbao

    Falls du durch das Guggenheim Museum ein bisschen auf den Geschmack gekommen bist (oder das Wetter nicht ganz so mitspielt), kannst du auch noch folgende Museen in Bilbao besuchen:

    Das Museo de Bellas Artes ist zwar nicht ganz so spektakulär wie das Guggenheim, gehört aber dennoch zu den wichtigsten Museen Spaniens. Du findest hier eine große Kunstsammlung, die von der Gegenwart bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Derzeit wird das Gebäude renoviert und ausgebaut, und es klingt sehr vielversprechend, was hier entsteht.

    Möchtest du mehr über Bilbao, die Geschichte des Hafens und seinen Bezug zur Seefahrt solltest du dem Itsasmuseum einen Besuch abstatten.

    Übernachten in Bilbao

    Die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in Bilbao ist groß – und es gibt für jeden Geldbeutel etwas. Persönlich würde ich dir eine Unterkunft rund um die Gran Vía empfehlen, nicht in der Altstadt, z.B. im Stadtteil Abando. Hier kommst du gut zu allen wichtigen Locations, kannst ein bisschen shoppen und das Leben der Locals miterleben.

    Lebhafte Straße mit Bäumen und Außenbars in der Stadt.

    Zwar ist die Altstadt mit einer Station an das Metronetz angebunden, aber ansonsten ist sie eine reine Fußgängerzone. Somit musst du unter Umständen mit deinem Gepäck durch die halbe Altstadt zu deiner Unterkunft gehen. Außerdem ist die Altstadt abends sehr belebt, falls du es lieber ruhiger magst.

    Ich habe im Catalonia Gran Vía* übernachtet, einem komfortablen Boutique-Hotel in bester Lage (Bus zum Flughafen hält direkt vor der Tür) und einem wirklich gutem Frühstücksbuffet (normalerweise bin ich ja davon kein Fan, aber hier ist es wirklich gut).

    Checke hier Verfügbarkeit & Preise im Catalonia Gran Vía*

    Hier findest du die besten Unterkünfte in Bilbao

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    Ausflüge ab Bilbao

    Wenn du ein bisschen mehr Zeit hast, empfehle ich dir auch unbedingt auch die Umgebung zu erkunden. Das mondäne San Sebastián zum Beispiel ist nur eine Autostunde entfernt oder du erkundest die umliegenden Küstenorte. Du brauchst auch nicht unbedingt einen Mietwagen, ab Bilbao werden jede Menge organisierter Touren angeboten:

    Powered by GetYourGuide

    Anreise & Fortbewegung innerhalb Bilbaos

    Von Frankfurt und München aus wird Bilbao mehrmals täglich angeflogen, aber auch ab anderen Flughäfen in Deutschland gibt es Direktflüge nach Bilbao.

    Checke hier aktuelle Flugverbindungen nach Bilbao (BIO)*

    Vom Flughafen kommst du ganz easy mit der Bus-Linie A3247 ins Zentrum von Bilbao. Das Busticket kannst du direkt beim Fahrer im Bus kaufen (nur Bargeld); die Haltestelle befindet sich direkt vor der Ankunftshalle. Der Bus fährt größtenteils über die Autobahn und hält u.a. auch auf der Gran Via. Die Endstation ist Bilbao Intermodal, von hier aus kannst du in den Zug, Straßenbahnen, die Metro oder Fernbusse umsteigen.

    Verzierter Bahnhofseingang mit kunstvollen Skulpturen.

    Innerhalb Bilbaos kannst du viel zu Fuß erkunden (besonders in der Altstadt). Ansonsten verfügt Bilbao auch über ein gutes Straßenbahn- und Metronetz. Tickets gibt es an den Haltestellen bzw. Stationen und die Preise sind sehr günstig.

    Historische Gebäude mit schmiedeeisernen Balkonen.

    Sprache & Kultur in Bilbao

    Bilbao liegt im spanischen Teil des Baskenlandes, ist aber übrigens nicht dessen Hauptstadt. (Die ist nämlich das eine Autostunde entfernte Victoria-Gasteiz.) Als Autonome Gemeinschaft in Spanien verfügt das Baskenland über eine weitere Amtssprache: Neben Spanisch ist hier auch Baskisch gleichwertige Amtssprache.

    Schild einer traditionellen spanischen Süßwarenhandlung.
    Spanisch ist neben Baskisch Amtssprache

    Als Besucher brauchst du dir aber wegen der Verständigung keine Sorgen zu machen. Wie in anderen Teilen Spaniens mit weiteren Amtssprachen (z.B. Katalonien) sprechen die Locals in der Regel auch Spanisch, und in einer internationalen Stadt wie Bilbao kommst du außerdem mit Englisch gut zurecht.

    Baskisch ist allerdings eine superinteressante Sprache, da sie mit keiner anderen Sprache verwandt ist. Es wird sonst noch in einem Teil des benachbarten Navarras und im kleineren französischen Teil des Baskenlandes gesprochen, wo es allerdings keine offizielle Amtssprache ist.

    Balkon mit bunten Blumentöpfen und Pflanzen.

    Politisch ist und war das Baskenland immer ein bisschen ein heißes Eisen. Unabhängigkeitsbestrebungen und der Widerstand gegen die Diktatur Francos in Spanien brachten z.B. die Terrororganisation ETA hervor, die über mehrere Jahrzehnte das Land mit vielen Anschlägen in Atem hielt.

    Bis heute ist dieses Thema sehr heikel. Wenn du mehr darüber erfahren und dich mit Locals austauschen willst, empfehle ich dir, dich vorher etwas in die Thematik einzulesen, um nicht gleich ins erste Fettnäppchen zu treten. In dieser Quelle findest du eine sehr gute Übersicht über die politische Geschichte und die heutige Situation des Baskenlandes.

    Wetter & die beste Reisezeit

    Ich bin kein Wetterexperte, aber die Kombination aus einer Lage am wilden Golf von Biskaya und den Bergen drumherum macht das Wetter in Bilbao schon zu einer großen Herausforderung. In meiner Erinnerung habe ich die schlimmsten Anflüge meiner Flugbegleiterkarriere in Bilbao erlebt – und somit nehme ich Bilbao als ständiges Wetterloch war.

    Stadtansicht mit Fluss und bewaldeten Hügeln im Hintergrund.

    Gerne ist es hier naß, es regnet oft; dafür sind die Sommer warm, aber nicht drückend heiß wie z.B. im Süden Spaniens. Und der viele Niederschlag sorgt für sattgrüne Berge rund um Bilbao.

    Ich empfehle dir daher, die Herbst- und Wintermonate eher zu meiden, auch wenn du dich dafür in den wärmeren Monaten mit dem Rest der Touristenmassen durch die Stadt pressen musst. Aber meiner Meinung nach ist Bilbao bei schlechtem Wetter einfach viel zu ungemütlich und unwirtlich.

    Sicherheit in Bilbao

    Wenn du regelmäßig meinen Blog liest oder mir auf Instagram folgst, wirst du wissen, dass ich mich für jedes Reiseziel begeistern kann. Auch Bilbao hat wirklich interessante Seiten, z.B. finde ich die Geschichte Bilbaos und die Veränderung des Stadtbildes in den letzten hundert Jahren super faszinierend.

    Lebhafte Straßenszene mit historischen Gebäuden in der Stadt.

    Trotzdem bin ich auch nach meinem letzten längeren Aufenthalt nicht zum großen Fan geworden. Das mag zum einen allgemein an der Stadt selbst liegen, die für mich immer noch ein bisschen Industrie-Tristesse versprüht, vielleicht am zuweilen feuchten Wetter, aber auch an der Tatsache, dass ich mich hier von meinem brandneuen iPhone trennen musste – es wurde mir aus meiner Manteltasche gestohlen.

    Taschendiebstähle passieren tagtäglich in jeder europäischen Großstadt, und Bilbao hat in dieser Hinsicht noch nicht die Berühmtheit von z.B. Barcelona erreicht, soweit ich weiß. Dennoch würde ich gerne die Gelegenheit nutzen, dich ein wenig darauf aufmerksam zu machen. Denn mir kam Bilbao auf den ersten Blick immer relativ entspannt und sicher vor. Aber besonders in der gut besuchten Altstadt mit ihren engen Gassen sind viele Taschendiebe unterwegs.

    Streetkunst und Graffiti in Bilbao, baskische Metropole.

    Von Locals wurde ich auch zu mehr Aufmerksamkeit in der Ecke rund um die Calle San Francisco ermahnt, einem Stadtteil auf der anderen Flussseite gegenüber dem Mercado Ribera. Hier gibt es viel Street Art, spannende Gastronomie und Geschäfte – allerdings ist es auch ein Problemkiez und wird gerne auch mal als der gefährlichste Stadtteil Bilbaos bezeichnet. Ich war neugierig und wollte die Gegend eigentlich erkunden, aber nach meinem Erlebnis mit dem Taschendiebstahl ist mir die Lust darauf vergangen. Falls du also hierhin willst (was ich mir tatsächlich trotz meines Erlebnisses für meinen nächsten Besuch vorgenommen habe) – pass gut auf.

    Dieser Artikel entstand in Teilen mit Unterstützung von Visit Euskadi, der Tourismusorganisation des Baskenlandes.

  • Sevilla: Sehenswürdigkeiten & Highlights in der andalusischen Hauptstadt

    Sevilla: Sehenswürdigkeiten & Highlights in der andalusischen Hauptstadt

    Sevilla ist eine Stadt der Leidenschaft: Überall triffst du auf den Flamenco, den mitreißenden Tanz voller Emotion und Energie. Nimm noch die typisch andalusische Herzlichkeit dazu und du wirst dich garantiert in diese lebensfrohe Stadt verlieben. Ich nehme dich mit auf eine Tour zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, die Sevilla zu bieten hat.

    Pferdekutsche auf historischem Platz in Sevilla, Spanien

    Die Altstadt von Sevilla

    Die Altstadt von Sevilla ist wirklich toll und der perfekte Ausgangspunkt für deine Erkundungstour. Du kannst dich hier einfach durch die Straßen treiben lassen und die energiegeladene Atmosphäre auf dich wirken lassen. Viele Sehenswürdigkeiten sind von hier aus zu erreichen, darunter auch die beiden wichtigsten: die Kathedrale von Sevilla und der Real Alcázar de Sevilla.

