Kategorie: China

China gehört zu den Ländern, bei denen ich vor meinem ersten Aufenthalt die meisten Vorurteile hatte. Heute bin ich froh, dass ich mir bei einigen Reisen selbst ein Bild machen konnte: China ist so vielfältig!

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  • Peking, die große Mauer und ich

    Peking, die große Mauer und ich

    Langsam komme ich dazu, die letzten Reisejahre Revue passieren zu lassen. Ich bin nicht nur gefühlt Hunderte von Malen um die halbe Welt geflogen, habe gegen Jetlags gekämpft – mal mehr, mal weniger happy – und mein Talent, Millionenstädte wie Peking innerhalb von 24 Stunden komplett kennenzulernen (oder es zumindest zu versuchen), perfektioniert. Bis zum ultimativen Sightseeing- und Reise-Burnout. Ja, sowas gibt’s. In Peking schaffte ich es in 24 Stunden bis zur Chinesischen Mauer nach Mutianyu oder besser Großen Mauer, in die Verbotene Stadt, zu zwei Völlereien mit prall gefüllten Tellern (in China wird gerne aufgetischt) und sogar in eine der allerblödesten Touristenfallen, in die ich jemals getappt bin.

    Immer öfter erwische ich mich dabei, in meinem Lieblingsbuchladen in der Reisebuchabteilung nach dem Deutschland-Regal zu schielen, statt mir die neuesten Bücher zu irgendwelchen Fernzielen anzusehen, wie sonst immer. Andere Leute träumen von exotischen Zielen wie Peking und der Chinesischen Mauer, ich träume manchmal mehr von nassen Strandspaziergängen auf windigen Nordseeinseln oder noch schlimmer, Wanderungen im Elbsandsteingebirge. Aber keine Angst, dieser Blog wird wohl niemals zum politisch korrekten Ich-habe-die-Welt-gesehen-und-jetzt-darf-keiner-mehr-Nachhaltigkeitsblog. Als Flugbegleiterin werde ich dafür sowieso ewig die schlechteste Ansprechpartnerin bleiben. Für jemanden wie mich, der in den letzten Jahren eigentlich nur noch übelstes Fernweh hatte, ein schönes Gefühl. Endlich mal keine Unruhe, sondern Zufriedenheit über das, was mir da rückblickend an Reise-Erinnerungen wie aus Peking geblieben ist. Oder wer hätte gedacht, dass ich jemals auf der Chinesischen Mauer stehe?

    Zum ersten Mal in Peking.

    Ich hatte wohl einen guten Tag erwischt – auf der Straße sah ich nur ganz wenige Menschen mit Atemschutzmaske und von Smogglocke war nichts zu sehen. Konnte ich meine wohl auch im Hotel lassen – meine damalige Firma stellte für jedes Crewmitglied eine Maske, dann musste es normalerweise wirklich schlimm sein. Überhaupt machte Peking auf mich einen überraschenden ersten Eindruck. Irgendwie dachte ich, man müsste doch mehr Kommunismus spüren, also so alles grau in grau wie früher in der DDR, lange Schlangen an Obstläden, überall lauern Geheimdienstoffiziere, Kontrolle ohne Ende und nix mit schändlich kapitalistischem Zeug wie Coca-Cola und McDonald’s. Ein Hoch auf vorurteilsfreies Reisen! War aber alles nicht. Oder zumindest nicht offensichtlich. Liebe wurde es dann zwar doch nicht zwischen mir und Peking. Aber ganz gute Freunde. Später sollte ich China noch ganz anders kennenlernen!

    Alle Reiseberichte findest Du auf meiner China Seite

    Von Peking aus an die Chinesische Mauer: Mutianyu oder Badaling?

    Die erste Erkenntnis: Die Chinesen nennen die Chinesische Mauer auf englisch gar nicht Chinesische Mauer. Sondern Great Wall. Macht Sinn, in China ist ja jede Mauer chinesisch. Von Peking aus kommt man relativ schnell an die Große Mauer, mit dem Auto ist man je nach Ort in ca. 1 1/2 bis 2 Stunden dort. Es gibt zwei Orte, die sich besonders gut von Peking aus für einen Ausflug eignen: Badaling und Mutianyu.

    Während Badaling auch mit Bus und Bahn erreichbar ist, kommt man nach Mutianyu nur mit dem Auto. Mutianyu ist daher auch nicht ganz so überlaufen wie Badaling, das sowas wie eine Große-Mauer-Pilgerstätte ist und vor Touristenmassen wohl nur so platzen muss. Mutianyu war hingegen recht angenehm, keine Menschenmassen – und das Wetter war einmalig. Auch einmalig heiß und sonnig – Sonnencreme war DAS Tool des Ausflugs!

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    Chinesische Mauer Peking Mutianyu
    Ein unglaubliches Meisterwerk: Die Chinesische Mauer schlängelt sich durch die unwegsamsten Berglandschaften.
    Seilbahn an der Chinesischen Mauer
    Das letzte Stück hinauf zur Chinesischen Mauer geht es mit der Seilbahn.

    Und dann stand ich da, als kleines Pünktchen auf dieser riesigen Jahrhunderte alten Endlosmauer, die über 8.800 Kilometer lang sein soll. Ganz schön krass. Und es sah aus wie im Film: Hügelige Berglandschaften in sattem Grün – über die sich dann auf und ab und drumherum sich die große Mauer schlängelte. Unglaublich, dass das hier von Menschenhand mitten ins Nichts gebaut wurde.

    Chinesische Mauer Mutianyu Peking Länge
    Alle paar hundert Meter stehen Wachtürme auf der Chinesischen Mauer, die von Wachposten besetzt wurde.

    Runter kann man wieder mit der Seilbahn oder zu Fuß. Oder rodelnd auf der Rodelbahn. Was eigentlich richtig Spaß macht. Es sei denn, man hat den einzigen Rodel-Experten vor sich, der über die gesamte Strecke nicht schnallt, dass die Bremse Bremse ist, und nicht zum Gas geben taugt. Und so rodelten wir halt mit der sagenhaften Geschwindigkeit von drei Stundenkilometern ins Tal. Mein Motorradfahrer-Ich weinte. Aber immerhin: Ich habe doch tatsächlich die Chinesische Mauer gesehen!

    Rodelbahn in Mutianyu China
    Mutianyu: Rauf mit der Seilbahn, runter auf der Sommer-Rodelbahn.
    Chinesische Mauer Karte Mutianyu
  • Zhouzhuang: Die romantische Wasserstadt bei Shanghai

    Zhouzhuang: Die romantische Wasserstadt bei Shanghai

    Zhouzhuang liegt im Osten Chinas und nennt sich ganz bescheiden Chinas Wasserstadt Nummer Eins. Nicht weit von Shanghai und Suzhou entfernt, ist Zhouzhuang ein beliebtes Ausflugsziel: Mit seinen vielen Kanälen und Wasserstraßen sowie einer schmucken kleinen Altstadt ist Zhouzhuang (sprich: Tschuu-Tschuang) definitiv einen Besuch wert. Die kleine Wasserstadt gilt als eines der kulturellen  Zentren der Region und bietet nicht nur chinesischen Touristen, sondern auch ausländischen Besuchern wie mir faszinierende Einblicke in Chinas umfangreiche Kultur und Geschichte.

