Schlagwort: Städtereisen in Asien

Asiatische Städte sind aufregend: Groß, laut, chaotisch. Städtereisen in Asien sind daher nicht immer einfach. Trotzdem liebe ich es auch dort, fremde Städte zu erkunden, exotische Gerichte zu probieren und interessante Locations abzuklappern. Hier teile ich meine besten Reisetipps für viele asiatische Metropolen!

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  • 6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    6 verrückte Seoul Sehenswürdigkeiten: Das musst du gesehen haben!

    Seoul ist wirklich ein besonderes Reiseziel: Am anderen Ende der Welt und in vielem gleich und doch anders als in Europa. Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll mit Gucken und Staunen. Und für diejenigen, die ebenso fasziniert wie irritiert sind, habe ich aus Seoul eine kleine persönliche Liste von Dingen mitgebracht, die man echt mal live und Farbe gesehen haben sollte. Meine ganz persönliche Liste der Top Seoul Sehenswürdigkeiten findest du in diesem Artikel.

    #1 Seoul Sehenswürdigkeiten: N Seoul Tower / Namsan Tower

    Der N Seoul Tower liegt auf der Spitze des höchsten Berges in Seoul, dem Berg Namsan. Das macht die Aussicht vom Turm nochmal faszinierender, an klaren Tagen hat man einen unvergleichlichen Blick über die gesamte Stadt.

    Seoul Sehenswürdigkeiten Aussicht vom Berg Namsan

    Rauf zum Turm geht es zunächst mit einem Aufzug, dann mit einer Seilbahn. Sportliche wandern ca. eine Stunde hoch. Der Bereich um den Turm herum ist Naherholungsgebiet mit schön angelegten Gärten, einigen Cafés und Shops und wechselndem Kulturprogramm.

    Und der N Seoul Tower scheint der Wallfahrtsort aller frisch Verliebten zu sein; Geländer und Zäune rund um den Turm sind über und über mit Liebesschlössern behangen und ergeben einen faszinierenden bunten Schlösserteppich. Wahnsinn. 98% der Weltproduktion an Hängeschlössern landen wohl in der Nähe des N Seoul Tower.

    Liebesschlösser am Namsan Tower, Seoul
    Das Geländer ist nicht mehr zu erkennen: Dekoriert von Tausenden von Liebesschlössern.

    #2 Gwangjang Markt – Seoul’s bekannter Streetfood Markt

    Nichts für schwache Mägen. Hauptsächlich ein Markt für Stoffe, gibt es hier auch eine kleine, aber wirkungsvolle Streetfood-Ecke, die auch den härtesten Magen auf die Probe stellt. Von Hundefleischsuppe über Schweinefüße und -schnäuzchen, von schlachtbereiten lebenden Tintenfischen bis hinzu undefinierbaren Blutwürsten gibt es alles, was man für ein Training für das nächste Dschungelcamp so braucht. Mir persönlich hat es bei den lebenden Seewürmern den Magen umgedreht, Meerestier ohne Augen in Gedärmeoptik – das ist nix für mich, noch nicht mal zum Anschauen.

    Ansonsten gibt es aber auch wesentlich verträglichere Gerichte, Sojapuffer aus frisch gemahlenen Sojabohnen (sehr lecker!) oder frisch gerollte Nudeln in Brühe.

    #3 Top Sehenswürdigkeiten in Seoul: Die exotischen Paläste

    Seoul besitzt einige Paläste aus Zeiten der Joseon-Dynastie – davon unbedingt einen ansehen. Der größte ist der Gyeongbokgung Palast.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul Sehenswürdigekeiten, Korea

    #4 Skurrile Themen-Cafés

    Die Koreaner scheinen Cafés zu lieben. (Achtung: Zeit mitbringen, meist ist der Service eher gemütlich.) Und skurrile Cafés im besonderen. Wie das Schaf-Café Thanks Nature.

    Die beiden zum Café gehörigen Schafe sollen entfremdete Großstädter wohl der Natur wieder näher bringen. Ob die Art der Haltung tierlieb und naturgetreu genug ist, so auf nacktem Beton in einem dunklen Beton, sei mal dahingestellt.

    Oder das Poop Café in Insadong. Hier steht alles im Zeichen der Häufchen. Kack-Häufchen. Kack-Häufchen als Kissen, als Notizzettel oder als Tischdekoration. Suppen werden in kleinen Kloschüsseln serviert. Lecker.

