Kategorie: Marokko

Marrakesch mit seiner verwinkelten Altstadt, der Medina,  seinen warmen Farben und prächtigen Mustern, hatte es mir angetan. Allein als Frau und auf eigene Faust durch Marokko zu reisen, war dennoch nicht immer einfach. In meinen Artikeln findest du hilfreiche Tipps, wenn du individuell durch Marokko reisen willst!

Marrakesch  |  Essaouira

  • Essaouira: Der Strand von Marrakesch

    Essaouira: Der Strand von Marrakesch

    Was? Marrakesch hat ’nen Strand? Nicht ganz. Aber Essaouira ist nur gut zweieinhalb Autostunden von Marrakesch entfernt – für ein weitläufiges Land wie Marokko also um die Ecke. Und nach einem aufregenden und mitunter anstregenden Aufenthalt in Marrakesch war ich bereit für ein bisschen Entspannung.

    Lohnt sich ein Ausflug nach Essaouira?

    In vielen Marrakesch-Reiseführern ist Essaouira übrigens als Tagesausflug erwähnt. Ein Tag in Essaouira soll vollkommen reichen, mehr gäbe es eh nicht zu sehen. Allerdings sitzt man dann an einem Tag mindestens fünf Stunden für Hin- und Rückfahrt im Bus, und zum anderen ist ein halber Tag viel zu kurz für diesen schönen Ort. Falls du aber wenig Zeit hast, gibt es organisierte Touren; das nimmt dir wenigstens ein bisschen die Planung ab:

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    essaouira

    4 Dinge, die man in Essaouira sehen muss: Sehenswürdigkeiten in Essaouira

    In Essaouira weht einfach ein anderer Wind. Uah. Was für ein Wortspiel. Aber es stimmt. In Essaouira ist es wesentlich frischer als in Marrakesch, aber die Seeluft ist einmalig. Sie fährt einem durch alle Poren, wischt den roten Staub der Altstadt von Marrakesch mit Inbrunst weg – und vor sich sieht man dieses Küstendorf, was nicht mehr nach rauem Meer und steifer Atlantikbrise aussehen könnte. Nicht ohne Grund trägt Essaouira auch den Spitznamen „Stadt der Winde„.

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    Tipp #1: Der Hafen von Essaouira – Mogador in Essaouira

    Ein bisschen fühlt man sich wie bei Hitchcock’s „Die Vögel“, wenn gierige Möwenschwärme über einem kreisen; hungrig, zuweilen biestig und laut kreischend. Es ist Mittag. Die Fischer sind gerade im Hafen angekommen, breiten ihre frisch gefangene Ware auf improvisierten Tischen und manchmal auch nur auf einer Plastiktüte auf dem nackten Boden aus. Und was für Fische es gibt. Für Liebhaber von Meeresgetier ist das hier ein wahres Fest, frischeren Fisch bekommt man nirgendwo –  aber überhaupt kann man in Essaouira gut und für kleines Geld essen.

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    Die Stimmung am Hafen ist wirklich besonders, und wenn man so auf einem der riesigen Felsen in der Bucht sitzt und sich so den Atlantikwind um die Ohren blasen lässt, fallen einem die kleinen Schönheitsfehler drumherum wie der leider gelegentlich aus den Wellen auftauchende Plastikmüll gar nicht auf.

    Die beste Aussicht auf Altstadt und Meer hat man übrigens vom Mogador:

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    Tipp #2: Die Gassen der Altstadt

    Essaouira ist recht übersichtlich, das stimmt. Dennoch kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag nur durch die Gassen der Altstadt treiben lassen – und sich an Essaouiras Charme erfreuen. Überall gibt es kleine hübsche Details zu entdecken. Wenn Du Interesse am Fotografieren entwickeln willst oder Motive suchen üben möchtest – dann fahr‘ nach Marokko!

    Noch mehr Reiseinspiration gesucht?
    ➜ Alle Marokko Artikel findest du hier

    Tipp #3: Souvenir Shopping in Essaouira

    Nachdem ich in Marrakesch bitter übers Ohr gehauen wurde, hier der ultimative Shoppingtipp für Dich: Vergiss Marrakesch! Alles, was es dort an schönen Lampen, Decken, Teppichen und anderem Schnickschnack gibt, findest Du auch in Essaouira – dann oft zu festen Preisen, die aber wirklich realistisch sind.