    Zhouzhuang: Zurück ins alte China

    Der Ausdruck Chinas Wasserstadt Nummer Eins kommt nicht von ungefähr: Im Jahr 1985 zierten die zwei dadurch nun bekanntesten Brücken Zhouzhuang die Erstausgabe der Briefmarke der Vereinten Nationen. Shuangqiao (Schlüsselbrücken) nennen sich die zwei im rechten Winkel zueinanderstehenden Brücken, weil sie wie ein chinesischer Schlüssel aussehen. Chen Yifei, ein chinesischer Künstler stellte zu dieser Zeit in einer Galerie in New York aus, darunter auch ein Gemälde selbige Schlüsselbrücken. Kurzum, die Gemälde waren ein Erfolg, die Brücken kam auf die Briefmarke, die Briefmarke in die Welt und Zhouzhuang (und Chinas Wasserstädte) auf die internationale Bühne.

    Zhouzhuang China Schluesselbruecke
    Beliebtes Motiv: Die beiden Schlüsselbrücken direkt am Haupteingang zur Wasserstadt Nummer Eins: Zhouzhang.

    Zhouzhuang gibt es aber noch viel länger, natürlich – so wie Suzhou kann Zhouzhuang auf über 2000 Jahren Geschichte zurückblicken. Wie die ganze Region erlebte die Stadt während der Ming-Dynastie ihre Blütezeit und einige Überbleibsel davon kann man heute noch in der Stadt bewundern.

    Vasen Zhouzhuang China

    Bootsfahrt in Zhouzhuang: Chinas romantische Wasserstraßen

    Nicht entgehen lassen sollte man sich eine Bootsfahrt auf den zahlreichen kleinen Holzbooten, die die kleinen Kanälen entlangfahren. Beginn ist gesammelt an einem Abfahrtspunkt, wo man gleichzeitig die Tickets erwirbt. Eine 20-minütige Fahrt kostet pro Boot 150 Yuan, bis zu 6 Personen können mitfahren. Für meinen Geschmack war die Fahrt etwas kurz; das kann aber auch daran liegen, dass es einfach nur zu schön war, auf diesem traditionellen Holzboot durch die atmosphärischen Kanäle zu gleiten! Auf Wunsch (und kleines Trinkgeld) singen die Bootsfrauen auch noch klassische chinesische Volkslieder dazu – mehr Idylle geht kaum.

    Mehr über China erfährst du auch in meinem China Blog

    Zhouzhuang China Bootsfahrt
    Frauenpower: Gondoliere sind in Zhouzhuang auch weiblich.
    Wasserstadt Zhouzhuang China

    Sehenswürdigkeiten in Zhouzhuang: Shen House

    Eine der Hauptattraktionen in Zhouzhuang ist das Shen House. Shen Wansan war ein reicher Geschäftsmann, der Zhouzhuang maßgeblich geprägt hat – und er war so reich, dass sogar seine Nachfahren noch lange etwas davon hatten. 1742 errichteten sie das Shen House – und „Haus“ ist leicht untertrieben! Der von außen unscheinbare Hauseingang führt in einen Komplex mit über 100(!) Räumen, der sich über 6 Häuserblöcke erstreckt. Ich hätte noch Stunden durch die vielen detailreichen Räume und Innenhöfe wandeln können: Das Shen House ist ein absolutes Erlebnis, man fühlt sich sofort zurückversetzt in das alte China.

    Shen House Zhouzhuang Touristin
    Stolze Touristinnen im Shen House: Zhouzhuang ist einer der berühmtesten Wasserstädte in ganz China.
    Shen House Zhouzhuang Bilder

    Möchtest du auch einmal in einem traditionellen chinesischen Haus übernachten?
    Mitten in der Altstadt von Zhouzhuang gibt es tolle Unterkünfte wie diese: Klicke hier für mehr Infos*

    Shen House Zhouzhuang Innenhof
    Shen House Zhouzhuang Glück Geld
    In einer der vielen Räumen des Shen Hauses steht ein goldener Buddha – Geld unter den Buddha zu legen soll Glück bringen.
    Shen House Zhouzhuang Eingang
    Shen House Zhouzhuang Zimmer

    Quang Fu Tempel: Erholung vom Sightseeing

    Mitten in Zhouzhang findet sich auch ein gewaltige Tempelanlage. Wem es in den schmalen Altstadtgassen zu eng geworden ist, und mal etwas Weite braucht, der sollte unbedingt eine kleine Pause rund um den buddhistischen Quang Fu Tempel in Zhouzhuang einlegen. Der Tempel liegt im riesigen Nanhu Garten und die Anlage ist ein toller Kontrast zur belebten Altstadt. Zhouzhuang ist ein beliebtes Ziel für chinesische Touristen – nicht ohne Grund, es ist ja auch wunderschön! Da kann es mitunter schon einmal voller werden und ein bisschen mehr Luft gerade bei heißen tropischen Temperaturen ist gar nicht schlecht.

    Quanfu Tempel Zhouzhuang China
    Quanfu Tempel Zhouzhuang
    Kerzen Tempel Zhouzhuang
    Zhouzhuang China Quanfu Tempel
    Zhouzhuang Quanfu Tempel
    Rund um den Quanfu Tempel befindet sich der Nanhu Garten.

    Die Altstadt von Zhouzhuang: Bummeln, Shoppen, Genießen

    Zhouzhuang ist nicht nur schwere Geschichte, in den kleinen Gassen lässt sich auch hervorragend bummeln. Sicherlich gibt es auch viel Touristenkitsch, aber für mich als Europäerin ist hier alles so exotisch, ich kann mich sogar an banalem Klimbim erfreuen. Die kleinen Souvenirläden fügen sich auch erstaunlich harmonisch in die geschichtsträchtigen Straßen ein, so dass ich mich einmal mehr wunderte, wie gut Kulturgut hier in der Region gepflegt wird – trotz Heerscharen an Touristen. Es findet sich sogar noch echtes Straßenleben, und in den kleinen Seitenstraßen lassen sich die schönsten Momente einfangen.

    Zhouzhuang China Streetlife
    Zhouzhuang China Altstadt
    Zhouzhuang China Wohnhaus
    Lokales Leben in den Seitenstraßen.
    Zhouzhuang China Tueren
    Geschäfte werden nach Ladenschluss immer noch ganz traditionell mit großen Holzbrettern verschlossen.
    Zhouzhuang China Teeladen
    Teeladen in der Altstadt von Zhouzhang.
    Markt Zhouzhuang
    Vor lauter exotischem Essen ganz vergessen, was das war. Selbst das Gemüse ist hübscher in Zhouzhuang.

    Tipps & Anreise nach Zhouzhuang

    Der Besuch von Zhouzhang ist erstaunlich gut geregelt: Der Zugang ist begrenzt! Es gibt einen riesigen Parkplatz für Autos und Reisebusse, mit einem großen Besucherzentrum, wo man auch die Eintrittskarten erwerben kann. Richtig: Zhouzhang kostet Eintritt. Was in überlaufenen Touristenattraktionen wie Venedig lange diskutiert und schließlich nun sich zumindest dort langsam durchsetzt, wird in Zhouzhang einfach gemacht. Überhaupt fiel mir hier wieder einmal die durchdachte Steuerung der Touristenströme und ausgefeilte Infrastruktur auf.