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    #5 Seoul öffentliche Verkehrsmittel: U-Bahn-Fahren

    Zugegeben, die Berliner U-Bahn ist kein Maßstab. Aber in jeder U-Bahn in Seoul ist es so viel sauberer als zu Hause in meiner geliebt-verhassten U7. Böden so spiegelglatt, dass man davon essen könnte. Und selbst in der Rush Hour sind alle ruhig und diszipliniert, kein Gedränge, kein Geschiebe, keine schlechte Stimmung. BVG, hier könnt ihr echt mal was lernen.

    Metro in Seoul, Korea

    #6 Koreanisch essen in Seoul: Von Bibimbap bis Korean Barbecue

    Wobei – eigentlich zwei Mal. Denn: kein Korea-Besuch ohne Bibimbap oder Korean Barbecue.

    Bibimbap ist eigentlich nur eine Schale Reis mit frischem Gemüse und wahlweise Fleisch obenauf. Scharfe Soße rein, kräftig gerührt – und dazu wie bei allem in Korea: Kimchi. Eingelegter, vergorener Weißkohl. Manche schwören drauf, ich kann dem nichts abgewinnen. Aber was soll’s, probieren gehört dazu.

    Zweites Nationalgericht: Korean Barbecue. Hat mich geschmacklich allerdings auch nicht umgehauen. Fleisch, das man selbst am Tisch grillt, dazu einige Sorten – natürlich – Kimchi und das Ganze wird dann mit Reis zusammen in einem dünnen Salatblatt(!) eingerollt. In meinem Fall eine einzige Schweinerei, es tropfte und triefte. Korean Barbecue – auch geschmacklich nicht meins. Dafür aber umso sehenswerter die Stimmung, die von neonbeleuchteter Kantine bis lauter Markthalle reichte.

    * * *

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  • Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Seoul: Gyeongbokgung Palast im Herbst

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es ist zwar klirrendkalt, aber der Tag sonnig. Und es ist genau die richtige, leider viel zu kurze Phase, wenn das Herbstlaub noch in seiner vollen Farbenpracht von den Bäumen strahlt. Ob die Gärtner des Gyeongbokgung Palast in Seoul die Bäume danach gepflanzt haben? Fast sieht es so aus, denn diese fröhlich-warme Mischung aller nur erdenklichen Blätterfarben ist einmalig und zu schön, um nur Zufall zu sein. Oder es liegt einfach daran, dass die Palastanlage an sich sehr schlicht gehalten ist. Kein Prunk, kein Gold, kein zur Schau gestellter Reichtum. Und ziemlich viel Grau. Bescheidenheit ist wohl etwas Ur-Koreanisches.

    Haupteingang, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Tradition im Gyeongbokgung Palast in Seoul – oder: wie man umsonst reinkommt!

    Dafür ist nicht nur das Blättermeer um den Palast farbenfroh, sondern auch seine Besucher: Viele junge Koreaner in den tollsten traditionellen Kostümen schwirren durch die Anlage, schiessen Selfies oder drapieren sich giggelnd vor ihren Kameras für das schönste Foto. Stolz lassen sie sich auch mit Fremden fotografieren, denn die Koreaner freuen sich wirklich von Herzen, wenn sich Touristen für ihre Kultur interessieren.

    Mädchen in Tracht, Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Alle Südkorea Reiseberichte findest Du hier

    Wer sich nun das mit dem Verkleiden ausgedacht hat und was es damit wirklich auf sich hat, weiß zwar niemand. Aber alle haben Spaß. Und freien Eintritt. Denn wer in Tracht erscheint, muss keinen Eintritt bezahlen! Allerdings wird das so gesparte Geld meist schon vorher in die Gebühr für einen der umliegenden Kostümverleihe investiert – aber was soll’s.

    Ich habe übrigens auch keinen Eintritt gezahlt, ganz ohne Kostüm. Auf dem Weg zur Kasse kam mir eine Koreanerin entgegen und drückte mir eine zu viel gekaufte Karte in die Hand. Warum? Einfach so. „Take it as a gift. You look so nice. And enjoy Korea!“ und lief freudig davon. Was für ein nettes, fröhliches Volk. Echt.

    Gyeongbokgung Palast, Seoul, Korea

    Informationen zum Gyeongbokgung Palast

    dienstags geschlossen
    U-Bahn Linie 3 Gyeongbokgung
    Eintritt 3000 Won (ca. 2,50€)
    kostenlose Führungen auf englisch 11.00, 13.30, 15.30 (sehr empfehlenswert, da vor Ort sonst wenig Infos)
    mehr Infos hier

    Bukchon Hanok Village – ein altes Dorf aus der Joseon-Dynastie

    In der Nähe des Palasts befindet sich auch das Bukchon Hanok Village, ein kleines bergiges Viertel mit gut erhaltenen Häusern, das auf 600 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Trotz der Touristenströme ist es hier tatsächlich recht erholsam. An so ziemlich jeder Haustür hängt ein Schild, das um Ruhe bittet – und faszinierenderweise halten sich alle daran und ziehen schweigend und bedächtig durch die kleinen Gassen.