    Mir hat in Marrakesch ein windiger Berber 40 Euro für ’ne olle Tagesdecke abgeknöpft! Das klang zwar zuerst nach einem guten Preis, hatten wir doch das scheinbar typische Berber-Verhandlungsritual mit viel Chi-Chi, warmen Worten und tränenreichen Stories von alten Frauen, die sich im kargen Atlasgebirge für einen Hungerlohn die Hände an den Decken wund weben, bei sagenhaften 250 Euro begonnen. Zwei-hundert-fünfzig!! Von 250 runter auf 40, das ist ja schon eine fast obszöne Spanne. Aber mein Gesicht, als ich die genau gleiche Decke für zehn (!) Euro in Essaouira gesehen habe, war unbezahlbar. Wir lernen also: Nix in Marrakesch kaufen! (Und ich bin mir sicher: Andere Städte, die noch weniger touristisch als Essaouira sind nochmal ’ne Runde attraktiver zum Einkaufen.) Weiterer Pluspunkt: Was nervige Verkäufer angeht, ist Essaouira das absolute Gegenteil von Marrakesch! Man wird nicht belästigt, viel seltener angesprochen und im allgemeinen ist die Stimmung diesbezüglich in Essaouira wesentlich entspannter.

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    Tipp #4: Die Strandpromenade von Essaouira

    Außerhalb des Altstadtkerns befindet sich der lange, weite Strand von Essaouira. Zum Baden fand ich’s nicht besonders spannend, das Wasser ist relativ kühl und so richtiges Miami-South-Beach-Feeling will in Marokko als muslimischem Land einfach nicht aufkommen. Wassersportler allerdings werden begeistert sein, nicht umsonst ist die ganze Ecke hier ein totaler Hotspot für Surfer.

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    Abends und vor allem am Wochenende mutiert die Strandpromenade zur „Ausgehmeile“ von Essaouira mit Popcornwägen und Schneckenverkäufern, bei denen man sich direkt am Stand die frisch gekochten Minischnecken aus ihren Schneckenhäusern popeln und essen kann. Wer’s mag. Gute Gelegenheit jedenfalls, um ein bisschen originales Leben mitzubekommen – die Promenade ist auch für einheimische Familien ein beliebtes Ausflugsziel. Und es gibt die ein oder andere Lounge Bar, in der man wunderbaren Minztee bekommt: Pappsüß, aber lecker.

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    Praktische Tipps für Essaouira

    Anreise: Wie kommt man von Marrakesch nach Essaouira?

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, von Marrakech nach Essaouira zu kommen:

    a) Privattaxi (am teuersten)

    b) Im Rahmen eines gebuchten Ausflugs mit oder ohne Programm:
    Manche Touren machen dann noch unterwegs an Arganbäumen halt, auf denen Ziegen auf der Suche nach den Arganfrüchten in den Baumwipfeln hocken. Sieht lustig aus, aber seitdem ich mal gerüchteweise gehört habe, dass die Ziegen dort extra für die Touristen festgebunden werden, fand ich das auch nicht mehr spannend.

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    c) Mit dem Linienbus:
    Ab dem Bahnhof in Marrakesch fahren auch die Überlandbusse ab, die direkt nach Essaouira fahren und dort total praktisch vor den Toren der Altstadt halten. Die Tickets sind günstig, und der VIP-Bus am Vormittag ist mit WLAN und bequemen Sitzen sehr komfortabel.

    Unterkunft in Essaouira

    Im Maison du Sud schläft man in einem alten, verwinkelten Riad mitten in der Altstadt. Die Zimmer sind schon ziemlich abgewohnt, nichts Schönes, aber die Lage ist fantastisch und das Frühstücksambiente im Riad-typischen Innenhof einmalig.

    Die richtige Kleidung

    Pulli oder Jacke nicht vergessen! In Essaouira ist es um einige Grad kälter als in Marrakesch, und die steife Brise ist echt nicht zu unterschätzen, auch wenn die Wetter-App was von 30 Grad erzählt!