    Enge spanische Gasse mit gelbem historischem Gebäude
    Traditionelle spanische Bar mit Keramikfliesen in Sevilla

    Die Kathedrale von Sevilla

    Ein absolutes Must-See ist die Kathedrale von Sevilla, die größte gotische Kirche der Welt. Auch wenn du so wie ich nicht besonders viel mit Religion und Kirche anfangen kannst, wirst du von der schieren Größe und der Liebe zu Details begeistert sein.

    Gotische Kathedrale mit reich verzierten Steinbögen von unten

    Unbedingt solltest du auch den Giralda-Turm hoch. Einst war der Turm ein maurisches Minarett. Jetzt ist er eines der markanten Wahrzeichen Sevillas. Der Aufstieg ist zwar nicht ohne, aber ungewöhnlich: Über weite Teile geht es keine Stufen, sondern breite Rampen hinauf.

    Kaufe hier dein Ticket für die Kathedrale und den Giralda-Turm*

    Einmal oben angekommen, bietet er dir einen Panoramablick über Sevilla, den du so schnell nicht vergessen wirst. Der Ausblick ist echt ein Highlight!

    Panoramablick über Sevilla mit Kathedrale und Guadalquivir
    Blick durch Gitterfenster der Giralda auf Sevillas Kathedrale

    In der Kathedrale selbst findest du auch das Grabmal für Christoph Kolumbus, den Seefahrer, dessen Ankunft 1492 in Amerika ihm großen Ruhm als Entdecker einbrachte. Obwohl Kolumbus eigentlich Italiener war, startete er seine Entdeckungsreisen durch die Welt im Auftrag der kastilischen Krone. Ob hier wirklich die sterblichen Überreste von Kolumbus zu finden sind, war übrigens lange unklar, da das Grab mehrfach den Ort wechselte – mittlerweile scheint dies aber bewiesen zu sein.

    Kolumbus-Grabmal mit Trägerfiguren im Sevilla-Kathedrale

    Der Alcázar von Sevilla

    Nur einen kurzen Spaziergang von der Kathedrale entfernt befindet sich der königliche Palast Alcázar, der zu den meistbesuchten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten in ganz Spanien zählt. Die gesamte Anlage ist wirklich riesig – und meist auch gut besucht. Plane genug Zeit für den Besuch ein (einen gesamten Vor- oder Nachmittag solltest du reservieren) und kaufe dein Ticket unbedingt im Voraus, um dir langes Anstehen zu ersparen.

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    Innenhof des Real Alcázar in Sevilla mit Touristen

    Der Alcázar wurde ursprünglich im 10. Jahrhundert errichtet und ist ein beeindruckendes Beispiel maurischer Architektur. Du findest hier prächtige Säle mit filigranen Details, paradiesische Gärten und eine Atmosphäre wie aus tausendundeiner Nacht. Mittlerweile zählt der Alcázar, wie die Kathedrale von Sevilla, ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Gärten des Alcázar von Sevilla mit Palmen und Arkaden
    Gärten des Alcázar Sevilla mit hohen Palmen und Hecken

    Patio de las Doncellas: Das Herz des Alcázar

    Ein absolutes Highlight des Alcázar ist der Patio de las Doncellas (Hof der Jungfrauen). Wahrscheinlich kommt dir dieser Innenhof schon bekannt vor: Er ist mit Abstand eines der beliebtesten Fotomotive im Alcázar.

    Innenhof des Real Alcázar in Sevilla mit Wasserbecken

    Hier sieht man sehr gut die Einflüsse der islamischen Architektur: Mitten im Hof befindet sich ein Wasserkanal, und der Hof ist von reich verzierten Säulen umgeben. Wenn du frühmorgens den Alcázar besuchst, solltest du als Erstes hierher kommen, um die magische Atmosphäre in Ruhe genießen zu können – später am Tag wird es hier richtig voll.

    Maurische Bögen und Stuckornamente im Alcázar Sevilla
    Frau in Weiß vor maurisch verzierter Wand mit Mosaikfliesen

    Ist dir jetzt nach noch mehr mediterranem Lebensgefühl?
    Hier findest noch mehr tolle Reiseziele in Spanien

    Metropol Parasol (Las Setas)

    Die Setas de Sevilla waren wahrscheinlich der ausschlaggebende Punkt, warum ich unbedingt mal nach Sevilla wollte. Die besondere Architektur des Metropol Parasol, die Pilzen ähnelt (daher auch der spanische Spitzname „Setas“), ist einfach faszinierend und der Blick über Sevilla einmalig.

    Metropol Parasol Sevilla moderne Holzkonstruktion mit Besuchern
    Panoramablick vom Metropol Parasol über Sevillas Altstadt

    Eigentlich war auf dem Gelände, das sich mitten in der Innenstadt befindet, mal eine Markthalle. Diese war aber irgendwann so baufällig, dass sie in den 1970er Jahren abgerissen werden musste. Dann lag das Gelände lange Zeit brach.

    2011 wurden die Setas fertiggestellt und bilden nun einen tollen Kontrast zur historischen Altstadt. Die Setas sind übrigens das größte Holzgebäude der Welt! Die geschwungenen Formen und das moderne Design sind wirklich beeindruckend.

    Aussichtsplattform Metropol Parasol Sevilla mit Stadtpanorama

    Von der Aussichtsplattform auf dem Metropol Parasol hast du die beste Aussicht über die Innenstadt von Sevilla. Ich empfehle dir auf jeden Fall einen Besuch zum Sonnenuntergang. Wenn sich die letzten Sonnenstrahlen über die Stadt legen, ist die Stimmung hier besonders toll! In der Umgebung des Metropol Parasol gibt es auch viele Restaurants und Bars, in denen du dann den Abend ausklingen lassen kannst.

    Aussichtsplattform Metropol Parasol Sevilla mit Stadtpanorama
    Touristen auf der Aussichtsplattform Metropol Parasol Sevilla bei Sonnenuntergang

    Parque de María Luisa

    Sevilla ist erstaunlich grün, und einen großen Teil trägt dazu der Parque de María Luisa bei. Ursprünglich Teil des privaten Gartens des Palacio de San Telmo, wurde dieser Park für die Ibero-Amerikanische Ausstellung 1929 öffentlich zugänglich gemacht und wird heute als die grüne Lunge der Stadt angesehen.

    Wenn du etwas Pause vom Sightseeing brauchst, kannst du hier unter schattigen Bäumen spazieren gehen oder die Atmosphäre an der weitläufigen Plaza de España genießen.

    Plaza de España in Sevilla mit Kanal und Ruderboot

    Plaza de España

    Die Plaza de España katapultiert dich in eine ganz andere Welt. Dieser halbrunde Platz wurde für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 im Neo-Mudéjar-Stil erbaut. Wie viele Bauwerke, die für Weltausstellungen oder ähnliche Events in dieser Zeit errichtet wurden, sollte auch die Plaza de España den Fortschritt dieser Zeit widerspiegeln. Und bis heute ist die Plaza de España wirklich beeindruckend.

    Plaza de España in Sevilla mit historischer Architektur und Kanal

    Im künstlich angelegten Teich kannst du sogar eine Bootsfahrt unternehmen. Nimm dir Zeit und lass diesen besonderen Ort auf dich wirken!

    Mit etwas Glück kannst du sogar spontane Flamenco-Shows sehen: Oft treffen sich hier Tänzer und Musiker und spielen einfach drauf los. Eine tolle Alternative, wenn du keine Zeit findest, um eine richtige Flamenco-Show in Sevilla zu besuchen.

    Sevilla & der Flamenco

    Das pure Leben ist hier überall und die positive Energie der Andalusier ist allgegenwärtig. Besonders gut zeigt dies auch der Flamenco. Dieser Tanz ist untrennbar mit der andalusischen Kultur verbunden. Eine Unterart des Flamencos ist sogar nach Sevilla benannt: die Sevillanas.

    Falls du nicht zufällig irgendwo Flamencotänzer siehst, solltest du unbedingt nach einer Flamenco-Show in einem der vielen Tablaos in der Stadt Ausschau halten. Die Intensität und Leidenschaft beim Flamenco sind einfach so mitreißend, das musst du live erlebt haben!

    Essen & Trinken in Sevilla

    Sevilla ist einfach ein Fest für alle Sinne: Auch kulinarisch hat die andalusische Hauptstadt einiges zu bieten. Die Tapas-Kultur hier ist legendär, und eine Tapas-Tour durch die Stadt ist die beste Möglichkeit, die lokale Küche kennenzulernen.

    Buche hier eine Tapas-Tour durch Sevilla*

    Was du in Sevilla probieren musst

    Mein Tipp: Gehe einfach in eine der traditionellen Bars und bestelle eine Auswahl an kleinen Gerichten, von Gambas al ajillo (Garnelen mit Knoblauch) über Jamón Ibérico (rohen Schinken) bis hin zur klassischen Tortilla Española. Tapas werden in der Regel in kleinen Portionen bestellt und unter allen am Tisch geteilt. Schmeckt etwas besonders gut, bestellst du einfach nach. So kannst du dich durch viele Spezialitäten probieren.

    Käseplatte mit Crackern, Nüssen und Marmelade auf Teller

    Eine weitere typische Spezialität, die du probieren solltest, ist Gazpacho, eine kalte Tomatensuppe. Die ist perfekt für heiße Tage in Sevilla. Für Weinliebhaber gewöhnungsbedürftig, aber bei sommerlichen Temperaturen sehr erfrischen ist auch der in Andalusien beliebte Tinto de Verano, eine wilde Mischung aus Rotwein und Limonade.

    Restaurants & Cafés in Sevilla

    Während meines Trips habe ich übrigens ein paar Locations entdeckt, die ich von Herzen weiterempfehle:

    Filo Minikleiner Brunch-Laden mit tollen Sandwiches, perfekt für eine kleine Pause zwischendurch. Frisch gepresster Orangensaft, Tostada con tomates: Alles ist hier frisch. Superschön dekoriert.

    Fünf Strohhüte hängen an rustikaler weißer Wand

    Sitzplätze gibt es nur wenige, aber das Team ist super gut organisiert und das Warten lohnt sich wirklich! Das Filo gibt es in gleich zwei unweit voneinander gelegenen Locations auf der gleichen Straße, Calle Hernando Colón 10 und 19 (ich war in letzterem Laden).

