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Jerusalem solltest du dir in Israel nicht entgehen lassen. Eine spannende Stadt voller Geschichte, aber auch vieler Gegensätze. Hier findest du Tipps für deinen Jerusalem Trip!

  • Jerusalem: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Heilige Stadt

    Jerusalem: Sehenswürdigkeiten & Tipps für die Heilige Stadt

    Jerusalem ist eine faszinierende Stadt und neben Tel Aviv das Top-Reiseziel einer jeden Israel Reise! Aber was muss man in Jerusalem gesehen haben? Hier verrate ich dir, welche Sehenswürdigkeiten du dir auf jeden Fall anschauen solltest und gebe dir wertvolle Tipps!

    Sehenswürdigkeiten in Jerusalem

    Die meisten Sehenswürdigkeiten in Jerusalem findest du in der Altstadt. Hier ist alles fussläufig zu erreichen, und in einem Tag kannst du hier die wichtigsten Location wie die Klagemauer oder die Grabeskirche locker abklappern. Auch die sehr malerischen engen Gassen wirst du hier finden. Aber auch der neuere Teil Jerusalems ist sehr sehenswert und etwas weltlicher.

    #1 Die Klagemauer / Western Wall

    Die Klagemauer ist eigentlich die Rückseite einer Schutzmauer des Zweiten Tempels von Jerusalem, von König Herodes erbaut und 70 n.Chr beim Kampf von Juden und Römern um die Vorherrschaft in Jerusalem fast vollständig zerstört. Siebzig nach Christus – so früh wurde in Jerusalem bereits gestritten und gekämpft! Und bis heute stehen dort noch Überreste aus dieser Zeit – Jerusalem ist eine einzige Fundgrube der Antike. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieses Stück der Westmauer (daher auch der englische Name „Western Wall„) zum jüdischen Wallfahrtsort, der heutigen Klagemauer – und zum Wahrzeichen von Jerusalem.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Orthodoxer Jude vor Klagemauer in Jerusalem.
    Die Klagemauer ist DAS Wahrzeichen von Jerusalem.

    Hilfreiche Tipps für den Besuch der Klagemauer:

    • Der Zugang zur Klagemauer ist durch Sicherheitsschleusen abgeriegelt. Kameras mitbringen ist kein Problem – während des Sabbats ist das Fotografieren an der Klagemauer aber nicht erlaubt.
    • Ein Besuch der Klagemauer selbst ist kostenlos,
    • An der Klagemauer beten Frauen und Männer streng getrennt. Die Seite der Männer scheint meist leerer, da sie 1. größer ist und die Männer 2. auch einen überdachten Teil unter einem Torbogen hindurch nutzen.
    • Männer müssen direkt an der Mauer eine Kippa tragen, Frauen sollten Schultern und Knie bedecken, aber irgendwie fällt es bei warmen Wetter auch nicht besonders auf, falls nicht.
    • An der Trennwand zu den Männern stehen kleine Bänke, auf die man steigen kann, um auf den Männer-Teil hinüber zu schauen.
    • Am Eingang vor der Mauer kann man sich Stift und Zettel geben lassen, um darauf seine Gebete/Wünsche/Danksagungen/etc., zu schreiben. An der Mauer steckt man das Papier dann in eine der Ritzen.
    • Von der Mauer entfernt man sich im Rückwärtsgang – um ihr nicht den Rücken zuzudrehen
    • Die Klagemauer ist 24 Stunden geöffnet
    • Einige der gegenüberliegenden Dachterrassen sind öffentlich zugänglich. Von dort aus hat man den weltberühmten Postkartenblick auf Felsendom und Klagemauer.

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    Klagemauer Trennung von Männer und Frauen Jerusalem Sehenswürdigkeiten
    Männer und Frauen beten an der Klagemauer getrennt.

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    #2 Die Grabeskirche

    Die Grabeskirche ist DER Hotspot des Christentums, keine andere Kirche weltweit ist so bedeutsam, so wichtig. An dieser Stelle soll Jesus gekreuzigt und begraben worden, danach auferstanden sein. Ob das so stimmt, darüber streiten Historiker wie an vielen Stätten in Jerusalem bis heute – vieles von dem, was heute vermutet wird, sind biblische Überlieferungen, die wissenschaftlich nicht immer zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Auch das ist eine der Gründe, die in Jerusalem so verwirren können. Was stimmt, was nicht? Was ist wissenschaftlich belegt? Je nach Glaubensrichtung und Weltanschauung verändern sich die Geschichten an einzelnen Orten. Die Grabeskirche jedenfalls hat mich sehr beeindruckt, ein wahres Labyrinth an Kapellen für alle möglichen christlichen Glaubensrichtungen und so ganz anders als andere klassische große Sakralbauten. Die erste Kirche wurde hier an dieser Stelle zwischen 326 und 335 erbaut und in den folgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert, zerstört und wieder aufgebaut.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Grabeskirche
    Die Grabeskirche ist einer der heiligsten Stätten des Christentums.

    Was Du Dir hier anschauen solltest:

    • Den Salbungsstein gleich am Eingang: Dieser Stein erinnert an die Salbung des Leichnams Christi, Gläubige wischen hier mit Stoffen und Tücher über den Stein und beten
    • Das Grab Jesu, DAS Pilgerziel von gläubigen Christen in aller Welt: In der riesigen, mystisch anmutenden Rotunde steht ein weiterer kleiner Bau. Innen befindet sich die Stelle, an der Jesus begraben worden sein soll. Man kann den Schrein betreten, muss dafür aber Schlange stehen – manchmal bis zu einer Stunde! (ich muss zugeben, das habe ich mir dann auch geschenkt)
    • Den Felsen von Golgatha: Unter dem Altar in der griechisch-orthodoxen Kapelle befindet sich der Felsen, auf dem Jesus gekreuzigt worden sein soll – kann man sogar anfassen!
    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Schrein Grab Jesus Grabeskirche
    Das heilige Innerste der Grabeskirche: An dieser Stelle soll sich das Grab Jesu befinden.

    Fun Fact (oder not so fun, wie man’s nimmt):
    Die Grabeskirche wird von sechs verschiedenen christlichen Konfessionen genutzt. Da sich alle aber nie in bestimmten Fragen einig werden konnten, sind es zwei muslimische Familien, die den Schlüssel zur Grabeskirche besitzen und die Kirche morgens auf- und abends wieder abschließen. Der Schlüssel wird innerhalb der Familien von Generation zu Generation weitervererbt.

    #3 Jüdisches, armenisches, muslimisches und christliches Viertel

    Die Altstadt von Jerusalem ist in vier verschiedene Viertel eingeteilt; Jüdisches, armenisches, muslimisches und christliches Viertel. In der Altstadt selbst ist man hauptsächlich zu Fuß unterwegs – und die einzelnen Viertel lassen sich so bestens erkunden.