    Downhill view, Bukchon Hanok Village, Seoul, Korea

    In den Gassen selbst gibt es nur wenige bis keine Restaurants, Geschäfte oder Ähnliches. Aber ein Stückchen weiter unten finden sich nette, kleine Straßen mit den verträumtesten Cafés. Einkehren, Tee trinken, Zeit vergessen.

    Informationen zum Bukchon Hanok Village

    ca. 15-20 Minuten Fussweg vom Haupteingang des Gyeongbokgung Palasts
    oder U-Bahn-Linie 3 Anguk

  • 24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    Hongkong sehen in zwei Tagen: extrem sportlich. Hongkong sehen in anderthalb Tagen: eigentlich unmöglich. Aber der Taifun meinte es nun mal nicht gut mit uns. Anderthalb Tage mussten reichen. Viel zu wenig für eine Stadt wie Hongkong.

    hongkong harbour view hotel

    Stopover in Hongkong – meine Tipps!

    Schon beim Blick aus dem Hotelfenster (Mega! – und netterweise mit Orientierungshilfe) war klar: ich werde nur einen Bruchteil der Stadt sehen. So groß, so faszinierend, so vielseitig, so tropisch. Ich komme wieder, da bin ich mir sicher.

    1. Temple Street Night Market – Essen in Hongkong

    Mitten in Kowloon gelegen, ist der Markt sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen. Ein typisch asiatischer Nachtmarkt, perfekt auf die Bedürfnisse von Touristen abgestimmt. Von Ladekabeln für’s neueste iPhone über chinesische Teeservices bis zu den üblichen Souvenirs gibt es alles, was das Touristenherz begehrt. Die Preise schienen zwar schon moderat, feilschen lohnt sich trotzdem.

    Restaurant at night market in Temple Street, Hongkong

    Aber das wirklich Interessante sind die Restaurants drumherum, zum Teil in kleinen dunklen Gassen gelegen und sehr einfach eingerichtet. Nichts für Sauberkeitsfanatiker und wohl auch nicht für sensible Tierliebhaber, denn artgerechte Haltung von Meeresgetier sieht anders aus. Vor den Restaurants stehen Bottiche mit lebenden Tieren – auf ihre Zubereitung wartend. Die Krebse sollen fantastisch sein.

    Hongkong
    water basin with seafood in chinese restaurant

    Ich bin kein Fan von Meeresfrüchten, weder tot noch lebendig. Die Tierchen durften also noch weiter in ihren Wannen schwimmen. Aber der Rest war köstlich. Und der ruppig-chinesische Service machen das Hongkong-Erlebnis perfekt.

    Mehr über über Hongkong und China kannst du auch hier nachlesen

    2. Egg Waffles probieren

    Zum Nachtisch dann noch – typisch für Hongkong – die fotogenen Egg Waffles:

    3. Mit der Fähre durch den Victoria Harbour

    Eine der wohl günstigsten Attraktionen Hongkongs. Man kann zwar auch eine der schönen Dschunken mit touristischem Programm nehmen, aber mit einer der Fähren schnell durch den Victoria Harbour übersetzen, ist beeindruckend. Vor allem bei Nacht, wenn die Skyline hell erleuchtet ist. Kostet nur wenige Cents, und geht immer.

    4. Mit der Hongkong Tram fahren

    Wohl einzigartig sind die Straßenbahnen Hongkongs: zwei Etagen, bunt bemalt und fast so kurz wie ein VW Golf.

    5. Shoppen und chillen in Stanley

    Etwas ausserhalb von der Innenstadt liegt Stanley, aber mit der Buslinie 6 vergeht auch die Fahrt dorthin wie im Flug. Vorbei am schönsten Stränden Hongkong wie Repulse Bay, die Serpetinen zwischen den tropischen Bergen entlang.

    repulse bay hongkong

    Stanley selbst ist ein hübscher kleiner Ort, mit Cafés und Restaurants an einer Strandpromenade und einer kleinen Mall. Perfekt, um mal der lauten Stadt zu entfliehen. Bekannt ist Stanley vor allem auch für seinen Markt – früher ein Geheimtipp für Schnäppchenjäger, jetzt eher Touristenmarkt wie überall auch. Egal, schön isses trotzdem.