    La Malvaloca Schönes Tapaslokal direkt gegenüber vom Metropol Parasol. Perfekt für Drinks und ein kleines Häppchen am Abend.

    Restaurante Cristina Bistró Auf den ersten Blick etwas unscheinbar und etwas abseits der touristischen Pfade, gibt es hier tolle Bistro-Küche. Draußen sitzen, gut essen und den Vibe Sevillas genießen!

    Gebratene Fleischbällchen auf Kartoffelscheiben mit Weißwein

    Mercado Arenal

    Etwas abseits gelegen, ist der Mercado Arenal ein echter Geheimtipp. Eigentlich eine Markthalle, findest du in dem historischen Gebäude auch einige Streetfood-Stände mit leckeren Spezialitäten. Die Atmosphäre ist angenehm leger und Touristen trifft man hier nur selten an.

    Belebte spanische Markthalle mit Tapas-Bar und Regenbogenfahne

    Praktische Reisetipps für Sevilla

    Falls du einen Trip nach Sevilla planst, habe ich hier noch ein paar hilfreiche Tipps für dich. Aber keine Sorge, Sevilla ist ein tolles Reiseziel und du wirst dich mit Sicherheit gut zurechtfinden!

    Detailreiche marokkanische Mosaikfliesen mit geometrischen Mustern in Blau und Grün

    Beste Reisezeit und Klima

    Sevilla kann im Sommer sehr heiß werden. Oft werden Temperaturen von über 35 Grad Celsius erreicht. Wenn du also wirklich etwas in der Stadt sehen möchtest, rate ich dir, die heißen Sommermonate zu meiden. Die beste Reisezeit ist der Frühling oder der Herbst. Dann sind die Temperaturen angenehmer, es ist aber immer noch oft sonnig und warm und du kannst die Stadt in vollen Zügen genießen.

    Barocke Kirchenfassade in Sevilla mit blauen Keramikfliesen

    Übernachten in Sevilla

    Sevilla bietet eine breite Palette von Unterkünften, von Luxus- und Boutiquehotels, über Airbnbs bis zu Hotels. Wenn du in der Altstadt übernachtest, kannst du die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen.

    Mein persönlicher Tipp ist La Parada de Marques*. Das liegt zwar nicht mitten in der Altstadt, ist aber vor allem dann praktisch, wenn du nur ein paar Tage in Sevilla bleibst. Es liegt nur wenige Meter vom Busbahnhof entfernt: Von dort aus kannst du ganz einfach den öffentlichen Bus zum Flughafen nehmen und sparst dir schon mal ein Taxi oder ein Uber. Außerdem kommst du von hier aus auch gut mit Bussen in umliegende Städte.

    Checke hier Verfügbarkeit & Preise im La Parada de Marques in Sevilla*

    Ich bin zum Beispiel von Faro nach Sevilla gefahren. So kannst du z.B. auch einen Portugal-Trip an die Algarve mit Sevilla verbinden.

    Transportmöglichkeiten in der Stadt

    Sevilla ist zwar mit knapp 700.000 Einwohner eine Großstadt, aber viele Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar, wenn du im Zentrum übernachtest. Du kannst jedoch auch Straßenbahnen, Busse oder das Fahrrad nutzen, um dich fortzubewegen. Neben regulären Taxis gibt es in Sevilla auch Uber.

    Pferdekutsche vor historischer Stadtmauer in Sevilla
  • Tarragona: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Hafenstadt in Katalonien

    Tarragona: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Hafenstadt in Katalonien

    Tarragona kann ich dir als Reiseziel in Katalonien sehr ans Herz legen: Die Stadt ist wirklich schön zu erkunden und strotzt nur so vor tollen Sehenswürdigkeiten. Ich zeige dir hier meine Tipps für Tarragona und erkläre, warum du unbedingt einen Abstecher hierhin machen solltest!

    Früher oder später wird dir in Tarragona ein weiterer Name für die Stadt begegnen: Tarraco. So hieß Tarragona nämlich in der Antike. Im 1. und 2. Jahrhundert war Tarragona (oder eben Tarraco) eine der wichtigsten römischen Städte auf der iberischen Halbinsel.

    Tarragona Sehenwürdigkeiten Römische Ausgrabungen

    Nach dem Untergang des römischen Reiches verschwand Tarragona aber in der Bedeutungslosigkeit. Viele der pompösen Bauten wurden danach im Laufe der Jahrhunderte einfach überbaut. Heute ist das Ensemble der Monumente aus der Römerzeit UNESCO-Weltkulturerbe und wird vom Museu d’Història de Tarragona verwaltet.

    Römische Ruinen in Tarragona mit Stadtpanorama und Hafen

    Diese Sehenswürdigkeiten in Tarragona solltest du dir ansehen:

    Circus

    Kaum zu glauben, wie groß der Circus im antiken Tarragona war! Auf einer Fläche von 325 Metern Länge und zwischen 100 und 115 Metern Breite fanden hier Wagenrennen statt, eines der größten Spektakel überhaupt! Heute kannst du dir vor allem die riesigen Gewölbe unterhalb des Circus ansehen, die eigentlich nur zur Stabilisierung der schweren Tribünen darüber dienten. Unglaublich, für welche Menschenmassen die Römer damals schon gebaut haben!

    Tarragona Sehenswürdigkeiten Circus Gewölbe

    Amphitheater

    Direkt am Meer gelegen fanden zu Zeiten der Römer im Amphitheater Gladiatorenkämpfe und blutige Hetzen mit wilden Tieren statt, die zur Belustigung der Zuschauer ihr Leben lassen mussten.

    Tarragona Sehenswürdigkeiten Amphitheater

    Torre del Pretori (Prätoriusturm)

    Vom Torre del Pretori hast du einen fantastischen Rundumblick auf Tarragona. Besonders der Blick auf das Amphittheater und die Altstadt mit der mittendrin thronenden Kathedrale sind wirklich sehenswert!

    Panoramablick auf Tarragona mit Kathedrale und Altstadt

    Tipp: Du kannst für jedes Monument einzeln ein Eintrittsticket kaufen. Allerdings gibt es auch ein Sammelticket, mit dem du schon ab der zweiten Location Geld sparst!

    Für kleines Geld kannst du auch an einer Walking Tour durch die römischen Stätten teilnehmen: Buche hier*

    Kathedrale von Tarragona

    Auf einer Anhöhe mitten in der Altstadt, zwischen Gebäuden gelegen, wirkt die Kathedrale von Tarragona fast schon klein und unscheinbar. Aber du solltest unbedingt mal einen Blick hineinwerfen! Das Hauptschiff und seine riesige Orgel sind schon sehr beeindruckend. Und im Inneren des Komplexes erwartet dich der romantische Kreuzgang. Eine wirkliche Oase!

    ➜ Tickets für die Kathedrale hier*

    Gotische Kathedrale mit Rosettenfenster und verziertem Portal
    Mittelalterlicher Klostergarten mit Brunnen und gotischen Arkaden

    Castellers: Die Menschentürme von Katalonien

    Auf dem Platz vor der Kathedrale von Tarragona findet sonntags oft auch eines der absoluten Highlights statt: Hier kannst du den verschiedenen Gruppen der Castellers zuschauen, wie sie in einer Kombination aus Teamwork und Akrobatik ihre schwindelerregenden Türme, die Castells, bauen. Alle zwei Jahre gibt es dann einen großen mehrtägigen Wettbewerb, in dem dann die beste Gruppe gekürt wird. Allein in Tarragona gibt es vier verschiedene Vereine, die diese Tradition mit viel Hingabe pflegen.

    Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Zusammenhalt (im wahrsten Sinne des Wortes) für einen Turm nötig ist: Da kommen schon mal hunderte Castellers in einer genau ausgeklügelten Formation zusammen! Auch unter den Gruppen herrscht keine wirkliche Konkurrenz; man hilft sich sogar gegenseitig beim Umwickeln der ultralangen Bauchbinden, die für die nötige Stabilität im Lendenbereich sorgen.

    Achtung: Bei Regen bzw. feuchtem Boden fällt das ganze Spektakel aus Sicherheitsgründen aus.

    Katalanische Castellers bauen menschlichen Turm beim Festival
    Katalanische Castellers bilden menschlichen Turm vor historischer Kathedrale

    Mehr Tipps für die Gegend rund um Tarragona, die Costa Dorada und Katalonien findest du hier:
    Katalonien Tipps & Sehenswürdigkeiten

    Balcó del Mediterrani (Balkon zum Mittelmeer)

    Der Balkon zum Mittelmeer: So heißt die beliebte Strandpromenade in Tarragona! Und wirklich scheint die Promenade wie ein einziger riesiger Balkon: Etwas höhergelegen, hast du hier den perfekten Ausblick auf das Meer. Gerne wird hier flaniert, was die Locals auch “tocar ferro” (das Eisen berühren) nennen. Der Aberglaube besagt nämlich, dass das Berühren des Geländers des Balcó del Mediterrani Glück bringt!

    Meerblick durch rosa Oleander und Palmen an Mittelmeerküste

    Museu d‘art Moderna MAMT

    Interessierst du dich auch nur ein kleines bisschen für moderne Kunst, solltest du unbedingt einen Blick in das Museu d’Art Moderna de Tarragona (kurz “MAMT” genannt) werfen. Neben immer wieder wechselnden Ausstellungen kannst du hier den berühmten Tapis de Tarragona von Joan Miró sehen, hinter dem eine rührende Geschichte steckt.

    Großer bunter Wandteppich mit abstrakten Figuren im Museumsstil

    1966 hatte Mirós einzige Tochter bei Tarragona einen schweren Autounfall, konnte jedoch gerettet werden und wurde in einem Krankenhaus in Tarragona behandelt. Dankbar für den Einsatz aller Beteiligten spendete Miró 1970 dem Roten Kreuz von Tarragona sein Werk “Tapis de Tarragona”, das nun im MAMT zu sehen ist. Geknüpft wurde der Teppich von Josep Royo, mit dem Miró dann auch gemeinsam weitere Wandteppiche für besondere Locations anfertigte. Einer dieser Teppiche (und der größte) hing bis zu seiner Zerstörung am 11. September 2001 im World Trade Center in New York.