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  • Marrakesch: Sehenswürdigkeiten & Tipps für alleinreisende Frauen in Marokko

    Marrakesch: Sehenswürdigkeiten & Tipps für alleinreisende Frauen in Marokko

    Marrakesch ist ein Traum aus tausendundeiner Nacht. Ich war Feuer und Flamme, als ich mich aufgemacht habe, die schönsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch zu erkunden. Allein als Frau in Marokko ist es aber nicht immer einfach! Am Ende des Artikels findest Du ein paar hilfreiche Marrakesch Tipps extra für Frauen!

    Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch

    „Sind die Farben in Marokko wirklich so intensiv und schön, wie man immer sagt?“ fragte mich eine Freundin nach meiner Reise. Und ja, tatsächlich – die Farben, die Muster: Marokko und speziell Marrakesch sind ein absolutes Fest für die Augen. Überall gibt es Interessantes zu sehen, und es macht Spass, sich in den engen, verwinkelten Gassen der geschichtsträchtigen Medina zu verlieren und Neues zu entdecken. Wahrscheinlich hätte ich auch noch viel mehr Zeit an diesem einzigartigen Ort verbracht, wenn da nicht ein paar Sachen gewesen wären…

    Place Djemaa el-Fna – Von Schlangenbeschwörern und marokkanischem Barbecue

    Der Place Djemaa el-Fna ist der zentrale Punkt in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, und gleichzeitig der große Marktplatz, auf dem sich alles abspielt. Auch wenn man sich in den labyrinthartigen Gängen in der Altstadt verläuft, zum Place Djemma-el-Fna findet man irgendwie immer zurück. Der Platz ist riesig groß, um ihn herum einige Geschäfte und Cafés. Tagsüber ist wirklich nicht viel los – ein paar Saftstände hier und da, ein paar Henna-Malerinnen. Bis der Abend naht – dann kommt Bewegung auf den Platz. Und das jeden Abend!

    Marrakesch Sehenswürdigkeiten Place Djemaa el Fna bei Sonnenuntergang
    Der Place Djemaa el Fna in Marrakesch: Bei Sonnenuntergang besonders schön.

    Langsam füllt sich der vorher leere Platz mit Unmengen von Essensständen, an den denen Fleisch und Fisch auf den Grill kommen, Musikern und Schlangenbeschwörern. Marokkanische Volksfeststimmung! Am besten kann man das ganze Treiben von einer der Dachterrassen rund um den Platz beobachten. Keine Sorge, die Lokale sehen zwar alle sehr nach Touristenfalle aus, sind aber gar nicht so überteuert! Und man kann ganz ungestört 1-2 Stunden dort sitzen, den Sonnenuntergang beobachten und die Stimmung auf sich wirken.

    Auf dem Platz selbst hingegen sollte man mit Umschauen und Gucken vorsichtig sein… Jeder Essensstand hat seine Touristenfänger gut postiert, die nicht locker lassen und unermüdlich mit ihren Speisekarten vor einem herumwedeln. Wirklich in Ruhe schauen ist unmöglich. Auch bei den Schlangenbeschwörern und Musikern ist Vorsicht geboten, zückt man die Kamera. Für jedes Foto wird nicht gerade unaggressiv ein Obolus eingefordert, wenn man nicht von selbst darauf kommt. Schließlich leben die Darsteller davon – also Spende oder kein Foto. Wer dann auch kein Herz für Tiere hat, kann noch Fotos mit Affen, die an Ketten gehalten werden und dämliche Verkleidungen wie Tutus und Sonnenbrillen tragen müssen, machen.

    Jardin Majorelle – die Gärten von Yves Saint Laurent

    Der Jardin Majorelle war eigentlich immer das erste, was mir bei Marrakesch in den Sinn kam. Exotische Pflanzen, mittendrin ein Haus in sattem Mondrianblau (schon wieder diese Farben!) und die Symbiose zwischen Orient und Moderne. Ganz so geflasht war ich dann doch nicht. Der Garten an sich ist kleiner als in meiner Vorstellung und leider war das Yves Saint Laurent Museum auf dem Gelände gerade geschlossen. Aber die Sammlung an unterschiedlichsten Pflanzen aus aller Welt ist auch für Nicht-Botaniker beeindruckend. Im klimatisierten lauschigen Café (ein Traum bei Außentemperaturen von 40 Grad) kann man gemütlich bei Minztee und frischen Säften eine Pause einlegen.