    Altstadt Gasse in Jerusalem mit Läden rechts und links Markt Souk Sehenswürdigkeiten
    In der Basaratmosphäre in der Altstadt von Jerusalem lässt sich herrlich stöbern.

    Mein Tipp ist: Einfach loslaufen, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind zur Orientierung unterwegs ohnehin gut ausgeschildert, sich treiben lassen und selbst herausfinden, in welchem Teil man sich gerade befindet. Im muslimischen Viertel findet man buntes Markttreiben in den Altstadtgassen, die Grabeskirche ist das Zentrum des christlichen Viertel, wo man ebenfalls viele Souvenirshops mit religiösen Artikeln findet.

    Orthodoxe Juden Altstadt Jerusalem Israel
    Orthodoxe Juden in ihrer schwarzer Kleidung und den schwarzen Hüten gehören zum alltäglichen Bild in Jerusalem.

    Das jüdische Viertel wurde während des Palästinakriegs 1948 stark beschädigt und ist daher größtenteils im alten Stil neu gebaut – was ebenfalls sehr sehenswert ist. Im armenischen Viertel bleibt man eher unter sich, hier findet man weniger Straßenleben.

    Ältester Tattoo Laden in Jerusalem Israel
    Razzouk Tattoo in Jerusalem ist der älteste Tattoo-Laden der Welt. Seit über 700 Jahren wird hier tätowiert: Ein Familienunternehmen in der 27.(!) Generation.

    Die Via Dolorosa ist ein Pilgerweg, der dem überlieferten Weg Jesu durch die Stadt bis zu seiner Kreuzigung folgt. Es gibt insgesamt 14 Stationen, bei Interesse kann man jeden Freitag an der Kreuzprozession der Franziskaner auf der Via Dolorosa teilnehmen. Startpunkt ist am Stephanstor.Achtung: Die Kreuzprozession ist ein riesiges Event, auch unter religiösen Touristen – es wird voll in der Altstadt.

    #4 Tempelberg mit Felsendom und Al-Aqsa-Moschee

    Die goldene Kuppel des Felsendoms ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Jerusalems. Die Al-Aqsa-Moschee ist dafür von außen weniger prächtig, dafür aber gemeinsam mit dem Felsendom eines der wichtigsten Heiligtümer des Islams.

    Felsendom Jerusalem Sehenswürdigkeiten Israel
    Beeindruckend: Die goldene Kuppel des Felsendoms auf dem Tempelberg.

    Der Zugang zum Felsendom erfolgt für Nicht-Muslime nur über die überdachte Holzkonstruktion an der Klagemauer und unter folgenden Voraussetzungen:

    • Ein Reisepass/Ausweisdokument muss vorgelegt werden.
    • Bei Zutritt muss eine Sicherheitskontrolle passiert werden, neben gefährlichen Gegenständen dürfen auch nichtmuslimische religiöse Gegenstände nicht auf den Tempelberg gebracht werden
    • Kleidungsvorschriften beachten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein
    • Nichtmuslime dürfen den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee nicht betreten
    • Besuchszeiten für den Tempelberg: Sonntag bis Donnerstag 7.30-11.30, 13.30-14.30 (Sommer), Sonntag bis Donnerstag 7.00-10.30, 12.30-13.30 (Winter)

    Der Andrang ist sehr groß, die Kontrollen sehr hoch – früh da sein ist empfehlenswert. Der Zugang kann aufgrund der politischen Lage aber auch kurzfristig gesperrt werden. Am besten man holt vorab vor Ort sich die tagesaktuelle Information ein.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Al Aqsa Moschee Israel
    Die Al Aqsa Moschee wirkt eher unscheinbar.

    Alles zu viel Geschichte? Gerade in Jerusalem bietet es sich an, an einer Tour teilzunehmen, um mehr über Jerusalem zu erfahren! Es lohnt sich, denn so viel kann man sich gar nicht an Hintergrundwissen anlesen!

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    #5 Tower of David/Zitadelle

    Direkt neben dem Jaffator gelegen, hat man von der Zitadelle aus den absoluten Panoramablick über die Altstadt. Neben dem beeindruckenden Bau an sich kann man sich hier auch noch das eigene Museum mit Exponaten zur Geschichte Jerusalems sowie interessanten Wechselausstellungen ansehen (ich war ja sehr angetan von der ausdrucksstarken Fotoausstellung!).

    Zitadelle Jerusalem bei Nacht Israel Sehenswürdigkeiten
    Tagsüber grandiose Aussicht, nachts toll ausgeleuchtet: Die Davidszitadelle in Jerusalem.

    Nach Einbruch der Dunkelheit gibt’s eine Lightshow zur Geschichte Jerusalems, und wer jetzt denkt, och langweilig, der schaut es sich am besten mal selbst an – besser und leichtfüßiger kann man sich fast schon nicht mehr im Schnelldurchlauf durch die Geschichte der Stadt führen lassen.

    Fotoausstellung Felsendom
    Der Felsendom in privaten Fotos im Laufe der Geschichte.

    #6 City of David

    Die City of David ist eine archäologische Ausgrabungsstätte nahe der Altstadt, über die ich bereits in diesem Post geschrieben habe. Besonderes Highlight ist der Hiskija-Tunnel, einem über 2700 Jahre alten Kanal zur Wasserversorgung, der bis heute Wasser führt und mit entsprechender Ausrüstung durchwatet werden kann.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Hang mit verschiedenen Gesteinsschichten in der archäologischen Ausgrabung der City of David in Jerusalem

    #7 Israel Museum & Yad Vashem

    Wer nach dem ganzen Altstadt-Sightseeing noch Aufnahmekapazität für Kunst und Kultur hat, der sollte auch ins Israel Museum, einem der Top-Museen in Israel. Von Archäologie bis Moderne ist hier alles an israelischer Kunst vertreten. Die Hauptattraktion sind die Schriftrollen vom Toten Meer, die Qumranschriften, benannt nach den Qumran-Höhlen, in denen sie gefunden wurden. Die Schriftrollen sind ca. 2000 Jahre alt und liefern wichtige Erkenntnisse über die Zeit des antiken Judentums. Die Schriftrollen werden in einem extra dafür konstruierten Bau ausgestellt, dem „Schrein des Buches“, der von außen aussieht wie eine weiße halbierte Zwiebel.