    Der Eintritt ins MAMT ist übrigens frei!

    Strände in Tarragona

    Hast du Lust auf Strand? In Tarragona ist das kein Problem! Auch wenn du dich mitten in einer Stadt befindest und ein Teil der Küste vom zugegeben etwas unschönen Hafen eingenommen wird, kannst du hier einen tollen Strandtag verbringen: Tarragona hat sogar einmal einen Preis für die natürlichsten Stadtstrände in Spanien gewonnen!

    Küstenstadt mit türkisblauem Meer und bewölktem Himmel

    Vom Torre del Pretori siehst du besonders gut die Platja Arrabassada und die Platja Savinosa. Obwohl Tarragonas Strände sehr nah an der Stadt gelegen sind, sind sie weitgehend naturbelassen. Du findest hier wirklich viel Grün und tolle Wanderwege in der Umgebung.

    Shopping in Tarragona

    Tarragona ist nicht so sehr eine Shopping-Destination wie Reus. Trotzdem findest du z.B. auf der Calle Major, die von der Kathedrale hinunterführt, einige hübsche Läden, in denen du auch typische Souvenirs wie Korbwaren oder Porzellan kaufen kannst.

    Enge Altstadtgasse mit Blick auf gotische Kathedrale in Tarragona

    Kleine Handtaschen aus Korbgeflecht liegen ja immer irgendwie im Trend und einen schönen Korb für zu Hause kann man immer gebrauchen. Und hier sind sie oft einfach günstiger als zu Hause!

    Größere Geschäfte befinden sich auf der Rambla Nova, einer großen Einkaufstraße, oder im Centre Comercial Parc Central.

    Geflochtene Strohtaschen in einem rustikalen Dekorationsgeschäft

    Essen & Trinken in Tarragona

    Die Altstadt von Tarragona mit ihren kleinen verwinkelten Gassen ist einfach zu romantisch! Hier findest du viele tolle Locations für ein gemütliches Glas Vino Tinto am Abend oder gleich für ein Abendessen. Aber beachte auch hier: Lass dir ruhig Zeit, denn der Abend fängt in Spanien viel später an! 🙂

    Belebte Altstadt-Treppe mit Passanten und historischen Gebäuden

    Schön draußen sitzen kannst du bis abends in einer der vielen Lokale auf der Plaça de la Font! Und auf der Terrasse der Pizzeria Pulvinar an der Calle Mayor hast du einen richtigen Top-Spot, um die Vibe Tarragonas zu genießen.

    Belebter Stadtplatz mit historischem Rathaus in Tarragona, Spanien

    Für regnerische Tage oder kühleres Wetter empfehle ich dir das Entrecopes. Hier kannst du in einem gemütlichen Kellergewölbe typisch katalanische Küche genießen!

    Übernachten in Tarragona

    Genau wie von Reus war ich auch von Tarragona schwer begeistert. Ich liebe Großstädte wie Barcelona, aber manchmal sind es dann doch die kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren Orte, bei denen es mir richtig Spaß macht, sie zu entdecken.

    Tarragona hat mir sehr gefallen. Die Lage direkt am Meer, die hübsche Altstadt und die historischen Stätten sind einfach unschlagbar. Dabei hat auch das Hotel sein Übriges getan: Morgens direkt vom zimmereigenen Balkon aus zu beobachten, wie die orange glühende Sonne langsam über dem türkisblauen Mittelmeer aufgeht, ist einfach einmalig.

    Frau hinter weißem Vorhang auf sonnigem Balkon

    Und dabei ist das H10 Imperial Tarraco eigentlich eines dieser Riesenhotels, die mich sonst ziemlich kalt lassen. Aber dieses Mal musste ich mich eines Besseren belehren lassen: Nicht nur die Aussicht ist beeindruckend, sondern auch der durchgängige Vibe des Hotels irgendwo zwischen coolem Miami-Style und warmem Tropenflair!

    Frau im Handtuch genießt Sonnenuntergang vom Hotelbalkon mit Meerblick
    Frau entspannt auf weißem Hotelbett mit dekorativer Wandverkleidung

    Auf dem Dach gibt es übrigens noch eine Rooftopbar mit Pool – und einer fantastischen Aussicht über das Meer!

    ➜ Hier kannst du eine Übernachtung im H10 Imperial Tarraco buchen

    Elegantes Hotelrestaurant mit Palmenblick durch große Panoramafenster

    Anreise / Tagesausflug nach Tarragona ab Barcelona

    Von Barcelona aus bist du mit dem Regionalexpress in nur einer Stunde in Tarragona! Die Stadt eignet sich daher perfekt für einen Tagesausflug, wenn du ohnehin gerade in Barcelona bist.

    ➜ Fahrpläne & Tickets für den Zug ab Barcelona

    Barcelona ist sowieso immer eine Reise wert. Von vielen deutschen Flughäfen gibt es gute und günstige Verbindungen nach Barcelona:

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    Luftaufnahme einer mediterranen Küstenstadt mit türkisblauem Meer

    Was du rund um Tarragona noch unternehmen kannst

    Tarragona liegt an der Costa Dorada. In der Nähe findest du viele kleine Küstenorte wie z.B. Cambrils, die besonders im Sommer sehr beliebt sind! Du kannst auch einen Ausflug in das schöne Reus, die Stadt des Modernisme, unternehmen. Oder du planst gleich einen kompletten Roadtrip durch Katalonien – es lohnt sich!

    ➜ Hier findest du günstige Mietwagen ab Barcelona*

    ➜ Hier findest du alle meine Tipps für einen Trip nach Katalonien

    Vielen Dank an Katalonien Tourismus für die Einladung!

  • Reus, Spanien: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Stadt des Modernisme

    Reus, Spanien: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Stadt des Modernisme

    Die Stadt Reus in Spanien ist ein richtiger Schatz! Hundert Kilometer von Barcelona entfernt, findest du hier einen Ort mit viel Geschichte, toller Architektur und genialen Spots für Foodies. Ich war jedenfalls sofort begeistert und habe Reus zu meinem ganz persönlichen Tipp für eine Städtereise in Spanien auserkoren!

    Reiterstatue auf dem Plaça del Mercadal in Reus, Spanien
    Die Plaça Prim im Zentrum von Reus dient auch oft als Treffpunkt

    Sehenswürdigkeiten in Reus

    Die Innenstadt von Reus wird dominiert von Bauten des Modernisme und dem Flair einer ehemals sehr reichen Handelsstadt. Außerdem ist Reus bis heute die absolute Shopping-Destination im Süden Kataloniens. Wenn du lauschige Gassen, Altbau-Architektur und kleine Boutiquen liebst, bist du hier genau richtig. Und obwohl Reus mit seinen 100.000 Einwohnern neben einer Stadt wie Barcelona wie ein Dorf wirkt, gibt es hier zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten.

    Suchst du noch mehr Inspiration für deine Reise?
    Hier findest du alle meine Tipps für Katalonien

    Plaça Prim

    An der Plaça Prim kannst du sehen, welche wichtige Rolle Reus einst als Handelszentrum in Katalonien gespielt hat. Die pompösen Arkaden entlang einer Seite verleihen dem Platz richtig herrschaftliches Flair! Benannt ist der Platz nach General Joan Prim i Prats, der in Reus geboren wurde und in seinem späteren Amt als spanischer Ministerpräsident im Jahr 1870 einem Attentat zum Opfer fiel.

    Reus Sehenswürdigkeiten Plaça Prim mit Teatre Fortuny

    Besonders lohnen soll sich hier ein Besuch im Teatre Fortuny, das von innen ebenso glanzvoll aussehen soll, wie ich mir sagen ließ. Führungen gibt es zwar nicht, aber vielleicht hast du ja Lust auf ein Konzert oder eine Operette?

    ➜ Spielplan des Teatre Fortuny

    Hand hält historisches Foto der Plaça Prim in Reus

    Leider sind nicht mehr alle Gebäude aus der Glanzzeit Reus’ am Anfang des letzten Jahrhunderts an der Plaça Prim erhalten. Dort, wo sich einst die höhere Gesellschaft im Gran Hotel de Londres traf, steht heute ein schmuckloser Bau aus den 70er-Jahren. Das ist zwar schade, trotzdem solltest du hier einmal die elegante Atmosphäre des Platzes auf dich wirken lassen.

    Wenn du ein Gefühl dafür bekommen willst, wie Reus früher hier aussah, dann lohnt sich ein Besuch bei Foto Niepce. In diesem 1926 gegründeten Fotogeschäft an der Plaça Prim findest du ein kleines Fotografiemuseum mit Stücken aus der Geschichte des traditionsreichen Familienbetriebes.

    Plaça del Mercadal

    DIe Plaça del Mercadal ist ein weiterer zentraler Punkt im Zentrum von Reus. Hier findest du das Rathaus, das Gaudí Centre und die opulente Casa Navàs.

    Blick auf die Plaça del Mercadal aus der Casa Navàs
    Von der Casa Navàs aus hast du den perfekten Blick auf die Plaça del Mercadal

    Wenn du eine kleine Pause einlegen willst, ist hier die perfekte Gelegenheit! Meine Café-Tipps:

    Roslena Modernes Café mit Self-Service und günstigen Snacks, gleichzeitig aber auch gut sortierter Zeitschriftenladen! Neben dem Gaudí Museum gelegen.

    Café de Reus Etwas abseits der Plaça del Mercadal gelegen, kann man es mit der roten Fassade aber kaum verfehlen. Tolle Location für Drinks & Tapas, abends gibt’s auch mal Live-Musik.

    Terrasse vom Café de Reus mit roter Fassade
    Sehr schmuckvoll: Die Fassade des Café de Reus

    Modernisme in Reus

    Sehenswerte Gebäude aus der Zeit des Modernisme in Reus sind die Casa Navàs, das Pere Mata Institut, die Casa Rull oder die Casa Gasull. Die meisten Bauten stammen von Lluís Domènech i Montaner, neben Gaudí ein weiterer berühmter Vertreter des Modernisme.

    Falls dich das Thema Architektur genauso interessiert wie mich, kannst du über die Touristeninformation in Reus eine spezielle Architekturführung buchen, die dich an und in viele Gebäude führt, die du ansonsten bestimmt nicht auf dem Schirm hättest!