    Den Tin Hau Tempel in Stanley kann man auch direkt mitnehmen – einer von vielen Tempeln in Hongkong, die der Schutzpatronin der Fischer und Seeleute Tin Hau gewidmet sind. Schön anzusehen.

    ***

    Mehr über Hongkong:

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

  • Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Ich habe es im Moment mit Naturkatastrophen. Entweder sie reisen mir hinterher wie letztens in Charlotte oder sie eilen mir voraus. Letzteres passierte dann in Hongkong. Was zur Folge hatte, dass sich das Briefing wegen eines Taifuns um glatte 12 Stunden verschob – und somit meinen allerersten Aufenthalt in Hongkong dramatisch verkürzte. Egal. Besser hinter dem Taifun ankommen als währenddessen, oder? Dachte ich mir zumindest und straffte das Sightseeing-Programm für Hongkong noch ein wenig. Das Nachtleben in Hongkong fiel dann leider weg, keine Cocktails in Roof-Top-Bars oder durchtanzte Clubnächte. Dafür aber dann der spektakulärste Ausblick ever.

    Hongkong: Mit der Peak Tram auf den Viktoria Peak

    Es ist Sonntag. Der erste sonnige Tag nach einem Taifun. Keine gute Idee, um mit der historischen Hongkong Peak Tram auf den Victoria Peak hinauf zu fahren – es sei denn, man lässt sich von anderthalb Stunden Wartezeit nicht abschrecken. An anderen Tagen soll es wohl besser sein, aber wir hatten ja leider keine Wahl. Tausende Touristen müssen wohl während des Taifuns in Hongkong ausgeharrt haben, nur um am nächstmöglichen Tag direkt mit ihrem Sightseeingprogramm weitermachen zu können und den Viktoria Peak gemeinschaftlich zu stürmen.

    Mehr Reiseberichte & Tipps für China und Hongkong

    Riding the Peak tram in Hongkong

    Trotzdem: es lohnt. Die Fahrt mit der Hongkong Peak Tram ist zwar recht kurz, aber stellenweise spektakulär, da es so steil wird, dass man auf den hölzernen Bänken eher liegt statt sitzt. Oben angekommen gibt es einen großes Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit einer Aussichtsterrasse, der Sky Terrace 428. Die heißt so, weil sie 428 Meter hoch liegt. (Wer hätte das gedacht.) Kostet natürlich extra, aber unten an der Tramstation kann man sich ein Kombiticket kaufen, ein paar Dollar sparen und dafür den fantastischsten Ausblick über Hongkongs Skyline gewinnen!

    Atemberaubend: Aussicht vom Victoria Peak in Hongkong

    Die Aussicht vom Peak ist magisch. Wir verbrachten den Nachmittag oben, verfolgten den Sonnenuntergang und staunten über die bunten Lichter der Stadt bei Nacht. Wie in einem Film, wie auf einer Postkarte, wie eine Fototapete – so surreal fühlte sich dieser Blick an. Und alle Mühen und Wartezeit für den Aufstieg waren vergessen.

    view from victoria peak hongkong
    Hongkong by night
  • Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    It’s Shanghai, Baby! Whooo-hooo! So skandalös wie der gleichnamige Roman war mein allererster China-Besuch überhaupt zwar nicht. Aber es gab eine Sache, auf die mich kein interkulturelles Kommunikationsseminar vorbereiten konnte. Denn live und in Farbe ist es eben gewöhnungsbedürftig, wenn einem ein wildfremder Chinese mitten auf dem Bürgersteig vor die Füße rotzt. Andere Länder, andere Sitten. Auf die Straße spucken sei normal, sagt jeder Reiseführer, und lautet der Inhalt jeder Kulturschock-Schulung.

    skyline in pudong shanghai china

    Ich wollte es nicht glauben, bis der erste neben mir in Shanghai auf der Straße tief Luft holte und mit so viel Getöse alles Störende aus seinem Rachen rausholte, dass ich Angst hatte, es käme noch Mageninhalt hinterher. Naja, vor chinesischem Mageninhalt hatte ich eh schon jegliche Scheu verloren – auf dem Hinflug ging es jemandem schlecht, ich führe das mal jetzt nicht weiter aus, und da man auf einem 10-Stunden-Flug nicht wie auf der Kurzstrecke mal eben feige bei der nächsten Landung die Putzkolonne rufen kann… hieß es dann: Gummihandschuhe an und durch. Hashtag #momenteindenenichdiekurzstreckevermisse.