    Yad Vashem ist die wohl weltweit wichtigste Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust. Architektur und Ausstellung sollen sehr ergreifend sein – und ich denke, es ist immer wieder wichtig an das Geschehene zu erinnern, damit nie wieder eine solche Gedenkstätte gebaut werden muss. Leider konnte ich mir Yad Vashem nicht mehr ansehen. Was ich sehr bedauere. Wenn ihr die Möglichkeit habt: unbedingt hin. Mit Zeit, denn das ist kein Programmpunkt, den man auf die Schnelle abhaken sollte.

    Der Eintritt ist frei, die naheliegende Straßenbahnhaltestelle „Mount Herzl“ ist nur eine 15-minütige Fahrt von der Innenstadt aus entfernt. Von der Haltestelle bis zu Yad Vashem fährt ein kostenloser Shuttlebus.

    #8 Montefiore-Windmühle

    Eine Windmühle? Richtig, in Jerusalem steht die weltweit meist besichtigte Windmühle der Welt! Von wegen Holland. (Die haben dafür auch Tausende.) Diese Windmühle wurde 1857 gebaut, um den umliegenden neuen Siedlungen die Möglichkeit zur Selbstversorgung zu geben.

    Montefiore Windmühle Jerusalem Israel Sehenswürdigkeiten
    Von wegen Holland: Diese schnieke Windmühle steht mitten in Jerusalem.

    Viel Wind gab es dann doch nicht, aber um die Windmühle herum entstand ein hübsches kleines Wohnviertel, Mishkenot Sha’ananim. Kürzlich wurde die Mühle aufwändig restauriert und zu besonderen Events wird hier immer noch Mehl gemahlen, jetzt allerdings motorbetrieben.

    Windmühle Jerusalem Israel Sehenswürdigkeiten

    Außerdem werden in der Montefiore-Windmühle Weinproben veranstaltet. Mein ungeübter Gaumen kann zwar immer nur zwischen „mag ich“ und „mag ich nicht“ unterscheiden – die Weine, die ich probiert habe, fielen allerdings größtenteils in die Kategorie „mag ich“. Israelische Weine können also nicht so schlecht sein. Klare Empfehlung für eine Weinprobe in einem etwas anderen Ambiente.

    Weinprobe Jerusalem Israel Wein Weingut Weinflasche Jerusalem Vineyard Winery

    Vor der Windmühle befindet sich eine große Aussichtsterrasse, laut unserer Tourguides der beliebteste Ort in Jerusalem für Heiratsanträge! Die Aussicht auf die umliegenden Hügel ist wirklich fantastisch. Ich konnte allerdings nicht umhin, auf die in die Höhe ragende Betonmauer auf dem gegenüberliegenden Bergkamm zu starren, die mich so sehr an die Mauerreste zu Hause in Berlin erinnerte – und konnte den Erzählungen unseres Guides über die Entstehungsgeschichte dieses und der umliegenden Viertel gar nicht mehr folgen. „We have our problems, you know“, kommentierte er knapp, und ich fragte mich, ob dieses menschliche Bedürfnis, immer Mauern bauen zu müssen, jemals aufhören würde.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Montefiore Windmühle Israel

    Zur Montefiore-Windmühle sind wir im Rahmen einer Segway-Tour hinauf. Ich bin ja vorher nur mal in Chicago an der flachen Promenade entlang des Lake Michigans Segway gefahren – das war ganz nett. Das hügelige Jerusalem verleiht einer Segway-Tour dann aber einen ganz anderen abenteuerlichen Twist!

    #9 Mahane Yehuda Markt

    Nicht entgehen sollte man sich das Treiben auf dem Mahane Yehuda Markt – und am besten kommt man zwei Mal: einmal tagsüber, einmal nachts. Denn tagsüber spielt hier das normale Marktleben: Obst, Gemüse, Süßigkeiten, Gewürze – an jeder Ecke findet man leckere Köstlichkeiten. Wie zum Beispiel an dem Stand der ausschliesslich Halva, eine Sesam-Süßigkeit, verkauft.

    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Mahane Yehuda Markt
    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Brot Mahane Yehuda Markt Jerusalem
    Jerusalem Sehenswürdigkeiten Desserts Mahane Yehuda Markt Israel
    Mahane Yehuda Markt Jerusalem
    Mahane Yehuda Markt Jerusalem
    Mahane Yehuda Markt Jerusalem

    Dazwischen gibt es immer wieder kleine Cafés, aber auch Bars und Pubs – und wenn die Obst- und Gemüsehändler Feierabend machen, mutiert der Mahane Yehuda Markt zur hippen Kneipenmeile!

    Mahane Yehuda Markt Jerusalem

    #10 First Station

    Früher der Bahnhof, an dem die Züge nach Tel Aviv abfuhren, stand die First Station lange Zeit leer, bis sie als Eventspace vor einigen Jahren wiedereröffnet wurde. Hier gibt es Cafés, Bars, Restaurants, Coworking-Spaces und von Zeit zu Zeit diverse Veranstaltungen – hier im Rahmen der in der Stadt im Juni stattfindenden Pride Parade. Das Bemerkenswerte: Auf der einen Seite ist Jerusalem eine streng religiöse Stadt, auf der anderen Seite öffnet sich es trotz vieler Gegenstimmen aus religiösen Lagern langsam aber auch in Richtung mehr Diversität.

    Empfehlenswert: Der DIY-Markt, jeden Donnerstag im Sommer, ab 16 Uhr.

    First Station Jerusalem Sehenswürdigkeiten
    Drag Queen Jerusalem Israel Gay Pride Day First Station

    Foodtipps: Cafés und Restaurants in Jerusalem

    Diese Liste wird nur unvollständig bleiben können – das Angebot an tollen Restaurants, Bars und Cafés ist einfach riesig. Gut essen kann man in Jerusalem wie auch im Rest von Israel wirklich an jeder Ecke – leider ist nur das Preisniveau oft sehr hoch. Da heißt es: Augen zu und durch, wenn man sich die wirklich fantastische Küche nicht entgehen lassen will!

    Im übrigen sind aus meiner Erfahrung die Portionen im Gegenzug sehr groß – oft macht es Sinn, sich ein Gericht zu teilen, bevor man die Hälfte auf Grund eines akuten Foodkomas zurückgehen lassen muss. (Häufig werden Gerichte eh in mehreren Schälchen verteilt serviert, das macht es einfacher.) Alternativ gibt es aber immer irgendwo einen Falafel-Laden, der ebenfalls gute Küche für einen schmalen Geldbeutel serviert.

    Pergamon Vegetarische Küche, sehr nett abends, um draußen zu sitzen!

    Moris Grill Bar sieht auf den ersten Blick aus wie eine einfache Pommesbude, dafür aber bestes Fleisch vom Grill!

    Grill Bar die Grill Bar ohne Namen! Tipp: Allein die Vorspeisen sind so vielfältig – da erübrigt sich das Hauptgericht.