    Oder du folgst auf eigene Faust der “Ruta del Modernisme”: 29 der knapp 80 Modernisme-Gebäude sind zu einem Rundgang zusammengefasst worden. Die Karte dazu bekommst du in der Touristeninformation an der Plaça del Mercadal.

    ➜ Die Ruta del Modernisme in Reus

    Was ist Modernisme?

    Der Architekturstil des Modernisme entstand in Katalonien zwischen 1885 und 1920. Ähnlich dem Jugendstil, der parallel in Deutschland entstand, ist der Modernisme geprägt von neuartig geschwungenen Linien und organischen Formen. Der Modernisme war aber nicht nur ein Baustil, sondern auch eine gesellschaftliche Bewegung, die sich über alle Bereiche des Lebens wie Kunst, Kultur und Politik erstreckte. Einer der bekanntesten Architekten dieser Epoche ist Antonio Gaudí.

    Casa Navàs

    Erbaut zwischen 1901-1907 ist die Casa Navàs eines der besten Beispiele für den Baustil des Modernisme. Der Kaufmann Joaquim Navàs lebte hier zusammen mit seiner Frau in den oberen Etagen, im Erdgeschoss befand sich bis 2018 das familieneigene Kaufhaus, das heute nach einem Eigentümerwechsel als Eventlocation dient. Die oberen Etagen sind noch mit dem Originalmobiliar bestückt. Die Casa Navàs kannst du im Rahmen einer Führung besuchen.

    Ich persönlich liebe ja den verspielten Stil des Modernisme, aber auch gleichzeitig den Vibe einer Epoche, in der sich so viel in der ganzen Welt bezüglich Kultur und Gesellschaft verändert hat. In Barcelona war ich immer ganz ergriffen vom Detailreichtum von Häusern wie etwa der Casa Milà, und ich kenne niemanden, der dort nicht von der Architektur fasziniert ist. In der Casa Navàs aber ist mir vor lauter Begeisterung die Kinnlade runtergeklappt. Die Hingabe, mit der hier das ganze Haus gestaltet wurde, ist in jedem Raum einfach zu spüren.

    Allein für die Casa Navás lohnt sich ein Trip nach Reus, wirklich! Schon im Treppenhaus wird dir klar, dass du hier ein ganz besonderes Haus betrittst. Mein Tipp: Frag nach einer Führung mit Ben – seine Liebe zum Haus ist absolut ansteckend und er ist ein Naturtalent als Museumsguide! Nachdem ich meine heruntergeklappte Kinnlade erst einmal wieder in den Griff bekommen hatte, bin ich aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen, weil die Führung mit ihm so unterhaltsam war.

    Gaudí Centre

    Dem berühmtesten Sohn der Stadt, Antonio Gaudí, ist an der Plaça del Mercadal gleich ein ganzes Museum gewidmet. Obwohl Gaudí in Reus geboren wurde und hier seine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte, bevor er nach Barcelona zog, gibt es in seiner Geburtsstadt kein einziges von ihm. Ganz im Gegensatz zu Barcelona, wo er mit Bauten wie der Sagrada Familia, der Casa Milà, der Casa Batlló oder dem Parc Güell das Erscheinungsbild der Stadt massgeblich geprägt hat.

    ➜ Zum Gaudí Centre

    Gaudì Centre Reus an der Plaça del Mercadal

    Reus & der Wermut

    Wenn du in Reus bist, solltest du unbedingt einen Wermut probieren. Der mit Kräutern und Zucker versetzte Weißwein ist das traditionelle Getränk der Stadt. Im 19. Jahrhundert brachten der Wermut und der Handel damit den Reichtum in die Stadt. Rund um Reus gibt es heute noch acht verschiedene Wermut-Hersteller.

    Holzfässer mit Wermut in Reus, Spanien

    Essen & Trinken in Reus

    Auch wenn du jetzt kein Wermut-Fan geworden bist (mit seinem kräuterigen Geschmack ist der nämlich nicht jedermanns Sache), empfehle ich dir Vermuts Rofes als Foodtipp in Reus. Einst wurde hier Vermut produziert, jetzt ist aus der ehemaligen Manufaktur ein atmosphärisches Restaurant geworden.

    Tipp: Durchgehen bis zum Innenhof! Hier kannst du typisch katalonische Gerichte an großen, rustikalen Tischen im Industrial Style probieren. Und dir auf Wunsch dazu ein Glas des hauseigenen Wermuts gönnen, denn Vermuts Rofes wird weiterhin hergestellt, nur eben an einem anderen, modernen Standort.

    Teller mit Miesmuscheln im Vermuts Rofes Reus

    Shopping in Reus

    Reus ist für die umliegende Region immer noch die erste Anlaufstelle wenn es um Shopping geht. In den schmalen Fußgängerzonen der Innenstadt findest du aber nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Mango und Zara, sondern auch erstaunlich viele kleine Boutiquen und Geschäfte in Familienhand.

    Colmado Baró

    Bei Colmado Baró kannst du dich nicht nur mit Wermut, sondern auch mit vielen anderen typischen Leckereien eindecken. Immer noch familiengeführt, hat dieses Feinkostgeschäft einen ganz besonderen Charme. Die perfekte Gelegenheit zum kulinarischen Souvenir-Shopping!

    Käsetheke mit Schinken bei Colmado Baro in Reus, Spanien
    Alte Fliesen im Modernisme Stil

    El Barato

    Das stilisierte O hinter dem Namen El Barato erinnert noch an die Zeit der Militärdiktatur unter General Franco: Damals musste das traditionsreiche Stoffgeschäft seinen katalanischen Namen “Barat” ablegen und sich in die spanische Variante “El Barato” umbenennen. Damals wie heute decken sich Hobbyschneider, Designer, Künstler, Folkloregruppen und Karnevalsvereine hier mit den wildesten Stoffen ein – und verbringen wahrscheinlich ganze Tage zwischen den überbordenden Regalen, um sich durch die Stoffballen zu wühlen.

    Pailettenbänder auf Spulen in einer Kiste

    Willst du mehrere Tage in Reus verbringen?
    Hier findet du schöne kleine Boutiquehotels

    Anreise & Route: Tipps zur Planung

    Wie kommt man am besten nach Reus?

    Vielleicht wird dir Reus bekannt vorkommen: Reus hat nämlich einen Flughafen, der zumeist von Low-Cost-Carriern angeflogen wird. Beworben wird dieser gerne mal als Barcelona-Reus, obwohl Barcelonas eigentlicher Flughafen El Prat knapp hundert Kilometer entfernt ist. Die meisten Airlines fliegen Reus allerdings nur von Frühjahr bis Herbst an.

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    Am praktischsten ist daher ein Flug nach Barcelona. So kannst du beide Städte verbinden!

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    So kommst du von Barcelona nach Reus

    Von Barcelona aus kommst du am besten mit dem Regionalzug oder mit dem Bus nach Reus, falls du ohne eigenes Auto oder Mietwagen unterwegs bist. Die Strecke kann man auch gut an einem Tag hin- und zurückfahren. Reus eignet sich daher auch perfekt für einen Tagesausflug ab Barcelona!

    ➜ Hier kannst du den Fahrplan checken & Tickets für den Bus kaufen

    ➜ Hier kannst du den Fahrplan für den Regionalzug checken

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    Was kann man sich noch in Katalonien ansehen?

    Wenn du mit dem eigenen Auto oder Mietwagen unterwegs bist, kann ich dir eine Tour durch das Hinterland Kataloniens sehr empfehlen. Bist du gerne in der Natur unterwegs oder gehst du gerne wandern, findest du hier tolle Möglichkeiten. Auch bis in die Pyrenäen ist es nicht weit, wo du im Winter Ski fahren kannst.

    Ansonsten verfügt Katalonien noch über beliebte Küstenorte. Die Costa Brava und die Costa Dorada sind gespickt mit schönen Stränden, z.B. um Cambrils. Oder du fährst einfach weiter Richtung Süden entlang der spanischen Küste. Im Norden von Katalonien schließt sich bereits schon Frankreich an, bis zum schönen Perpignan sind es von Barcelona nur 170 Kilometer.

    Rotes Fischerboot im spanischen Hafen mit weißen Häusern
    Reus ist nur acht Kilometer von der Costa Daurada entfernt

    Die gesamte Küstenregion ist auch gut mit dem Zug zu bereisen. Falls du länger Zeit hast und nicht selbst fahren möchtest, kannst du so einen tollen Trip durch Spanien und Frankreich planen.

    ➜ Checke hier Zugverbindungen der Renfe (spanische Bahngesellschaft)

    Mehr Tipps für Katalonien findest du hier:
    Katalonien Geheimtipps: Roadtrip durch das Hinterland
    Cambrils: Urlaub an der Costa Daurada
    Tarragona: Highlights in der Stadt der berühmten Castellers

    Hinweis: Diese Recherchereise wurde unterstützt von Katalonien Tourismus.

  • Cambrils: Urlaub an der Costa Dorada

    Cambrils: Urlaub an der Costa Dorada

    Cambrils liegt an der Costa Dorada (katalanisch: Costa Daurada) in der autonomen Region Katalonien in Nordostspanien und ist wie viele der kleinen Küstenorte dort bei Urlaubern sehr beliebt. Im Sommer locken hier flach abfallende Strände und Urlaubsfeeling, aber auch in der Nebensaison hat Cambrils seinen Reiz!

    Tipp: Günstige Hotels in Cambrils jetzt buchen!

    Der Hafen von Cambrils

    Das Zentrum des Ortes bildet der kleine Fischereihafen von Cambrils. Rund um die Uhr brechen hier Fischerboote auf und sorgen dafür, dass es in Restaurants und heimischen Küchen der Umgebung immer frischen Fisch gibt. Während morgens die Trawler mit ihren Schleppnetzen ausrücken, ziehen abends die Lichtfischer los.

    Kleiner mediterraner Hafen mit bunten Booten und Stadtgebäuden
    Verrostetes Seil mit Knoten auf grünem Fischernetz

    Jeden Tag gegen 17 Uhr laufen die Trawler mit ihrem Fang wieder in den Hafen ein, was nicht nur für die hungrigen Möwen ringsum ein Spektakel ist. Wer wirklich frischen Fisch sucht, ist hier genau richtig!