    Ansonsten sollen Chinesen noch ganz andere schlimme Sachen machen, vor allem bei Tisch. Schlange stehen ist auch nicht so beliebt. Überhaupt würde Herr Knigge wohl ’nen Anfall kriegen bei so viel rüpelhaftem Verhalten. Übel, übel.

    Benimmregeln für China: Wie sind sie denn nun, die Chinesen?

    Ich war sehr positiv überrascht. Manchmal ist es gar nicht verkehrt, sich eine fremde Kultur vor dem ersten Besuch in den schlimmsten Farben auszumalen! Bis auf die Spuckerei habe ich mich in Shanghai nämlich wohl gefühlt. Gut, servicetechnisch gibt es noch einiges an Luft nach oben, aber das habe ich mir mit der Hammer-und-Sichel-Sache erklärt. Es ist vielleicht nicht so vorgesehen. Aber sonst: echt nette Leute.

    shanghai pudong skyline

    Vor allem die chinesische Kollegin, die mir ungefragt auf dem Hinflug eine improvisierte englisch-chinesische Speisekarte zum Zeigen aufgeschrieben hat, damit ich beim Anpreisen der Mahlzeiten nicht völlig verzweifele. Auf dem Rückflug habe ich mich dann mit ihrer Hilfe sogar an die Aussprache gewagt: Es gab „njiuuu-rhooo“ oder „chuuu-rhooo“. Rind oder Schwein. Oder so ähnlich. Unsere Gäste haben jedenfalls sehr gelacht. Naja, was tut man nicht alles.

    shanghai world financial center china

    Sehenswürdigkeiten & Tipps in Shanghai

    Shanghai ist eine Stadt der Moderne. Wolkenkratzer, immer höher, immer größer, immer mehr – in Pudong sieht man das ganz besonders. Dort soll in den 80er Jahren noch kein einziger moderner Bau gestanden haben. Unvorstellbar. Shanghai wächst im Zeitraffer. Das gehört auch zu den Must-Sees in Shanghai: einmal auf einen der Riesen-Wolkenkratzer hinauf, wie hier auf das Shanghai World Financial Center. (Das ist das Gebäude, das so aussieht wie’n Flaschenöffner.)

    oriental pearl tower shanghai china

    Die Fahrt rauf bis in die 100.Etage auf den Skywalk kann man sich im Grunde auch sparen, die 94. oder ’n Kaffee im Hilton in der 91. sollten es eigentlich auch tun. So spektakulär ist der Glasboden in der 100.Etage nämlich nicht, denn man schaut im Prinzip nur auf einen anderen Gebäudeteil. (Aber ich musste ja unbedingt für 25€ nach ganz oben.)

    Mehr über das spannende Reiseland China erfährst du auch in meinem China-Blog

    Auf der Suche nach historischen Überbleibseln sind wir erst in der Altstadt rund um den Yu-Yuan-Garten hängengeblieben. Hat hier aber starken Disneyland-Charakter. Irgendwie unecht alles. Zumindest gab’s noch typische Teigtaschen (Xiao Long Bao) im bekannten Nan Xiang Restaurant. Kein überragendes Gourmeterlebnis, aber die Atmosphäre oben im Restaurant fühlte sich nach China an.

    yu yuan garden shanghai china

    Besonders gut gefallen hat mir Xintiandi, das alte französische Viertel mit ein paar gut erhaltenen schönen kleinen Häusern, den Shikumen. Ein paar Straßenzüge sind leider extrem mit westlichen Gourmet-Restaurants und Geschäften aufgerüstet; speziell dort fehlt es an Flair. Aber ansonsten lässt sich hier viel zu Fuß entdecken, es gibt viele kleine, ausgefallene Shops und tolle Cafés.

    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    Historische Backsteinbögen in einer chinesischen Altstadtgasse

    Essen und Trinken in Shanghai: Meine Shanghai Tipps

    Meine persönliche kleine Auswahl, ausprobiert und für gut befunden:

    Hongdae Bear (Xintiandi) – koreanischer Coffee Shop mit Kaffeespezialitäten für 5€ (huch!), dafür aber extra nett und mit ausgefallenen Zutaten (schwarzer Pfeffer!)