    Der Jardin Majorelle liegt außerhalb der Medina und ist am besten per Taxi zu erreichen. Auch wenn man hier handeln sollte – wir haben es nie wirklich zu einem realistischen Preis geschafft und für Hin- und Rückfahrt überteuerte 40 bis 50 Dirham (ca.4-5€) bezahlt. Eintritt für den Jardin Majorelle (ohne Museum): 70 Dirham.

    Aktuelle Preise und Öffnungszeiten

    ➜ Mehr über Marokko erfährst du noch auf meinem Marokko Blog!

    Merdersa Ben Youssef

    Marrakesch Sehenswürdigkeiten Medersa Ben Youssef Innenhof
    Die Medersa Ben Youssef von innen: Eines der beeindruckendsten Gebäude in Marrakesch.

    Eine der schönsten Gebäude in Marrakesch ist die Merdersa Ben Youssef, eine ehemalige Koranschule. Der Innenhof ist mit Stuckornamenten und Mosaiken sehr beeindruckend gestaltet – absolut sehenswert!

    Musée de Marrakech

    Ganz in der Nähe liegt das Musée de Marrakech – dort finden oft kulturelle Events und Ausstellungen statt. Interessanter ist jedoch, dass sich das Museum in einem alten Palast befindet.

    La Maison de la Photographie

    Vielleicht nicht für jeden interessant, aber ein kleiner Geheimtipp in der Nähe des Musée de Marrakesch und der Medersa: die Maison de la Photographie. In einem kleinen Riad (übrigens wunderschön restauriert) werden hier Schwarzweiss-Fotos verschiedener Fotografen ausgestellt, die Marokko zwischen 1870 und 1950 besucht haben. Ein toller Einblick in eine Welt, die damals noch viel exotischer als heute war! Zu zivilen Preisen kann man auch sein Lieblingsfoto mit nach Hause nehmen.

    Portrait Fotografien im Maison de la Photographie Marrakesch Sehenswürdigkeiten
    Ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Fotografien im Maison de la Photographie.

    Tipp: Unbedingt rauf auf die Dachterrasse, den Ausblick geniessen und zu relativ günstigen Preisen essen und trinken!

    Saadier-Gräber

    Saadier Gräber Marrakesch
    Nur durch ein großes Fenster kann man einen Blick auf die prunkvollen Saadier-Gräber werfen.

    Die Saadier-Gräber sind eine der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten in Marrakesch. Allerdings kann hier die Wartezeit manchmal ziemlich lang sein, wenn Du Pech hast. Die Hauptattraktion hier ist das Große Mausoleum, in dem Sultane und ihre Bediensteten begraben liegen – wirklich sehr schön! Leider kann man das Mausoleum nur durch eine schmale Seitentür betrachten, was bei großem Andrang dazu führt, dass man lange Schlange stehen muss. Hast Du also wenig Zeit, würde ich diesen Ort überspringen.

    Bahia-Palast

    Bahia Palast Innenhof Marrakesch
    Tropisches Flair im Palais Bahia

    Bei den Saadier-Gräbern findet sich der Bahia-Palast. Hier fühlt es wirklich einmal mehr nach Marrakesch und tausendundeiner Nacht an. Tropisch bepflanzte Innenhöfe, bunte Mosaike und prunkvolle Verzierungen!

    Die Souks von Marrakesch

    Für die Souks selbst kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag Zeit nehmen – vielfach sind die Souks nach Branchen unterteilt: Hier mehr Lederwaren, da mehr Lampen, dort mehr Teppiche. Zum Teil kann man auch noch den Handwerkern über die Schulter schauen und sehen, wie zum Beispiel Leder gegerbt oder Stoff gefärbt wird. Alles sehr ursprünglich und faszinierend.

    Richtige Schnäppchen kann man in Marrakesch kaum machen. Man muss sich zudem auf lange Preisverhandlungen einstellen (und daran bin ich wirklich schlecht!). In Marrakesch sind die Preise überzogen, wer also noch weiterreist, kauft lieber woanders ein. Interessant ist das Markttreiben aber allemal.