    Fischerboote im Hafen von Cambrils

    Überhaupt ist der kleine Hafen von Cambrils sehr idyllisch und ein Besuch lässt sich immer gut mit einem Spaziergang entlang der Promenade verbinden. Den Hafen selbst gibt es noch gar nicht so lang: An den Informationstafeln rundum kannst du auf Schwarzweißfotos sehen, wie die Fischer hier früher direkt am Strand in ihre Boote stiegen und losfuhren!

    Suchst du nach Inspirationen für die nächste Reise in den Süden?
    Klicke hier für alle Artikel über Katalonien und Spanien!

    Zwei Fische aus Metall, Teil der Skulptur "El Pla de les Serenes" in Cambrils.
    Die Statue "El Pla de les Serenes" an der Promenade von Cambrils zeigt zwei Meerjungfrauen.
    Die Skulptur „El Pla de les Serenes“ an der Promenade zeigt zwei Meerjungfrauen.

    Torre del Puerto

    Der Torre del Puerto ist ein alter Wachtturm direkt am Passeig Miramar, der Promenade von Cambrils. Im 17. Jahrhundert zur Verteidigung der Stadt gegen Piraten erbaut, beherbergt er heute einen Teil des Museo de Historia de Cambrils. Der ehemalige Wachtturm wird heute für Events oder temporäre Ausstellungen zur Geschichte Cambrils genutzt.

    Rund um den Torre del Puerto findest du auch viele Restaurants, wo du gemütlich draußen sitzen und das Flair des Fischerdorfes genießen kannst.

    Historischer Rundturm neben Restaurant Miramar in spanischer Küstenstadt

    Essen und Trinken in Cambrils

    Mediterranes Ambiente, warme Temperaturen und südeuropäische Gastlichkeit: In Cambrils findest du zahlreiche gute Restaurants, in denen du typische Spezialitäten probieren kannst. Hier findest du meine Tipps!

    El Pòsit

    Etwas abseits der Promenade findest du eines der traditionsreichsten Restaurants in Cambrils. Ursprünglich über 30 Jahre am Hafen von Cambrils gelegen und damit ein beliebter Anlaufpunkt für die Fischer zog das El Pòsit 2004 an die Plaça de Mossèn Joan Batalla in der Nähe der Fußgängerzone.

    Hier bekommst du traditionelle Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten in bester Qualität und zum guten Preis.

    Montags bis Freitag mittags geöffnet; Abendessen nur freitags und samstags.

    Rincón de Diego

    Gehobener geht es im Rincón de Diego zu, aber anders hätte ich es in einem Sternerestaurant nicht erwartet. Trotzdem hat das Gastronomische 6-Gänge-Menü meine Erwartungen mehr als übertroffen. Und wenn es im Pressetext heißt „der Küchenchef Diego Campos zaubert exquisite Speisen mit baskischen und mediterranen Einflüssen und zeigt eine außerordentliche Kreativität“ dann ist das untertrieben: Allein die Präsentation wurde mit jedem Gang immer faszinierender.

    Mit Weingläsern und Platztellern gedeckter Tisch im Restaurant Rincon de Diego in Cambrils
    Sterneküche im Rincón de Diego in Cambrils

    Das 6-Gänge-Menü kostet 60 Euro, mit Wein, Wasser und Kaffee 80 Euro. Absolute Empfehlung, wenn du einmal Sterneküche genießen möchtest!

    Reservierungen & aktuelles Menü im Rincón de Diego

    Auf goldenen Gabeln und Löffeln gesteckte Marshmallows und rote Schokolade in Lippenform als Dessert

    Events und Feste in Cambrils

    Cambrils gibt sich große Mühe, damit es Besuchern nicht langweilig wird: Das ganze Jahr über finden die verschiedensten Feste und Events im Ort statt. Wie überall in Südeuropa wird auch hier gerne gut gegessen, daher gibt es auch viele kulinarische Veranstaltungen. Besonders beliebt sind die “Jornades Gastronòmiques de la Galera i la Cuina Marinera”. Jeden Februar dreht sich dann alles in Cambrils um die Galera (deutsch: Fangschreckenkrebs), einer Hummerart, und deren Bedeutung für den Ort.

    Aber auch Weinliebhaber kommen nicht zu kurz: Im Oktober findet das Weinfest von Cambrils im Parc del Pescador statt.

    Weinfest in Cambrils am Abend
    Weinfest im Parc del Pescador

    Mal davon ab, dass die Location mitten im Park superlauschig ist, fand ich die gesamte Umsetzung des Events so nett: An einer der Buden am Eingang kauft man sich seine “Glups” und “Nyams”, die als Getränke- bzw. Essensbons dienen, und wer sein eigenes Glas vergessen hat (die muss nämlich jeder selbst mitbringen, schöner Umweltgedanke!) bekommt hier auch gegen Pfand ein kleines Umhängetäschchen mit einem Weinglas darin. Wirklich sehr toll gemacht. Zum späteren Abend gibt es auch Live-Musik!

    Mehr Infos zum Weinfest „Cambrils: Entrada al pais del vi“

    Mehrere Weinflaschen an Stand auf dem Weinfest in Cambrils
    In Katalonien findet man zahlreiche Weinregionen

    Übernachten in Cambrils

    In und um Cambrils gibt es viele Übernachtungsmöglichkeiten. Oft finden sich hier große Urlaubshotels, was ich persönlich in der Hauptsaison egal an welchem Ort nicht sehr ansprechend finde. In der Nebensaison kann man allerdings hier durchweg gute Schnäppchen machen, sogar Zimmer in Hotels der gehobeneren Kategorie kosten dann erheblich weniger als im Hochsommer. Gleichzeitig kann man dann den Komfort einer größeren Anlage mit Pool und riesigem Frühstücksbuffet genießen – das ist auch mal ganz angenehm. Ich habe zum Beispiel im Sol Port Cambrils übernachtet – zentral, gepflegt und sehr solide.

    ➜ Checke hier Preise & Verfügbarkeit für das Hotel Sol Port Cambrils

    Hier ein Hoteltipp, den mir eine Einheimische vor Ort gegeben hat: Wenn du gar nicht so auf Bettenburgen stehst, aber trotzdem das Urlaubsfeeling eines Resorts suchst, solltest du dir das Estival ElDorado Resort anschauen. Es liegt etwas außerhalb des Stadtkerns, dafür aber direkt am Strand. Die Anlage verfügt über viele Annehmlichkeiten wie z.B. mehreren Pools, einem großen Fitnesscenter, zahlreichen Restaurants und sogar einer Strandbar. Große Hotels in Hochhäusern wie z.B. auf der anderen Seite der Stadt in Richtung Salou sucht man hier aber vergebens. Würde ich mir für die Nebensaison merken!

    ➜ Checke hier Preise & Verfügbarkeit für das Estival ElDorado Resort*

    Strand in Cambrils
    Beliebt: Die Strände in und um Cambrils

    Hilfreiche Tipps für einen Urlaub in Cambrils

    Wann ist Saison in Cambrils?

    Die Urlaubssaison in Cambrils dauert von April bis Oktober. Juli und August sind dabei die Hochsaison. Aber wie in vielen Orten in Südeuropa ist hier selbst im Oktober das Klima noch mild. Wenn du dem Herbst in Deutschland entfliehen möchtest und ein paar Sonnenstrahlen am Meer genießen möchtest, bist du definitiv richtig. Im Januar sind viele Locations übrigens geschlossen, ansonsten ist aber auch außerhalb der Saison immer etwas Betrieb in Cambrils.

    Wie weit ist Cambrils von Barcelona entfernt?

    Cambrils ist ca. 120 Kilometer von Barcelona entfernt. Mit dem Auto oder Mietwagen (kannst du hier buchen*) dauert die Fahrt ca. anderthalb Stunden. Die gleiche Fahrzeit hast du aber auch mit dem Regionalzug, der von Barcelona aus die Küste entlang fährt und auch direkt in Cambrils hält. Oder du nimmst einen der Busse von BusPlana (klicke hier für Info)!

    Fischerboot im Hafen von Cambrils

    Vielen Dank an Katalonien Tourismus für die Einladung zu dieser Recherchereise!

  • Katalonien Geheimtipps: Roadtrip durchs Hinterland

    Katalonien Geheimtipps: Roadtrip durchs Hinterland

    Obwohl Katalonien mit Barcelona über einen richtigen Besuchermagneten verfügt, ist vor allem das Hinterland von den großen Touristenmassen der Hauptstadt eher verschont geblieben. Auf einem Roadtrip durch Katalonien kannst du daher noch richtig tolle Spots erkunden: Ich zeige dir hier ein paar meiner Katalonien Geheimtipps, die ich kürzlich entdeckt habe!

    Schöne Ausflüge für einen Katalonien Roadtrip

    Ob du von Barcelona aus startest oder ohnehin auf einem Roadtrip durch Spanien unterwegs bist: Diese Locations in Katalonien sind einen Abstecher wert!

    Historisches Steingebäude mit Arkaden und Bäumen im Sonnenlicht
    Nur einer von vielen Geheimtipps in Katalonien: Das Monestir de les Avellanes

    Congost de Mont-Rebei: Die schönste Schlucht Kataloniens

    Der Congost de Mont-Rebei ist die wohl bekannteste Schlucht Kataloniens und wird nicht ohne Grund von vielen der “Grand Canyon von Katalonien” genannt. Die Schlucht befindet sich in der Provinz Lleida und trennt Katalonien von der Nachbarregion Aragonien.

    Bei einer ziemlich abenteuerlichen Wanderung kannst du auf einem schmalen Trampelpfad die Schlucht (die im übrigens an der engsten Stelle nur zwanzig Meter breit ist) erkunden. Oder du wählst eine Kajaktour und entdeckst die faszinierende Tierwelt des Congost de Mont-Rebei vom Wasser aus.

    Fluss schlängelt sich durch grünes Bergtal mit Wäldern
    Natur pur: Wandern im Congost de Mont-Rebei

    Du bist hier in nahezu unberührter Natur, denn die Schlucht befindet sich in einem Naturschutzgebiet. Als wir mitten in der Schlucht waren, kreiste plötzlich ein Bartgeier über uns: Ein beeindruckendes Erlebnis! Wer sehr geduldig ist, kann zu Sonnenauf- und -untergang sogar Otter durch das Wasser flitzen sehen: Früher wurden sie hier wegen ihres Fells gejagt, mittlerweile aber hat sich die Population wieder etwas erholt. Otter sind allerdings sehr menschenscheu, daher bieten sich spezielle Aussichtspunkte, von denen man den Wasserlauf von oben beobachten kann.