    Wahrscheinlich ist so viel Organisation aber auch nötig, denn man gab uns den Tipp, bloß nicht in der Goldenen Woche nach Zhouzhuang zu kommen. Goldene Woche nennen sich in China drei verschiedene Wochen: Das chinesische Neujahr oder Frühlingsfest (Januar oder Februar), die Woche um den 1.Mai (Labour Day Golden Week/Tag der Arbeit) und die Woche um den 1.Oktober (National Day Golden Week/Nationaltag). Dann soll Zhouzhuang wie viele andere beliebte Destinationen in China aus allen Nähten platzen.

    Zhouzhang liegt nur ca. 30 Kilometer von Suzhou entfernt, das mir übrigens auch sehr gut gefallen hat. Aber auch von Shanghai ist Zhouzhuang gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Touranbietern erreichbar.

    Diese Recherchereise wurde unterstützt von China Tours und der Tourismusbehörde von Suzhou.

  • Suzhou: Sehenswürdigkeiten, Tipps & die schönsten Gärten

    Suzhou: Sehenswürdigkeiten, Tipps & die schönsten Gärten

    Suzhou im Osten Chinas, ganz in der Nähe von Shanghai, ist bekannt für seine malerischen Gärten und seine pittoreske Altstadt mit den vielen Wasserstraßen. Über 2500 Jahre ist Suzhou alt und gilt im ganzen Land als Ort der Dichter und Denker. Vor allem aber ist Suzhou auf dieser China Reise für mich eins: Eine ziemliche Überraschung. Ich verrate dir hier, welche tolle Sehenswürdigkeiten in Suzhou auf dich warten!

    Suzhou Kanal rote Lampions
    Viele Häuser an den Kanälen in Suzhou sind mit roten Lampions geschmückt: China pur.

    Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Suzhou

    Wegen seiner vielen kleinen Kanäle, die den recht großen Altstadtkern durchziehen, wird Suzhou auch oft und gerne als das Venedig des Ostens bezeichnet. Und spätestens bei diesem Ausdruck schaudert es mich.

     Suzhou Sehenswürdigkeiten China Venedig des Ostens
    Suzhou: Eine Bootsfahrt durch die romantischen Kanäle muss einfach sein.

    ➜ Tipp: In Suzhou findest du zahlreiche große Hotels westlicher Ketten mit entsprechendem Komfort. Leider sind diese oft in uninspirierten Hochhäusern oder großen Komplexen untergebracht. Am besten du schaust für das authentische Flair nach einer Unterkunft nahe der Altstadt wie z.B. das Garden Hotel*.

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    „Venedig des…“ (wie übrigens auch „Mekka des …“ und „Paris des…“) – das schreibt man als Autor oder Werbetexter immer nur dann, wenn einem nun wirklich nichts Besseres an Vergleichen einfallen will. Hauptsache ein paar Boote, ein paar Kanäle, und schon lässt sich die Analogie zu Venedig bilden. Wie bei den Wasserstraßen in Suzhou im Yangtse-Delta im Osten Chinas bei Shanghai.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Shantang Street Brücke

    Alles Venedig, obwohl sich eigentlich nichts mit Venedig vergleichen lässt, auch nicht Suzhou. Aber wer einmal dort war, wird sich fragen, warum Suzhou überhaupt einen Vergleich braucht – denn Suzhou ist ein wahrer Goldschatz.

    Suzhou erreichst du übrigens bequem ab Shanghai. Und das sogar ohne Visum für China. Der Trick: Bei einem Aufenthalt von unter 72 Stunden in Shanghai und Umgebung ist die Einreise für deutsche Staatsbürger ohne Visum möglich. Und von Shanghai aus ist man in Windeseile in Suzhou und den umliegenden sehenswerten Wasserstädten wie Zhouzhuang und Tongli.

    Übrigens: Die nahegelegene Wasserstadt Zhouzhuang ist ebenfalls sehr sehenswert. Mehr dazu findest du in meinem Artikel:

    Wasserstadt Zhouzhuang

    Suzhou und seine Gärten: Der Garten des bescheidenen Beamten

    Der Garten des bescheidenen Beamten trägt einen ziemlich irreführenden Namen. Bescheidenheit ist nämlich der letzte Begriff, der einem beim Anblick des wohl berühmtesten Gartens in Suzhou in den Sinn kommt. Der Garten ist in Wirklichkeit eine riesige Parkanlage mit lauschigen Pavillons und mit Bedacht angelegten Seen und Bäumen.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Garten des bescheidenen Beamten
    Einer der beliebtesten Gärten in Suzhou: Der Garten des bescheidenen Beamten.

    Gemäß der chinesischen Gartenbaukunst liegt das Hauptaugenmerk weniger auf Blumen und Farben, sondern auf dem harmonischen Zusammenspiel der sogenannten „sieben Elemente“: Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen, wobei hier eher Bäume und Grünpflanzen gemeint sind.

    Suzhou Garten des bescheidenen Beamten Teich mit Lotusblüten
    Sonst nur viel Grün: Lotusblüten zählen zu den wenigen Farbklecksen im Garten des bescheidenen Beamten in Suzhou.

    Und wie harmonisch der Garten des bescheidenen Beamten ist, zeigt sich schnell: Obwohl hoffnungslos von Touristen überlaufen, überstrahlt den Garten trotzdem eine Aura der Ruhe und Entspannung. Sehr beeindruckend. An vielen Ecken trifft man auf Maler und Zeichner, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich von der Atmosphäre des Gartens inspirieren lassen. Ich hab’ mich kurz geärgert, dass ich meine Aquarellsachen nicht dabei hatte – zu gerne hätte ich mich einfach daneben gesetzt und mitgemalt. Aber es gab eh noch viel mehr in Suzhou zu sehen, dass die Zeit ohnehin knapp war.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Garten des bescheidenen Beamten Maler und Künstler
    Maler und Zeichner lassen sich im Garten des bescheidenen Beamten gerne inspirieren.

    Auf den Geschmack gekommen? Hier findest du noch mehr Inspirationen für eine Reise nach China

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Garten des bescheidenen Beamten Zeichnung

    Wieviel Geschichte in Suzhou steckt, zeigt sich auch hier: Seit fast 900 Jahren existiert an dieser Stelle ein Garten, der durch viele Hände ging, bis diesen im 16. Jahrhundert ein hochrangiger Beamter zu seinem Altersruhesitz erkor und dem Garten seinen Namen verlieh. Heute ist der Garten des bescheidenen Beamten in staatlichem Besitz, UNESCO-Weltkulturerbe und einer der schönsten Gärten Chinas.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Garten des bescheidenen Beamten Pavillons
    Der Garten des bescheidenen Beamten in Suzhou ist auch ein echter Instagram Hotspot: Very instagrammable!