    Ausflugstipp ab Marrakesch: Essaouira

    Marrakesch liegt ja nicht am Meer, und je nach Reisezeit ist ein bisschen Abkühlung gar nicht schlecht. Die Küstenstadt Essaouira ist knapp 3 Stunden Busfahrt von Marrakesch entfernt und ist ein interessanter Kontrast zu Marrakesch. Ich habe dort ein paar Tage verbracht. Mehr kannst Du in diesem Blogpost nachlesen:

    Essaouira Tipps & Sehenswürdigkeiten

    Von Marrakesch kommst du ganz leicht mit dem Linienbus nach Essaouira, aber du kannst auch einen organisierten Tagesausflug buchen, wenn du nicht ganz so viel Zeit hast

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    Tipps für alleinreisende Frauen in Marokko

    Marokko ist aus meiner Sicht kein „einfaches“ Land für alleinreisende Frauen. Trotzdem würde ich sagen, dass man sich zumindest in Touristenorten wie Marrakesch und Essaouira sowie großen Orten wie Casablanca und Rabat gut umherbewegen kann, wenn man ein paar Dinge beachtet.

    Kleidung für Marokko: Was ziehe ich als Frau an?

    Auch wenn es manche Touristinnen vormachen und sich nicht um Hinweise scheren, man möge doch besser „züchtigere“ Kleidung in einem muslimischen Land wählen, sind knallenge Hot Pants als Alleinreisende wohl keine gute Idee. Persönlich bin ich zwar der Meinung, dass es keinen Unterschied macht, ob man nun lange Hosen oder kurze Shorts als Frau trägt – blöd angemacht wird man so oder so, und ich glaube nicht, dass nackte Beine da noch irgendwas schlimmer machen, als es eh schon ist. Ich habe mich immer sehr gut „verhüllt“. Trotzdem wurden mir die übelsten Sachen hinterhergerufen.

    Allerdings: Als Alleinreisende wirst Du Dich garantiert wohler fühlen, wenn Du etwas mehr Stoff am Körper trägst wie z.B. eine weite Stoffhose und luftigere Oberteile. Man ist dann zwar immer noch nicht vor dummen Kommentaren gefeit, zieht aber dann auch nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich als nötig. Eine Kopftuchpflicht für Frauen gibt es in Marokko nicht und Kopftuchtragen wird von Nicht-Muslimas auch nicht erwartet.

    Taschendiebe in Marrakesch

    Taschendiebstahl ist wohl weniger ein Problem in Marrakesch, außer um den Place Djemma-el-Fna. Dort bin ich mehrmals vor Taschendieben gewarnt worden.

    Sicherheit bei Nacht – ist es als Frau in Marrakesch gefährlich?

    Falls Du in der Altstadt übernachtest: Je nachdem, wo Dein Hotel gelegen ist, kann es dort nachts schon zwielichtig erscheinen. In der ersten Nacht habe ich meine Unterkunft nach Einbruch nicht verlassen, und das, obwohl ich normalerweise kein großer Schisser bin. In den nächsten Nächten habe ich mich zwar dann doch getraut, bin aber grundsätzlich schnellen Schrittes und mit offenen Augen und Ohren durch die zum Teil stockdunklen Gassen gelaufen, wenn ich allein war.

    Obwohl ich letztendlich nicht glaube, dass es in der Altstadt megagefährlich ist, ist es doch das subjektive Empfinden, was es für die ein oder andere Frau unangenehm machen könnte. Ich fand es mitunter unheimlich.

    Also: Achtung bei der Lage Deiner Unterkunft! Oder wähle eine Unterkunft außerhalb der Medina, wo man bis zur Tür mit dem Taxi vorfahren kann, wenn Du nach Einbruch der Dunkelheit unterwegs bist. (In der Medina ist das oft nicht möglich.) Ach, und wer sagt, man müsste als Frau besser abends im Hotel bleiben: Den Place Djemaa el Fna sollte man wirklich abends erlebt haben, da verpasst man einiges!

    Unterkunft in Marrakesch

    Das Angebot an Unterkünften in Marrakesch ist riesig. Möchtest Du ganz typisch in einem Riad übernachten, so mit lauschigem Innenhof, echt marokkanischem Ambiente und so, musst Du Dich in der Altstadt umsehen. (Hier kann es aber nachts etwas unheimlich werden, siehe oben.) Als Alleinreisende würde ich Dir hier zu einer Unterkunft raten, die etwas kommunikativer ist und wo Du schneller mit anderen Reisenden in Kontakt kommst.