    Fluss schlängelt sich durch bewaldete Bergschlucht mit Felsen

    Leider fiel bei meinem Besuch die Kajaktour aus, denn dieses Jahr war durch den sehr heißen Sommer das Flussbett ziemlich ausgetrocknet und eine Durchquerung mit dem Kajak unmöglich. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie wunderschön es hier sein mag, wenn noch viel mehr türkisblaues Wasser hier durch die Schlucht schiesst! Aber auch so war die Wanderung durch den Congost de Mont-Rebei ein echtes Naturerlebnis!

    Goldenes Getreidefeld mit grünen Bergen im Hintergrund

    Zum Glück bin ich nicht besonders höhenängstlich, die Hängebrücke, die es zwischendurch zu überqueren gilt, kann schon für die ein oder andere Panikattacke sorgen. Aber auch der ungesicherte Höhenweg durch die Schlucht ist nicht von schlechten Eltern: Neben dem schmalen Weg geht es nämlich geradewegs steil geschätzte hundert Meter in die Tiefe!

    Hängebrücke über felsige Schlucht inmitten grüner Natur

    Tipp: Hier brauchst du wirklich festes Schuhwerk mit Grip! Der Weg ist sehr uneben und ich war mehr als nur einmal dankbar für meine Trail-Running-Schuhe.

    Wanderer in enger Felsschlucht mit Fluss und Bergpfad

    Weinverkostung in Castell d’Encus

    Wußtest du, dass Katalonien die zweitgrößte Weinregion Spaniens ist? Außerdem wird hier der Großteil aller Cava-Sorten angebaut. Cava ist sozusagen die spanische Champagner-Variante, ähnlich geschützt und mittels Fläschengärung hergestellt.

    Weinberge in hügeliger Landschaft mit Bergen im Hintergrund

    Weingüter gibt es daher in Katalonien wie Sand an der Costa Brava – und nirgendwo lassen sich Weine besser probieren als in einer absoluten Weinregion. Zugegeben, eine echte Weinkennerin werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr werden, aber ich trinke einfach gerne ein gutes Glas Wein. Außerdem ist der Weinanbau eine Welt für sich, und ich bin immer wieder fasziniert, mit welcher Hingabe und Begeisterung kleine Weingüter ihre Weine produzieren.

    Sehr interessant war daher auch mein Besuch bei Castell d’Encus in Talarn bei Lleida, einem der vielen neueren Weinbauprojekte in Katalonien. Schon im 12. Jahrhundert wurde Wein von den hier lebenden Mönchen angebaut, einst befand sich hier nämlich sogar ein kleines Dorf. Übrig sind aus dieser Zeit nur eine kleine Kapelle sowie ein paar Ruinen – und bis vor einigen Jahren das Projekt Castell d’Encus den Weinbau wiederbelebte, war hier einfach: nüscht.

    Heute wird seit 2001 hier auf einer Höhe von 850 bis 1250 Metern wieder Wein angebaut, möglichst ökologisch und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch unter Zuhilfenahme uralter Traditionen der Mönche von einst: Die Trauben werden zum Teil auch in den großen Becken fermentiert, die damals zur Weinherstellung in die blanken Felsen gemeißelt wurden. Ziemlich verrückt, aber wie ich selbst bei einer Verkostung erfahren durfte, scheint es dem Wein nicht zu schaden 🙂

    Die Becken sowie die Ruinen können bei einem Rundgang besichtigt werden – und der Ausblick auf die Landschaft ringsum dabei ist einmalig. Führungen mit anschließender Weinverkostung finden von montags bis samstags statt.

    ➜ Anmeldung hier über die Website

    Falls du nach der Führung und der Verkostung hungrig bist, kann ich dir das “L’Era de Balust” im benachbarten Salàs de Pallars empfehlen. Die Küche würde ich als traditionell katalonische Hausmannskost beschreiben und das Ambiente in einem alten Hofgebäude ist einfach zu gemütlich. Unbedingt den Flam de ratafia probieren: Ratafia ist ein typisch katalanischer Kräuterlikör aus grünen Walnüssen und Kräutern und wird zum süßen Flan als Dessert serviert.

    Rustikale Restaurant-Terrasse mit Steinbogen und üppigen Pflanzen

    Tipp: Castell d’Encus liegt schon in den Vor-Pyrenäen bei Lleida. Von Barcelona aus bist du hierhin mit dem Auto gut zweieinhalb Stunden unterwegs – wenn du entspannt reisen willst oder eine schöne Unterkunft in der Nähe suchst, schaue dir am besten weiter unten im Artikel unter “Übernachten in Katalonien” das Monestir des Avellanes an!

    Bei der Olivenernte zuschauen & Olivenöl-Experte werden

    Wenn Wein nicht so dein Ding ist, du aber doch ein bisschen Landluft schnuppern willst, dann solltest du einer Olivenöl-Manufaktur wie Olicometes einen Besuch abstatten. Dort habe ich nämlich gelernt, dass Olivenöl genauso wie Wein die verrücktesten Aromen haben kann. Oder wusstest du, dass es Olivenöl-Connaisseure gibt, die aus Olivenöl sogar Banane oder Vanille herausschmecken?

    Die Geschichte hinter Olicometes aber ist noch viel inspirierender: Das Betreiberpaar Martin und Neus haben sich vor einigen Jahren ihren Traum erfüllt, eine Finca gekauft, ihre Jobs in Barcelona sausen lassen und sind jetzt Olivenbauern mit Leib und Seele. Jetzt kannst du sie hier auf ihrer Finca besuchen und ihnen bei der Olivenernte über die Schulter schauen. Oder du kannst einfach nur bei einem romantischen Frühstück oder Aperitif unter Olivenbäumen die Natur genießen und dabei bestes Olivenöl in demeter-Qualität probieren.

    Lächelndes Paar vor Holzgestell in Olivenhain
    Martin und Neus haben sich mit viel Herzblut ihre eigene Olivenoase geschaffen

    Das ganze Anwesen erstreckt sich übrigens über ein ganzes Tal, 27 Hektar zählen zu Olicometes. Möchtest du dir vor oder nach der Verkostung noch die Beine vertreten, bist du herzlich eingeladen: Für Besucher haben Martin und Neus extra einen kleinen Rundweg liebevoll ausgeschildert, der an Aussichtspunkten und mehreren Höhlen vorbei über die Finca führt.

    ➜ Für Besichtigungen, Ernte, Frühstück oder Aperitif hier anmelden.

    Cometes Olivenöl-Flaschen verschiedener Sorten im Holzregal

    Sterne zählen im Observatorium in Àger

    Der Gebirgszug der Serra del Montsec ist übrigens auch bekannt für seine perfekten astronomischen Bedingungen. An klaren Tagen hat man hier nachts eine traumhafte Aussicht auf einen klaren Sternenhimmel, der vollkommen frei von Lichtverschmutzung ist. Selbst mit bloßem Auge sind hier ganze Sternkonstellationen leicht zu erkennen. Besonders lohnt sich aber auch ein Besuch des Parc Astronòmic Montsec mit seiner Sternwarte und zugehöriger Ausstellung.

     Observatorium in Àger in Katalonien
    Muss man einfach live sehen: Den faszinierenden Sternenhimmel über dem Montsec einfangen ist gar nicht so einfach

    Tipp: Abends hin und auf jeden Fall die Filmvorführung mitnehmen! Der Inhalt ist interessant, viel beeindruckender aber ist das Finale: Der Moment, in dem sich die Kuppel öffnet und den Blick auf den Sternenhimmel freigibt, ist einfach magisch! Absoluter Gänsehautmoment!

    Planetarium mit Sternenhimmel-Kuppel und Panoramaleinwand bei Nacht
    Gänsehaut pur: Die Kuppel des Kinos im Parc Astronomic Montsec öffnet sich

    Mehr Tipps für Spanien findest du übrigens hier:
    Alle Artikel über Spanien

    Übernachten in Katalonien

    Ich mag ja Roadtrips mit dem Auto immer gerne, weil man unterwegs einfach sehr flexibel ist, was die Wahl der Unterkünfte angeht. Und man kann auch sehr einfach entlegenere Locations wie zum Beispiel das Monestir de les Avellanes ansteuern!

    Monestir de les Avellanes

    Ein wirklich besonderer Ort: Das unter Denkmalschutz stehende Monestir de las Avellanas ist tatsächlich ein ehemaliges Kloster und eine gute Wahl, wenn du Ruhe und Abgeschiedenheit liebst. Eingebettet in eine Landschaft, die ein bisschen an die Toskana erinnert, kannst du hier so richtig runterkommen und zu dir finden. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, und alle Teile der Klosteranlage wie die stimmungsvolle Kappelle und der gepflegte Kreuzgang können von allen Gästen genutzt werden.

    Monestir de las Avellanas bei Lleida in Katalonien

    Im hoteleigenen Restaurant (das übrigens auch von Locals gerne an Wochenende und Feiertagen als Ausflugsrestaurant besucht wird) gibt es typisch katalonische Küche zum kleinen Preis: ein 5-Gänge-Menü kostet hier z.B. nur 30€. Als Weinbegleitung empfiehlt sich übrigens der hauseigene Wein, der rund um das Monestir de las Avellanas angebaut wird.

    ➜ Preise & Verfügbarkeit checken: Monestir de les Avellanes in Os de Balaguer

    Weinberg mit Zypressen in hügeliger Landschaft bei Sonnenuntergang

    Hotel Finca Prats Golf & Spa

    Möchtest du dir nach einem Outdoortag etwas gönnen? Dann ist vielleicht ein Wellnesswochende im Hotel Finca Prats Golf & Spa etwas für dich: Im Wellnessbereich mit Pool und Sauna kannst du nach Lust und Laune entspannen und dich abends im hoteleigenen Restaurant bei einem mehrgängigen Menü mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen.

    ➜ Preise & Verfügbarkeit checken: Hotel Finca Prats Golf & Spa in Lleida

    Infos zu Katalonien

    Ist Katalonien ein eigenes Land?