    Shantang Street: Eintauchen in das Alte China

    Bei Temperaturen um die 35 Grad (ja, es kann sehr, sehr heiß werden!) und gefühlten 100 Prozent Luftfeuchtigkeit ist eine Bootsfahrt immer eine willkommene Abwechslung, erst recht in Suzhou mit seinen malerischen Kanälen. Wäscheleinen, die im Wind flattern, Kinder, die begeistert den fremden Touristen zuwinken (als westlicher Besucher ist man in Suzhou immer noch etwas Besonderes) oder heimliche Einblicke in fremde Küchen: Meine Augen wußten gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollten.

    Shantang Street Suzhou Sehenswürdigkeiten China
    Brücke Shantang Street Suzhou Sehenswürdigkeiten China
    Suzhous Kanäle lassen sich auch per Boot erkunden.
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Bootsfahrt Kanäle Shantang Street
    Suzhou Brücken Shantang Street Suzhou
    Einige Brücken sind besonders kunstvoll in der Altstadt von Suzhou.
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Bootsfahrt durch Kanäle
    Konzentriert steuert unser Kapitän das Boot durch die Kanäle von Suzhou.

    Auch zu Fuß war die Shantang Street (Shāntáng Jiē) das China, was ich suchte: Rote Lampions, kleine Häuser mit altem Holzgebälk – und überall entspannte, freundliche Gesichter. Auf 7 Meilen findet man hier alles auf einmal: Touristenkram, Kultur, Geschichte, Imbisse und Cafés mit allerlei exotischen Köstlichkeiten und tatsächlich echtes Straßenleben. Biegt man in die etwas verlasseneren Gassen ab, so findet man sich schnell in lokalem Treiben wieder, ganz ohne Touri-Gedöns. Ein echtes Erlebnis.

    Suzhou China Sehenswürdigkeiten Shantang Street Shopping
    Shoppingmeile: Shantang Street in Suzhou.
    Shantang Street Suzhou Souvenirs kaufen
    Bunte Souvenirs im touristischen Teil der Shantang Street.
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Kartenspieler in der Shantang Street
    Mitten auf der Straße: Konzentriertes Kartenspiel.
    Shantang Street Suzhou

    Shantang Street Suzhou
    Street Food in Suzhou: Keine Hemmungen, probieren lohnt sich!
    Shantang Street Suzhou Markt Obst und Gemüse
    Auch Obst und Gemüsehändler finden sich in der Shantang Street.
    Hund in der Shantang Street Suzhou
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Köchin in Garküche in der Shantang Street
    In den Seitenstraßen der Shantang Street findet man authentischen Alltag: In einer kleinen Garküche wird gerade paniert.

    Pingjiang Road: Teehäuser, Kanalboote und Nightlife

    Noch mehr authentisch-chinesisches Flair findet sich auf der Pingjiang Road (Píngjiāng Lù), ähnlich der Shantang Street eine Straße mit vielen Geschäften und Restaurants. Hier ist es noch ein klein wenig lauschiger als auf der Shantang Street. Die Boote sind kleiner, die Brücken noch ein wenig hübscher.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Pingjiang Road Bootsfahrt
    Fröhliche Touristinnen an der Pingjiang Road: Eine Bootsfahrt ist hier noch idyllischer.

    Mein Highlight war das Teehaus, ein kleines Café am Kanal, mehr Holzverschlag als Haus, bei dem wir bei einer Tasse Tee dem 80jährigen(!) Herrn Wang lauschten, der uns in kleiner Runde original Pingtan Musik vorspielte. Chinesischer konnte es kaum werden! Die Pingjiang Road ist übrigens auch abends sehr belebt und ein schöner Nightlife-Spot in Suzhou.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Pingjiang Road Tür Kalligraphie
    Pingjiang Road Suzhou Café
    Ausgefallene Kreationen: In den vielen kleinen Cafés entlang der Pingjiang Road gibt es die kuriosesten Getränke.

    Interessiert Dich China?
    Hier findest Du noch mehr Artikel über China!

    Suzhou Oper im Garten des Meisters der Netze

    Überhaupt spielt Musik wie alle anderen Künste eine große Rolle in Suzhou. Irgendwie liegen Kreativität und die Wertschätzung von Kunst und Kultur hier in der Luft, und es wunderte mich dann auch gar nicht, als ich erfuhr, dass Suzhou in China als „sehr elegante“ Stadt gilt. Fand ich treffend – und ich hätte vorher nie gedacht, dass ich einen Ort in China als elegant empfinden könnte. Für mich war China groß, voll und beizeiten rauh – aber diese Reise hat mir wieder einmal mehr gezeigt, wie unfair Vorurteile sein können. Plötzlich war China klein, pittoresk und warmherzig (hach, die Menschen!).

    Sogar einen Opernabend würde ich hier jedem ans Herz legen, auch wenn man zu den Menschen gehört, bei denen Opern eher Fluchtreize auslösen. Oder wo schaut sonst man sich eine Oper in einem der schönsten Gärten an?

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Oper im Garten des Meister der Netze
    Bei Nacht bunt beleuchtet: Der Garten des Meisters der Netze in Suzhou.

    Im Garten des Meisters der Netze gibt es jeden Abend eine Vorstellung einer Kunqu Oper. Die Oper besteht aus mehreren Teilen: Komödie, Gesang, Musik und Tanz. Das Besondere: Jeder Teil wird an einem anderen Ort innerhalb des Gartens aufgeführt, so dass man zwischen den einzelnen Darbietungen im Garten entlang spaziert.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Kungqu Oper Garten des Meisters der Netze

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Oper Komödie im Garten des Meisters der Netze
    Die Vorstellung im Garten des Meisters der Netze besteht aus mehreren Teilen: Schauspiel, Gesang, Tanz, Musik.

    Echte chinesische Seide: Ein Besuch in der Seidenfabrik

    Suzhou ist bekannt für seine Seide – und die Region bildete seit jeher das eine Ende der Seidenstraße, von wo aus das schöne Stöffchen seinen Weg in die Welt fand. Die Seidenfabrik, die ganz bescheiden No.1 heißt, steht daher bei vielen Touren durch Suzhou auf dem Plan. Das sollte man sich vorher gut überlegen – denn was viele nicht bedenken: Hier kann man den Produktionsprozess (zumindest einen Teil davon) beobachten. Das heißt eben auch: Raupen beim Krabbeln zusehen. Und später wird es noch weniger etwas für schwache Gemüter, denn der Seidenfaden wird aus dem Kokon der Seidenraupen gewonnen. Um diesen nicht zu beschädigen, werden die Kokons inklusive Raupen in kochendes Wasser geworfen. Muss man mögen.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Seidenfabrik Seidenraupen auf Blättern
    Hübsch im Körbchen drapiert: Seidenraupen für die Seidenproduktion.
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Seidenfabrik Seidenraupen Kokons
    Von Raupen zu Kokons: Die nächste Phase der Seidenproduktion in der Seidenfabrik in Suzhou.
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Seidenfabrik Kokons der Seidenraupen
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Seidenfabrik Kokons Seidenraupe
    Aus den Kokons wird später Seide.