    Mein Tipp: Rodamon Marrakesch (gibt auch private Zimmer dort). Es ist nagelneu und blitzblank sauber, netter Empfang, eine absolut tolle Entdeckung! Allerdings ist die Lage etwas außerhalb des Trubels (nachts etwas einsam), und die vom Hotel angegebene Adresse stimmt nicht, dass man so oder so erstmal auf die zwielichtigen Dienste einer der zahlreichen „Stadtführer“ angewiesen ist.

    Allein als Frau in Marokko? Du bist nicht allein!

    Du denkst, Du bist die erste Frau, die auf die Idee kommt, allein in ein Land wie Marokko zu reisen? Nö! Erstaunlicherweise habe ich in Marrakesch viele alleinreisende Frauen getroffen. Und das war wirklich meine Rettung. Schon fast am ersten Tag habe ich eine andere Alleinreisende kennengelernt. Ab da war mir wieder etwas wohler in den Gassen der Medina, zu zweit fühlt man sich doch etwas sicherer und kann sich besser gegen aufdringliche Verkäufer wehren. Oder sich zusammen über deren Avancen kaputtlachen! Also, trau‘ Dich ruhig, nach anderen „Leidensgenossinnen“ Ausschau zu halten!

    Frau in Marrakesch Reisen
    Allein als Frau nach Marrakesch reisen: Manchmal eine Herausforderung.

    Vorsicht vor freundlichen Helfern und Stadtführern

    Eine riesengroße Warnung vor allen scheinbar hilfsbereiten und zuweilen aufdringlichen Leuten in den Straßen der Altstadt, die dir sofort gerne den Weg zeigen möchten oder Tipps parat haben! Glaube nichts, was Dir Leute im Vorbeigehen zurufen und rede mit niemanden! Das klingt sehr harsch (und ist auch sehr traurig) – aber in 99,9% aller Fälle wirst Du nur Geld los und gerät schlimmstenfalls noch in üblere Diskussionen, die schnell unangenehm werden können. Besonders, wenn man allein unterwegs ist! Die Verkäufer/Möchtegern-Stadtführer/wasauchimmer in Marrakesch sind sehr gewieft und können richtig ausfallend und bedrohlich werden, wenn man sich zu sehr auf sie einlässt.

    Eine kleine Auswahl der beliebtesten Scams in Marrakesch:

    • „it’s closed“ – egal, wo du hinmöchtest: es ist gerade geschlossen. Sagen zumindest ein paar findige Typen. Und lotsen dich erstmal ganz woandershin, am besten in den eigenen Laden oder den des Schwipp-Schwagers, wo du dich erstmal einem Verkaufsgespräch unterziehen musst.
    • „the place is this way“ – weil Touristen sich oft am Place Djemma el-Fna orientieren, kriegt man grundsätzlich diese Info hinterhergeschrien, die Richtung stimmt aber so gut wie
    • „I show you the way, but I don’t want any money“ – schlimmster Scam überhaupt, denn der Typ macht wirklich einen vertrauenserweckenden Eindruck, verweist dich aber in der Folge an einen anderen zufällig auftauchenden „Freund“, der dann wieder an den nächsten und so weiter, und spätestens der letzte verlangt Geld für was auch immer.

    Eigentlich gibt es auf Reisen nichts Schöneres als mal mit Einheimischen (egal, ob Mann oder Frau) sprechen zu können, um aus erster Hand mehr über Land und Leute zu erfahren. Allerdings rate ich sehr davon ab, als Alleinreisende mit Männern auch nur irgendwie in Kontakt zu treten. Frauen halten sich meist eh ganz zurück und sind in öffentlichen Bereichen weniger zu sehen. Mir war irgendwie oft unwohl und ich hatte das Gefühl, ein wunderbares Opfer für Touristenscams abzugeben. Selbst in einem Café sind wir nachher vom vorher sympathischen Kellner unter dem Vorwand einer kleinen Tour noch in einen Gewürzladen abgeschleppt worden.

    Generell sind ein sicheres Auftreten und Bestimmtheit Gold wert! Und das ist gar nicht mal so einfach, denn oft findet man sich in sehr unangenehmen Situationen wieder, auf die man als halbnaive Touristin mit einem sonst positiven Menschenbild nicht vorbereitet ist. Alles in allem hat das meinen Marrakesch-Besuch sehr anstrengend gemacht – leider.

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