    Xitiandi Shanghai
    xitiandi shanghai
    hongdae bear cafe shanghai

    Nan Xiang Restaurant (Yu Yuan Garten, Altstadt): hier gibt’s gefüllte Teigtaschen, die Xiao Long Bao – unten stehen die Leute Schlange, oben lässt sich gemütlich sitzen.

    xiao long bao at naniang restaurant

    1221 The Dining Room (Zhongshan Park) – Shanghai-Küche für Einsteiger, gemütliche Atmosphäre und alles ist so lecker!

    Coconut Paradise – gute Thai-Küche, lauschiger Garten, hervorragende Cocktails.

    Crystal Jade (Xintiandi) – eigentlich eine große Kette, chinesische Küche, tolle Auswahl, gediegen-schönes Ambiente.

    food crystal jade shanghai
  • Vientiane Sehenswürdigkeiten: Die gechillteste Hauptstadt Asiens

    Vientiane Sehenswürdigkeiten: Die gechillteste Hauptstadt Asiens

    Hast Du jemals von Vientiane gehört? Ich auch nicht wirklich, bis ich meine Reise nach Laos geplant habe. Wahrscheinlich auch aus gutem Grund: Vientiane ist einfach viel weniger spektakulär als andere Großstädte in Südostasien wie Bangkok oder Hanoi. Andererseits ist es genau das, was Vientiane so besonders macht: Man fühlt sich einfach wie in einem groß geratenen Dorf.

    Die Skyline von Vientiane: Der Don Chan Palace

    Es gibt tatsächlich keine wirklichen Wolkenkratzer in Vientiane. Für asiatische Verhältnisse  ganz schön ungewöhnlich. Bis auf eine einzige Ausnahme: Der Don Chan Palace – ein 14-stöckiges Hotel und Architektur-Desaster, das so gar nicht in diese beschauliche Stadt passt. Übrigens ist der Don Chan Palast mit 14 Etagen auch das höchste Gebäude in ganz Laos. Kaum zu glauben, oder? Eigentlich darf nämlich auch kein Gebäude in Vientiane höher sein als das Patuxai Monument, eines der wenigen markanten Gebäude der Stadt.

    The only skyscraper in Vientiane, Lao

    Sehenswürdigkeiten in Vientiane

    Vientiane ist wirklich sehr überschaubar. Das hat aber auch Vorteile: Alles Sehenswerte ist relativ nah beieinander, und man kann sich in kurzer Zeit alles in Ruhe ansehen, ohne sich wirklich abzusetzen – und dabei bleibt immer noch genug Zeit, um einen fantastischen Laos-Kaffee in einem der vielen netten Cafés in der Altstadt von Vientiane zu geniessen oder sich durch die vielen Essensstände auf dem Nachtmarkt am Flussufer durchzuprobieren.

    Mehr Inspirationen für deine Laos Reise findest Du hier

    Patuxai Monument

    Das Patuxai Monument sieht aus wie die laotische Version des Triumphbogens in Paris, wurde aber erst viel später in den Sechzigern gebaut. Von oben hat man den absolut besten Blick über die Stadt und insgesamt ist das Gebäude mit seinen vielen kleinen Details ganz hübsch anzusehen. Eine gute Zeit für einen Besuch ist am Nachmittag, da das Licht bei gutem Wetter besonders schön ist. Zeitig da zu sein bietet sich aber an, denn das Denkmal schließt schon um 17 Uhr.

    Patuxai Monument, Vientiane, Lao

    That Luang – das goldene Wahrzeichen

    Die riesige Stupa von That Luang ist das wichtigste religiöse Wahrzeichen in Laos. Groß und golden – wirklich beeindruckend. Ganz nah kommt man zwar nicht heran, aber That Luang sollte man wirklich gesehen haben – der Komplex ist riesig und bietet außerdem noch einige schöne Tempel und Gebäude. Am besten man kommt mit dem Rad, das man sich überall in der Stadt ausleihen kann, so kann man sich am besten auf dem ganzen Gelände bewegen.

    Pha That Luang, Vientiane, Lao

    That Dam – die vergessene Stupa

    That Dam ist eine große, alte Stupa – ganz verlassen mitten in einem Wohngebiet. Um den Platz sind einige Lokale – auch ein netter Ort für eine kleine Sightseeingpause.

    That Dam in Vientiane, Lao

    Wie kommst du am besten nach Vientiane?

    Mit dem Bus

    Überlandbusse enden je nach Fahrtrichtung am nördlichen oder am südlichen Busbahnhof, beide liegen ein gutes Stück außerhalb. Je nach Verkehrslage sitzt du danach noch eine Dreiviertelstunde im Tuk-Tuk, bis du im Zentrum ankommst. Angenehmer sind die privaten Touristenbusse, die dich meist direkt in die Altstadt bringen – dorthin, wo ohnehin fast alle Hotels der Stadt liegen. Innerstädtische Busse starten und enden am zentralen Busbahnhof beim Talat Sao, mitten im Zentrum.