    Notre Dame Rooftop Wine&Cheese guter Wein, guter Käse, spektakuläre Aussicht auf den Tempelberg

    Café Rimon gute Cocktails, aber das beste ist die Lage: Abends hier in der Fußgängerzone sitzen und dem Nachtleben zusehen!

    Acrmavi – bestes Hummus der Stadt, so sagt man. Der Laden existiert seit den fünfziger Jahren am Damaskustor und irgendwie hat man das Gefühl, dass sich seitdem nicht grundlegend viel verändert hat. Bis auf das Hummus! Das wird nach altem Familienrezept täglich frisch zubereitet, und zwar in aller Frühe, denn der Laden öffnet um 5.30h. Hummus gilt nach wie vor auch als das täglich Brot des kleinen Mannes und wird sowohl zum Frühstück als auch zu allen anderen Gelegenheiten gegessen. Hier kommen alle her: Bauarbeiter, Studenten, Büroangestellte. Bis zum frühen Nachmittag sollte man vorbeikommen, bevor das Hummus ausgeht und man bis zur neuen Produktion am nächsten Tag warten muss. Was weg ist, ist nämlich weg!


    Hummus Jerusalem Rezept
    Hummus ist ein typisch israelisches Gericht und ist super sättigend.

    Hummus Rezept:

    Zutaten:
    140g getrocknete Kichererbsen
    50g Tahini (Sesammus)
    1 große Knoblauchzehe
    3 EL Olivenöl
    3 EL Zitronensaft
    Salz und Pfeffer nach Geschmack

    Die Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen. Ca. 3 Stunden kochen. (Ja, das dauert! Und schummeln mit Kichererbsen aus der Dose is’ nich’!) Abgießen und dabei das Erbsenwasser auffangen. Die Knoblauchzehe pressen und mit den anderen Zutaten vermischen. Erbsen hinzugeben und zerdrücken, bis eine cremige Masse entsteht. Wenn die Masse zu fest wird, solange Erbsenwasser hinzugeben, bis die gewünschte Textur erreicht wird.


    Food Jerusalem

    Hotels in Jerusalem – Unterkünfte für jedes Budget

    Luxushotels in Jerusalem – High-End, aber auch ohne Übernachtung einen Blick wert!

    King David Hotel – Das King David Hotel blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Der monumentale Bau war Sitz der britischen Mandatsregierung in den 30er und 40er Jahren, überstand während dieser Zeit einen Bombenanschlag und avancierte später zu einem der luxuriösesten Hotels Israels. Hier schlafen Staatsoberhäupter und alles, was Rang und Namen hat.
    YMCA Three Arches – Das YMCA Three Arches direkt gegenüber gehört zum Jerusalemer YMCA (Young Men’s Christian Association), und wer sich eine Übernachtung hier nicht leisten kann, der sollte trotzdem herkommen: Der unübersehbare Glockenturm ist das höchste Gebäude Jerusalems und von oben hat man die beste Aussicht auf die Stadt!

    ymca Jerusalem

    Mittleres Budget – Mittelklasse Hotels in Jerusalem

    Ibis Styles – Solides, sauberes Hotel in bester Lage und nagelneu! Mitten im neuen Zentrum Jerusalems, Restaurants, Bars und Shoppingmeile in unmittelbarer Nähe – besser geht’s nicht. Die Altstadt ist fußläufig erreichbar.

    Und das Beste: Das Frühstücksbüffet in der obersten Etage mit Blick auf die Stadt ist der Hammer. Typisch israelisch, typisch Unmengen, typisch lecker. Unbedingt mitbuchen.

    Hotel Ibis Styles Jerusalem City Center

    Low Budget Hostels in Jerusalem

    The Post – Super zentrale Lage, entspannte Atmosphäre. Privatzimmer gibt’s auch.
    Abraham Hostel* – Das wohl bekannteste Hostel in Jerusalem: Nicht ganz so partymäßig wie der Ableger in Tel Aviv, aber dennoch eine gute Variante für diejenigen, die etwas mit dem Reisebudget haushalten müssen und kommunikative Unterkünfte lieben. Es gibt auch Privatzimmer.

    Anreise nach Jerusalem

    Wenn Du aus Deutschland oder Europa nach Israel reist, wirst Du mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit in Tel Aviv landen (und mit Sicherheit auch Tel Aviv sehen wollen!). Der Flughafen Ben Gurion liegt außerhalb auf dem Weg von Tel Aviv nach Jerusalem und beide Städte sind direkt vom Flughafen aus sehr gut zu erreichen.

    Von Ben Gurion/ Vom Flughafen Tel Aviv nach Jerusalem

    Ganz neu ist die Zugverbindung vom Flughafen Tel Aviv bis zum Bahnhof in Jerusalem und dauert nur eine knappe halbe Stunde. Ab dem Bahnhof sind es mit der Straßenbahn nur noch wenige Stationen bis zum Zentrum. Alternativ gibt es noch einen Bus – der benötigt allerdings eine gute Stunde und fährt auch nur bis zum Bahnhof. Vom Taxi würde ich generell abraten – Taxifahren ist in Israel mitunter eh abenteuerlich und die Zugverbindung ist komfortmäßig unschlagbar.

    Mit dem Jerusalem City Pass ist die Fahrt mit dem Zug oder Bus nach Jerusalem und zurück zum Flughafen umsonst! Den Pass gibt es in drei Varianten, der günstigste kostet 35 Euro.

    Von Tel Aviv (Stadtzentrum) nach Jerusalem

    Busverbindungen von Tel Aviv nach Jerusalem gibt es jede Menge, die Fahrt dauert ca. 1 1/4 Stunde. Auf der Webseite von Egged (der staatlichen Busgesellschaft) könnt ihr euch aktuelle Fahrpläne ziehen. Alternativ könnt ihr auch schauen, ob ihr von Jerusalem oder Tel Aviv einen Tagesausflug z.B. zum Toten Meer* bucht und euch auf dem Rückweg in der jeweils anderen Stadt absetzen lässt (manche Touranbieter bieten das an), so spart ihr euch einen Weg.

    Oder ihr bucht gleich von Tel Aviv aus nur eine Tagestour nach Jerusalem, die Fahrt dauert nicht lange. Allerdings würde ich behaupten, dass ein einziger Tag viel zu wenig für Jerusalem ist – wenn ihr die Zeit habt, bleibt besser über Nacht und länger.