    Ich persönlich habe eh eine Affinität zu Stoffen (ich hatte ja tatsächlich mal einen Stoffladen in Berlin) und Seide sowieso (den Part mit den gekochten Raupen verdränge ich immer ganz gern), daher fand ich den Besuch an sich interessant. Leider wird der Produktionsprozess nur verkürzt dargestellt (es wird hier nicht gewoben oder gefärbt), und kurz nachdem man dem Spinnen der Fäden zugeschaut hat, steht man auch in einer riesigen Verkaufshalle mit Bekleidung aus Seide für (fast) jeden Geschmack. War nicht meins, aber ich habe mich hinterher doch ein bisschen geärgert, nicht bei der Meterware gestöbert zu haben. Für alle SchneiderInnen also: In Suzhou Seide nicht vergessen!

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Seidenfabrik Maschine
    Auf dieser Maschine werden die Seidenfäden gesponnen.

    Das Suzhou Museum

    Das Suzhou Museum fällt vor allem durch seine Architektur auf – irgendwie kantig und so gar nicht traditionell chinesisch. Entworfen wurde es vom chinesischen Star-Architekten Ieoh Ming Pei, der u.a. auch die berühmte Glaspyramide im Innenhof des Louvre in Paris und das Museum für Islamische Kunst in Qatar geplant hat – und er ist in Suzhou geboren und aufgewachsen.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Suzhou Museum Ieoh Ming Pei
    Suzhou Sehenswürdigkeiten Kalligraphie Ausstellung Suzhou Museum

    Hier findet sich ein Abriss der langen Geschichte Suzhous in Form von Kunstwerken und Artefakten, von Kalligraphie über Porzellan bis Kunsthandwerk. Sehenswert, aber vielleicht nicht unbedingt für jeden interessant. Was aber wirklich faszinierend ist, ist der Umgang der größtenteils chinesischen Besucher mit der Ausstellung: So viele Jugendliche, die sich so intensiv für Geschichte interessieren und sich vor lauter Wissensdurst die Nasen an den Vitrinen platt drücken, habe ich in deutschen Museen noch nie gesehen.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Suzhou Museum Ausstellung Kunsthandwerk
    Bestaunt: Ausstellungsstücke im Suzhou Museum.

    Der moderne Teil von Suzhou

    Gate of the Orient & Jinji-See

    Außerhalb der weitläufigen Altstadt sieht Suzhou ein bisschen mehr so aus, wie man sich chinesische Großstädte vorstellt. Über 10 Millionen Einwohner hat die Stadt derzeit und so gut, wie sich Suzhou entwickelt, ist kein Ende in Sicht. Große Firmen produzieren und forschen hier. Die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zu Shanghai sorgen dafür, dass Suzhou zu den aufstrebenden Städten Chinas gehört. Die Aufbruchstimmung zeigt sich auch in der mutigen Architektur im modernen Teil: Das Wahrzeichen des neuen Suzhous ist das Gate of the Orient (Dongfang Zhimen) oder Gate of the East, der zweithöchste Wolkenkratzer in Suzhou. Am Jinji-See gelegen, soll es als Tor zum Osten fungieren – doch die Locals gaben dem Gebäude auf Grund der ungewöhnlichen Form liebevoll den Spitznamen „die Hose“.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten die Hose Gate of the Orient Dongfang Zhimen
    Sieht aus wie eine Hose: Das Gate of the Orient in Suzhou.

    Suzhou Supertower

    Überragt wird die „Hose“ vom Suzhou Supertower mit 450 Metern Höhe – und da fängt es langsam an, wirklich futuristisch auszusehen. Jedes Mal, wenn wir daran vorbeifuhren, konnte ich es kaum glauben, dass wir nur wenige Kilometer weiter auf kleinen Holzbooten über romantische Kanälen geschippert sind. Wie hier Altes und Futuristisches miteinander kombiniert wird, ist atemberaubend.

    Suzhou Industrial Park & Suzhou Culture and Arts Centre

    Im Suzhou Industrial Park gibt es weitere Beispiele für das moderne Suzhou: Das Suzhou Culture and Arts Centre ist ein gigantisches Kulturzentrum mit einem (kostenlosen) Museum für moderne Kunst, diversen Ausstellungsräumen, einem Musicaltheater und einem kleinen Vergnügungspark mit Riesenrad, Cafés und Restaurants. Bei gutem Wetter hat man von hier aus einen fantastischen Blick über den Jinji-See auf die Skyline von Suzhou.

    Shopping in Suzhou – Einkaufen von Seide bis Designerkleidung

    In Suzhou kann man Einkaufen bis zum Umfallen. Ich habe mir seit langem eine strikte No-Shopping-Policy auferlegt, an die ich mich meistens halte, denn sonst wäre ich bei den ganzen Reisen, die ich so unternehme, längst verarmt. Meine Souvenirs sind meine Fotos – aber an Orten wie Suzhou fällt es doch ganz schön schwer, sich zu beherrschen.

    Beliebte Souvenirs aus Suzhou

    Beliebte Mitbringsel aus Suzhou sind neben Seide in allen Variationen grüner Tee (Bi Leo Chun), Fächer in allen Formen, und jede Menge Kunsthandwerk wie Stickereien und Obstkernschnitzereien. Auf der Shantang Street und um die Pingjiang Road gibt es außerdem jede Menge kleiner Läden, die ziemlich hippes Kunsthandwerk verkaufen – nix mit langweiligem Tourikrempel!

    Suzhou Shopping Blan Bunny Teeladen Shantang Street

    Tipp für Designliebhaber

    Totshoppen können hätte ich mich auch im Chengpin Eslite, eigentlich eine riesige Buchhandlung. Mit schönen Buchhandlungen habe ich es ja eh, und diese hier ist eingebettet in ein topmodernes Einkaufszentrum mit unzähligen kleinen Designerstores. Normalerweise schrecken mich Shopping Malls ab, aber das Eslite hat mich sehr an Trendtempel wie das Terminal 21 in Bangkok erinnert! Zwischen den Stores gibt es immer wieder kleine Imbisse und Cafés, so dass man sich hier durch sämtliche Köstlichkeiten der Region probieren kann, wenn man sich an Streetfood nicht herantraut.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Chengpin Eslite Bookstore
    Nicht nur riesiger Buchladen, sondern auch Einkaufszentrum mit vielen innovativen Designerläden: Chengpin Eslite.

    Essen & Trinken in Suzhou

    Exotische Gerichte: Was ist man in Suzhou?

    Essen kann generell in China ganz schön exotisch sein. Und mit dem China-Restaurant aus der deutschen Provinz hat es so gar nichts zu tun. Vegetarier haben es oft schwer, irgendwo ist dann doch Fleisch drin oder mit Fischsoße gewürzt. Fleischesser wie ich müssen mit den abgefahrensten Gerichten wie Entenzungen oder geschmorten Innereien klarkommen. Grundsätzlich wird bei westlichen Touristen schon darauf geachtet, nicht die allerungewöhnlichsten Gerichte anzubieten, aber auf Grund von Kommunikationsschwierigkeiten sollte man für alles gewappnet sein.

    Suzhou Küche Essen Spezialitäten chinesische Küche beste Restaurants

    Jiangsu-Küche

    Die Jiangsu-Küche (so heißt die Provinz in der Suzhou liegt) ist allerdings so ausgefeilt und variantenreich, dass ich mir oft gewünscht hätte, ich könnte noch mehr über meinen Schatten springen und Gerichte wie Schweineschnäuzchen oder Hühnerfüße probieren – nur leider bin ich da echt fies vor, wie man bei uns im Ruhrpott sagt. Denn wenn man schon Fleisch isst, ist es nur konsequent, das ganze Tier zu verwerten. Speziell die Küche in Suzhou ist ein wahres Paradies für Feinschmecker!