    Richtung Norden hat der Bus seit der Eröffnung der Bahnstrecke deutlich an Bedeutung verloren, nach Vang Vieng oder Luang Prabang nimmt kaum noch jemand freiwillig die kurvige Straße. Für den Süden Richtung Thakhek und Pakse sowie für die langen Verbindungen nach Hanoi oder Hue bleibt er dagegen die Hauptoption. Verbindungen und Preise findest du bei 12Go Asia.

    Mit dem Zug

    Hier hat sich seit meinem Besuch am meisten getan. Vientiane hat inzwischen zwei Bahnhöfe, die zu zwei unterschiedlichen Bahnnetzen gehören.

    Die China-Laos-Bahn verkehrt seit Dezember 2021 und startet am Bahnhof Vientiane in Don Noun, etwa 15 Kilometer nordöstlich des Zentrums. Von dort erreichst du Vang Vieng in gut einer Stunde und Luang Prabang in rund zwei Stunden. Mit dem Bus hat man früher für diese Strecke rund acht bis zehn Stunden gebraucht. Weiter im Norden liegt der Grenzbahnhof Boten, und einmal täglich verkehrt ein durchgehender Zug bis nach Kunming in China. Die Tickets sind schnell ausverkauft, besonders an Wochenenden und Feiertagen. Kaufen kannst du sie am Bahnhof, über die LCR-Ticket-App oder in einem der vielen Reisebüros; Fahrten ab Laos werden nur innerhalb von Laos verkauft, nicht vorab in China.

    Seit Juli 2024 gibt es außerdem einen direkten Nachtzug ab Bangkok. Er fährt abends am Bahnhof Krung Thep Aphiwat ab und erreicht Vientiane am nächsten Morgen, dazwischen liegen rund elf Stunden und die Grenzkontrollen, die direkt an den Bahnhöfen erledigt werden – umsteigen musst du nicht. Der Zug endet am Bahnhof Khamsavath, etwa sieben bis neun Kilometer südöstlich des Zentrums.

    Für den Schlafwagen zahlst du je nach Klasse ungefähr 30 Euro, ein einfacher Sitzplatz kostet deutlich weniger. Zusätzlich pendeln mehrmals täglich Züge zwischen Udon Thani beziehungsweise Nong Khai und Khamsavath, was sich besonders anbietet, wenn du mit einem der modernen thailändischen Nachtzüge bis zur Grenze fährst.

    Tipp: Wenn du aus Bangkok mit dem Zug kommst und weiter nach Luang Prabang willst, musst du vom Bahnhof Khamsavath zum Bahnhof der China-Laos-Eisenbahn noch eine Taxi- oder Busfahrt einplanen. Rechne dafür mit mindestens einer Stunde Fahrzeit. Außerdem kannst du kein durchgehendes Ticket buchen.

    Mit dem Flugzeug

    Der kleine Flughafen Wattay (VTE) liegt nur rund drei Kilometer vom Zentrum entfernt, mit dem Taxi bist du in zehn bis fünfzehn Minuten in der Altstadt.

    Aus Bangkok fliegen Thai Airways und Thai AirAsia, aus Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt Vietnam Airlines und VietJet, aus Singapur Scoot den Flughafen in Vientiane an, dazu kommen zahlreiche Verbindungen nach China mit China Eastern, China Southern und anderen. Innerhalb von Laos sind Lao Airlines, Lao Skyway und Lanexang Airways unterwegs. Direktflüge aus Europa gibt es nicht.

  • Bangkok: Der Goldene Buddha im Wat Traimit

    Bangkok: Der Goldene Buddha im Wat Traimit

    Bestimmt hast du sie schon einmal gesehen: prunkvoll und detailreich geschmückte Tempel, für die Bangkok so berühmt ist. Die thailändische Hauptstadt beherbergt über 400 buddhistische Tempel, von denen viele absolute architektonische Meisterwerke sind. Ob prächtige Königstempel mit goldenen Türmen oder kleine versteckte Heiligtümer in ruhigen Seitenstraßen: Jeder Tempel gewährt dir faszinierende Einblicke in die buddhistische Kultur und die lange Geschichte Thailands.

    Bangkok und seine eindrucksvollen Tempel

    Die berühmtesten Tempel wie der Wat Phra Kaew mit dem Smaragd-Buddha, der Wat Pho mit dem riesigen liegenden Buddha oder der Wat Arun am Chao Phraya sollten auf keiner Bangkok-Reise fehlen. Doch auch unbekanntere Tempel haben ihren ganz eigenen Charme und sind oft weniger überlaufen.