    ➜ Hier eine Tagestour von Tel Aviv nach Jerusalem buchen*

    Zur Einreise nach Israel generell werde ich wahrscheinlich nochmal einen gesonderten Post schreiben, da es etwas umfangreicher ist. Achtung: Fortbewegen innerhalb Israel mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist am Shabbat generell schwierig. Vom späten Freitag Nachmittag bis Samstag Abend fahren keine öffentlichen Transportmittel! Vor allem in Jerusalem wird sich streng an die Regeln des Shabbat gehalten, Restaurants, Cafés, Geschäfte, alles hat geschlossen – wenn möglich, reist besser an einem Tag nach Jerusalem.

    Sicherheit in Jerusalem

    Grundsätzlich hatte ich vor kleineren Delikten wie Handtaschenraub oder Trickdiebstahl, wie sie oft an touristischen Hotspots vorkommen, in Jerusalem gar keine Angst. Es wird weder offiziell davor gewarnt, noch wurde ich persönlich angesprochen – das passiert mir gerne mal auf Reisen, da ich ja oft mit einer nicht gerade unauffälligen Kamera unterwegs bin. Insofern schien mir Jerusalem sehr sicher.

    Allerdings mag das auch an der enorm hohen Polizei- und Militärpräsenz liegen, die durchblicken lässt, dass im Notfall ein Maschinengewehr schnell zur Hand ist. Da sucht man sich als Taschendieb wohl lieber gleich einen anderen Wirkungskreis. Waffen sieht man allerorten, auch einzelne junge Soldaten außerhalb ihrer Dienstzeit tragen ihre Maschinengewehre sowohl in militärischer Uniform als auch in Privatkleidung spazieren, da sie aus Sicherheitsgründen ihre Waffen nur unter bestimmten Voraussetzungen aus den Augen lassen dürfen. Was für uns Mitteleuropäer im ersten Moment verstörend scheint, ist für Israelis Alltag und wirkt auf die Einheimischen – ganz im Gegenteil zu uns – extrem beruhigend. Die meisten Israelis haben ebenfalls eine militärische Grundausbildung (Männer drei Jahre, Frauen zwei Jahre) absolviert und sind für Notfälle jeglicher Art gut gerüstet. Nicht ohne ein wenig Stolz sagte mir jemand, dass bei Attentaten auf israelischem Boden immer nur wenig Tote zu beklagen seien, da jeder durch seine Grundausbildung im entscheidenden Moment sofort wisse, was zu tun sein und dies möglicherweise mehr Leben rette.

    Felsendom Jerusalem

    Eine Kostprobe dieser Reaktionsschnelligkeit bekam ich, als wir eines Abends vor unserem Hotel standen und circa 200 Meter weiter in einem der belebten Straßencafés plötzlich ein Tumult entstand: Geschrei, Plastikstühle fielen um. Was genau passiert war, ließ sich aus der Ferne nicht sagen, vielleicht nur eine Streiterei zwischen Gästen, ein Handgemenge, nichts weiter Schlimmes – aber dennoch sprang die Menschenmenge drumherum plötzlich wie choreographiert auseinander und Soldaten rannten gezielt sternförmig in verschiedene Richtungen los. Unsere israelische Begleitung hatte jedoch sofort in Windeseile die Situation analysiert und befunden, dass keine unmittelbare Gefahr für uns ausging und blieb entspannt – während ich mit meiner heruntergefallenen Kinnlade noch immer damit beschäftigt war, abzuschätzen, was da gerade passierte.

    Ein einziges Mal wurden wir dann doch gewarnt: Wir sollten nicht zum Damaskustor gehen. (Vor diesem Tor halten u.a. die Linienbusse nach Ost-Jerusalem und in die palästinensischen Autonomiegebiete.) Auf unsere Frage nach der Begründung für diese sehr bestimmt geäußerte Warnung bekamen wir leider keine Antwort.

    Später habe ich dann diesen Artikel dazu gefunden.

    Noch später ist mir aber eingefallen, dass ich bei meinem letzten Besuch 2017 dort ganz unbedarft dort entlang spaziert bin, bei Acrmavi Hummus gegessen habe und mich nicht erinnern konnte, dass ich mich unwohl gefühlt habe.

    Sicherheit Jerusalem

    Meine persönliche Einschätzung? Sie ist zwiespältig. Ich persönlich würde mich von der derzeitigen Gesamtsituation nicht von einer Reise nach Jerusalem abhalten lassen; ich habe mich nicht in Gefahr gefühlt. Gerade in Sicherheitsfragen möchte ich aber keine allgemeine Aussage treffen, da jeder ein anderes Sicherheitsempfinden besitzt und für sein Wohlbefinden selbst verantwortlich ist.

    Ich empfehle Dir daher, vor einer Reise aufmerksam die Nachrichten aus der Region zu verfolgen (es geht doch nichts über Tagesschau und heute-journal!) und die Informationsseite des Auswärtigen Amtes auf die aktuelle Lage zu überprüfen.

    Fazit: Lohnt sich eine Reise nach Jerusalem?

    Nach so vielen Informationen und meiner ganz subjektiven Meinung fragst Du Dich vielleicht, ob sich eine Reise nach Jerusalem überhaupt lohnt. Wenn Du mal eine andere Städtereise als immer nur Paris, Mailand, London, Lissabon für ein längeres Wochenende unternehmen möchtest – klar, warum nicht. Dann halt mal Jerusalem. Ist auch etwas Exotischeres, womit man seine Freunde neidisch machen kann. Die Altstadt ist sehr hübsch, in den schmalen Gassen lassen sich hervorragende Posing-Bilder für den eigenen Instagram-Feed schießen und noch pittoresker wird es, wenn gerade einer der vielen orthodoxen Juden mit ihren großen schwarzen Hüten im Hintergrund durchs Bild huschen, während man seine Sonntagskleider spazieren führt.

    Jerusalem ist ein sehr gut entwickeltes Reiseziel, es gibt tolle Hotels mit Pools zum Entspannen vom Sightseeing und gutes Essen überall (vorausgesetzt man verfügt über das nötige Kleingeld, denn Israel ist teuer und Jerusalem als Nummer eins der israelischen Touristenattraktionen erst recht),

    Handtaschendiebe muss man aufgrund der hohen Polizeipräsenz nicht wirklich fürchten, trotz Religion allerorten kann man trotzdem im Minikleid rumrennen und im allgemeinen kann man es sich hier wirklich richtig nett machen, auch, wenn man so gar keinen Bock auf Religion, Geschichte, Politik, Kunst und Kultur hat. Ein paar Bilder vor der Grabeskirche, einmal verträumt an die Klagemauer lehnen, zwischendurch Hummus auf dem Mahane Yehuda Markt probieren, abends bei einem Glas Wein die laue Sommerbrise genießen (wettertechnisch ist Jerusalem ja mit seinem milden bis heißen Klima immer ein Gewinn!), alles ganz hübsch.