    Suzhou Küche Süßkartoffel Püree

    Vegetarische Küche

    Vegetarier müssen aber nicht verhungern, es gibt auch hier jede Menge Exotisches wie Wasserspargel, Lotuswurzeln oder lila Süßkartoffeln. Nicht alles ist scharf, aber vieles fettig und durch die fremden Gewürze und das andere Klima braucht der eine oder andere Magen etwas, um sich an die neue Küche zu gewöhnen. Grundsätzlich aber habe ich in den ganzen Tagen so viel Neues und Leckeres probiert, dass ich mich gar nicht mehr an alles erinnern kann!

    Gerichte werden immer geteilt, d.h. sitzt man in einer großen Runde, kann man noch viel mehr probieren!

    Spezialitäten der Suzhou Küche

    Mandarin-Fisch

    Früher oder später wirst Du ihn in Suzhou serviert bekommen, dieser speziell zubereitete Fisch ist DAS Gericht in Suzhou. Der Fisch wird komplett entgrätet, raffiniert in Form eines Eichhörnchens drapiert und dann frittiert. Zum Schluss kommt eine süß-saure Soße darüber, die süß-sauer für mich nochmal auf ein anderes Level gehoben hat!

    Suzhou Küche Mandarin Fisch in Eichhörnchen Form chinesische Spezialität

    Suzhou Nudeln

    Nudelsuppe ist Nudelsuppe könnte man behaupten. Aber die frischen Nudeln bei Zhuhongxing in hausgemachter Brühe mit zartem Rindfleisch waren so göttlich, dass ich heute noch manchmal daran denke. Tipp: Nicht zu lange beim Essen staunen und genießen, denn die Nudeln saugen sich in der Schüssel so mit Brühe voll, dass der Nudelberg immer größer statt kleiner wird. Der Profi schlürft schnell! (Keine Angst vor Tischmanieren: Über der Schüssel hängen und laut schlürfen wird in China nicht so eng gesehen wie bei uns.)

    Suzhou Küche Nudeln und Nudelsuppe bei Zhuhongxing

    Tangbao

    Teigtaschen in allen Varianten dürfen nicht fehlen! Die Tangbao sind nochmal eine spezielle Sorte, die zusätzlich zu dem meist fleischhaltigen Inhalt mit Brühe gefüllt sind. Diese wird vorher mit einem Strohhalm herausgeschlürft, ähnlich der Xiaolongbao, die es im benachbarten Shanghai gibt.

    Suzhou Küche auf der Shantang Street Tangbao mit Strohhalm

    Streetfood in Suzhou

    Trau‘ Dich immer auch an das Streetfood! Manchmal kann es auch überraschend sein, wie das Teilchen rechts, was ich in einer Bäckerei gekauft habe. Lecker sah’s aus, so haarig paniert – aber was ich mir süß vorstellte, war letztendlich eine Panade aus fein gemahlenem Schweinefleisch. War nicht meins – aber probieren mag ich Fremdes trotzdem gern. Die Teigtaschen aber waren göttlich!

    Unterkunft in Suzhou

    Unsere Unterkunft in Suzhou hätte besser nicht sein können. Zentral gelegen, mit jeglichem Schnickschnack wie Pool und Tennisplatz ausgestattet und mit einem Frühstücksbüffet zum Niederknien war das Garden Hotel* perfekt. Das Hotel besteht aus mehreren kleineren Gäste- und zwei Haupthäusern, eingebettet – passender konnte es in der Stadt der Gärten nicht sein – in eine wunderschöne, ruhige Gartenanlage. Wer sich etwas gönnen und dabei stilecht in Suzhou übernachten möchte: Absolute Empfehlung!

    ➜ Garden Hotel in Suzhou buchen*

    Suzhou Garden Hotel China
    Mitten in einer Gartenanlage und trotzdem zentral: Das Garden Hotel in Suzhou.

    Anreise & Fortbewegung in Suzhou: So planst du deine Reise!

    Lage & Anreise

    Suzhou liegt nur 80 Kilometer von Shanghai entfernt, und liegt direkt an der Schnellzugstrecke, die von Shanghai bis nach Peking führt. Ist man also ein paar Tage in Shanghai, ist Suzhou definitiv eine gute Wahl für einen mehrtägigen Ausflug: Mit dem Zug ist man innerhalb von 90 Minuten in Suzhou.

    Shanghai ist zwar sehr schön, ich persönlich finde aber Suzhou geschichtlich und kulturell gesehen viel reizvoller – und immer nur Mega-Großstadt kann auch sehr anstrengend sein. Zugfahren ist in China übrigens tausend Mal organisierter als ich dachte. Allerdings kann es auch hier zu Verständigungsproblemen kommen, da Englisch nicht sehr weit verbreitet ist.

    ➜ Hier kannst du eine komplette Tagestour mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Shanghai nach Suzhou buchen* (inkl. Guide, Zugtickets, Eintrittskarten und Mittagsessen vor Ort)

    Bahnhof Suzhou Schnellzüge Bahnfahren Zugfahren in China
    Erst 10 Minuten darf man hinunter auf die Gleise, die Tickets sind personalisiert und die Identität wird an der Zugangskontrolle überprüft: In China hat beim Zugfahren alles seine Ordnung.

    Individuell reisen vs. Gruppenreise

    Wir waren in einer kleinen Reisegruppe unterwegs. Obwohl ich sonst in Asien immer individuell reise und alles selbst plane, war ich so manches Mal froh, einen Reiseleiter dabei zu haben, der vieles erklärt und zur Not übersetzen kann. Gerade weil die Region um Suzhou noch nicht besonders vertraut mit westlichen Touristen ist, wird nicht viel Englisch gesprochen und in den meisten Sehenswürdigkeiten gibt es keine Informationen in englischer Sprache, so dass einem sonst vieles an interessanten Informationen entgeht.

    Einzelne Reisebausteine statt kompletter Rundreise

    Komplette China-Rundreisen sind aber oft sehr teuer, und mal ehrlich, einen Flug nach Shanghai buchen und ein paar Tage dort verbringen schafft man zur Not allein. Für „exotischere“ Ziele wie Suzhou kann man aber bei China Tours einzelne Bausteine buchen, was ich wirklich nur empfehlen kann.

    Wir haben während unserer Reise durch mehrere Orte rund um Shanghai drei Reiseführer verschlissen, die allesamt höchst professionell waren, sogar sehr gut Deutsch (!) sprachen und zu jedem Thema absolut fundiertes Wissen vorweisen konnten. Gerade bei einem so komplexen Reiseziel wie China mit so viel Kultur und Geschichte, über die ich zugegebenermaßen vorher nicht besonderes viel wußte, war eine professionelle Begleitung Gold wert.