    Tipp: Hier findest du alle Artikel über Bangkok

    Ein besonderes Highlight ist der Wat Traimit mit seinem legendären Golden Buddha. Dieser Tempel mag von außen unscheinbarer wirken als die großen Prachtbauten, birgt aber im Inneren einen absolut einzigartigen Schatz – die weltweit größte massive Goldstatue eines sitzenden Buddhas.

    Wo du den Goldenen Buddha in Bangkok findest

    Der Golden Buddha in Bangkok befindet sich im Tempel Wat Traimit und lässt sich optimal mit einem Besuch im nahegelegenen Chinatown verbinden – und ein paar steile Stufen sorgen sogar für einen kleinen Fitnessfaktor (wenn du noch nicht genug beim Sightseeing gelaufen bist). Sportlich geht es also die Stufen zum Wat Traimit hinauf, und innen wartet tatsächlich ein goldener Buddha, pures Gold, schimmernd und glänzend.

    Goldene Buddha-Statue in einem thailändischen Tempel
    Der Golden Buddha in Bangkok: Komplett aus Gold!

    Fakten zum Golden Buddha im Wat Traimit in Bangkok

    Der Buddha heißt nicht nur „Goldener Buddha“ – er besteht tatsächlich fast komplett aus Gold! Über 5 Tonnen schwer und rund 250 Millionen US-Dollar wert steht er ganz offen da, ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen im kleinen Tempel auf der Spitze des Tempelbaus. Faszinierend. Und wieder bestätigt sich der Eindruck: Erstens haben Thais enormen Respekt vor ihrer Religion, und zweitens ist Diebstahl absolut verpönt – man fühlt sich hier in dieser Hinsicht viel sicherer als in manchem anderen Land.

    Wichtige Regeln für den Besuch im Tempel

    Wie in allen Tempeln gilt auch im Wat Traimit, wenn du den Goldenen Buddha aus der Nähe sehen willst: Schuhe ausziehen und Schultern sowie Knie bedecken. Schließlich sind Tempel religiöse Stätten, die respektiert werden sollten. Auch wenn das Wetter in Thailand oft nach leichter Kleidung verlangt, solltest du bei einem Tempelbesuch auf kurze Shorts und Tanktops verzichten.

    Mehr Inspiration für deine Reise findest du in meinem
    Thailand Blog

    Im Wat Traimit gibt es aber – wie in den meisten touristisch beliebten Tempeln – einen kleinen Kleiderfundus mit Schals und Tüchern, an dem du dich gegen eine kleine Spende bedienen kannst. Der Stand befindet sich direkt oben am Tempel.

    Goldener buddhistischer Tempel in Bangkok mit weißen Säulen

    Chinatown in Bangkok

    Vom Wat Traimit hat man übrigens auch eine tolle Aussicht auf den Toreingang zu Bangkoks Chinatown, einem spannenden Stadtteil, den man gleich in Verbindung mit dem Goldenen Buddha anschauen sollte.

    Chinatown ist eines der ältesten und lebendigsten Viertel Bangkoks. Die Straßen sind gesäumt von traditionellen Geschäften, Garküchen und Goldläden, die abends besonders lebendig und hell erleuchtet sind. Hier kannst du authentisches Street Food probieren und das Leben der chinesischstämmigen Community Bangkoks kennenlernen.

    Chinesisches Tor in Bangkoks Chinatown mit roten Säulen

    Weitere sehenswerte Tempel in Bangkok

    Falls ein Goldener Buddha nicht reicht, ist vielleicht eine private Tempeltour durch Bangkok etwas für Dich! Dort besuchst Du nicht die Tempel, sondern bekommst auch jede Menge Hintergrundinfos:

    Hier kannst du eine Tour durch Bangkoks schönste Tempel buchen*

    Neben dem Wat Traimit gibt es in Bangkok noch viele weitere beeindruckende Tempel, die du dir nicht entgehen lassen solltest. Der Wat Pho beherbergt den berühmten liegenden Buddha, der mit seinen 46 Metern Länge und den mit Perlmutt verzierten Fußsohlen zu den beeindruckendsten Buddha-Statuen der Welt zählt.

    Der Wat Arun, auch bekannt als Tempel der Morgenröte, besticht durch seinen markanten Prang (Turm) am Ufer des Chao Phraya Flusses und ist besonders bei Sonnenuntergang ein magischer Anblick.

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