    Sogar einen Pub Crawl* kann man hier mit den Leuten vom Abraham Hostel* unternehmen, wenn man Lust auf Nightlife hat – übrigens auch ein guter Tipp als Unterkunft, wenn man es budgetfreundlicher, aber auch kommunikativer mag. Jerusalem will ein bisschen hipper werden, und es ist nichts dabei, auf diesen Zug ebenfalls aufzuspringen.

    Cardo Jerusalem

    Wenn du aber nach der Lektüre dieses Artikels auf einige Details gestossen bist, die Dich verunsichert haben, möchte ich Dir sagen: Dann reise erst recht nach Jerusalem! Wenn Du das Gefühl hast, dass du dir ähnliche Gedanken machen würdest wie ich, dann lege ich dir eine Reise nach Jerusalem sehr ans Herz!

    Es wird nicht einfach werden, viele Dinge werden Dich lange beschäftigen, Du wirst verwirrt sein, an Deiner Wahrnehmung zweifeln. Aber genau das ist es, was diese Stadt ausmacht! Spüre selbst die Intensität der Stadt am eigenen Leib, sprich mit den Menschen vor Ort, bilde Dich im Vorbeigehen weiter und lerne über Geschichte, Kultur und Religion einer Region, die seit Jahrtausenden das Weltgeschehen beeinflusst, stelle Fragen, suche Antworten und mache Dir Dein eigenes Bild – und Du wirst mit einem Reiseerlebnis belohnt, an das Du Dich für den Rest Deines Lebens erinnern wirst!


    Mehr über Israel:

    Disclaimer: Ich wurde von iTravelJerusalem und der Jerusalem Development Authority auf diese Reise eingeladen.

  • Jerusalem: Auf archäologischen Pfaden in der City of David

    Jerusalem: Auf archäologischen Pfaden in der City of David

    Letzten Monat hatte ich eine etwas ungewöhnliche Einladung im Mail-Postfach. Ob ich nicht Lust hätte, am International Travel Bloggers’ Summit in Jerusalem teilzunehmen, der dieses Jahr zum ersten Mal stattfinden würde. 40 Blogger und Instagrammer aus 6 Nationen, dazu jede Menge Expertengespräche, Workshops, Vorträge und viele neue Tipps für Jerusalem.

    Die Altstadt von Jerusalem: Pittoresk und spannend

    Pittoresk und fotogen ist sie ja, die Jerusalemer Altstadt, das wusste ich bereits – und dieses Mal war ich noch gewillter, meine Eindrücke in Bilder zu packen.

    Klagemauer Felsendom

    Jerusalem ist einfach voller interessanter Sehenswürdigkeiten: Grabeskirche, Klagemauer, im Hintergrund noch der Felsendom mit der markanten goldenen Kuppel, der Tower of David, der Cardo, die Einkaufsstraße aus römischen Zeiten; und ach ja, da waren sie zuhauf, die orthodoxen Juden mit ihren schwarzen Hüten, die sich ja auch immer schön auf Fotos machen, wenn sie durch die verwinkelten Gassen huschen.

    Grabeskirche Jerusalem

    ➜ Alle Reiseberichte zu Israel findest du auch in meinem Israel Blog

    Souvenirs Jerusalem
    Christliches Vierte Jerusalem
    Postkarten Jerusalem
    Souvenirshop Jerusalem
    Klagemauer Jerusalem
    Klagemauer

    Suchst du noch mehr Tipps zu den wichtigsten Spots?
    Hier geht’s zum großen Jerusalem Guide

    Orthodoxe Juden Jerusalem

    Aber irgendwie blieben in mir immer noch Fragen offen. Normalerweise bekomme ich recht schnell ein gutes Gespür für eine Stadt; das ist kein Wunder, nach fast zwei Jahrzehnten Fliegerei und diversen spontanen und weniger spontanen Übernachtungen in mir bis dahin manchmal fremden Städten entwickelt man seine eigene Routine, was das Erkunden und Erspüren einer Stadt angeht. Außerdem halte ich mich selbst ja ganz bescheiden für die ungekrönte Königin des Speed Sightseeings (gut, diverse Crewkollegen, die mich schon zu den verrücktesten Speed-Sightseeing-Aktionen kurz vor Pickup anstifteten, könnten mir den Titel streitig machen) und da sollte Jerusalem in knapp vier Tagen doch kein Problem darstellen. Tat es aber.

    Jerusalem und seine Geschichte: Das Zentrum dreier großer Weltreligionen

    Jerusalem ist das Zentrum drei großer Weltreligionen: Christentum, Judentum und Islam. Was seit jeher ein Konfliktpotential birgt, denn wie es halt so ist in der Geschichte der Menschheit: Teilen klappt meist nicht so gut. Ich bin nicht religiös, aber manchmal glaube ich, dass ich einen Hang zum Spirituellen besitze, den ich selten öffentlich thematisiere, weil, mal ehrlich, das hört sich mehr nach barfuß tanzenden, geistig entrückten Sektenjüngern in selbstgebatikten Gewändern an als alles andere.

    Klagemauer Männer

    Trotzdem meinte ich schon wieder, in Jerusalem die besondere Energie dieses Ortes am eigenen Leib zu spüren – ob es am Ort selbst lag, seiner Geschichte oder an der Bedeutung, die Millionen Gläubiger Jerusalem beimessen und in Scharen hinpilgern? Als ich am Flughafen in Tel Aviv landete, scherte auf dem Weg zur Passkontrolle genau vor mir eine inbrünstig singende, 40köpfige Gruppe von fröhlichen Pilgern ein, der Aufschrift ihrer bedruckten Shirts nach kamen sie für eine Pfingstreise von der Elfenbeinküste und ihre weitgehende Unbeholfenheit im Umgang mit Passkontrollen und dem ganzen Reiseklimbim im Allgemeinen ließ vermuten, dass diese Reise für sie ein außergewöhnliches Ereignis in ihrem Leben darstellte. Diese religiöse Hingabe der vielen Pilger und Wallfahrer ist auch in der Stadt selbst deutlich zu fühlen.

    Al Aqsa Moschee Jerusalem
    Jerusalem Tischdecke

    Ausflug in die City of David – ein Vormittag auf den Spuren von Indiana Jones

    Eines Morgens dann fuhren wir in die City of David, die Davidsstadt. Eine eher weniger mit touristischer Aufmerksamkeit bedachte Stelle in Jerusalem, wollen die meisten doch die Klagemauer sehen und die Altstadt entdecken. Die City of David ist eine archäologische Ausgrabungsstätte, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist und Funde aus der Zeit zeigt, in der König David (der aus David und Goliath – es wird biblisch!) vor 3000 Jahren Jerusalem zur blühenden Stadt machte. Insgeheim hoffte ich, dass dieser Programmpunkt schnell an mir vorüberziehen würde – Ausgrabungen ansehen, das klang nicht gerade verlockend. Ich meine, die halbe Stadt ist alt, das braucht man sich doch nicht extra ansehen?