    Katalonien ist eine der 17 autonomen Gemeinschaften Spaniens, liegt im Nordosten des Landes und grenzt an Frankreich. Die Hauptstadt ist Barcelona.

    In den letzten Jahren wird allerdings immer wieder heftig über eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien diskutiert – ein sehr heißes politisches Eisen, das seinen Ursprung in den geschichtlich immer wiederkehrenden kulturellen Konflikten hat.

    In vielen Bereichen hat Katalonien innerhalb Spaniens einen Sonderstatus; so verfügt Katalonien zum Beispiel über eine eigene Zivilpolizei, die “Mossos d’Esquadra”.

    Das ganze Thema ist stark emotional aufgeladen. Viele Katalanen, die noch unter dem Regime Francos, das 1975 endete, gelebt haben, erinnern sich noch gut, wie das Ausleben der katalanischen Kultur z.B. als gesprochene Sprache verboten war und hart bestraft wurde.

    Welche Sprache wird in Katalonien gesprochen?

    In vielen offiziellen Gelegenheiten wird Katalanisch der Vorrang gegeben, Spanisch ist aber ebenfalls Amtssprache. Ich würde behaupten, jeder Katalane ist fließend bilingual und kann problemlos nach Situation in die jeweilige Sprache wechseln. Von Nicht-Katalanen wird eigentlich nie erwartet, dass Katalanisch gesprochen wird.

    Katalanisch ist aber ebenfalls eine romanische Sprache und dem Spanischen sehr ähnlich. Verfügst du über Spanisch-Kenntnisse, wirst du bestimmt einiges verstehen; auch wenn es mit dem Sprechen hapert. Englisch wird besonders an weniger touristischen Orten wenig gesprochen, aber persönlich empfinde ich das nie als Must-Have auf einer Reise – das macht das Unterwegssein nur spannender.

    Katalonien Karte mit Route & allen Tipps

    Hier findest du eine Karte mit allen Locations aus dem Artikel. Diese Karte kannst du dir auch in dein Maps-Konto laden! So hast du alle Tipps immer zur Hand.

    Tipps für einen Roadtrip durch Katalonien

    Hast du jetzt richtig Lust auf einen Roadtrip durch Katalonien bekommen? Die erwähnten Locations sind Teil der Grand Tour durch Katalonien, die dich noch an viele andere interessante Spots der Region führt! Auf der Website findest du Routenvorschläge und Ausflugstipps für Touren mit dem eigenen Auto, Van oder Wohnmobil.

    Bist du ohne eigenes Auto unterwegs? Hole dir einfach am Flughafen Barcelona einen Mietwagen und düse von dort aus los ins Hinterland!

    ➜ Finde hier einen günstigen Mietwagen*

    Disclaimer: Diese Recherchereise wurde unterstützt von Katalonien Tourismus.

  • Jardines de Alfabia: Mallorcas tropischer Garten

    Jardines de Alfabia: Mallorcas tropischer Garten

    Mallorca ist einfach zu schön, um nur den ganzen Tag am Strand zu verbringen. Und es gibt so viele tolle Orte auf der Insel, die es sich lohnt zu erkunden. Die Jardines de Alfabia bei Bunyola sind wenig überlaufen und ein richtig toller Geheimtipp!

    Die Jardines de Alfabia liegen am Fuss der Tramuntana auf Mallorca.

    Kurz vor dem Tunnel nach Soller gelegen, bietet sich hier ein Zwischenstopp in den prächtigen Gärten von Alfabia förmlich an. Kein Wunder, dass in den Jardines de Alfabia auch immer wieder Hochzeiten gefeiert werden! Die entspannte Atmosphäre inmitten der tropischen Pflanzen ganz am Fuß der Tramuntana ist etwas ganz Besonderes.

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    Gärten von Alfabia Mallorca pinkfarbene Blumen

    Die Jardines de Alfabia auf Mallorca und ihre Geschichte

    In den Jardines de Alfabia sieht man mal wieder, wie geschichtsträchtig Mallorca doch ist. Ja, tatsächlich, Mallorca gab’s auch schon vor Ballermann und Schlager-Dauerparties. Die Jardines de Alfabia (dt. Gärten von Alfabia) existieren seit dem 12.Jahrhundert und sind, wie man an Details in Haus und Gärten erkennt, durch allerlei Hände gegangen: Arabische, maurische, andalusische, spanische undundund. Multikulti eben.

    Jardines de Alfabia: Eine tropische Oase auf Mallorca

    Der Garten ist eine tropische Oase am Fuß der Tramuntana, die Gebirgskette Mallorcas, die hier den spektakulären Hintergrund liefert. Da um die dicht bepflanzten Jardines herum mallorcatypische Sommer-Stein-Staub-Steppe herrscht, versammeln sich in dieser Oase auch allerlei Vögel. Geräuschtechnisch fühlst du dich bei dem lauten Vogelgezwitscher wie im tiefsten Urwald!

    Herrenhaus Jardines de Alfabia Mallorca
    Das Herrenhaus inmitten der Gärten von Alfabia: So lässt es sich wohnen.

    ➜ Hier findest noch mehr interessante Tipps für deinen Mallorca-Urlaub!

    Im Herrenhaus selbst soll vor Jahrhunderten auch irgendeine englische Prinzessin geurlaubt haben und man möchte es ihr am liebsten sofort gleich tun. Das opulente Interieur in Kombination mit den einzigartigen Gärten drumherum machen das Herrenhaus zu einem kleinen tropischen Refugium, das man gar nicht mehr verlassen möchte.

    Lange Treppe mit Brunnen Jardines de Alfabia Mallorca

    Tipp: Mit dem Bikini Hotel in Port de Sóller* gibt es in der Nähe der Jardines de Alfabia eine gute Adresse zum Übernachten. Wenn du auf Boutiquehotels abseits dem üblichen Tourikram stehst und die besondere Atmosphäre des Tramuntanagebirges auf Mallorca liebst, solltest du hier unbedingt mal vorbeischauen:

    Preise & Verfügbarkeit Bikini Island & Mountain Hotel in Port de Sóller*

    Zwischenstopp auf dem Weg von Palma nach Soller

    Die ganze Anlage ist nicht besonders groß: Man guckt sich ein bisschen das Haus an, wandert durch die Gärten und geniesst Geräusch- und Gartenkulisse. Optimal also für einen kurzen Halbtagsausflug oder einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Soller. Inzwischen soll wohl auch die historische Bimmelbahn von Palma nach Soller hier eine Haltestelle bekommen haben.

    Zwei Enten am Teich in Jardines de Alfabia Mallorca

    Jardines de Alfabia: Viel Grün, Obstbäume und süße Esel

    Mein persönliches Highlight war ja der in der Anlage lebende Esel. Ich liebe Esel – und dieser hier hatte so ein flauschiges Gesicht und riesige, dunkle Knopfaugen. Unmöglich, sich da nicht zu verlieben. Auch die opulenten Blumen und Laubengänge sind eine wahre Augenweide. Besonders an warmen Tage findet man hier mittags immer ein schattiges Plätzchen!

    Mallorquinische Orangen im Korb

    Anfahrt, Lage & Infos für die Gärten von Alfabia

    Die Jardines de Alfabia liegen in der Nähe von Bunyola genau neben der Einfahrt zum Tunnel nach Soller. Bist du also auf dem Weg nach Soller (eine der Orte, die du auf Mallorca auch unbedingt besuchen solltest!), bietet sich ein Ausflug in die Jardines de Alfabia förmlich an.

    Botanischer Garten Jardines de Alfabia Mallorca

    Anfahrt mit dem Auto

    Am Kreisverkehr vorm Tunnel abfahren und auf dem großen Parkplatz neben der Straße parken. Gut ausgeschildert. Entfernung ca. 25 Autominuten von Palmas Zentrum. Auf Mallorca bietet es sich immer an, vor Ort einen Wagen zu mieten. Damit sieht man einfach am meisten von der Insel! Suchst du einen günstigen Mietwagen bei einem seriösen Anbieter?

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    Anfahrt ohne Mietwagen

    Auch ohne Mietwagen gibt es mehrere Möglichkeiten zu den Jardines de Alfabia zu kommen:

    ➜ mit dem öffentlichen Bus ab Palma, Sóller und Port de Sòller (Linie 204 – Fahrplan gibt’s hier)

    ➜ mit dem historischen Tren de Sóller kannst du auf der Strecke von Palma nach Sóller zwischendurch an der Haltestelle Los Jardines de Alfabia aussteigen

    Laubengang mit vielen Pflanzen Gärten von Alfabia Mallorca
    Wie gemalt: Die Gärten von Alfabia sind traumhaft schön.

    Tickets & Infos

    Die Jardines de Alfabia haben nur während der Saison von Frühjahr bis Herbst geöffnet. Genauere Zeiten findest du immer aktuell auf der Webseite.

    ➜ Hier kannst du dein Ticket für die Jardines de Alfabia im voraus kaufen!*

    Sind Hunde erlaubt?

    Schöne Nachricht für Hundebesitzer: Hunde sind hier erlaubt!

    Events & Veranstaltungen

    Wem es hier in den Gärten besonders gut gefällt: Die Anlage lässt sich auch für Events wie z.B. größere Feiern und Hochzeiten anmieten!

    Unterkünfte in und um Bunyola

    Die Jardines de Alfabia liegen bei Bunyola, einem kleinen Ort am Fuß der Tramuntana. Bunyola ist nicht besonders touristisch, und ist eher bei Einheimischen durch die idyllische Lage, aber auch gleichzeitig durch die Nähe zu Palma beliebt. Hier kannst du ein echtes mallorquinisches Dorfidyll erleben oder gleich ein paar ruhige Tage verbringen!

    Rund um Bunyola ist Agroturismo sehr beliebt: Hier findest du viele Fincas für jedes Budget! Entweder du mietest eine ganze Finca komplett, mittlerweile gibt es aber auch viele Fincas, in denen du einfach ein Zimmer mieten kannst. Viele Locations verfügen sogar über einen Pool. Wenn du also auf der Suche nach einer ruhigen Unterkunft inmitten der Natur und nahe der Berge bist und einfach mal die Seele baumeln lassen möchtest:

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