    Suzhou Sehenswürdigkeiten Pingjiang Road Boote auf Kanal

    Fortbewegung innerhalb Suzhous

    Bist du lieber individuell unterwegs, kannst du vor Ort in Suzhou längere Strecken gut mit dem Taxi zurücklegen oder eine der Touristenbuslinien nehmen. An vielen Stellen gibt es Leihfahrräder. Das U-Bahn-Netz wird gerade ausgebaut.

    Lohnt sich eine Reise nach Suzhou?

    Suzhou hat mir wirklich sehr gut gefallen und ich habe mich oft gefragt, warum es unter westlichen Touristen nahezu unbekannt ist. Gerade, wenn man Shanghai besucht, bietet sich ein Ausflug (Sportliche schaffen es auch in einem Tag) nach Suzhou förmlich an. Shanghai ist zwar faszinierend, dennoch fehlte mir dort immer ein wenig Patina. Mit einem Abstecher nach Suzhou lässt sich das gut ergänzen. Auch ist die Stadt wesentlich entspannter und überall wird man als exotischer Tourist aus dem Westen herzlich empfangen, das hat mir nochmal eine ganz neue Seite Chinas gezeigt.

    Hinweis: Ich wurde von den Fremdenverkehrsämtern Suzhou und Nanjing sowie von China Tours auf diese Recherchereise eingeladen.

  • 24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    24 Stunden in Hongkong: Die 5 besten Tipps

    Hongkong sehen in zwei Tagen: extrem sportlich. Hongkong sehen in anderthalb Tagen: eigentlich unmöglich. Aber der Taifun meinte es nun mal nicht gut mit uns. Anderthalb Tage mussten reichen. Viel zu wenig für eine Stadt wie Hongkong.

    hongkong harbour view hotel

    Stopover in Hongkong – meine Tipps!

    Schon beim Blick aus dem Hotelfenster (Mega! – und netterweise mit Orientierungshilfe) war klar: ich werde nur einen Bruchteil der Stadt sehen. So groß, so faszinierend, so vielseitig, so tropisch. Ich komme wieder, da bin ich mir sicher.

    1. Temple Street Night Market – Essen in Hongkong

    Mitten in Kowloon gelegen, ist der Markt sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen. Ein typisch asiatischer Nachtmarkt, perfekt auf die Bedürfnisse von Touristen abgestimmt. Von Ladekabeln für’s neueste iPhone über chinesische Teeservices bis zu den üblichen Souvenirs gibt es alles, was das Touristenherz begehrt. Die Preise schienen zwar schon moderat, feilschen lohnt sich trotzdem.

    Restaurant at night market in Temple Street, Hongkong

    Aber das wirklich Interessante sind die Restaurants drumherum, zum Teil in kleinen dunklen Gassen gelegen und sehr einfach eingerichtet. Nichts für Sauberkeitsfanatiker und wohl auch nicht für sensible Tierliebhaber, denn artgerechte Haltung von Meeresgetier sieht anders aus. Vor den Restaurants stehen Bottiche mit lebenden Tieren – auf ihre Zubereitung wartend. Die Krebse sollen fantastisch sein.

    Hongkong
    water basin with seafood in chinese restaurant

    Ich bin kein Fan von Meeresfrüchten, weder tot noch lebendig. Die Tierchen durften also noch weiter in ihren Wannen schwimmen. Aber der Rest war köstlich. Und der ruppig-chinesische Service machen das Hongkong-Erlebnis perfekt.

    Mehr über über Hongkong und China kannst du auch hier nachlesen

    2. Egg Waffles probieren

    Zum Nachtisch dann noch – typisch für Hongkong – die fotogenen Egg Waffles:

    3. Mit der Fähre durch den Victoria Harbour

    Eine der wohl günstigsten Attraktionen Hongkongs. Man kann zwar auch eine der schönen Dschunken mit touristischem Programm nehmen, aber mit einer der Fähren schnell durch den Victoria Harbour übersetzen, ist beeindruckend. Vor allem bei Nacht, wenn die Skyline hell erleuchtet ist. Kostet nur wenige Cents, und geht immer.

    4. Mit der Hongkong Tram fahren

    Wohl einzigartig sind die Straßenbahnen Hongkongs: zwei Etagen, bunt bemalt und fast so kurz wie ein VW Golf.

    5. Shoppen und chillen in Stanley

    Etwas ausserhalb von der Innenstadt liegt Stanley, aber mit der Buslinie 6 vergeht auch die Fahrt dorthin wie im Flug. Vorbei am schönsten Stränden Hongkong wie Repulse Bay, die Serpetinen zwischen den tropischen Bergen entlang.

    repulse bay hongkong

    Stanley selbst ist ein hübscher kleiner Ort, mit Cafés und Restaurants an einer Strandpromenade und einer kleinen Mall. Perfekt, um mal der lauten Stadt zu entfliehen. Bekannt ist Stanley vor allem auch für seinen Markt – früher ein Geheimtipp für Schnäppchenjäger, jetzt eher Touristenmarkt wie überall auch. Egal, schön isses trotzdem.

    Den Tin Hau Tempel in Stanley kann man auch direkt mitnehmen – einer von vielen Tempeln in Hongkong, die der Schutzpatronin der Fischer und Seeleute Tin Hau gewidmet sind. Schön anzusehen.

    ***

    Mehr über Hongkong:

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

  • Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Hongkong: Ein Taifun, die Peak Tram und eine Skyline

    Ich habe es im Moment mit Naturkatastrophen. Entweder sie reisen mir hinterher wie letztens in Charlotte oder sie eilen mir voraus. Letzteres passierte dann in Hongkong. Was zur Folge hatte, dass sich das Briefing wegen eines Taifuns um glatte 12 Stunden verschob – und somit meinen allerersten Aufenthalt in Hongkong dramatisch verkürzte. Egal. Besser hinter dem Taifun ankommen als währenddessen, oder? Dachte ich mir zumindest und straffte das Sightseeing-Programm für Hongkong noch ein wenig. Das Nachtleben in Hongkong fiel dann leider weg, keine Cocktails in Roof-Top-Bars oder durchtanzte Clubnächte. Dafür aber dann der spektakulärste Ausblick ever.

    Hongkong: Mit der Peak Tram auf den Viktoria Peak

    Es ist Sonntag. Der erste sonnige Tag nach einem Taifun. Keine gute Idee, um mit der historischen Hongkong Peak Tram auf den Victoria Peak hinauf zu fahren – es sei denn, man lässt sich von anderthalb Stunden Wartezeit nicht abschrecken. An anderen Tagen soll es wohl besser sein, aber wir hatten ja leider keine Wahl. Tausende Touristen müssen wohl während des Taifuns in Hongkong ausgeharrt haben, nur um am nächstmöglichen Tag direkt mit ihrem Sightseeingprogramm weitermachen zu können und den Viktoria Peak gemeinschaftlich zu stürmen.

    Mehr Reiseberichte & Tipps für China und Hongkong

    Riding the Peak tram in Hongkong

    Trotzdem: es lohnt. Die Fahrt mit der Hongkong Peak Tram ist zwar recht kurz, aber stellenweise spektakulär, da es so steil wird, dass man auf den hölzernen Bänken eher liegt statt sitzt. Oben angekommen gibt es einen großes Einkaufs- und Vergnügungszentrum mit einer Aussichtsterrasse, der Sky Terrace 428. Die heißt so, weil sie 428 Meter hoch liegt. (Wer hätte das gedacht.) Kostet natürlich extra, aber unten an der Tramstation kann man sich ein Kombiticket kaufen, ein paar Dollar sparen und dafür den fantastischsten Ausblick über Hongkongs Skyline gewinnen!