    City of David Davidsstadt Jerusalem
    City of David Davidsstadt Jerusalem

    Archäologie in Jerusalem: Spannende Funde und Erkenntnisse

    Ich wurde eines Besseren belehrt. Wir stiegen hinab in eine unterirdische Höhle, bekamen einen kleinen Auffrischungskurs in Sachen Altes Testament (den ich bitter nötig hatte), denn wir standen sozusagen mittendrin in dessen Schauplatz, schauten uns eine sehr realistische Multimedia-Präsentation des alten Jerusalems an und bestaunten das unglaublich raffinierte Bewässerungssystem: Wir schlängelten uns durch schmale Gesteinsspalten, die damals als Wasserzufuhr für die umliegenden Felder in das Gestein gemeißelt worden sind und konnten nicht fassen, dass das hier mehrere tausend Jahre alt sein sollte.

    City of David Davidsstadt Jerusalem Tunnel

    Auch der Hiskija-Tunnel aus dem 8. Jh.v.Chr., ein unterirdischer Kanal zur Wasserversorgung, wurde erschlossen und kann in fast der gesamten Länge besichtigt werden. Der besondere Spaß: Bis heute führt dieser Tunnel mindestens kniehoch Wasser und muss durchwatet werden! Wasserfeste Schuhe und Taschenlampe (sind Pflicht!) können vor Ort erworben werden.

    Hiskija Tunnel Jerusalem
    Der Eingang zum Hiskija-Tunnel: Es wird nass und dunkel

    Archäologie live: Die neueste Entdeckung in der City of David

    Zur Zeit wird noch eine weitere große Entdeckung freigelegt: In einer der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglichen Ausgrabung wird der mehrere hundert Meter lange Pilgerweg vom Shiloah-Becken (dort unterzogen sich die Gläubigen der rituellen Waschung) bis hinauf zum Tempel der Stadt ausgegraben. Was heute ein unterirdischer Tunnel ist, für den wir ganz schön hinabsteigen mussten, war vor 2000 Jahren eine Straße unter freiem Himmel – so viel wurde in den darauffolgenden Jahrhunderten darüber gebaut! Live und in Farbe durften wir uns die laufenden Grabungsarbeiten ansehen – und plötzlich schien Archäologie ziemlich aufregend. Bald wird dieser Tunnel übrigens auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein – und das wird großartig werden!

    City of David Ausgrabung
    Jerusalem City of David

    Wieder draußen, genossen wir die Aussicht aufs Tal, hinter uns ein Hang, auf dem sich die Wohnhäuser des umliegenden Viertels türmten. Die verschiedenen Gesteinsschichten verrieten auch hier, dass jede Menge Geschichte in diesem Hang steckte.
    „Weißt Du, der Grund auf dem Jerusalem steht, besteht aus unzähligen Schichten von Bausubstanz. Nichts wurde entfernt. Es wurde Jahrtausende einfach nur Schicht für Schicht aufeinander gebaut.“, sagte unsere israelische Begleitung Maria. „Die große archäologische Frage ist in Jerusalem nie, ob man etwas findet – denn man findet immer etwas, das ist sicher. Die Frage ist nur, ob es sich lohnt, das, was man bisher entdeckt hat, zu zerstören, um noch weiter zu graben.“

    City of David Davidsstadt Jerusalem

    Mein undefinierbares Gefühl zu Jerusalem zerfloss und ich machte meinen Frieden mit der Tatsache, dass ich meine Fragezeichen in Bezug auf Jerusalem wohl nie lösen können würde. Wie sollte man auch je eine Stadt einordnen können, unter deren Oberfläche die Geschichte der Menschheit aus Jahrtausenden vergraben ist?

    Praktische Tipps zur City of David

    Die City of David befindet sich unweit der Altstadt, hinter der Klagemauer, wenn man durch das Misttor hindurch geht. Ich würde einen halben Tag einrechnen, um das ganze Areal in Ruhe zu erkunden – bei einem Tagestrip ist das wahrscheinlich schwer. Aber ohnehin ist meiner Meinung nach ein einziger Tag für Jerusalem viel zu wenig. Und die City of David ist wirklich eine Location, die ich euch sehr ans Herz legen möchte, am besten mit einer Führung – mir hat es sehr geholfen, Jerusalem ein bisschen besser zu verstehen.

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    Flaggen Israel

    Schaut auch einmal bei meinen Bloggerkolleginnen vorbei! Mit mir in Jerusalem waren Nina von Good Morning World, Katrin von Before we die, Claudia von Dinner um 8 und Ina von Ina isst.

    Disclaimer: Ich wurde von iTravelJerusalem und der Jerusalem Development Authority zum Jerusalem Travel Bloggers’ Summit 2019 eingeladen.

  • Jerusalem: Ein persönlicher Reisebericht.

    Jerusalem: Ein persönlicher Reisebericht.

    Mit Religion hatte meine Jerusalem-Reise nichts zu tun, auch wenn ein Großteil der Touristen aus religiösen Gründen dorthin pilgert. Damit habe ich so gar nichts am Hut. Auch, seitdem ein Großteil meiner brasilianischen Familie sich immer intensiver mit dem Thema beschäftigt und die eigene Religion mittlerweile allgegenwärtig ist.

    Das stört mich sehr und bietet immer öfter Nährboden für Konflikte, weil jeder insgeheim denkt, sein Glaube sei der einzig wahre. Eine Entwicklung, die so in vielen Bereichen in Brasilien gerade stattfindet – und manchmal mache ich mir Sorgen, ob dieser Religionswahn sich nicht irgendwann zum Schlechten wenden wird. Vielleicht war die Reise nach Jerusalem deswegen so intensiv für mich. Also vorab: Dieser Reisebericht über Jerusalem ist sehr persönlich geprägt, manche mögen es anders erleben – aber das gehört auch eben zum Reisen dazu.

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    Anreise nach Tel Aviv: Abenteuer Israel

    Meine Reise stand einfach nicht unter einem guten Stern. Ich flog von Deutschland aus direkt nach Tel Aviv und, weil ich’s wahrscheinlich einfach wissen wollte, wählte ich die israelische Hausairline. Waren die Sicherheitsvorkehrungen dort wirklich so anders? Tatsächlich. Total unvorbereitet wie immer, fand ich mich kurz vorm Check-In-Schalter in einem intensiven Interview bezüglich meiner Reisepläne und meiner Lebensumstände in Berlin wieder.