    Atemberaubend: Aussicht vom Victoria Peak in Hongkong

    Die Aussicht vom Peak ist magisch. Wir verbrachten den Nachmittag oben, verfolgten den Sonnenuntergang und staunten über die bunten Lichter der Stadt bei Nacht. Wie in einem Film, wie auf einer Postkarte, wie eine Fototapete – so surreal fühlte sich dieser Blick an. Und alle Mühen und Wartezeit für den Aufstieg waren vergessen.

    view from victoria peak hongkong
    Hongkong by night
  • Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    Shanghai Tipps: Das erste Mal in China

    It’s Shanghai, Baby! Whooo-hooo! So skandalös wie der gleichnamige Roman war mein allererster China-Besuch überhaupt zwar nicht. Aber es gab eine Sache, auf die mich kein interkulturelles Kommunikationsseminar vorbereiten konnte. Denn live und in Farbe ist es eben gewöhnungsbedürftig, wenn einem ein wildfremder Chinese mitten auf dem Bürgersteig vor die Füße rotzt. Andere Länder, andere Sitten. Auf die Straße spucken sei normal, sagt jeder Reiseführer, und lautet der Inhalt jeder Kulturschock-Schulung.

    skyline in pudong shanghai china

    Ich wollte es nicht glauben, bis der erste neben mir in Shanghai auf der Straße tief Luft holte und mit so viel Getöse alles Störende aus seinem Rachen rausholte, dass ich Angst hatte, es käme noch Mageninhalt hinterher. Naja, vor chinesischem Mageninhalt hatte ich eh schon jegliche Scheu verloren – auf dem Hinflug ging es jemandem schlecht, ich führe das mal jetzt nicht weiter aus, und da man auf einem 10-Stunden-Flug nicht wie auf der Kurzstrecke mal eben feige bei der nächsten Landung die Putzkolonne rufen kann… hieß es dann: Gummihandschuhe an und durch. Hashtag #momenteindenenichdiekurzstreckevermisse.

    Ansonsten sollen Chinesen noch ganz andere schlimme Sachen machen, vor allem bei Tisch. Schlange stehen ist auch nicht so beliebt. Überhaupt würde Herr Knigge wohl ’nen Anfall kriegen bei so viel rüpelhaftem Verhalten. Übel, übel.

    Benimmregeln für China: Wie sind sie denn nun, die Chinesen?

    Ich war sehr positiv überrascht. Manchmal ist es gar nicht verkehrt, sich eine fremde Kultur vor dem ersten Besuch in den schlimmsten Farben auszumalen! Bis auf die Spuckerei habe ich mich in Shanghai nämlich wohl gefühlt. Gut, servicetechnisch gibt es noch einiges an Luft nach oben, aber das habe ich mir mit der Hammer-und-Sichel-Sache erklärt. Es ist vielleicht nicht so vorgesehen. Aber sonst: echt nette Leute.

    shanghai pudong skyline

    Vor allem die chinesische Kollegin, die mir ungefragt auf dem Hinflug eine improvisierte englisch-chinesische Speisekarte zum Zeigen aufgeschrieben hat, damit ich beim Anpreisen der Mahlzeiten nicht völlig verzweifele. Auf dem Rückflug habe ich mich dann mit ihrer Hilfe sogar an die Aussprache gewagt: Es gab „njiuuu-rhooo“ oder „chuuu-rhooo“. Rind oder Schwein. Oder so ähnlich. Unsere Gäste haben jedenfalls sehr gelacht. Naja, was tut man nicht alles.

    shanghai world financial center china

    Sehenswürdigkeiten & Tipps in Shanghai

    Shanghai ist eine Stadt der Moderne. Wolkenkratzer, immer höher, immer größer, immer mehr – in Pudong sieht man das ganz besonders. Dort soll in den 80er Jahren noch kein einziger moderner Bau gestanden haben. Unvorstellbar. Shanghai wächst im Zeitraffer. Das gehört auch zu den Must-Sees in Shanghai: einmal auf einen der Riesen-Wolkenkratzer hinauf, wie hier auf das Shanghai World Financial Center. (Das ist das Gebäude, das so aussieht wie’n Flaschenöffner.)

    oriental pearl tower shanghai china

    Die Fahrt rauf bis in die 100.Etage auf den Skywalk kann man sich im Grunde auch sparen, die 94. oder ’n Kaffee im Hilton in der 91. sollten es eigentlich auch tun. So spektakulär ist der Glasboden in der 100.Etage nämlich nicht, denn man schaut im Prinzip nur auf einen anderen Gebäudeteil. (Aber ich musste ja unbedingt für 25€ nach ganz oben.)

    Mehr über das spannende Reiseland China erfährst du auch in meinem China-Blog

    Auf der Suche nach historischen Überbleibseln sind wir erst in der Altstadt rund um den Yu-Yuan-Garten hängengeblieben. Hat hier aber starken Disneyland-Charakter. Irgendwie unecht alles. Zumindest gab’s noch typische Teigtaschen (Xiao Long Bao) im bekannten Nan Xiang Restaurant. Kein überragendes Gourmeterlebnis, aber die Atmosphäre oben im Restaurant fühlte sich nach China an.

    yu yuan garden shanghai china

    Besonders gut gefallen hat mir Xintiandi, das alte französische Viertel mit ein paar gut erhaltenen schönen kleinen Häusern, den Shikumen. Ein paar Straßenzüge sind leider extrem mit westlichen Gourmet-Restaurants und Geschäften aufgerüstet; speziell dort fehlt es an Flair. Aber ansonsten lässt sich hier viel zu Fuß entdecken, es gibt viele kleine, ausgefallene Shops und tolle Cafés.

    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    xitiandi shanghai
    Historische Backsteinbögen in einer chinesischen Altstadtgasse

    Essen und Trinken in Shanghai: Meine Shanghai Tipps

    Meine persönliche kleine Auswahl, ausprobiert und für gut befunden:

    Hongdae Bear (Xintiandi) – koreanischer Coffee Shop mit Kaffeespezialitäten für 5€ (huch!), dafür aber extra nett und mit ausgefallenen Zutaten (schwarzer Pfeffer!)

    Xitiandi Shanghai
    xitiandi shanghai
    hongdae bear cafe shanghai

    Nan Xiang Restaurant (Yu Yuan Garten, Altstadt): hier gibt’s gefüllte Teigtaschen, die Xiao Long Bao – unten stehen die Leute Schlange, oben lässt sich gemütlich sitzen.

    xiao long bao at naniang restaurant

    1221 The Dining Room (Zhongshan Park) – Shanghai-Küche für Einsteiger, gemütliche Atmosphäre und alles ist so lecker!

    Coconut Paradise – gute Thai-Küche, lauschiger Garten, hervorragende Cocktails.

    Crystal Jade (Xintiandi) – eigentlich eine große Kette, chinesische Küche, tolle Auswahl, gediegen-schönes Ambiente.

    food crystal jade shanghai
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