    Das eindringliche Gespräch fühlte sich für mich so sehr nach Verhör an, dass ich befürchtete, mein Gegenüber würde mich jeden Moment in einen geheimen Flughafenkerker werfen und dort verrotten lassen. Wegen was auch immer. Tat er aber dann doch nicht. Schweißgebadet musste ich danach mein Gepäck einer intensiven Gepäckkontrolle unterziehen lassen, und irgendwann war ich dann doch des Check-Ins würdig. Meine Laune war aber am Boden und ich wäre am liebsten wieder heulend nach Hause gefahren. Ging schon gut los.

    Lese noch mehr Tipps & Reiseberichte über Israel in meinem Israel Blog

    Über Jerusalem hatte ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Eigentlich war es nur der Zufall, der für diese Reise sorgte. So kam ich frühmorgens relativ unbedarft dorthin. Relativ erstaunt. Jerusalem ist DAS Zentrum von drei Weltreligionen, die sich bekanntermaßen nicht immer mögen. Aber diese Spannung spürte ich in der ganzen Stadt, immer. Schon kurios, wenn man bedenkt, dass alle diese Religionen Liebe und Frieden propagieren.

    Was man in der Altstadt nicht verpassen sollte

    Die Jerusalemer Altstadt ist gespickt mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten, die du dir unbedingt anschauen solltest. Die wichtigsten findest du hier, aber ich empfehle dir auch meinen großen Jerusalem Guide. Dort findest du neben weiteren Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt auch viele praktische Tipps für deine Reise nach Jerusalem.

    #1 Die Grabeskirche

    Die Grabeskirche liegt ganz versteckt, fast inmitten der Altstadt, und würden einem nicht die Kondensstreifen von Tausenden Reisegruppen den Weg dorthin weisen, würde man wohl kaum hinter der unscheinbaren Fassade eines der größten Heiligtümer des Christentums vermuten.

    Grabeskirche Jerusalem Eingang

    An der Stelle, an der später die Kirche erbaut wurde, soll Jesus gekreuzigt worden sein. Und sein Grab soll sich hier befinden. Weil die Grabeskirche daher so ziemlich für jede christliche Glaubensrichtung von Bedeutung ist, zanken sich auch dementsprechend viele Interessengruppen seit jeher um die Grabeskirche. Das hat dann irgendwann dazu geführt, dass die Schlüssel für die Kirche innerhalb einer bestimmten muslimischen Familie weitervererbt wurden – morgens und abends kommt dann jemand mit dem Schlüssel und schließt auf oder zu. Verrückt.

    #2 Die Klagemauer

    Die Klagemauer mit dem Tempelberg und der goldenen Kuppel des Felsendoms ist wohl eines der bekanntesten Postkartenmotive Jerusalems, ach, wahrscheinlich auch Israels. Eine Pilgerstätte des (orthodoxen) Judentums. Daher beten hier Männer und Frauen getrennt.

    Trennung Frauen Männer Klagemauer Jerusalem
    Flagge Israel Klagemauer

    Der Zugang ist geregelt: Man muss vorher eine der Sicherheitskontrollen passieren. Passender hätte die Szenerie nicht sein können, als plötzlich eine Jugendgruppe auftauchte und alle fröhlich „Hava Nagila“ sangen und im Kreis tanzten.

    #3 Die Davidszitadelle

    Die Davidszitadelle neben dem Jaffator bietet nicht nur ein informatives Museum zur Stadtgeschichte, sondern auch einen tollen Ausblick auf die Altstadt. Abends gibt’s in der Zitadelle auch noch eine Open-Air-Lightshow. Hört sich nach Touristenkitsch an, ist aber vor der einmaligen Kulisse der Festung sehr beeindruckend. (Eintrittspreise und Öffnungszeiten auf der Webseite des Museums.)

    #4 Das Gassenlabyrinth in der Altstadt

    Die Altstadt Jerusalems besteht zum großen Teil aus kleinen, engen Gassen, und an jeder Ecke dieses Gassenlabyrinths glaubt man, die Geschichte der Stadt – ach, was, der ganzen Menschheit! – erleben zu können. Wenn diese massiven Mauern nur sprechen könnten. Man kann gut und gerne einen ganzen Tag in der Altstadt verbringen und sich einfach nur treiben lassen. Fast hat man auch keine andere Wahl, denn früher oder später wird einen der eigene Orientierungssinn im Gassenwirrwarr eh verlassen.

    Bunte Schalen Jerusalem

    Was sehr schön ist: Wer glaubt, die Altstadt wäre nur ein Ort voll mit Touristen-Klimbim, irrt. Sicherlich gibt es viele Souvenirshops, bei der Menge der Touristen, die täglich durch die Jerusalemer Altstadt strömen, ist das kein Wunder. Aber es findet auch richtiges, einheimisches Leben statt!

    Das Jerusalem-Syndrom und ich

    Tatsächlich fühlte ich mich während meines Aufenthaltes in Jerusalem von Stunde zu Stunde unwohler. Selten hat mich ein Ort so irritiert. Ist es eine Überdosis an Religion? Ich fuhr überstürzt nach Hause zurück, weil ich nur noch weg wollte. Und das, obwohl ich mir eigentlich gerne noch mehr angesehen hätte, um mir ein besseres Bild zu machen. Ich war nämlich anlässlich eines Events dort, der vom örtlichen Tourismusbüro gesponsert wurde, und uns daher eher an Orte führte, die das Gesamtbild von Jerusalem eher unvollständig hinterliessen – ich denke, ihr wißt, was ich meine.

    Hinter vorgehaltener Hand bekam ich jedenfalls mehrfach den Ratschlag zugeraunt, mir doch auch mal den palästinensischen Teil anzuschauen, der sei ganz anders. Wie dem auch sei, die Stimmung in Jerusalem fand ich so beklemmend – oder besser gesagt, meine persönliche Stimmung –, dass ich nur wenige Tage aushielt. Wie mir aber später ein Israel-kundiger Kollege versicherte, sind starke Reaktionen bei Jerusalem-Besuchern nicht unüblich.

    Die einen haben wundersame Erscheinungen, empfangen irgendwelche spirituellen Botschaften oder kriegen einfach nur die Krise vor lauter Religion, so wie ich. Das Jerusalem-Syndrom bezeichnet eigentlich eine psychische Störung, bei der die Betroffenen an religiösen Wahnvorstellungen leiden – hört sich amüsant an, aber irgendwie geht von Jerusalem aus schon eine seltsame Energie, sodass man sich gar nicht mehr wundert, dass manche Menschen so stark auf diese Stadt anspringen.

    Kruzifixe Krippen Heiligenbilder Jerusalem
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